Was ist die Eichenpollenallergie?

Eichenallergie und Eichenpollenallergie sind die bekanntesten Bezeichnungen. Allerdings wird die allergische Reaktion im Allgemeinen auch als Heuschnupfen, Pollinosis, saisonal-allergische Rhinokonjunktivitis beziehungsweise saisonal-allergische Rhinitis bezeichnet.

Aber egal wie die Allergie gegen die Eiche auch genannt wird, die Pollen können teilweise schwere Symptome hervorrufen und langfristig ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben.

Pollenflugzeit der Eiche

Mit etwa 600 verschiedenen Arten und einer großflächigen Verbreitung der Eiche von Norden bis Süden fällt die Pollenflugzeit (siehe Pollenkalender) des Laubbaums regional recht unterschiedlich aus. So blühen Eichen im Norden und in höheren Lagen in der Regel etwas später, als ihre Verwandten im Süden.

Die Hauptflugzeit der Eichenpollen erstreckt sich von März bis Mai. Je nach Wetterlage, Dauer und Temperaturen des Winters kann diese Phase aber auch verschoben sein.

Betroffene Regionen der Eichenpollen

Da die Eiche in zahlreichen verschiedenen Formen zu finden und weit verbreitet ist, ist eine regionale Eingrenzung kaum möglich. Der beliebte Laubbaum findet sich in Laub- und Mischwäldern, in Parks und sogar in Wohngebieten.

Zudem verbreiten sich die Pollen der Eiche über den Wind und sind daher darauf ausgelegt, sich großflächig und über weite Strecken hinweg zu verteilen. Sie finden sich daher auch in Gebieten, in denen gar keine Eichen wachsen.

Wie sehen Eichenpollen aus?

Die Pollen der Eiche haben eine grundsätzlich runde Form, weisen aber auch Ausstülpungen auf. Mit dem bloßen Auge sind diese allerdings nicht zu erkennen – sie werden erst unter dem Mikroskop sichtbar. Zudem ist der Eichenpollen ohne entsprechende Vergrößerung nicht von den Pollen anderer Bäume zu unterscheiden. Er ist maximal sandkorngroß und grün bis gelblich.

Kreuzallergene bei der Eichenpollen-Allergie

Wer gegen Eichenpollen allergisch ist, reagiert oftmals auch überempfindlich gegen andere Allergene. Die Rede ist dann von den sogenannten Kreuzallergenen oder Kreuzallergien. Zustande kommen diese, da sich die Allergene stark ähneln. Potenzielle Kreuzallergene der Eiche sind:

  • Pollen anderer Bäume, vor allem Birke und Buche
  • Obst, wie Apfel, Aprikose, Birne, Feige, Kirsche, Kiwi, Nektarine, Pfirsich und Pflaume
  • Gemüse, wie Karotte, Kartoffel und Sellerie
  • Nüsse, wie Haselnuss und Walnuss
  • Soja

Welche Kreuzreaktionen gibt es bei der Eichenpollen-Allergie?

Besteht eine Kreuzallergie gegen die oben genannten Lebensmittel, können die folgenden Symptome auftreten:

  • Hautausschlag
  • Juckreiz und Kribbeln an den Kontaktstellen, also Lippen, Zunge Mundschleimhaut und im Rachen
  • Verdauungsstörungen, wie Übelkeit, Durchfall und Blähungen
  • Schwellungen bis hin zur Atemnot

Was gibt es bei der Allergie gegen die Eiche zu beachten?

Eine Allergie allein gegen die Pollen der Eiche ist selten. Deutlich öfter treten Überempfindlichkeiten gegen mehrere Pollen auf. Zu beachten ist in jedem Fall, dass eine frühzeitige Diagnosestellung und Behandlung entscheidend für den Erfolg der Therapie ist und ernsthafte gesundheitliche Probleme – wie beispielsweise allergisches Asthma – verhindern kann.

Stellen Sie die folgenden Symptome im Frühjahr an sich fest, sollten Sie daher schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Symptome der Eichenpollen-Allergie

Die Symptome einer Eichenpollenallergie unterscheiden sich nicht von den Anzeichen anderer Pollenallergien. Typischerweise fallen sie wie folgt aus:

  • Augen: Sie sind gerötet, jucken und tränen. Zudem können die Augenlider anschwellen.
  • Nase: Häufiges Niesen, Rötungen und Schwellungen der Nasenschleimhaut sind charakteristisch. Zudem läuft die Nase stark.
  • Reizungen: Husten, Hautreizungen, Rötungen und Schwellungen der Lymphknoten sind dafür verantwortlich, dass eine Allergie anfangs oftmals mit einer Erkältung verwechselt wird.
  • Allgemeinbefinden: Fieber, Schlafprobleme, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind allein bereits belastend, sorgen in ihrer Gesamtheit aber auch für das Nachlassen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Alle genannten Symptome sind in den ersten Wochen der Eichenpollenallergie kaum von einer Erkältung abzugrenzen. Lediglich der Juckreiz, das klar bleibende Nasensekret und eine Verschlimmerung der Anzeichen im Freien sind Hinweise.

Was hilft gegen die Eichenpollen-Allergie?

Wer unter der Eichenpollenallergie leidet, ist dadurch im Frühjahr teilweise stark belastet und im Alltag eingeschränkt. Schon allein aufgrund des recht langen Pollenflugs empfiehlt sich eine umfassende Behandlung. Zur Linderung der Symptome stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung:

Hausmittel gegen die Eichenpollen-Allergie

Hausmittel können die Symptome der Eichenallergie auf recht einfache Weise lindern. Bewährt haben sich:

  • Salzwasser: Als Nasendusche, Dampfbad oder Nasenspray wirkt Salzwasser zugleich abschwellend und befeuchtend auf die Schleimhäute. Zudem reduzieren die Maßnahmen die Anzahl der Pollen.
  • Teemischungen: Brennnessel, Mariendistel, Schafgarbe und Salbei können Linderung bringen. Auch als Mischung sind sie gute Hausmittel gegen die Allergie.
  • Hygiene: Nach jedem Aufenthalt im Freien, sollten zumindest Hände und Gesicht gründlich gewaschen werden.

Medikamente

Antihistaminika – wie Cetirizin und Loratadin – blockieren die Rezeptoren, die eine allergische Reaktion im Körper in Gang setzen. Sie sind in der Apotheke rezeptfrei und in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich.

In Form von Nasenspray, Pillen, Tabletten und Augentropfen können sie genau da eingesetzt werden, wo die Symptome auftreten.

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen

Alternative Therapien und natürliche Mittel behandeln nicht nur die Symptome, sie schwächen die Allergie gegen die Eichenpollen insgesamt ab. Erreicht wird diese Verbesserung durch positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit und eine Regulierung des Immunsystems.

  • Homöopathie: Homöopathische Wirkstoffe therapierenn ganzheitlich und können das Immunsystem regulieren. Dies reduziert die Neigung zu Allergien generell. Eine fachkundige Anamnese, folgende Beratung und individuelle Mittelwahl sind dafür allerdings entscheidende Voraussetzungen.
  • Bachblüten und Schüssler Salze: Ähnlich der homöopathischen Behandlung gibt es auch bei Schüssler Salzen und Bachblüten nicht das eine Mittel gegen Allergien. Eine individuelle Auswahl ist notwendig, um die Eichenpollenallergie positiv zu beeinflussen.
  • Ernährung: Die Darmgesundheit und das Immunsystem haben einen entscheidenden Einfluss auf die Allergie. Vor allem ein Mangel an Nähr- und Vitalstoffen kann sich daher nachteilig auf die Eichenpollenallergie auswirken. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Spurenelemente und Omega-3-Fetssäuren enthält. Verzichten Sie zudem auf Lebensmittel, die reich an Farb- und Konservierungsstoffen sind.
  • Aloe Vera, Manuka Honig und Propolis: Sie hemmen die Entzündungen, regulieren die körpereigene Abwehr und stärken den Organismus. Gerade aber nicht nur während der Pollenflugzeit empfehlen sich daher Kuren mit diesen natürlichen Mitteln gegen die Eichenallergie.

Immunisierung

Bei der Immunisierung gegen die Eichenpollen handelt es sich genauer gesagt um eine Hyposensibilisierung. Hierbei wird der Körper immer wieder gezielt mit kleinen Mengen der Allergene konfrontiert, damit eine allmähliche Gewöhnung stattfinden kann. Die ärztliche Therapie erfordert zwar etwas Geduld, kann jedoch erstaunliche Ergebnisse hervorbringen.

Entspannungstechniken erlernen

Löst bereits der Anblick eines Fotos der Eiche allergische Symptome aus, hat eine Konditionierung stattgefunden. Auch ohne vorhandene Allergene reagiert der Körper allergisch, was die Belastung noch zusätzlich verschlimmert.[ p]

Hinzu kommt, das Stress nachteilige Auswirkungen auf den Organismus insgesamt hat und die Eichenallergie auch hierdurch erheblich intensiviert werden kann. Für Allergiker ist es daher generell sinnvoll, Entspannungstechniken zu erlernen und regelmäßig zu praktizieren. Bewährt haben sich vor allem autogenes Training und Meditation.

Eichenpollen reduzieren

Zwar können die Eichenpollen nicht vollständig vermieden werden, ihre Anzahl lässt sich aber zumindest in den eigenen vier Wänden erheblich reduzieren. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  • Kleidung: Wechseln Sie während der Pollenflugzeit nach jedem Aufenthalt im Freien Ihre Kleidung und waschen Sie diese häufig. Bewahren Sie sie bis zur Reinigung möglichst luftdicht verpackt auf. Lassen Sie Schuhe und wenn möglich auch Jacken vor der Tür.
  • Körper: Während der Pollenflugzeit sollten Sie sofort nach dem Betreten Ihrer vier Wände zumindest Hände und Gesicht gründlich waschen. Abends empfiehlt es sich, zu duschen und auch eine Nasenspülung durchzuführen, um den Körper möglichst vollständig von den Eichenpollen zu befreien.
  • Fenster: Mit jedem Lüften können Eichenpollen in die Wohnung eindringen. Verhindern können Sie dies durch Pollenschutzgitter.
  • Haushalt: Ein HEPA-Luftfilter und ein Staubsauger mit HEPA-Filter entfernen die Pollen der Eiche gründlich und helfen daher, ebenso wie häufiges feuchtes Wischen der Böden, die Anzahl der Allergene zu reduzieren.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie gegen Eichenpollen haben?

Eindeutig ist lediglich ein Allergietest, der von einem Allergologen durchgeführt werden kann.

Hinweis: Verzichten Sie vor dem Allergietest auf Antihistamine ein. Die Wirkstoffe würden das Ergebnis der Untersuchung verfälschen.

Quellen

  • Keikawus Arastéh: Innere Medizin. Thieme, 2013, ISBN 313118163X
  • Katharina Munk Botanik : … 18 Tabellen. Thieme, 2009, ISBN 3131660716
  • Nutzpflanzenkunde : 118 Tabellen. Thieme, 2007, ISBN 3135304078
  • Pollenallergie. In „Ärzte-Zeitung“, (2014), 26, ISSN 0175-5811
  • Schmid-Grendelmeier: Pollenallergien und Immuntherapie. In „Therapeutische Umschau“, 69(2012), 4, S. 239 – 248, ISSN 0040-5930
  • Ramona Simone Dornbusch: Landschaft als Kulturgut : zum Aussagewert der aktuellen Kulturlandschaft. Hochschulschrift. Universitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina Frankfurt. DNB 1021078395
  • Stefanie Hoffmann: Einfluss der Exposition mit flüchtigen organischen Verbindungen im Innenraum auf akute Bronchitis und allergische Erkrankungen von Kindern im 4. Lebensjahr. Hochschulschrift. uni Leipzig, Dissertation, urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-69368