Was ist die Haselpollen-Allergie?

Heuschnupfen, Pollenallergie, Haselallergie, Haselpollenallergie, Pollinosis oder saisonal-allergische Rhinitis beziehungsweise Rhinokonjunktivitis – die Allergie gegen die Pollen der Hasel hat viele Namen. Dazu gehört sie zu den größeren allergischen Belastungen, denn der Pollen fliegt früh, lang und wirkt als sehr starkes Allergen.

Aber nicht nur die Haselpollenallergie an sich kann einen hohen Leidensdruck erzeugen. Besteht sie für lange Zeit und unbehandelt, kann sich daraus allergisches Asthma entwickeln. Stellen Sie die Symptome der Haselpollenallergie an sich fest, sollten Sie daher frühzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Pollenflugzeit der Hasel

Die Hasel ist nicht nur als Nussbaum weit verbreitet, sondern auch als Zierstrauch in einer Vielzahl von Gärten zu finden. Bereits aufgrund der Vielfalt der verschiedenen Sorten lässt sich die Flugzeit der Pollen schwerer eingrenzen, als bei anderen Pflanzen. Hinzu kommt, dass die Hasel bei entsprechenden Temperaturen bereits im Winter Pollen verteilen kann.

Besonders von Anfang März bis Ende April ist die Pollendichte der Hasel sehr hoch. Ab Mai nimmt sie für gewöhnlich wieder ab und auch die Allergiesymptome werden geringer. In milden Wintern kann der Pollenflug jedoch deutlich zeitiger einsetzen. Nach eher frostigen und harten Wintern hingegen etwas später.

Betroffene Regionen der Haselpollen

In Kleingartenvereinen, Parks, Wohngebieten, in lichten Wäldern und als Hecke: Die Haselnuss ist weit verbreitet. Im Grunde kann sich eine Haselallergie also auch mitten in der Großstadt zeigen. Verantwortlich hierfür ist zum einen die Beliebtheit des Birkengewächses. Zum anderen können die Pollen weite Strecken zurücklegen und verteilen sich schlicht über die Luft. An windigen Tagen können sie daher über Kilometer hinweg „reisen“.

Wie sehen die Haselpollen aus?

Die Pollen der Hasel sind rundlich bis dreieckig geformt, mit bloßem Auge aber nur mehr als sandkorngroße Kügelchen zu erkennen. Deutlich besser zu erkennen und bekannter sind hingegen die „Kätzchen“ der Haselnuss. Die länglichen Anhängsel des Gewächses sind grün, gelblich oder braun und beinhalten die Pollen, die sie nach und nach an die Luft abgeben.

Kreuzallergene bei der Haselpollen-Allergie

Besteht eine Haselpollenallergie, tritt diese häufig nicht allein auf. Durch die Überreaktion des Immunsystems werden im Laufe der Zeit oftmals nicht nur die Haselpollen selbst, sondern auch Stoffe mit einer ähnlichen Struktur als Bedrohung erkannt. Diese werden als Kreuzallergene bezeichnet.

Im Falle der Hasel gehören zu diesen:

  • Pflanzen: Birke, Beifuß, Buche, Erle und Eiche weißen ähnliche Pollenstrukturen auf und können daher kreuzallergische Reaktionen auslösen.
  • Gemüse und Obst: Aprikosen, Äpfel, Birnen, Beeren, Fenchel, Karotten, Kirschen, Kiwis, Litschis, Pfirsiche, Quitten, Sellerie, Tomaten und Zwetschgen können gerade in pollenreichen Zeiten für Beschwerden sorgen.
  • Nüsse und Kerne: Haselnüsse, Mandeln, Paranüsse und Walnüsse führen einer Haselpollenallergie meist zu besonders auffälligen, starken Symptomen.

Tipps bei Kreuzallergien

Nicht jeder, der unter einer Haselallergie leidet, entwickelt auch Kreuzallergien. Der Verzicht auf alle genannten Lebensmittel ist also nicht nötig. Erst wenn tatsächlich Symptomen auftreten, sollten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Die folgenden Tipps können hierbei helfen:

  • Gründlich waschen und schälen: Auf den Schalen können sich neben Chemikalien auch Pollen befinden. Zudem sitzen die meisten Allergene bei Obst und Gemüse in und direkt unter der Schale. Ohne sie wirken die Lebensmittel also weniger oder gar nicht reizend.
  • Verschiedene Sorten ausprobieren: Nicht jede Apfelsorte oder Beerenart löst gleichermaßen starke Beschwerden aus. Hier lohnt es sich also, zunächst zu testen und unverträgliche Sorten zu meiden.
  • Auf Rohes verzichten: Der Biss in die knackige Karotte mag allergische Symptome auslösen, als gekochtes Gemüse bereitet die Möhre allerdings keine Schwierigkeiten – dieser Fall tritt häufig auf. Im gegarten und verarbeiteten Zustand sind die enthaltenen Allergene verändert, der Körper erkennt sie dann nicht mehr als vermeintliche Gefahr.

Welche Kreuzreaktionen gibt es?

Zu den typischen Kreuzreaktionen bei einer Haselallergie gehören:

  • Schwellungen: Gerade an den Lippen, der Mundschleimhaut und auf der Zunge aber auch im Hals kann es zu Schwellungen, Juckreiz und Kribbelgefühlen kommen. Bei schweren Allergien können die Schwellungen sogar zu einer Atemnot führen und sind damit potenziell lebensgefährlich.
  • Verdauungsbeschwerden: Magenschmerzen, Durchfall, Blähungen und Übelkeit nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln kann darauf hinweisen, dass diese Kreuzreaktionen auslösen. Möglich wäre jedoch auch, dass sie unbemerkt verdorben sind oder aus anderen Gründen eine Unverträglichkeit besteht.
  • Ausschlag: Hautausschläge sind besonders charakteristisch für Allergien und als Kreuzreaktion. Sie wirken meist frieselig und können jucken.

Was gibt es bei der Haselpollen-Allergie zu beachten?

Die Haselallergie kann zu Kreuzallergien führen und sich zudem zu allergischem Asthma entwickeln. Wie eingangs erwähnt, sollte daher eine frühzeitige Erkennung und Behandlung erfolgen. Erst nach der Diagnosestellung und Testungen auf mögliche Kreuzallergene ist es sinnvoll, individuell abgestimmte Maßnahmen zu ergreifen. Ein Verzicht auf Verdacht ist hingegen unnötig und kann die Allergie über Umwege sogar noch verschlimmern.

Wer beispielsweise frisches Obst und Gemüse vom Speiseplan streicht, begünstigt damit Mangelzustände. Diese können wiederum den Körper schwächen und die Darmgesundheit aufs Spiel setzen. Gerade diese ist jedoch entscheidend für die Ausprägung von Allergien.

Symptome der Haselpollen-Allergie

Um eine Haselpollenallergie frühzeitig zu erkennen, müssen natürlich die Symptome bekannt sein. Zu diesen gehören:

  • tränende, juckende und brennende Augen die sich schnell röten
  • Husten(-reiz)
  • laufende Nase, die juckt und zuschwillt
  • allgemeines Gefühl der Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen

Zumindest anfangs unterscheiden sie die Symptome kaum von einer Erkältung. Meist ist der einzige Unterschied, dass sich bei dem vermeintlichen Schnupfen lediglich klares Sekret bildet. Zudem halten die Symptome länger an, verschlimmern sich im Freien und an windigen Tagen.

Was hilft gegen die Haselpollen-Allergie?

Eine Allergie gegen Haselpollen ist lästig und belastend, kann jedoch auf vielfältige Art behandelt und gelindert werden. Wenn es anfangs auch mühselig ist, lohnt sich das Ausprobieren verschiedener Mittel und Maßnahmen, denn die Erfolge sind ebenso individuell wie Sie.

Haselpollen reduzieren

Da die Pollen vom Immunsystem als vermeintliche Gefahr erkannt werden, hilft es den Kontakt zu diesen Allergenen einzuschränken.

  • Lassen Sie Pollen vor der Tür: Ein Kleidungswechsel beim Betreten der Wohnung, Hände und Gesicht gründlich waschen und die Nase mit Salzwasser zu spülen kann Wunder wirken. Lassen Sie auch die Schuhe draußen und waschen sie die getragene Kleidung sofort oder bewahren Sie sie luftdicht verpackt auf.
  • Gönnen Sie sich Pollenschutzgitter: Bei jedem Lüften dringen Pollen in die Wohnung ein. Pollenschutzgitter an den Fenstern verhindern dies.
  • Frühlingsputz für Allergiker: Staubsaugen mit einem HEPA-Filter, häufiges Wischen und das Reinigen aller textilen Oberflächen befreit die Wohnung von den Pollen.

Hausmittel und natürliche Mittel

Sinn von Hausmitteln und natürlichen Mitteln ist es, das Immunsystem zu regulieren und damit die Überreaktion zu verringern. Aber auch eine ganzheitliche Behandlung, beispielsweise mit homöopathischen Mitteln ist möglich.

  • Vitamine, Fett- und Aminosäuren und Spurenelemente stärken den Körper, regulieren das Immunsystem und wirken damit gegen Allergien. Ernähren Sie sich daher ausgewogen und abwechslungsreich.
  • Spezielle Allergiker Tee-Mischungen aus der Apotheke, Aloe Vera, Propolis und Manuka-Honig sind hilfreiche Mittel bei einer Vielzahl von Beschwerden. Die Haselallergie gehört dazu.
  • Homöopathie und Schüssler-Salze behandeln ganzheitlich und therapieren daher nicht nur die Allergie Symptome. Voraussetzung ist jedoch, dass sie individuell passend ausgewählt werden. Laien ist das kaum möglich.

Medikamente

Antihistamine wie Loratadin und Cetirizin bewirken eine schnelle Linderung der Allergie Symptome. Als Tabletten, Nasenspray und Augentropfen können sie zudem gezielt eingesetzt werden.

Immunisierung

Zwar gibt es keine direkte Impfung gegen die Haselpollenallergie, der Körper kann jedoch daran gewöhnt werden. Bei der ärztlich durchgeführten Therapie, der sogenannten Hyposensibilisierung, werden immer wieder kleine Mengen der Allergene injiziert oder als Tablette aufgenommen. Dieses Vorgehen kann unter Umständen viel Geduld erfordern, bringt allerdings auch überzeugende Erfolge.

Entspannungstechniken

Besteht die Haselnussallergie bereits seit längerer Zeit, reicht oftmals der Blick auf ein Foto von Haselnussstrauch oder -baum, um Husten, Niesen und Juckreiz auszulösen. Hier hat schlicht eine Konditionierung stattgefunden. Zudem können sich Stress und psychische Belastungen negativ auf die Allergie auswirken.

Das Erlernen und regelmäßige Durchführen von Entspannungstechniken, wie autogenes Training, Meditation, Yoga und progressive Muskelrelaxation sorgt daher meist für eine überraschend deutliche Verbesserung der Beschwerden.

Woher wissen Sie, dass Sie eine Haselpollen-Allergie haben?

Eindeutig ist ausschließlich ein ärztlicher Allergietest. Für gewöhnlich kommt bei Verdacht auf eine Pollenallergie, der sogenannte Prick-Test zum Einsatz. Hierbei werden die Allergene auf den Unterarm aufgetragen und die Haut leicht angeritzt. Kommt es zu Rötungen und Schwellungen, ist der Verdacht auf eine Allergie bestätigt. Zusätzlich können weitere Verfahren zum Einsatz kommen, um bei unsicheren Ergebnissen Sicherheit zu erlangen.

Hinweis: Nehmen Sie vor dem Allergie-Test keine Antihistamine ein. Diese könnten die Ergebnisse verfälschen.

Quellen

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  • J. Nowosad: Temporal and spatiotemporal autocorrelation of daily concentrations of Alnus, Betula, and Corylus pollen in Poland. In „Aerobiologia“, 31(2014), 2, S. 159 – 177, ISSN 0393-5965
  • Lothar Jäger: Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen : Immunologie, Diagnostik, Therapie, Prophylaxe. Urban & Fischer, 2002, ISBN 343721361X
  • Alexandra Ehlert: Nachweismethoden allergener Bestandteile in Lebensmitteln Ein Übersichtsbericht Von Alexandra Ehlert, Christine Hupfer und Ulrich Busch. In „Fleischwirtschaft“, (2008), 01, ISSN 0015-363X
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