Pollinosis – Allergieerkrankung Nummer eins

Mediziner bezeichnen die Pollinosis auch als allergische Rhinokonjunktivitis oder allergische Rhinitis. Der folgende Artikel beantwortet nun die wichtigsten Fragen zum Thema Pollinosis:

  • Was genau ist Pollinosis?
  • Wie entsteht diese Erkrankung?
  • Welche Beschwerden treten auf?
  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
  • Wann ist eine Hyposensibilisierung sinnvoll?

Pollinosis – die häufigste Allergieform

Bei der Pollinosis handelt es sich um die allergisch bedingte Erkrankung der Nasenschleimhaut und der Augen. Sie zählt – ebenso wie Asthma und Neurodermitis – zum sogenannten atopischen Formenkreis (Rosati & Peters, 2016). Darunter versteht man eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit auf allergieauslösende Stoffe, sogenannte Allergene wie Pollen oder Hausstaubmilben.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Pollinosiserkrankten etwa verzehnfacht, sodass die Krankheit mittlerweile die häufigste Form der Allergie darstellt.

Pollinosis – eine qualvolle Zeit für Betroffene

Die Betroffenen sind während der Allergiezeit kaum in der Lage, sich von den Auslösern abschirmen, hinzu kommt ein sehr hoher Leidensdruck. Die Hauptallergiezeit betrifft vor allem die Monate April und Mai. Bei entsprechender Witterung können Symptome auch schon im Januar auftreten und bei bestimmten spätblühenden Pflanzen bis zum Jahresende hin andauern.

Häufig durchleben die Pollinosis-Patienten Wochen oder Monate der Qual. Sie finden nachts oftmals nicht in den Schlaf und auch tagsüber geht es ihnen so schlecht, dass sie ihren Alltag kaum bestreiten können. Ständiges Niesen, juckende Augen und ein schlechtes Allgemeinbefinden bedeuten für die Betroffenen starke Einschränkungen.

Auslöser von Pollinosis

Pollinosis lösen vermeintlich harmlose Substanzen wie Pollen, Hausstaub oder Katzenhaare aus, die in diesem Zusammenhang auch als Allergene bezeichnet werden. Der Blütenstaub verschiedener Pflanzen (Pollen) ist dabei der Hauptauslöser. Je nach Saison kommen die unterschiedlichsten Gräser, Blumen und Bäume in Frage. Die Betroffenen reagieren überempfindlich auf diese Stoffe, die dann das Immunsystem aktivieren. Beim ersten Kontakt mit Allergenen kommt es zu einer sogenannten Sensibilisierungsphase.

Das Immunsystem nimmt das Allergen auf und transportiert es zu den Lymphknoten. Dort produzieren Immunzellen sogenannte IgE-Antikörper, die als Botenstoff für allergische Reaktionen dienen. Diese Antikörper wiederum binden an bestimmte Entzündungszellen, wie zum Beispiel an Mastzellen. Es kommt zu einer überschießenden Ausschüttung von Entzündungsmediatoren wie Histamin. Das Überraschende daran: Die Prozesse laufen zunächst ganz ohne Symptome ab, die Betroffenen merken von alledem nichts.

Pollinosis – wenn das Immunsystem verrücktspielt

Kommt es nach der Sensibilisierungsphase zu einem erneuten Kontakt mit dem Allergen, bindet diese an die zuvor gebildeten lgE-Antikörper, die dann einen riesigen Schwall von Entzündungsstoffen ausschütten und heftige allergische Symptome auslösen. Zu diesen Stoffen zählt, neben Leukotrienen und Prostaglandinen, vor allem das Histamin, das bei der Pollinosis eine zentrale Rolle spielt.

Histamin ist ein Trigger der Allergiesymptomatik. Als Gewebshormon und Entzündungsmediator ist es verantwortlich für viele lästige Beschwerden wie Rötung und Juckreiz. Da die Reaktionen bei der Pollinosis innerhalb von Sekunden bis Minuten zu Symptomen führen, bezeichnet sie die Medizin auch als Allergie vom Soforttyp. Sie entspricht der Klassifikation nach einer Typ-I-Allergie. Im Gegensatz dazu gibt es Allergien vom Spättyp (Typ IV), bei denen die Symptomatik zeitverzögert innerhalb von Stunden bist Tagen eintritt. Weitere Allergietypen sind die Typ-II-Allergie vom zytotoxischen Typ und die Typ-III-Allergie vom Immunkomplex-Typ.

Symptome der Pollinosis

Die Begrifflichkeiten, wie Heuschnupfen oder Rhinokonjunktivitis (Rhinos = Nase, Konjunktiva = Bindehaut), lassen erahnen, dass von der Pollinosis vor allem Nase und Augen betroffen sind – oftmals aber auch die unteren Atemwege. Mediziner warnen deshalb vor einem sogenannten Etagenwechsel, bei dem sich eine unbehandelte Pollinosis zum Asthma bronchiale entwickelt. Verantwortlich für die Beschwerden sind wiederum Entzündungsmediatoren wie das Histamin, die zu Juckreiz, Rötung und Gefäßerweiterung führen können. Infolge dessen entstehen die allergietypischen Symptome:

  • Tränenfluss
  • gerötete und geschwollene Augen
  • Juckreiz der Augen und der Nase
  • verstopfte und laufende Nase
  • Geruchsminderung
  • Niesattacken
  • Hustenreiz
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Diagnose Pollinosis

Der Befund der Pollinosis ergibt sich zum einen aus den beschriebenen Symptomen, zum anderen aus einer spezifischen Allergiediagnostik. Letztere dient beispielsweise der Identifikation der auslösenden Allergene.

  • Prick-Test
  • Intrakutan-Test
  • Reibe-Test
  • Provokations-Test
  • Radio-Immuno-Sorbens-Test RIST
  • Radio-Allergo-Sorbens-Test RAST
  • zellulärer Antigenstimulations-Test

In der Praxis kommt vor allem der Prick-Test zum Einsatz, der über eine kleine Nadel standardisierte Allergenlösungen unter die Haut am Unterarm bringt. Nach kurzer Zeit reagieren Betroffene mit allergischen Reaktionen wie Rötung, Juckreiz oder Quaddelbildung. Dieser Test weist in der Regel bis zu 20 der häufigsten Allergene nach. Dazu gehören neben Pollen, auch Hausstaubmilben, Tierallergene oder Schimmelpilzsporen.

Das gleiche Ziel verfolgen der Intrakutan-Test und der Reibetest. Zudem gibt es Verfahren, die das Gesamt-IgE (RIS-Test) oder ein spezifisches IgE (RAS-Test) im Blut messen. Die meisten Betroffenen weisen hierbei erhöhte IgE-Konzentrationen auf. Bei unklaren Ergebnissen der Hauttests oder der lgE-Bestimmung kann auf spezielle zelluläre Antigenstimulationstests wie den Basophilen-Aktivierungstest BAT zurückgegriffen werden.

Pollinosis – Gefahr durch Pollen

Mit der Frühlingszeit und dem Aufblühen der ersten Pflanzen bemerken die ersten Heuschnupfen-Allergiker bereits den Beginn ihrer Pollinosis. Ist das Wetter zu Jahresbeginn mild, können die Beschwerden schon im Januar auftreten. Die verschiedensten Pollen fliegen dann mit spezifischen Maxima abhängig vom jeweiligen Monat. Die Monate April und Mai sind besonders kritisch. Die Beschwerden ziehen sich oftmals bis Mitte oder sogar Ende des Jahres.

Durch die Erderwärmung und den globalen Warenaustausch gelangen zudem bisher nicht heimische Pflanzen nach Deutschland. Im schlimmsten Fall verlängert sich dann die Allergiephase für Betroffene. Eine Möglichkeit, der Belastung durch Allergene zu entgehen, bietet die Pollenflug-Vorhersage. Patienten mit Pollinosis orientieren sich am Pollenkalender. Um sich nach dem Pollenkalender richten zu können, ist eine vorherige Testung auf die Pollen nötig, die als Allergieauslöser für die eigene Person in Frage kommen.

Vermeiden Sie in dieser Zeit lange Aufenthalte im Freien. Hierfür gibt es spezielle Kalender im Netz oder Smartphone-Apps. Hier die wichtigsten Pollen:

  • Frühblüher (März/April): Hasel, Erle, Birke
  • Mittelblüher (Mai/Juni): Gräser, Roggen, Spitzwegerich
  • Spätblüher

Das A und O für Pollinosis-Patienten stellt die Vermeidung von Pollenkontakt dar. Das gelingt durch einige einfach zu befolgende Regeln, zum Beispiel, die Fenster in der Pollenflugzeit geschlossen zu halten. Lüften sollten Betroffene, die auf dem Land wohnen, nur abends. Dann ist die Pollenmenge in der Luft am geringsten. Genau andersherum in der Stadt: Da am besten morgens Durchzug schaffen. Ebenso erweist sich als wichtig, die Haare abends zu waschen, um die Pollen nicht mit ins Bett zu nehmen. Ein regelmäßiger Wechsel der Bettwäsche und ein tägliches Saugen mit einem speziellen Staubsauger sind weitere wichtige, für Allergiker zu beachtende Aspekte.

Pollinosis – Pollenbelastung effektiv verringern

Vorsicht vor Kreuzallergien bei Pollinosis

Wer an Heuschnupfen leidet, reagiert häufig auch allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel. Diese sogenannten Kreuzallergien entstehen, wenn lgE-Antikörper nicht nur an Allergene binden, sondern fälschlicherweise auch an Proteine aus der Nahrung, die eine Ähnlichkeit mit dem Allergen aufweisen. Dies betrifft vor allem Birkenpollen- und Beifuß-Allergiker. Beim Verzehr bestimmter Speisen reagieren sie dann mit Reizung und Schwellung im Mund- und Rachenraum (orales Allergiesyndrom). In schweren Fällen kommt es sogar zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock mit Luftnot und Blutdruckabfall. Folgende Pollenallergien kreuzen sich mit Nahrungsmitteln:

  • Birke: Äpfel, Nüsse, Soja u. v. a.
  • Beifuß: Avocados, Kiwis, Nüsse u. v. a.

Hausmittel gegen Pollinosis

Heuschnupfen-Allergiker müssen nicht immer gleich zu Medikamenten greifen, sondern können einige bewährte und gut verträgliche Hausmittel ausprobieren:

  • Manuka-Honig
  • Bernsteinwasser
  • Aloe vera
  • Augentrost
  • Salbeitee
  • Salzlösung
  • Luftentfeuchter
  • heißes Wäschewaschen

Täglich einen Teelöffel Manuka-Honig mit einem hohen Gehalt an Methylglyoxal einzunehmen, erweist sich schon in der pollenfreien Zeit als gute Vorbeugemaßnahme. Ebenso wohltuend sind 2 bis 3 Teelöffel in der Akutsituation. Wird ein Bernstein über Nacht in Quellwasser gelegt, sollten über den Tag verteilt einige Tropfen eine ebenfalls lindernde Wirkung zeigen. Aloe vera, in Form von Säften oder Kapseln zugeführt, hilft, lästigen Heuschnupfen zu verhindern oder zu mildern.

Gegen juckende Augen bieten Kompressen mit einem Sud aus Augentrost eine gute Alternative. Das Kratzen im Hals verschwindet meist mithilfe eines Salbeitees. Nach aktueller Studienlage gibt es Hinweise darauf, dass Luftentfeuchter und das Wäschewaschen unter hohen Temperaturen einen positiven Effekt auf Heuschnupfen-Allergiker ausüben (Moyad, 2008).

Homöopathie und Akkupunktur gegen Pollinosis

Natürlich unterstützen auch homöopathische Mittel die Linderung von Symptomen der Pollinosis. Dazu zählen Mittel mit Kürbisschwämmchen (Luffa operculata), Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum) oder Zaunrebe (Thryallis glauca). Diese drei homöopathischen Wirkstoffe werden auch als Komplexmittel unter der Bezeichnung Heuschnupfenmittel DHU angeboten. Studien belegen, dass Akkupunktur die Pollinosis-Symptome abschwächt und die Medikamentengabe reduziert (Brinkhaus et al., 2013).

Wichtige Lebensmittel gegen Heuschnupfen

Pollinosis-Betroffene können ihre Symptome zudem durch den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel mildern. Voraussetzung ist natürlich, dass mögliche Kreuzallergien ausgeschlossen wurden. Folgende Nahrungsmittel zeigen einen positiven Effekt auf Heuschnupfen-Symptome:

  • Brokkoli
  • Zitrusfrüchte
  • Pestwurz
  • grünes Blattgemüse
  • Holunderbeeren
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Petersilie

Brokkoli wirkt bei Pollinosis antientzündlich und unterstützt dadurch die Abschwellung der Nasenschleimhaut. Durch seinen Gehalt an Vitamin C bekämpft er, ebenso wie verschiedene Zitrusfrüchte, die Allergie und lindert die Heuschnupfensymptomatik. Studien wiesen auch die Wirksamkeit von Pestwurz als Antiallergiemittel nach (Moyad, 2008).

Ebenso wehrt die antioxidative Wirkung von grünem Blattgemüse, wie Spinat oder Mangold, allergisch bedingte Beschwerden ab. Zahlreiche Antioxidantien verstecken sich auch in der Holunderbeere. Der in Knoblauch und Zwiebeln enthaltende Stoff Quercetin verhindert die Ausschüttung von allergieverursachendem Histamin, was einer Studie zufolge den Einsatz von Medikamenten reduziert (Ariano, 2015).

Empfohlene Medikamente gegen Pollinosis

Wenn der Heuschnupfen durch alternative Methoden alleine nicht verhindert oder eingedämmt werden konnte, stehen eine Vielzahl effektiver Arzneistoffe zu Verfügung. Sie lindern die Symptome der Pollinosis und verbessern die Lebensqualität der Betroffenen spürbar. Dabei handelt es sich um folgende Wirkstoffgruppen:

  • Antihistaminika
  • Cromoglicinsäure
  • Glukokortikoide
  • Sympathomimetika

Augentropfen gegen Pollinosis

Bei den Augentropfen setzt die Medizin vor allem Antihistaminika ein. Sie hindern das in vorherigen Abschnitten beschriebene Histamin an seiner Wirkung und reduzieren damit die allergischen Symptome. Die eingesetzten Stoffe heißen Azelastin und Levocabastin und schaffen sofortige Linderung bei gereizten, geröteten oder juckenden Augen.

Anwendung findet auch die Cromoglicinsäure, die stabilisierenden Einfluss auf die Mastzellen ausübt und somit Allergiesymptome verhindert. Präparate mit Cromoglicinsäure wirken jedoch nicht sofort, sondern müssen einige Tage vor Beginn der Allergiesaison eingenommen werden. Zudem ist eine durchgehende Anwendung während der gesamten Heuschnupfenzeit vonnöten.

Nasensprays bei Heuschnupfen

Die gleichen Wirkstoffe finden sich auch in ebenfalls lokal gut verträglichen und effektiven antiallergischen Nasensprays. Zudem setzt man sogenannte Sympathomimetika ein, die die Nasenschleimhaut abschwellen lassen und die Atmung durch die Nase erleichtern. Es handelt sich dabei um klassische, jedoch nicht länger als eine Woche am Stück anzuwendende, abschwellende Schnupfensprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin.

Bei einer verstopften Nase werden zudem lokal angewendete Glukokortikoide wie Beclometason benutzt. Glukokortikoide helfen die Allergiereaktion abzuschwächen und sind besonders dann zu bevorzugen, wenn andere Maßnahmen versagen. Diese Stoffe, in freiverkäuflichen Nasensprays erhältlich, eignen sich jedoch nicht für eine akute Behandlung, da sich die volle Wirkung erst nach einigen Tagen entfaltet.

Tabletten und Säfte bei Pollinosis

Ein bekanntes Antihistaminikum ist Cetirizin. Diesen Stoff gibt es als besonders für Kinder geeigneten Saft oder in Tablettenform. Cetirizin gehört zur Gruppe der modernen Antihistaminika, die nicht sedierend wirken, also nicht müde machen. Es unterbricht schnell die Wirkung von Histamin und ist gut verträglich. Aufgrund des günstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses sind die neuen Antihistaminika wie Cetirizin und Loratadin der älteren Genration vorzuziehen.

Die Bewältigung von Beruf und Alltag bleibt ohne Einschränkung. Bei älteren Vertretern aus der Gruppe der Antihistaminika zeigt sich eine ausgeprägte sedierende Wirkung. Autofahren und das Bedienen von Maschinen sind dann meist nicht möglich. Cetirizin beeinträchtigt ebenfalls die Fahrtüchtigkeit. Loratadin hingegen nicht.

Pollinosis heilen mit Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung, auch als Allergen-spezifische Immuntherapie (ASIT) bezeichnet, verkörpert den einzigen kausalen Therapieansatz im Kampf gegen die Pollinosis. Alle anderen vorgestellten Maßnahmen wirken nur symptomatisch und heilen die Krankheit nicht aus. Die Hyposensibilisierung erreicht eine schrittweise Gewöhnung an das Allergen, das die Beschwerden des Heuschnupfen-Allergikers verursacht. Die Medizin empfiehlt, vier Monate vor der Pollensaison damit zu beginnen, aber auch bei späterem Beginn kommt es noch zu einer Linderung der Symptome.

Subkutane Immuntherapie (SCIT)

Bei der SCIT werden die Allergene in aufsteigender Dosierung von einem speziellen Allergologen unter die Haut injiziert. Die genauen Mechanismen der SCIT sind noch nicht gänzlich verstanden. Die Erklärungsansätze reichen von der Induktion regulatorisch eingreifender T-Zellen bis hin zur Induktion blockierender Antikörper. Letztlich folgt eine schrittweise „Gewöhnung“ an den allergieauslösenden Stoff und eine Erlösung des Allergikers von seinem Heuschnupfen. Die Dosis erhöht sich bis zu einer bestimmten Erhaltungsdosis und muss dann drei Jahre lang alle 4 bis 6 Wochen gespritzt werden.

Mittlerweile gibt es jedoch auch Kurzzeitverfahren, die einige Monate vor der Pollenflugsaison beginnen. In seltenen Fällen kommt es dabei zu einer heftigen allergischen Reaktion, weshalb der Patient die erste halbe Stunde nach der Injektion in der Praxis verbringen sollte. Laut aktueller Studienlage erscheint die SCIT bei der Symptomlinderung und der Reduktion der Medikamenteneinnahme noch effektiver, als die sublinguale Immuntherapie (Chelladurai & Lin, 2014).

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Bei der SLIT werden die Allergene als Tropfen, oder bei Gräserpollen-Allergie auch als Tabletten, unter die Zunge gelegt und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Auch hier steigert sich die Dosis bis zu einem bestimmten Erhaltungsmaß. Die orale Aufnahme muss täglich über drei Jahre lang erfolgen. Der Vorteil der SLIT liegt in der einfachen Handhabung von zu Hause aus und in der guten Verträglichkeit. Lediglich Juckreiz und Schwellung im Mundraum treten unter Umständen kurzfristig auf.

Fazit

Die Pollinosis ist eine allergische Erkrankung, die die Betroffenen durch lästige Beschwerden im Alltag und Berufsleben stark einschränkt. Daher gibt es zahlreiche Mittel aus der Natur sowie Medikamente, die den Heuschnupfen symptomatisch bekämpfen. Für diejenigen, die trotzdem noch unter den Beschwerden leiden, empfiehlt sich eine Hyposensibilisierung, die meist eine zwei-bis dreijährige allergiefreie Phase ermöglicht (Durham & Penagos, 2016).