Was ist die Erlenpollen-Allergie?

Erlenpollen- oder Erlenallergie sind die bekanntesten Namen der Überempfindlichkeit. Sie wird mit anderen Pollenallergien aber auch unter den Bezeichnungen Pollinosis, saisonal-allergische Rhinokonjunktivitis, Heuschnupfen oder saisonal-allergische Rhinitis zusammengefasst.

Wie die Erlenpollenallergie aber auch heißt, durch die teilweise hohe allergene Potenz tritt sie häufig auf, löst oftmals Kreuzallergien aus und kann auch zu allergischem Asthma führen.

Pollenflugzeit der Erle

Die Erlenpollen verbreiten sich sehr zeitig, nämlich bereits ab Temperaturen über 5°C. Daher können nach milden Wintern schon im Dezember erste Symptome auftreten. Die Hochzeit des Pollenflugs ist bei der Erle aber erst zwischen März und April und selbst im Mai können die Allergene noch durch die Luft fliegen.

Betroffene Regionen der Erlenpollen

Erlen wachsen hauptsächlich in der Nähe von Gewässern, also an Flussufern und Seen. Da sich die Pollen allerdings über den Wind verteilen, können sie auch kilometerweit entfernt auftreten. Selbst in einer Stadt mit wenig Grün sind Allergiker daher nicht vor den Pollen der Erle gefeit.

Wie sehen die Erlenpollen aus?

Durch ihre Größe von 14-35 µm sind die Pollen der Erle mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Unter dem Mikroskop zeigen sich die Erlenpollen hingegen vier- bis fünfeckig.

Kreuzallergene der Erlenpollen-Allergie

Wer allergisch auf die Erle reagiert, leidet häufig auch unter Kreuzallergien. Typische Kreuzallergene sind:

  • Andere Baumpollen, wie Birke, Eiche, Hasel und Buche
  • Obst, wie Äpfel, Birnen, Steinobst und Litschis
  • Nüsse und Kerne, wie Haselnüsse, Walnüsse und Mandeln

Welche Kreuzreaktionen gibt es bei der Erlenpollen-Allergie?

Treten die Kreuzallergien bei weiteren Baumpollen auf, unterscheiden sich die Allergiesymptome nicht von den Anzeichen der Erlenallergie. Betroffen sind dann vor allem die oberen Atemwege. Bei Kreuzreaktionen durch Lebensmittel sind hingegen die Folgenden charakteristisch:

  • Juckreiz, vor allem an den Lippen und im Mund
  • Schwellungen an den Kontaktstellen, bis hin zu Engegefühlen im Hals und Atemnot
  • Übelkeit und Durchfall
  • Hautausschläge

Tipp: Lebensmittel lösen in einigen Fällen lediglich zur Pollenflugzeit der Erle Symptome aus oder wenn sie naturbelassen sind. Durch Schälen und Garen kann ihre allergene Potenz deutlich verringert werden.

Was gibt es bei der Allergie gegen die Erle zu beachten?

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einer Allergie gegen die Erle zu leiden, sollten Sie dies durch einen ärztlichen Test eindeutig feststellen lassen. Danach bieten sich verschiedene Maßnahmen und Medikamente sowie eine Hyposensibilisierung an.

Keinesfalls sollten Sie die Allergie unbehandelt lassen, da sich hieraus allergisches Asthma entwickeln kann.

Symptome der Erlenpollen-Allergie

Typische Symptome für die Erlenpollenallergie sind:

  • Augen: Vor allem die Schleimhäute und damit die Lider schwellen an, sind gerötet und gereizt. Auch übermäßiger Tränenfluss und Juckreiz treten häufig auf.
  • Nase: Niesen, geschwollene Nasenschleimhäute und ständiges Laufen erinnern stark an Schnupfen. Allerdings bleibt das Sekret anders als bei einer Erkältung klar und wässrig bis dünnflüssig.
  • Reizungen: Husten, insgesamt und vor allem im Gesicht gereizte, wunde Haut reihen sich in die möglichen Symptome der Erlenallergie ein.
  • Allgemeinbefinden: Der Nachtschlaf wird gestört, das Atmen durch die Nase ist erschwert und sogar Fieber kann auftreten. Bei starkem Pollenflug ist also auch das Allgemeinbefinden beeinträchtigt.

Was hilft gegen die Erlenpollen-Allergie?

Auch wenn die Allergie gegen die Pollen der Erle stark belastend sein kann, sind Sie ihr nicht hilflos ausgeliefert. Durch Medikamente aus der Apotheke, Hausmittel und sogar allergikerfreundlichen Hausputz können Sie die Symptome lindern.

Hausmittel gegen die Erlenpollen-Allergie

  • Salzwasser: Setzen Sie Salzwasser in einer Nasendusche, zum Gurgeln und als Dampfbad ein. Die Schleimhäute werden von den Pollen befreit, beruhigt und befeuchtet.
  • Kräuter-Tee: Mischungen aus Schafgarbe, Brennnessel, Mariendistel und Salbei, können als Tee-Kur während der Pollenflugzeit die Allergie abschwächen.
  • Ein Ritual bei der Ankunft: Die winzigen Erlenpollen sind zwar mit bloßem Auge nicht zu sehen, setzen sich aber bei jedem Aufenthalt im Freien auf Haut und Kleidung fest. Wechseln Sie daher Ihre Kleidung beim Betreten der Wohnung und waschen Sie zumindest Gesicht und Hände gründlich ab, um sich von den Allergenen zu befreien.

Medikamente gegen die Erlenpollen-Allergie

In der Apotheke werden Antihistamine, also Medikamente speziell gegen Allergien rezeptfrei angeboten. Durch Nasenspray und Augentropfen können Sie die Symptome gezielt behandeln. Als Tabletten eignen sich Wirkstoffe wie Cetirizin und Loratadin, um das Allgemeinbefinden zu verbessern.

Vor allem vor dem Aufenthalt im Freien während der Pollenflugzeit der Erle sollten Sie darauf zurückgreifen.

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen gegen die Erlenpollen-Allergie

Im Gegensatz zu Antihistaminen unterdrücken natürliche Mittel und Therapien die Symptome der Allergien nicht, sondern sollen die Allergieneigung insgesamt verringern.

  • Bachblüten, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin und Schüssler Salze: Als individuelle und ganzheitliche Behandlungsformen, können diese deutliche Verbesserungen bewirken. Das allerdings nur, wenn die Anamnese und Behandlung fachkundig durchgeführt wird. Wenden Sie sich dafür an einen Arzt mit naturheilkundlicher Zusatzausbildung oder einen Heilpraktiker.
  • Ernährung: Mangelzustände aber auch Zusatzstoffe in Lebensmitteln können die Allergieneigung erhöhen. Achten Sie auf einen ausgewogenen Speiseplan, der viel frische und unbehandelte Lebensmittel sowie Omega-3-Fettsäuren enthält.
  • Aloe Vera, Propolis und Manuka Honig: Eine Kur – zumindest während der Pollenflugzeit – stärkt den Körper, reguliert das Immunsystem und kann damit die Allergieneigung positiv beeinflussen.

Immunisierung gegen Erlenpollen

Die sogenannte Hyposensibilisierung oder Immunisierung gegen die Pollen der Erle kann das Immunsystem allmählich an die Allergene gewöhnen. Die Überreaktion bleibt dadurch aus und die Allergie wird geheilt oder zumindest verringert. Zwar gibt es hierbei keine Erfolgsgarantie, die Behandlung hat sich jedoch bereits vielfach bewährt.

Stress reduzieren

Wer während der Pollenflugzeit unter Stress steht, leidet oftmals deutlich schwerer unter den Symptomen. Abhilfe schaffen hier Entspannungstechniken, wie Yoga, progressive Muskelrelaxation, autogenes Training und Meditation.[ p]

Vor allem Meditation und autogenes Training können übrigens auch dann helfen, wenn bereits eine Konditionierung auf die Erlenpollen stattgefunden hat. Symptome treten hierbei selbst dann auf, wenn gar keine Allergene vorhanden sind. Der bloße Anblick der Erle, einer Frühlingshaften Landschaft oder eines blühenden Baums allein reicht aus, um Juckreiz, tränende Augen und eine laufende Nase auszulösen.

Die Erlenpollen reduzieren

Im Freien lassen sich die Erlenpollen zwar nicht vermeiden, in der Wohnung können Sie diese aber durchaus reduzieren. Die folgenden Maßnahmen helfen dabei:

  • Kleidung: Wie bereits erwähnt, sollten Sie diese sofort nach jedem Aufenthalt im Freien wechseln. Waschen Sie sie zudem häufig, um sie von den Pollen zu befreien und trocknen Sie sie während der Pollenflugzeit keinesfalls im Freien.
  • Körper: Duschen Sie jeden Abend und waschen Sie auch Ihre Haare täglich. Setzen Sie zudem eine Nasendusche ein. Hierdurch entfernen Sie die Pollen gründlich und können erholsamer schlafen.
  • Lüften: Die Pollen kommen natürlich nicht nur auf Ihrer Haut und Kleidung herein sondern auch beim Lüften. Durch Pollenschutzgitter an Fenstern und Türen verhindern Sie dies.
  • Hausputz: Staubsauger oder Luftreiniger mit HEPA-Filter entfernen die Allergene aus der Luft. Häufiges feuchtes Wischen der Böden, ein Verzicht auf Staubfänger und das Dampfreinigen von Polstermöbeln und Fliesen lässt Ihre vier Wände nicht nur glänzen, sondern auch allergikerfreundlicher werden.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie gegen die Pollen der Erle haben?

Ärztlich durchgeführte Allergietestungen bringen Aufschluss darüber, ob Sie unter einen Erlenpollenallergie oder gar weiteren Allergien leiden. Diese sind mit wenig Aufwand möglich und nehmen nur wenig Zeit in Anspruch.

Hinweis: Verzichten Sie vor dem Allergietest auf die Einnahme von Allergiemedikamenten. Die Wirkstoffe würden die Symptome unterdrücken und damit das Untersuchungsergebnis verfälschen.

Quellen

  • Allergie täuscht oft Virusinfekt vor. In „Ärzte-Zeitung“, (2008), 18, ISSN 0175-5811
  • Allergie-Alarm: immer früher, immer länger. In „Ärzte-Zeitung“, (2014), 26, ISSN 0175-5811
  • Ulrike Gebhardt: Allergien: Neue Allergene durch Klimawandel und „Functional Food“. In „Deutsches Ärzteblatt“, 107(2010), 44, ISSN 0012-1207
  • Peter Riethe: Das Buch von den Bäumen. Müller, 2001, ISBN 3701310335
  • Anne Kathrin Gliemeroth: Paläoökologische Untersuchungen über die letzten 22000 Jahre in Europa. G. Fischer, 1995, ISBN 3437308165
  • Hubert Rehm: Der Experimentator: Proteinbiochemie, Proteomics. Spektrum Akademischer Verlag, 2010, ISBN 3827423120
  • Katharina Munk: Botanik : … 18 Tabellen. Thieme, 2009, ISBN 3131660716