Was ist die Weidenpollen-Allergie?

Weidenpollenallergie, Weidenallergie, Heuschnupfen, Pollinosis oder saisonal-allergische Rhinitis beziehungsweise Rhinokonjunktivitis – hinter all diesen Bezeichnungen verbirgt sich schlicht eine Überreaktion des Immunsystems auf die Pollen der Weide.

Pollenflugzeit der Weide

Die Pollen der Weide verbreiten sich bereits sehr zeitig im Frühjahr. Etwa Anfang Februar kann mit den ersten Symptomen gerechnet werden. Nach milden Wintern sogar noch früher. Das höchste Pollenaufkommen kommt in der Regel zwischen März und Mai vor, ist jedoch ebenfalls Wetter- beziehungsweise Temperatur-abhängig.

Betroffene Regionen der Weidenpollen

Mit mehr als 40 Arten alleine im europäischen Raum ist die vielfältige Weide ein weit verbreitetes Gewächs. Es wird zur Gewinnung von medizinischen Wirkstoffen angepflanzt, ist in Gärten, Parks und an Abhängen zur Befestigung zu finden. Wirklich weidenfreie Regionen gibt es daher nicht.

Wer unter einer Weidenpollenallergie leidet, hat aber selbst mitten in Städten mit wenig Grün nur selten Ruhe. Da sich die Pollen über den Wind verteilen, können sie teilweise kilometerweit fliegen.

Wie sehen die Pollen der Weide aus?

Erst unter dem Mikroskop ist die Form der Weidenpollen wirklich zu erkennen. Diese sind oval, länglich und weisen mehrere Einschnitte auf.

Bekannter sind hingegen die Weidenkätzen, die durch ihre fein haarige bis plüschige Oberfläche besonders dekorativ sind.

Welche Kreuzallergene gibt es bei der Weidenpollen-Allergie?

Kreuzallergien treten bei einer Weidenpollenallergie relativ selten auf und sind meist auf Pappelpollen beschränkt.

Welche Kreuzreaktionen sind bei einer Weidenpollen-Allergie möglich?

Besteht eine Allergie gegen die Weide und es kommt zu Kreuzreaktionen, zeigen sich diese nicht anders als die Symptome der Weidenallergie selbst.

Was gibt es bei der Allergie gegen die Weide zu beachten?

Wer unter einer Weidenallergie leidet, hat Glück im Unglück – denn die Pollen der Weide haben ein vergleichsweise geringes allergenes Potenzial. Dennoch sollten, allein zur Linderung der Symptome, einige Maßnahmen durchgeführt werden. Dazu gehören:

  • Reduktion des Pollenkontakts
  • Verwendung von Antihistaminika
  • Hyposensibilisierung gegen Weidenpollen zur Vermeidung weiterer Allergiefolgen
  • Regulierung des Immunsystems

Zwar lassen sich die Symptome der Weidenpollenallergie recht gut behandeln, dennoch kann die Allergie Asthma nach sich ziehen und daher zum ernsthaften Problem und einer generellen Gefahr für die Gesundheit werden. Je eher Sie die Allergie erkennen und therapieren, desto geringer sind hingegen die Risiken.

Welche Symptome treten bei der Allergie gegen Weidenpollen auf?

Die Symptome einer Allergie gegen die Weide unterscheiden sich nicht von anderen Formen der Pollenallergie. Charakteristisch sind:

  • Juckreiz: Vor allem an der Nase und rund um die Augen erzeugt die Weidenpollenallergie häufig Juckreiz und dadurch Rötungen.
  • Schwellungen: Augenlider und Nasenschleimhaut reagieren besonders empfindlich auf die Allergene und schwellen an.
  • Übermäßige Sekretbildung: Die Nase läuft, die Augen tränen – bei einer Allergie gegen die Weide steigt der Taschentuchverbrauch.
  • Reizungen: Auch Husten ist ein typisches Anzeichen für eine Pollenallergie ebenso wie Rötungen und Entzündungen, vor allem im Bereich der Schleimhäute.
  • Negative Auswirkungen auf das Allgemeinbefinden: Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind aufgrund des vergleichsweise geringen Allergie-Potenzials der Weide eher selten, können als Folge der bereits genannten Symptome aber ebenfalls auftreten.

Aufgrund der Symptome allein ist es nicht immer einfach, die Weidenpollenallergie von einer Erkältung zu unterscheiden. Gerade die laufende Nase sollte daher Beachtung finden, denn bei einer Allergie bleibt das Sekret klar und wässrig. Bei einem Schnupfen wird es hingegen in der Regel trüb und eitrig.

Zudem verschlimmert sich die Allergie an der frischen Luft und an windigen Tagen.

Was hilft gegen die Weidenpollen-Allergie?

Obwohl die Allergie gegen die Pollen der Weide zu den eher milden Formen gehört, können die Symptome einschränkend und belastend sein. Sie lassen sich allerdings auf vielfältige Weise behandeln.

Die Pollenmenge im Umfeld reduzieren

Die oft wirkungsvollste Methode, um die Allergiesymptome zu verhindern, ist das Reduzieren des Pollenkontakts. Dieses lässt sich durch die folgenden Maßnahmen erreichen:

  • Pollenfreies Lüften: Die winzigen Weidenpollen dringen problemlos beim Lüften ein und können daher auch in Ihren vier Wänden für lästige Allergiesymptome sorgen. Um eben das zu verhindern, empfiehlt sich das Anbringen von Pollenschutzgittern an jedem Fenster.
  • Spezielle Allergie-Hygiene: Die Schuhe werden vor der Wohnungstür ausgezogen, sämtliche Textilien direkt beim Betreten der eigenen vier Wände abgelegt. Duschen, Nasenspülungen und ein luftdichtes Verpacken der Kleidung oder sofortiges Waschen helfen ebenfalls dabei, den Innenbereich pollenfrei zu halten und die Symptome in der Wohnung zu verringern.
  • Allergiker freundliches Putzen und Waschen: Waschen Sie Kleidung und Textilien so heiß wie möglich oder verwenden Sie Hygienespüler, trocknen Sie nichts im Freien und setzen Sie bei Staubsaugern und Luftreinigern Modelle mit HEPA-Filtern ein. Wischen Sie zudem mehrmals wöchentlich feucht und setzen Sie auf spezielle Bettwäsche für Allergiker.

Natürliche Mittel und Hausmittel gegen die Weidenpollen-Allergie

Bei der Allergie gegen Weidenpollen handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. Die eigentlich harmlosen Pollen werden von der körpereigenen Abwehr als gefährlich eingestuft und entsprechend bekämpft. Wird das Immunsystem reguliert, nimmt die Symptomschwere häufig ab. Möglich ist das durch:

  • Homöopathie und Schüssler Salze: Bei alternativen Behandlungsmethoden wie Bachblüten, Schüssler Salzen und Homöopathie handelt es sich um ganzheitliche Therapien. Es werden also nicht nur die Anzeichen der Allergie behandelt, sondern auch deren Ursachen. Hierfür ist allerdings eine fachkundige Beratung nötig, da es nicht das „eine Mittel“ gegen die Weidenallergie gibt.
  • Immunregulierende Ernährung: Ausgewogen, frisch, reich an Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren sollte der Speiseplan sein. Eine solche Ernährung hält den Körper gesund und reguliert nicht nur das Immunsystem, sondern hemmt auch Entzündungsreaktionen.
  • Tee: Spezielle Mischungen gegen Allergien können Symptome merklich lindern. Besonders wirkungsvoll sind Schafgarbe, Mariendistel, Salbei und Brennnessel.
  • Aloe Vera, Propolis und Manuka: Sind die Symptome der Weidenpollenallergie besonders schwer, kann die tägliche Einnahme der genannten Mittel sie lindern. Zudem wirken diese auch gegen eine Vielzahl anderer Beschwerden.

Medikamente gegen die Weidenpollen-Allergie

Die sogenannten Antihistaminika wirken den Allergiesymptomen generell entgegen, sind also nicht nur bei einer Allergie gegen die Weide hilfreich. Wirkstoffe wie Cetirizin und Loratadin – in Form von Tabletten, Pillen, Nasenspray und Augentropfen lindern Schwellungen, Juckreiz und Reizungen. Die Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke zu erhalten.

Immunisierung gegen Weidenpollen

In sehr kleinen Dosierungen der Allergene kann sich der menschliche Organismus häufig an die Auslöser der Allergie gewöhnen. Daher wird die Hyposensibilisierung von ärztlicher Seite oftmals zur Behandlung der Weidenpollenallergie eingesetzt. Diese Therapie erfordert zwar etwas Geduld, zeigt aber überzeugende Erfolge.

Entspannungstechniken erlernen

Die Allergie gegen die Pollen der Weide ist ebenso wie andere Allergien oftmals nicht komplett auf eine körperliche Reaktion zurückzuführen. Je länger sie besteht, desto größer kann auch der psychosomatische Anteil sein. Hiermit ist gemeint, dass bereits ein Bild einer sonnenbeschienenen und blühenden Landschaft Symptome auslösen kann.

Zudem verschlimmern Stress und emotionale Belastungen nicht selten den Schweregrad der Anzeichen. Sinnvoll ist daher in jedem Fall das Erlernen von Entspannungstechniken. Meditation, Yoga und Co. wirken beruhigend und können dadurch – oftmals überraschend große – Erfolge erzielen.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie gegen Weidenpollen haben?

Da sich die Allergiesymptome anfangs kaum von den Anzeichen einer Erkältung unterscheiden, fällt es Betroffenen schwer oftmals schwer, eine Weidenallergie zu erkennen. Hinzu kommen zahlreiche Allergien gegen anderen Pollen, die sich kaum von der gegen die Weide abgrenzen lassen.

Ärztliche Tests lassen sich daher nicht umgehen.

Durch den sogenannten Prick-Test, Blutuntersuchungen und Provokationstests kann die Allergie allerdings eindeutig diagnostiziert werden.

Quellen

  • Elvira Hörandl: Die Gattung Salix in Österreich : (mit Berücksichtigung angrenzender Gebiete). Selbstverl., 1992, ISBN 3901294007
  • Katharina Munk: Botanik : … 18 Tabellen. Thieme, 2009, ISBN 3131660716
  • Reinhard Lieberei: Nutzpflanzenkunde : 118 Tabellen. Thieme, 2007, ISBN 3135304078
  • U. Langen: Sensibilisierungsstatus bei Kindern und Jugendlichen mit Heuschnupfen und anderen atopischen Erkrankungen Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) : Ergebnisse aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). In „Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz“, 55(2012), 3, S. 318 – 328, ISSN 1436-9990
  • Matthias F. Kramer: Unterschätztes Volksleiden Allergische Rhinitis : Allergische Rhinitis. In „MMW – Fortschritte der Medizin“, 155(2013), 5, S. 57 – 63, ISSN 1438-3276
  • Renate Leinmüller: Allergische Rhinitis: Intranasale Therapie. In „Deutsches Ärzteblatt“, 110(2013), 35-36, ISSN 0012-1207
  • Allergische Rhinitis im Visier. In „Ärzte-Zeitung“, (2010), 194, ISSN 0175-5811