Entzündungshemmende Lebensmittel – Krankheiten im Keim ersticken Akute und chronische Entzündungen gelten als Ursache zahlreicher Erkrankungen wie Osteoporose, Arthritis, Bronchitis, Bluthochdruck, Demenz oder Krebs. Gerade die Ernährung spielt bei chronischen Entzündungsprozessen eine wesentliche Rolle, weshalb diese ausgewogen sein sollte. So bietet Mutter Natur einiges an Obst und Gemüse, dem eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, womit akute und chronische Entzündungen behandelt werden können. Zudem stellen entzündungshemmende Nahrungsmittel auch eine hervorragende Prävention dar.

Ingwer Tee

So entstehen entzündliche Prozesse im Körper

Entstehen Entzündungsprozesse, so ist dies eine ganz natürliche Abwehrreaktion des eigenen Körpers, um Schadstoffe, Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Zunächst wird die Durchblutung an der betroffenen Körperstelle reduziert, um danach mit einer erhöhten Menge an Blut versorgt zu werden. Hierdurch gelangen körpereigene Abwehrzellen (weiße Blutkörperchen) an den Entzündungsherd, weshalb Entzündungen eine lebenswichtige Funktion des Körpers sind.

Reagiert jedoch das Immunsystem über und greift gesundes Körpergewebe an, entstehen Krankheiten. Eine akute Entzündung, wie zum Beispiel der Blase oder des Blinddarms, lässt sich schnell feststellen und entsprechend behandeln.

Daneben existieren aber auch Entzündungen, die zuerst unbemerkt bleiben und sich schleichend entwickeln. Diese können zahlreiche Erkrankungen wie Arthritis, Rheuma, Gastritis oder gelenkentzündliche Krankheiten hervorrufen. Außerdem stehen Entzündungen im Verdacht, Depressionen, Autoimmunkrankheiten oder sogar Krebs auszulösen.

Bei akuten als auch chronischen Entzündungen sowie zur Vorbeugung benötigt der Körper antioxidative Substanzen, wozu Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren sowie die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe gehören.

Kurkuma als bedeutende Heilpflanze

Kurkuma, auch Gelbwurz oder Safranwurz genannt, gehört zu der Familie der Ingwergewächse und verleiht dem Gewürz Curry die gelbe Farbe. In der indischen als auch chinesischen Medizin ist Kurkuma eine der bedeutendsten Heilpflanzen. Besonders das Kurkuma-Öl besitzt eine starke entzündungshemmende Wirkung. Noch effektiver ist das Kurkumin, ein orangegelber, natürlicher Farbstoff.

Studien können belegen, dass Kurkumin genauso gut gegen Entzündungen wirkt wie Medikamente, jedoch ohne schädliche Nebenwirkungen. So bestätigt beispielsweise eine chinesische Studie die therapeutische Wirkung des Kurkumins bei akuten und chronischen Entzündungen.

Eine weitere Studie geht auf die Alzheimer-Krankheit ein und dass Kurkuma vermutlich vor neurodegenerativen Erkrankung schützen kann, da Kurkumin die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Es wird vermutet, dass die Alzheimer-Erkrankung dadurch entsteht, dass sich in den Gehirnzellen fragmentiertes Protein sammelt. Hierdurch werden dann Entzündungen sowie oxidativer Stress hervorgerufen, wodurch sich Plaques (Ablagerungen) an den Nervenzellen im Gehirn bilden. Die antioxidativen Eigenschaften des Kurkumins sollen diese Entzündungen und Oxidationen verlangsamen.

Kurkuma Latte (Goldene Milch) – das neue Trendgetränk

Kurkuma Latte ist das neueste Trendgetränk. Das sonnengelbe Heißgetränk, das auch „Goldene Milch“ genannt wird, soll die Abwehrkräfte stärken, den Appetit zügeln und gleichzeitig wach machen. Um das Getränk zuzubereiten, werden ein Teelöffel Kurkuma-Pulver, ein halber Teelöffel frisch geriebener Ingwer, ein Teelöffel Honig sowie eine Prise Pfeffer mit einer Tasse Milch in einem Topf erwärmt. Danach muss das Getränk rund zehn Minuten ziehen. Gesüßt wird der Kurkuma Latte anschließend mit Agavendicksaft. Um die Café Latte ähnliche Optik zu erzielen, kann das Getränk noch mit Milchschaum gekrönt werden.

Ingwer – die vielseitige Knollenwurzel

Die Knollenwurzel der Ingwerpflanze gilt in der indischen Ayurveda-Medizin sowie in der traditionellen chinesischen Medizin bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel und wird bei Schmerzen, Erkältungskrankheiten sowie gegen Reisekrankheit, Übelkeit und Migräne eingesetzt. Ingwer ist reich an ätherischen Ölen und Scharfstoffen (z. B. Gingerolen), die entzündungshemmend wirken und die Darmtätigkeit aktivieren. Bestätigt wird dies durch zahlreiche Studien.

Forscher der Yazd University of Medical Sciences (Iran) fanden Beweise, dass Ingwer Schmerzen und Entzündungen aufgrund der besonderen Inhaltfstoffe lindern kann. Probanden, die an einer Knie-Arthrose litten, bekamen über einen längeren Zeitraum jeden Tag ein Gramm Ingwerpulver, was zu einer Senkung der Entzündungsmarker im Blut führte.

Die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie legen zudem nahe, dass Ingwer ein geeignetes Mittel beim Auftreten von Schmerzen während der Menstruation sein könnte. Eine weitere Studie bestätigt, dass Ingwer im Rahmen einer Tuberkulose-Therapie als effektiver Entzündungshemmer eingesetzt wurde. Außerdem wird hier auf das Potenzial der im Ingwer befindlichen Antioxidantien hingewiesen, die schädliche freie Radikale bekämpfen können.

US-Forscher bestätigen außerdem das Vorhandensein anti-karzinogener Wirkstoffe in der Knolle, sodass Ingwer aller Voraussicht nach auch genutzt werden kann, um Krebs zu behandeln.

Rezept für frischen Ingwertee

Für frischen Ingwertee gilt: Je mehr Ingwer verwendet wird und je länger der Tee zieht, desto stärker, schärfer und intensiver wird der Geschmack. Um eine arzneiliche Wirkung zu erzielen, werden vier Gramm Ingwer und 400 Milliliter Wasser sowie eine Ziehzeit von sechs bis zehn Minuten empfohlen.

Beim Kauf der Knolle sollte darauf geachtet werden, dass diese weder zu weich noch zu hart ist. Wenn sie sich leicht biegen lässt, ist die Knolle reif. Die Schale sollte auf keinen Fall rissig oder schrumpelig sein. Vier Gramm Ingwer entsprechen ungefähr der Größe des obersten Daumengliedes.

Um den Tee zuzubereiten, wird der geriebene Ingwer in eine Tasse gegeben. Danach das kochende Wasser darüber gießen, die Tasse abdecken und den Tee ziehen lassen. Nach Belieben kann der Tee mit Honig oder Agaven-Dicksaft gesüßt werden. Auch ein Schuss Zitronensaft kann den Ingwertee geschmacklich verfeinern.

Olivenöl wirkt entzündungshemmend

Chronische Entzündungen stehen im Verdacht, die Hauptursache für verschiedene Krankheiten, wie zum Beispiel Alzheimer, Arthritis, Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs, zu sein. In unterschiedlichen Studien wurde herausgefunden, dass Olivenöl bzw. die darin enthaltene Ölsäure die Eigenschaft besitzt, Entzündungen zu bekämpfen. So soll die Ölsäure Entzündungsmarker wie C-reaktive Proteine reduzieren. Dabei werden die stärksten entzündungshemmenden Effekte den Antioxidantien im Olivenöl zugesprochen, wie dem Oleocanthal, das seine Wirkung bereits im bekannten Arzneistoff Ibuprofen zeigt.

Olivenöl ist aber nicht gleich Olivenöl. Qualitativ hochwertiges Olivenöl trägt die Bezeichnung „Nativ Extra Olivenöl“ („extra virgin“). Hiermit dürfen nur Produkte bezeichnet werden, die den strengen Normen entsprechen. Das „leichte“ normale Olivenöl entspricht nicht dieser Qualität und wird häufig mit Lösemittel extrahiert, mit Hitze behandelt oder mit billigem Öl vermischt. Der gesundheitliche Nutzen ist lediglich bei reinem nativem Olivenöl gegeben.

Zwiebeln und Knoblauch besitzen wahre Wunderkräfte

Zwiebeln und insbesondere Knoblauch werden gerne als Wunderknollen bezeichnet und sollen Erkältungen verkürzen, vor Arterienverkalkung schützen, den Cholesterinspiegel senken sowie den Appetit anregen. Wichtigster Inhaltstoff in Zwiebeln und Knoblauch ist das Alliin, eine schwefelhaltige Aminosäure, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählt. Sobald Alliin beim Zerkleinern der Zwiebeln oder des Knoblauchs an die Luft gerät, wird sie zu Allicin umgewandelt, eine haut- und tränenreizende Schwefelverbindung. Diese kurzlebige Verbindung kann sich schnell in andere Schwefelprodukte verwandeln und besitzt eine entzündungshemmende, antibiotische, antivirale sowie blutgerinnungshemmende Wirkung, was in Laborversuchen nachgewiesen werden konnte.

Darüber hinaus haben Forscher von der britischen Universität Sheffield festgestellt, dass Knoblauch aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung auch dem Entstehen von Parodontose sowie weiteren Mundschleimhauterkrankungen entgegenwirken kann.

Um sich die gesundheitsfördernde Wirkung von Knoblauch zunutze zu machen, muss dieser regelmäßig verzehrt werden. Empfohlen wird der tägliche Verzehr von ungefähr vier Gramm. Aufgrund des hierdurch entstehenden Körpergeruchs ist dies jedoch problematisch. Alternativ kann hier auf den schwarzen Knoblauch zurückgegriffen werden. Es handelt sich hierbei um den handelsüblichen Knoblauch, der sein Aroma und die schwarze Farbe durch eine nicht-enzymatische Bräunungsreaktion (Maillard-Reaktion) erhält. Nach dem Verzehr entsteht weder Mund- noch Körpergeruch. Außerdem wurde in Studien belegt, dass schwarzer Knoblauch einen höheren Anteil an Antioxidantien enthält als sein weißer Kollege.

Zwiebel als Hausmittel gegen Husten und Halsentzündung

Zwiebelsaft oder Zwiebelsirup ist ein bewährtes Hausmittel gegen Husten und Bronchitis. Damit der Geschmack angenehmer wird, kann Milch und Honig beigemischt werden. Honig lindert zusätzlich den Hustenreiz. Gegen Ohrenschmerzen wie auch Halsschmerzen können Zwiebelwickel helfen. Einfach eine kleingehackte, scharfe Zwiebel in ein Baumwolltuch legen und mit einem Nudelholz darüberfahren, bis der Saft austritt. Danach wird das Baumwolltuch auf den Hals oder das betroffene Ohr gelegt. Allein die Zwiebeldämpfe sollen Keime und Bakterien töten. Gleichzeitig wird auch die Durchblutung angeregt. Auch bei einem Wespen- oder Bienenstich kann die Zwiebel helfen, um eine Schwellung zu verhindern. Hier reicht es aus, eine Zwiebelhälfte auf die betroffene Stelle zu legen.

Kokosöl – wirksam gegen Entzündungen

Der aus Neuseeland stammende Forscher und Wissenschaftler Dr. Ian Prior untersuchte in den 60er-Jahren das Volk der Pukapuka auf den Inseln Polynesiens. Die Ureinwohner hatten perfekte Zähne, waren nicht übergewichtig und litten unter keinerlei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Prior fand heraus, dass die Ursache in der Ernährung lag. Naturbelassene Lebensmittel verzehrten die Pukapuka immer in Verbindung mit Produkten aus der Kokosnuss, wie zum Beispiel Kokosmus, Kokosöl oder frische Kokosnüsse.

Der wertvollste Inhaltsstoff der tropischen Frucht ist die Laurinsäure (Dodecansäure), die in kleinen Mengen auch in der Muttermilch vorhanden ist und gegen Viren und Bakterien wirkt. Es handelt sich hierbei um eine besonders stabile, gesättigte Fettsäure. Daneben enthält die Kokosnuss auch noch folgende Inhaltstoffe:

  • B-Vitamine und Vitamin E
  • Mineralien und Spurenelemente
  • Aminosäuren (z. B. Tryptophan, Valin, Leucin, Isoleucin)
  • Caprinsäure und Caprylsäure

Somit kann Kokosöl vielseitig eingesetzt werden. Im Rahmen einer klinischen Studie in Indien fanden Forscher heraus, dass sich Kokosöl besonders gut zur Behandlung von Gingivitis (Zahnfleischentzündungen) eignet. Aufgrund der antibakteriellen und antiviralen Wirkung kann Kokosöl auch bei Herpes helfen, eine durch Viren ausgelöste Erkrankung. Die entzündeten Stellen schwellen schnell ab, sodass sich der Herpes nicht weiter ausbreiten kann. Auch bei Infektionen, die durch Pilze ausgelöst werden, kann Kokosöl hilfreich sein. So können die Fettsäuren Laurin- und Caprylsäure Pilze auf natürliche Art und Weise bekämpfen.

Brokkoli – ein antioxidatives Kraftwerk

Brokkoli ist für seine entzündungshemmende Wirkung seit langem bekannt, denn er ist reich an Antioxidantien, insbesondere Sulforaphan, Magnesium, Kalium, Vitaminen, Carotinoiden und Flavonoiden. Diese Inhaltsstoffe können zusammen oxidativen Stress sowie chronische Entzündungen bekämpfen.

Das starke Antioxidans Sulforaphan kommt vor allem in Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli und Kohl vor und neutralisiert freie Radikale nicht direkt wie Vitamine, sondern indirekt, indem es bestimmte Enzyme aktiviert. Infolgedessen werden nachhaltige antioxidative Abwehrmechanismen in Gang gesetzt. Sulforaphan scheint, den Wissenschaftlern zufolge, auch Krebserkrankungen vorzubeugen, zu verlangsamen oder aufzuhalten. Das zeigt eine Studie der italienischen Universität Bologna. Sulforaphan soll die DNA vor Erbgutschäden schützen und den programmierten Zelltod einleiten. Außerdem belegen verschiedene Studien den Einfluss des Antioxidans auf das Immunsystem und entzündliche Effekte, insbesondere auf chronische Erkrankungen der Darmschleimhaut.

Entzündungsfördernde Nahrungsmittel meiden

Neben Nahrungsmitteln, die entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten, existieren auch Inhaltsstoffe, die entzündungsfördernd sein können. Hierzu gehören vor allem die gesättigten Fettsäuren sowie die Transfettsäuren, die in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen und Entzündungen verursachen können. Zudem steigern sie das Risiko für Diabetes, Herzerkrankungen und Fettleibigkeit, was unter anderem auch eine brasilianische Studie bestätigt.

Eine gesundheitsschädliche ungesättigte Fettsäure ist die Arachidonsäure, die dafür bekannt ist, entzündliche Prozesse im Körper zu fördern. Häufig versteckt sich diese Fettsäure in harmlos erscheinenden Nahrungsmitteln. Rheuma- und Arthritis-Patienten sowie Betroffenen, die an einer chronischen Darmentzündung leiden, wird in der Regel empfohlen, Arachidonsäure haltige Nahrungsmittel zu meiden. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Lebensmittel:

  • Süßigkeiten
  • Milch- und Getreideprodukte
  • Schweinefleisch und Thunfisch
  • Sonnenblumen- und Distelöl
  • Hülsenfrüchte

Einfache Kohlenhydrate und raffinierter Zucker sind ebenfalls bekannt dafür, Entzündungen im Körper hervorzurufen oder zu verstärken. In einer entzündungshemmenden Ernährung gehört deshalb die Reduzierung oder der Verzicht auf Getreideprodukte zu den wichtigsten Faktoren.

Quellen

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