Was ist die Hainbuchenpollen-Allergie?

Hainbuchen- oder Hainbuchenpollenallergie – fälschlicherweise auch Buchenallergie – sind die üblichen Bezeichnungen für die Allergie gegen die Pollen der Hainbuche.

Dazu wird sie mit anderen Pollenallergien unter den Bezeichnungen Pollinosis, saisonal-allergische Rhinokonjunktivitis oder Rhinitis sowie Heuschnupfen zusammengefasst.

Pollenflugzeit der Hainbuche

Die Hainbuche blüht zwischen März und Mai. Nach milden Wintern können die ersten Pollen aber auch bereits im Februar auftreten.

In hohen Lagen und nördlichen Regionen kann sich der Pollenflug hingegen nach hinten verschieben und noch im Juni Symptome auslösen.

Betroffene Regionen der Hainbuchenpollen

Die Hainbuche findet sich in ganz Europa, hauptsächlich in Mischwäldern und als Heckenpflanze. Sie wird an Feldrändern eingesetzt, säumte aber auch Alleen und findet sich in Parks und Gärten.

Da es verschiedene Sorten der Hainbuche gibt, die zudem sehr anpassungsfähig ist, steht der Baum ebenso im städtischen wie im ländlichen Umfeld. Besonders intensiv ist der Pollenflug in waldreichen Regionen. Aufgrund der Pollenverbreitung durch den Wind lösen sie aber auch in der Großstadt Symptome aus.

Wie sehen die Pollen der Hainbuche aus?

Die Pollen der Hainbuche sind grob kugelförmig und weisen kleine Einkerbungen sowie Ausstülpungen auf. Sichtbar sind sie ohne Mikroskop jedoch nur in großer Menge als gelblicher Staub.

Kreuzallergene der Hainbuchenpollen-Allergie?

Bei der Allergie gegen die Hainbuche treten sowohl Kreuzallergien gegen Pollen anderer Bäume als auch Lebensmittel auf. Dazu gehören:

  • Birke, Buche, Hasel, Eiche, Erle, Esche
  • Kern- und Steinobst, wie Äpfel, Aprikosen, Kirschen, Pfirsiche und Pflaumen
  • Gemüse, wie Kartoffeln und Tomaten
  • Nüsse und Kerne, wie Haselnuss, Walnuss und Mandel

Kreuzreaktionen bei der Hainbuchenpollen-Allergie

Bestehen neben der Hainbuchenallergie Überreaktionen gegen andere Baumpollen, unterscheiden sich die Kreuzreaktionen nicht voneinander und betreffen in erster Linie die oberen Atemwege und die Augen. Bei Kreuzreaktionen durch Lebensmittel sind hingegen die folgenden Anzeichen typisch:

  • Kribbeln oder Juckreiz an den Kontakstellen, wie Lippen und Zunge
  • Schwellungen auf der Mundschleimhaut, im Rachen bis hin zur Atemnot
  • Störungen der Verdauung, wie Durchfall, Magenschmerzen und Übelkeit
  • Hautausschläge und Quaddeln

Was gibt es bei der Allergie gegen die Hainbuche zu beachten?

Die Pollen der Hainbuche haben nur eine geringe allergene Potenz, lösen also nur selten Allergien aus und auch dann nur vergleichsweise milde Symptome. Dennoch sollten Sie die Hainbuchenpollenallergie diagnostizieren und behandeln lassen, um schwerwiegendere Folgen und das Auftreten verschiedener Kreuzallergien zu verhindern.

Nur hierdurch lässt sich feststellen, wie das individuelle Vorgehen aussehen sollte. Bei einigen reicht Meiden der Pollen und die Einnahme von Medikamenten. Andere müssen hingegen auch auf Lebensmittel verzichten und sollten eine Hyposensibilisierung in Betracht ziehen.

Symptome der Hainbuchenpollen-Allergie

Bei der Hainbuchenpollen-Allergie treten für gewöhnlich die folgenden Symptome auf:

  • Augen: Die Allergene der Pollen reizen die Schleimhäute worauf sich diese röten und anschwellen können. Juckreiz, Brennen und Tränenfluss treten auf.
  • Nase: Sie läuft und erschwert durch angeschwollene Schleimhäute die Atmung.
  • Sonstige Anzeichen: Husten, geschwollene Lymphknoten und Kopfschmerzen sind möglich. Bei sehr schweren Symptomen kann sogar Fieber auftreten.

Eine Pollenallergie kann aufgrund der erkältungsähnlichen Symptome zunächst nicht eindeutig zu erkennen sein. Achten Sie darauf, ob sich die Symptome an windigen Tagen und im Freien verschlimmern, über Wochen hinweg immer wieder auftreten und das Nasensekret klar bleibt. Diese Anzeichen weisen eindeutig auf eine Allergie hin.

Was hilft gegen die Hainbuchenpollen-Allergie?

Zur Behandlung der Hainbuchenpollenallergie stehen Ihnen verschiedene Mittel und Maßnahmen zur Verfügung. Optimal sind Kombinationen daraus. Es lohnt sich hierzu, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren, da nicht alles im individuellen Fall gleichermaßen wirkt.

Hausmittel gegen die Hainbuchenpollen-Allergie

  • Salzwasser und Kompressen: Nasenduschen und Dampfbäder mit Kochsalzlösung oder Emser-Salz beruhigen die Schleimhäute, entfernen die Pollen und wirken befeuchtend. Gegen die Schwellungen können hingegen schlichte kalte Güsse oder Kompressen eingesetzt werden.
  • Teekur: Täglich drei Tassen Kräutertee, beispielsweise Brennnessel, Salbei, Mariendistel und Schafgarbe oder Mischungen daraus, steigern das gesamte Wohlbefinden und wirken immunregulierend. Während der Pollenflugzeit der Hainbuche ist daher eine Teekur sinnvoll.

Medikamente gegen die Pollen der Hainbuche

In der Apotheke finden Sie eine Auswahl rezeptfreier Tabletten, Augentropfen und Nasensprays. Diese sogenannten Antihistamine können Sie gezielt gegen die Symptome der Allergie einsetzen.

Vor allem bei einer hohen Pollendichte sowie vor längeren Aufenthalten oder sportlichen Aktivitäten im Freien sollten Sie diese anwenden. Zudem können die Medikamente vor dem Schlafen Erleichterung bringen.

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen gegen die Hainbuchenpollen-Allergie

  • Ganzheitliche Behandlungen: Alternative Methoden, wie Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, Bachblüten und Schüssler Salze behandeln ganzheitlich und sollen die Neigung zu der Allergie insgesamt abschwächen.
  • Ernährung: Bestehen Kreuzallergien gegen Lebensmittel, sollten Sie diese natürlich meiden. Wichtig ist aber ebenso, dass Sie sich ausgewogen ernähren, eventuell vorhandene Mangelzustände ausgleichen und stark verarbeitete Fertigprodukte meiden. Achten Sie vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und den Vitaminen A, C und E sowie Vitamin B5.
  • Immunregulierende Kuren: Während der Pollenflugzeit kann es sinnvoll sein, eine immunregulierende Kur mit Aloe Vera, Propolis oder Manuka-Honig durchzuführen. Dazu reichen je nach Mittel, täglich ein bis drei Einnahmen, aus.

Hyposensibilisierung gegen die Hainbuchenpollen

Unter ärztlicher Kontrolle wird der Organismus mit allmählich steigenden Dosierungen des Allergens konfrontiert. Auf diese Weise kann sich das Immunsystem allmählich an den Reiz gewöhnen und schwere allergische Reaktionen werden vermieden.

Diese Therapie nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, kann langfristig aber sehr gute Resultate erzielen.

Entspannungstechniken erlernen

Stress kann sowohl das Allgemeinbefinden beeinträchtigen als auch die Allergiesymptome verschlimmern. Gezielte Entspannung durch Meditation, autogenes Training oder Yoga kann also indirekt für eine Verbesserung der Allergie sorgen.

Die Hainbuchenpollen reduzieren

Da die Allergiesymptome nur auftreten, wenn Allergene vorhanden sind, sollte dieser Kontakt zur Verhinderung schwererer Verläufe reduziert werden. Im Freien ist das zur Pollenflugzeit natürlich nur schwer möglich. In Ihrer Wohnung können Sie durch das Befolgen dieser Maßnahmen aber durchaus die Pollendichte erheblich verringern:

  • Kleidung und Körper: Während der Pollenflugzeit befinden sich die Allergene nicht nur in der Luft, sie legen sich auch auf Kleidung, Haut und Haare. Wenn Sie Ihre Wohnung betreten, sollten Sie daher sofort die Kleidung wechseln und möglichst alle unbedeckten Hautstellen abwaschen. Waschen Sie Textilien zudem häufig und trocknen Sie diese nicht im Freien.
  • Fenster und Türen: Um nicht bei jedem Lüften Pollen in die Wohnung zu lassen, sollten Sie Fenster und Türen mit speziellen Pollenschutzgittern ausstatten.
  • Haushalt: Staubsauger mit HEPA-Filter entfernen die Allergene aus der Luft und vom Boden. Feuchtes Wischen und die Dampfreinigung von Fliesen und Wohntextilien helfen zusätzlich.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie gegen die Hainbuche haben?

Wirklich eindeutig sind lediglich die Resultate von Allergietests. Auch hier können aber verschiedene Untersuchungen, darunter Prick-Test, Blutabnahmen und Konfrontationen mit dem vermuteten Allergen, nötig sein.

Hinweis: Vor der Durchführung der Allergietests sollten Sie keine Antihistamine einnehmen, da diese die Symptome und die allergischen Reaktionen unterdrücken.

Quellen

  • J. Velenovský. Die Achselknospen der Hainbuche (Carpinus Betulus). In „Oesterr. botan. Zeitschrift“, 50(1900), 11, S. 409 – 411, ISSN 0378-2697
  • M. Piatek: First report of powdery mildew (Oidium carpini) on Carpinus betulus in Poland. In „Plant Pathology“, 53(2004), 2, S. 246 – 246, ISSN 0032-0862
  • Patienten gesucht für Studie zu Heuschnupfen. In „Ärzte-Zeitung“, (2007), 22, ISSN 0175-5811
  • Silvia von der Weiden: Gefährliche Kettenreaktionen. In „VDI“ NR. 24 VOM 17.06.2005 SEITE 14, (2005), ISSN 0042-1758
  • Anna-Lise Hans: Allergenen den Garaus machen. In „Arzt & Wirtschaft“, (2002), ISSN 0177-7068
  • G. Kaßner: Untersuchungen über die Bestandteile der Blätter von Carpinus Betulus L. In „Arch. Pharm. Pharm. Med. Chem.“, 244(1906), 8, S. 575 – 601, ISSN 0365-6233
  • Reinhard Lieberei: Nutzpflanzenkunde : 118 Tabellen. Thieme, 2007, ISBN 3135304078