Erkältung-Teaser


Die Erkältung tritt – wie der Name schon sagt – auf häufigsten in der kalten Jahreszeit auf. Aber ist wirklich die Kälte schuld an tropfenden Nasen, kratzigen Hälsen und fieberheißen Wangen? Muss man mit einer Erkältung zum Arzt oder genügt die vielzitierte Hühnersuppe? Darf man trotz Erkältung zum Sport oder ist strikte Bettruhe angezeigt?

All diese Fragen beantwortet der folgende Text:

Zudem haben wir unter den Besuchern unserer Website eine Umfrage durchgeführt und nachgefragt: Wie sieht es bei Ihnen in Sachen Erkältung aus, wie häufig werden Sie krank und wie gehen Sie mit einer Erkältung um? Gehen Sie zum Arzt, lassen Sie sich krankschreiben, nehmen Sie Medikamente oder Hausmittel gegen Ihre Erkältung ein? In nur 2 Wochen haben über 3.000 Antworten erreicht! Die Ergebnisse dieser Umfrage wollen wir Ihnen natürlich auch vorstellen.

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung ist eine Infektion der oberen Atemwege, zu denen Nase, Nasennebenhöhlen und Rachen gezählt werden. Die Erkältung ist eine typische Erkrankung der Herbst- und Wintermonate, die zwar lästige Symptome aufweist, aber in den meisten Fällen harmlos verläuft und nach 8-10 Tagen von selbst wieder abklingt.

  • Im Durchschnitt leidet jeder Erwachsene 1-2 Mal jährlich an einer Erkältung. Das bestätigt auch unsere Umfrage: 70% der Befragten gaben an, 1-2 Mal jährlich erkältet zu sein, 20% wurden gleich 3-5 Mal erwischt.
  • Für Kinder, deren Immunsystem noch im Aufbau begriffen ist, sind auch häufigere Infekte keine Seltenheit. Dabei sinkt die Erkältungshäufigkeit mit zunehmendem Alter: Säuglinge erkranken 6-8 Mal pro Jahr, Neunjährige dagegen nur noch 3-5 Mal.

Wie entsteht eine Erkältung?

Erkältung durch Kälte?

Man könnte meinen, dass sich die Ursache der Krankheit schon in ihrem Namen versteckt: Kommt also die Erkältung von der Kälte bzw. die Verkühlung, wie es in Österreich heißt, von der Kühle der Herbst- und Wintermonate?

Das eigene Erleben scheint diese Vermutung auch zu bestätigen: Häufig setzen die Erkältungssymptome ein, wenn man einmal richtig durchgefroren ist – also wenn man beispielsweise in der klirrende Kälte auf den Bus gewartet hat, mit durchgeweichten Schuhen und kalten Füßen durch den Schneematsch nachhause gestapft oder trotz des eisigen Winterwinds ohne Mütze und Handschuhe aus dem Haus geeilt ist.

Auch wenn diese Vermutung sehr naheliegend scheint, so trifft sie nur indirekt zu: Tatsächlich wird die Erkältung durch Viren ausgelöst, die die oberen Atemwege befallen. Die Kälte kann das Auftreten einer solchen Infektion jedoch begünstigen:

  • Kälte schwächt das Immunsystem: Die Kälte bzw. die dadurch ausgelöste Unterkühlung unseres Körpers schwächt das Immunsystem und erhöht so das Risiko einer Infektion. Wer einer Erkältung vorbeugen will, sollte also sein Immunsystem stärken!
  • Winterliches „Zusammenhocken“ in geschlossenen Räumen: Wenn es draußen kalt ist, halten wir uns überwiegend drinnen auf und kommen dadurch häufiger in Kontakt mit infizierten Mitmenschen. Während wir beispielsweise einen Sommernachmittag im Park verbringen (d.h. an der frischen Luft und mit relativ viel Abstand zu anderen Parkspaziergängern), verbringen wir die Winterabende häufiger in Cafés, Ausstellungen, Shoppingcentern oder Fitnessstudios, wo sich relativ viele Menschen auf engem Raum begegnen. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Tröpfcheninfektion. Zudem verbringen wir weniger Zeit in der Sonne (die im Winter ohnehin schwächer scheint), was zu einem Vitamin-D-Mangel führen kann.
  • Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und erhöht so das Infektionsrisiko: Damit es in den zuvor erwähnten Innenräumen auch schön warm ist und bleibt, werden diese oft stark geheizt. Die trockene Heizungsluft trocknet jedoch die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum aus: Zum einen können eindringende Erreger ohne den Schleim als ‚Trägersubstanz‘ nicht mehr so gut herausgespült, also durch Niesen bzw. Husten aus Nase und Rachen hinausbefördert werden. Zum anderen ist eine trockene Schleimhaut dünner und empfindlicher, und somit auch anfälliger für Verletzungen und Infektionen. Um das Erkältungsrisiko zu senken, sollten Sie also die Luftfeuchtigkeit optimieren und Ihre Schleimhäute feuchthalten!
  • Schlecht gelüftete Räume sind ein perfektes Habitat für Erkältungsviren: Wenn es draußen kalt ist, werden die Innenräume selten gelüftet wird, damit es drinnen schön warm bleibt. Dadurch bleibt jedoch auch jeder Erkältungsvirus, der in den Raum getragen wird, ebenfalls dort drinnen. Wenn zudem noch eine Klimaanlage läuft, kann diese in der Erkältungssaison zu einer wahren Virenschleuder werden, die die Erreger gleichmäßig durch das gesamte Gebäude verteilt. Auch hier gilt also: Richtiges Lüften dient der Erkältungsprävention!
  • Einige Viren mögen es nasskalt: Einige wissenschaftlichen Studien verweisen darauf, dass die erkältungsauslösenden Rhinoviren besonders gut in einem nasskalten Klima gedeihen.

Erkältung durch nasse Haare?

„Geh aber nicht mit nassen Haaren raus, sonst erkältest Du Dich!“ – diese mütterliche Warnung ist sicher jedem aus Kindertagen bekannt. Hier gilt jedoch dasselbe wie für die Kälte an sich: Nasse Haare lösen natürlich nicht direkt eine Erkältung aus (dafür sind wie gesagt die Viren verantwortlich), sie können aber eine Infektion mit Erkältungsviren begünstigen, da sie zur Unterkühlung des Körpers beitragen, dadurch die Immunabwehr schwächen und somit.

Verursacht wird die Unterkühlung dadurch, dass die nassen Haare bzw. die darunterliegende nasse Haut an Kopf, Nacken und Ohren beim Trocknen Körperwärme an die Umgebung abgeben. Dies beruht – ebenso wie das Schwitzen – auf dem physikalischen Prozess der Verdunstung.

Ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, dass nasse Haare häufig als Erkältungsauslöser wahrgenommen werden, ist die erhöhte Kälteempfindlichkeit von Kopf und Gesicht. Diese beruht darauf, dass sich hier besonders viele sensible Nervenenden befinden – nicht jedoch an der vielzitierten Sonderrolle des Kopfes in Sachen Wärmeverlust. Tatsächlich entfallen nur 10% der abgegebenen Körperwärme auf den Kopf, was ungefähr proportional zu seinem Anteil an der Körperoberfläche ist.

  • Gut zu wissen: Die häufig kursierende Angabe, dass 40-50 % des Wärmeverlustes über den Kopf geschehen, beruht auf einem fehlerhaften Experiment der US Army. Dabei trugen die Probanden, die der Umgebungskälte ausgesetzt wurden, zwar warme Kleidung, aber keine Kopfbedeckung. Dementsprechend fand am Kopf natürlich ein Großteil des Wärmeverlustes statt – der übrige Körper war ja schließlich warm eingemummelt!

Erkältung durch Stress?

Auch für den Stress gilt: Er kann eine Erkältung nicht auslösen, das Erkältungsrisiko jedoch erhöhen. Eine einzige stressige Situation, beispielsweise eine Matheklausur oder eine wichtige Präsentation in der Firma, erhöht natürlich nicht sofort das Infektionsrisiko – ganz im Gegenteil! Die Wirkung von Stress auf das Immunsystem hängt nämlich davon ab, ob es sich um akuten, kurzfristigen Stress oder um chronischen, langanhaltenden Stress handelt.

  • Bei akutem Stress verstärkt das Immunsystem die unspezifische Abwehr: Evolutionär gesehen lässt sich dieser Effekt dadurch erklären, dass unsere Vorfahren bei akuten Stresssituationen häufig mit einer Verletzung zu rechnen hatten. Etwas flapsig könnte man sagen: Wenn ein Steinzeitmensch gestresst war, lag dies nicht an zwar psychisch bedrohlichen, aber körperlich harmlosen Matheklausuren, sondern zumeist an keulenschwingenden Mitmenschen, herangaloppierenden Mammuts oder plötzlichem Steinschlag in der Wohnhöhle. Insofern richtete sich sein Immunsystem darauf ein, die wahrscheinlich eintretenden Verletzungen bestmöglich zu heilen und dabei eindringenden Krankheitserreger schnell zu bekämpfen. Zu diesem Zweck erhöht es u.a. die Zahl der weißen Blutkörperchen und aktiviert die Fress- und Killerzellen. Auf diesem Effekt beruht auch die so genannte Abhärtung durch Saunagänge, Wettkampfsportä.: Wer seinen Körper regelmäßig kurzen Stressphasen aussetzt, stimuliert die Immunabwehr.
  • Bei chronischem Stress wird die Immunabwehr geschwächt: Chronischer Stress entsteht durch eine andauernde Überforderung in der Schule/Universität, am Arbeitsplatz oder auch zuhause (bspw. Pflege erkrankter Angehöriger, Erziehungsprobleme, Konflikte und/oder Gewalt in der Partnerschaft. Auch Schicksalsschläge wie der Tod eines nahestehenden Menschen, der Bruch einer freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Beziehung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder finanzielle Probleme wie Überschuldung können zu chronischem Stress führen. Belastend wirken auch äußere Stressoren wie bspw. langanhaltender Baustellenlärm vor dem Büro- oder Schlafzimmerfenster. Durch chronischen Stress wird sowohl die unspezifische Immunabwehr wie auch die spezifische (auf bestimmte Krankheitserreger spezialisierte und „trainierte“) Immunabwehr geschwächt. Die Zahl der Immunzellen im Blut sinkt, Fress- und Killerzellen sind weniger aktiv – so können eindringende Krankheitserreger wie bspw. Erkältungsviren nicht mehr so gut abgewehrt werden und das Infektionsrisiko steigt. Auch die Wundheilung, bspw. das Abheilen entzündeter Schleimhäute nach einer Erkältung, ist verzögert.

Gerade in Phasen mit erhöhtem Stress ist es daher umso wichtiger, auf ausreichende Entspannungs- und Erholungsphasen zu achten. Neben aktiver Erholung (Sport, Spaziergänge) gehört auch das genüssliche Faulenzen dazu. Gerade bei einer anklingenden oder bereits ausgebrochenen Erkältung sind Ruhe und ausreichend Schlaf sinnvoll, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu belasten!

Was passiert bei einer Erkältung?

Es gibt über 200 verschiedene Arten von Erkältungsviren

Es gibt über 200 verschiedene Arten von Erkältungsviren

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Erkältung um eine durch Viren ausgelöste Infektion der oberen Atemwege. Ausgelöst wird sie durch Erkältungsviren – und davon gibt es über 200 verschiedene Arten. Am bekanntesten sind das Humane Rhinovirus-1A, das Humane Coronavirus 229E und die Humanen Parainfluenzaviren 1-4, aber auch einzelne Arten aus den Familien der Adenoviridae und Reoviridae können eine Erkältung auslösen.

Diese Viren verbreiten sich von Mensch zu Mensch – eine Erkältung ist also ansteckend!

Welche Bereiche der oberen Atemwege dabei infiziert werden und wie heftig die Infektion in den einzelnen Bereichen verläuft, ist individuell verschieden:

  • Rhinitis: Die Entzündung der Nasenschleimhäute wird landläufig als Schnupfen
  • Sinusitis: So nennt man im Medizinerlatein eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die zu Kopfschmerzen sowie Schmerzen im Gesichtsbereich (Augen, Kiefer, Zähne) führen kann.
  • Pharyngitis: Die Entzündung der Rachenschleimhaut führt zu Halsschmerzen und Husten.
  • Laryngitis: Wenn sich die Entzündung auf den Kehlkopf ausbreitet, äußert sich dies mit Heiserkeit. Die gleichzeitige Entzündung von Rachen und Kehlkopf, die bei einer Erkältung häufig auftritt, wird als kombinierte Pharyngolaryngitis
  • Bronchitis: Auch die Bronchien, also die Luftwege in der Lunge, können von Erkältungsviren befallen werden. Dies äußert sich u.a. durch starken Husten. Wenn gleichzeitig auch die Luftröhre (Trachea), die Kehlkopf und Bronchien miteinander verbindet, betroffen ist, spricht man von der Tracheobronchitis.

Die Entzündung ist ein Anzeichen dafür, dass die Immunabwehr sich bemüht, die Krankheitserreger aus dem Körper zu entfernen. Sie äußert sich an den betroffenen Organen durch:

  • Rötung: exemplarisch der gerötete Rachen bei einer Pharyngitis
  • Erwärmung: sowohl direkt im entzündeten Gewebe wie auch im ganzen Körper (Fieber)
  • Schwellung: gut spürbar an der verstopften Nase
  • Schmerz: bspw. Halsschmerzen bei der Pharyngitis
  • Funktionseinschränkung: so führt die Entzündung der oberen Atemwege dazu, dass man schlecht Luft bekommt und kaum noch etwas schmeckt

Wie lange dauert eine Erkältung?

Bei einem ansonsten gesunden Menschen dauert eine Erkältung ein bis zwei Wochen. Statistisch ist die Hälfte aller Erkältungen nach 10 Tagen ausgestanden – nach 15 Tagen dann bereits 90%. Nicht umsonst heißt es also im Volksmund: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie.

In unserer Nutzerumfrage gaben 31% der Befragten an, sie wären nur 2-4 Tage lang erkältet, 40% erklärten, ihre Erkältung sei normalerweise nach 5-7 Tagen ausgestanden und bei 15% dauerte sie 8-10 Tage.

Wie lang ist die Inkubationszeit bei einer Erkältung?

Als Inkubationszeit bezeichnet man die Zeitdauer, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht, also zwischen dem Eindringen der Erkältungsviren in den Körper bis zum ersten Kratzen im Hals oder Kribbeln in der Nase. Bei einer gewöhnlichen Erkältung umfasst die Inkubationszeit normalerweise 2-8 Tage.

Wann ist es eine Erkältung?

Grippe oder Erkältung?

Eine echte Grippe ist nicht mit einer Erkältung zu verwechseln – auch wenn letztere ebenso häufig wie irreführend als „grippaler Infekt“ bezeichnet wird.

Im Unterschied zur normalerweise harmlosen Erkältung handelt es sich bei der Grippe (Influenza) um eine weitaus gefährlichere Erkrankung, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein kann. Ausgelöst wird sie durch das Influenza-Virus, das sich nicht nur als lokale Epidemie, sondern auch weltweit, als Pandemie, ausbreiten kann. Gegen eine Grippe (bzw. eine Infektion durch die in der jeweiligen Saison am häufigsten und aggressivsten auftretenden Grippeviren) kann man sich mit einer Impfung schützen.

Da sich die Symptome von Grippe und Erkältung in vielem stark ähneln, ist eine Unterscheidung nicht ganz einfach. Typische Anzeichen für eine Grippe sind:

  • plötzliche Erkrankung: während sich eine Erkältung eher ankündigt und langsam heranschleicht, treten die Symptome bei einer Influenza häufig sehr plötzlich auf
  • starke Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • hohes Fieber

Bei Verdacht auf eine Grippe sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren!

Heuschnupfen oder Erkältung?

Häufiges Niesen, Tropfnase und Druckgefühl im Kopf – die Symptome von Erkältung und Heuschnupfen erscheinen auf den ersten Blick recht ähnlich. Unterscheiden können Sie den erkältungs- und den allergiebedingten Schnupfen anhand folgender Kriterien:

Erkältungsschnupfen Heuschnupfen
Jahreszeit hauptsächlich in der kalten Jahreszeit, also Herbst und Winter Frühling bis Herbst
Regelmäßigkeit unterschiedlich jedes Jahr zur selben Zeit, bspw. immer im Frühling (Pollen?) oder zu Herbstbeginn (Staubmilben?)
Plötzlichkeit gradueller Beginn (-> „drei Tage kommt er…“) plötzliches und heftiges Auftreten ohne Vorwarnung
Dauer 8-10 Tage, bereits nach einer Woche sollten die Symptome bereits wieder abklingen länger anhaltend
Tageszeit unabhängig, individuell können die Symptome morgens bzw. abends als schlimmer empfunden werden Bei Staubmilbenallergie sind die Symptome morgens am schlimmsten
Ortsabhängigkeit nein bei Pollenallergie nehmen die Symptome im Freien bzw. bei geöffnetem Fenster zu;

akute Verschlimmerung der Symptome in bestimmter Umgebung, bspw. wenn man mit Birkenpollenallergie durch einen Birkenwald spaziert

Wetterabhängigkeit nein bzw. indirekt (-> Kälte) bei Pollenallergie häufig spürbare Besserung nach Regen sowie deutliche Verschlimmerung bei Wind oder heftigem Gewitter
Nasensekret zunächst klar und wässrig, später dicker, weißlich und auch grünlich/gelblich klar und wässrig
weitere Symptome Husten, Heiserkeit, ggf. Fieber Juckreiz an Nase, Augen und Rachen;

hartnäckiger Reizhusten;

heftige Niesattacken (3- oder mehrmals hintereinander)

familiäre Faktoren keine (abgesehen von der Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie) Allergien werden häufig vererbt – wenn also Sohn, Vater und Onkel (Vaters Bruder) ortsunabhängig gemeinsam niesen und ggf. bei einem der Verwandten schon eine Allergie diagnostiziert wurde, deutet dies eher auf allergischen Schnupfen

Pollenallergie oder Erkältung?

Die beim Stichwort „Heuschnupfen oder Erkältung“ aufgeführte Tabelle gilt auch für die Abgrenzung zur Pollenallergie und den dadurch ausgelösten allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis) sowie auch andere Allergien wie bspw. gegen Hausstaubmilben.

Dauer und Verlauf der Erkältung

Erste Anzeichen

Die ersten Anzeichen für eine Erkältung sind üblicherweise:

  • im Hals: zunächst ein leichtes Kratzen, das sich später ggf. zu Halsschmerzen auswächst, dazu evt. auch Schluckbeschwerden
  • in der Nase: zunächst ein Kribbeln oder Brennen in der Nase
  • im ganzen Körper: ein leichtes Frösteln

Weiterer Krankheitsverlauf bei Erkältungen

Im weiteren Krankheitsverlauf treten dann die allseits bekannten Erkältungssymptome auf: Husten, Schnupfen (verstärkte Produktion von Nasenschleim, Niesen), allgemeine Mattigkeit, ggf. Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber.

Erkältung ansteckend? Wie lange ansteckend?

Eine Erkältung ist eine Virusinfektion, die sich von Mensch zu Mensch überträgt. Wer selbst erkältet ist, kann also andere Menschen anstecken. Erkältung Viren können direkt und indirekt übertragen werden:

  • direkten Kontakt mit Erkältungspatienten
  • Tröpfcheninfektion, d.h. über die winzigen Flüssigkeitströpfchen, die mitsamt der darin enthaltenen Erreger beim Husten oder Niesen in die Atemluft katapultiert werden
  • Schmierinfektion, d.h. durch den Kontakt mit Gegenständen, die von erkrankten Menschen berührt worden. Klassisches Szenario: Ein Erkältungskranker niest in sein Taschentuch, dabei gelangen auch einige Krankheitskeime auf die Hände und von dort auf die Türklinke oder die Haltestange im Bus, die dann auch ein bislang Gesunder berührt und sich anschließend mit der kontaminierten Hand an Mund oder Nase greift.

Wann zum Arzt

Experten-Tipp: Prof. Dr. med. Ludwig Lampe (Internist, Allergologe, Sportmediziner) – im Ruhestand

Ich bin der Ansicht, dass bei einer „normalen“ Erkältung, auch wenn sie mit erhöhter Temperatur/Fieber einhergeht, in der Regel kein Arzt aufgesucht werden muss.

Der Arzt sollte dann konsultiert werden, wenn ernsthafte Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf, Lunge, Stoffwechsel, Krebs etc.) vorliegen.

Auch sollte der Arzt eingeschaltet werden, wenn Komplikationen auftreten, d.h. die Erkrankung länger als 8 bis 10 Tage dauert und die Symptome und Beschwerden eher zu- als abnehmen, z.B. Fieber weiter ansteigt, Husten sich verstärkt und zunehmend mit grünlichem Auswurf verbunden ist, wenn der Hals/die Mandeln weißlich belegt sind, Schmerzen in der Brust, in den Gelenken, im Kopf etc. auftreten. Man muss aufpassen dass sich keine Lungenentzündung, Herz- oder Gelenkbeteiligung, Ohrentzündung, Beteiligung der Gehirnhaut etc. entwickelt.

Bei schwerwiegenden Symptomen ist ein Arztbesuch ratsam

Bei schwerwiegenden Symptomen ist ein Arztbesuch ratsam

Eine gewöhnliche Erkältung heilt in der Regel von selbst wieder ab und erfordert keine ärztliche Behandlung.

Das wissen auch unsere Umfrageteilnehmer: Mit jeder Erkältung zum Arzt gehen nur 4% der Befragten, 59% dagegen gaben an, nur manchmal zum Arzt zu gehen – offenbar je nach Schwere der Erkrankung.

Ein Arztbesuch ist jedoch in folgenden Fällen angeraten:

  • wenn sich die üblichen, erkältungsbedingten Atembeschwerden zu plötzlicher und als bedrohlich empfundener Atemnot auswachsen -> es könnte sich um eine Lungenentzündung handeln
  • wenn starkes, länger anhaltendes Fieber auftritt -> ein mögliches Anzeichen für eine echte Grippe (Influenza)
  • wenn starke, mehr als 2 Tage anhaltende Halsschmerzen auftreten, insb. im Zusammenhang mit Schluckbeschwerden -> dies kann ein Anzeichen einer Mandelentzündung sein
  • wenn Sie unter starken Ohrenschmerzen leiden -> dies deutet auf eine Mittelohrentzündung hin
  • wenn sie sich sehr müde und matt fühlen, quasi kaum aus dem Bett kommen -> das könnte auf eine echte Virusgrippe (Influenza) hindeuten
  • wenn auch nach sieben Tagen noch keine Besserung der Erkältungssymptome eintritt
  • wenn, ggf. nach dem Abklingen der übrigen Erkältungssymptome, Husten und Heiserkeit mehr als zwei Wochen anhalten
  • wenn Sie eine offizielle Krankschreibung für Schule, Universität oder Arbeitgeber benötigen

chronische Erkältung

Eine akute Erkältung klingt in der Regel nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Allerdings kann sie auch chronisch werden – insbesondere als chronischer Schnupfen, der über mehrere Wochen und Monate anhält. In diesem Fall sollten Sie bei einem Arzt überprüfen lassen, ob es sich möglicherweise um einen allergischen Schnupfen handelt. Weitere mögliche Auslöser bzw. Risikofaktoren für chronischen Schnupfen sind:

  • besonders sensible Nasenschleimhäute, die auf Abgase, Zigarettenrauch und Feinstaub reagieren
  • anatomische Ursachen im Naseninnenraum wie bspw. eine Verkrümmung der Nasenscheidewand oder Nasenpolypen (weiche, gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut)
  • vergrößerte Rachenmandeln
  • dauerhafter Stress
  • bestimmte Medikamente (chronischer Schnupfen als Nebenwirkung)

Hartnäckige Erkältungssymptome bzw. einen chronischen Schnupfen sollten Sie unbedingt ärztlich untersuchen lassen!

Was hilft gegen Erkältung?

Eine Erkältung ist eine unangenehme Sache – aber ganz hilflos ist man ihr nicht ausgesetzt! Mit Hausmitteln, Medikamenten und naturheilkundlichen Mitteln lassen sich die Symptome gut lindern. Dies wissen auch unsere Umfrageteilnehmer: Nur 7% gaben an, nie irgendwelche Mittel einzunehmen, über 56% dagegen erklärten, immer oder zumindest häufig zu Erkältungsmitteln zu greifen.

Hausmittel gegen Erkältung

Unsere Umfrage ergab, dass 48% der Befragten bei einer Erkältung gern auf bewährte Hausmittel gegen Erkältung zurückgreifen – und das mit gutem Grund: Die unangenehmen Symptome von Husten, Schnupfen & Heiserkeit lassen sich in den meisten Fällen effektiv und preiswert mit Hausmitteln lindern.

Hühnersuppe gegen Erkältung

Hühnersuppe ist ein beliebtes Hausmittel bei Erkältung

Hühnersuppe ist ein beliebtes Hausmittel bei Erkältung

Das alte Rezept aus Omas Küche ist auch heute noch aktuell: Seine Wirksamkeit ist mittlerweile sogar wissenschaftlich erwiesen! Einige Inhaltstoffe der Suppe, darunter der entzündungshemmende und schleimhautabschwellende Eiweißbaustein Cystein sowie Zink zur Infektabwehr, lindern die Erkältung und helfen bei der Heilung.

Dabei sollten Sie jedoch nicht der Einfachheit halber auf Tütensuppen zurückgreifen, in denen wichtige Inhaltsstoffe der Brühe nicht vorhanden sind. Kochen Sie lieber selbst ein ganzes Huhn: Einfach mit Suppengrün, Lorbeer und Wacholder in kaltem Wasser aufsetzen und dann anderthalb Stunden köcheln lassen. Dann können Sie dann das Fleisch vom Knochen trennen, es klein schneiden und die Brühe pur oder mit Suppennudeln servieren.

Sie können auch Ingwer oder Chili, Zitronensaft und Knoblauch in die Suppe geben: Diese Zutaten haben eine zusätzliche heilkräftige Wirkung. Auch wenn dieses Rezept dann nicht mehr traditionell ist – Oma wird schon nichts dagegen haben. Außerdem dringt der intensive Geschmack doch sogar zu stark Schnupfengeplagten durch!

Ingwer bzw. Ingwertee gegen Erkältung

Ingwer, die ursprünglich aus Asien stammende Wurzelknolle, ist ein beliebtes Heilmittel bei Erkältungen. Das aromatisch-scharfe Gingerol regt die Durchblutung an. Das sorgt für die Stärkung der Abwehr und die Schleimlösung in den blockierten Atemwegen. Das in der Wurzel ebenfalls enthaltene ätherische Öl Oleoresin wirkt zudem wie eine Art Balsam, der Linderung für durch die Infektion gereizte Schleimhäuten schafft.

Frischer Ingwertee ist leicht und schnell zubereitet: Sie können die frische Ingwerknolle schälen oder auch, gründlich gewaschen, mit der dünnen, hellbraunen Haut verwenden. Schneiden Sie einfach ein ungefähr 1cm langes Stück in Scheiben, legen Sie diese in eine Teetasse und gießen Sie heißes Wasser darüber. Wer möchte, verfeinert den Ingwertee nach Geschmack mit Zitronensaft und/oder Honig. Der Tee lässt sich auch gut mit frischer Pfefferminze kombinieren.

Warmes Bier bzw. Glühbier gegen Erkältung

Bei einer Erkältung ist es empfehlenswert, auf Alkohol zu verzichten. Eine häufig genannte Ausnahme bildet das so genannte Glühbier – also ein auf ungefähr 40°C aufgewärmtes Bier, das häufig auch mit Honig, Ingwer und anderen Gewürzen versetzt wird.

Heilsam wirkt hier nicht der Alkohol, insofern sollte man eine Biersorte mit geringem Alkoholgehalt wählen. Positive Wirkung haben vielmehr die ätherischen Öle und die Bitterstoffe des Hopfens, die antibakteriell und schlaffördernd wirken. Ein kleines (!) Glühbier kann also gut als Betthupferl dienen. Bei Fieber jedoch ist Alkohol und damit auch das warme Bier tabu!

Tee gegen Erkältung

Ebenfalls ein Klassiker aus Omas Hausmittelapotheke sind Erkältungstees – und das mit vollem Recht. Wenn Sie erkältet sind, sollten Sie nicht nur viel, sondern am besten auch noch heiß trinken. Der Körper wird so mit Flüssigkeit sorgt, der ihn von innen wärmt, die Abwehrfunktion unterstützt und Wohlbefinden verbreitet. Zudem wirken die heißen Dämpfe, die Sie aus Ihrer Teetasse einatmen, wie ein kleines Dampfbad.

Vor allem Kräutertees aus altbekannten Heilpflanzen haben eine zusätzliche Wirkung: Zu diesen Erkältungskräutern zählen unter anderen Pfefferminze, Lindenblüte, Ingwer, Kamille oder Thymian.

So ein Kräutertee ist schnell zubereitet: Es gibt ihn als Teebeutel oder lose Mischung in Drogerien, Kräuterläden und Apotheken. Gießen Sie sich eine Tasse oder auch gleich eine ganze Kanne auf. Achten Sie darauf, den Tee genügend lange ziehen zu lassen, damit sich die Wirkstoffe voll entfalten können – entsprechende Hinweise finden sich zumeist auf der Verpackung. Auf einem Stövchen oder in der Thermoskanne warmgehalten, haben Sie so ausreichend Flüssigkeit auf den ganzen Tag verteilt. Da einige Kräuter auch leicht bitter sind, können Sie sich den Tee durch die Zugabe von etwas Zitrone oder Honig besonders schmackhaft machen.

Aber auch die in grünem Tee, vor allem Sencha-Tee, enthaltenen Polyphenole und Catechine wirken antiviral und entzündungshemmend. Zudem ist er angenehm anregend, wenn die Erkältung Sie schlapp und müde macht. Doch Vorsicht – vor dem Schlafen sollten Sie nicht zu viel von diesem Wachmacher trinken!

Zwiebelsaft gegen Erkältung

Zwiebelsaft gehört zu den ältesten Hausmitteln gegen Erkältung! Die Zwiebel ist eine heimische, preiswerte Kulturpflanze, die in fast jedem Haushalt vorhanden ist. Sie enthält ätherische Öle, schwefelhaltige Verbindungen und Flavonoide, die keimabtötend und entzündungshemmend wirken und so die Bronchien beruhigen und den Hustenreiz lindern.

Zur Zubereitung eines Zwiebelsafts schneiden Sie einfach eine Küchenzwiebel in Würfel und kochen diese mit etwas Wasser und Zucker bei schwacher Hitze auf. Den Sud lassen Sie eine Weile stehen und filtern ihn dann durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter. Der Saft wird teelöffelweise eingenommen.

Alternativ können Sie die Zwiebelwürfel ganz fein hacken und mit Zucker oder Honig verrühren. Dabei entsteht nach einiger Wartezeit ein Zwiebelsirup, der dann teelöffelweise eingenommen werden kann.

Holundersaft gegen Erkältung

Schwarzer Holunder ist als Heilpflanze schon lange bekannt. Die getrockneten Holunderblüten, als Tee aufgegossen, enthalten pflanzliche Wirkstoffe, die die Schleimhäute befeuchten und die Durchblutung anregen.

Bei Erkältungen noch wirkungsvoller ist der Holundersaft, der aus den schwarzen Beeren gewonnen wird. Die Beeren, die neben ätherischen Ölen und Flavonoiden auch Vitamin B, C und Folsäure enthalten, haben eine schweißtreibende Wirkung und lösen somit nicht nur festsitzenden Schleim aus Nasennebenhöhlen und Bronchien, sondern senken auch das Fieber.

Holundersaft sollte jedoch nicht übermäßig erhitzt werden, um das darin enthaltene Vitamin C nicht zu zerstören. Sie sollten ihn also keinesfalls aufkochen, sondern höchstens leicht erwärmen.

Honig gegen Erkältung

Honig gilt als natürliches Antibiotikum

Honig gilt als natürliches Antibiotikum

Dem goldenen Honig verdanken die Götter in der griechischen Mythologie ihre Unsterblichkeit. Seine medizinische Wirksamkeit wurde von Wissenschaftlern zweifelsfrei nachgewiesen: Die über 180 Inhaltsstoffe machen zwar nicht unsterblich, helfen jedoch gut bei der Wundheilung und wirken fiebersenkend und entzündungshemmend. Die antimikrobielle Wirkung des Honigs ist Enzymen zu verdanken, welche die Bienen produzieren.

Im Honig enthaltene Flavonoide gelten als hitzestabiles Antibiotikum, die Kaffeesäure wirkt gegen Entzündungen und andere Hemmstoffe helfen gegen Viren. So ist es nicht verwunderlich, dass heiße Milch oder Tee mit Honig zu den altbewährten Hausmitteln zählen. Doch dürfen Tee oder Milch nicht zu heiß sein, denn ab 40 Grad verliert der Honig seine heilenden Eigenschaften. Am besten lassen Sie daher das Getränk abkühlen, bevor Sie den Honig hineinrühren. Oder Sie nehmen den Löffel Honig separat ein. So wirkt er auch Hustenattacken entgegen.

Allerdings ist bei diesem Hausmittel Vorsicht bei Kindern unter einem Jahr geboten. Bei Babys können Bakterien, die aus der Umwelt in den Bienenhonig gelangt sind, den lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus auslösen.

Knoblauch gegen Erkältung

Ähnlich wie die Zwiebel hat auch der Knoblauch eine antibakterielle Wirkung, die man unterstützend zur Heilung von Erkältungen einsetzen kann.Am einfachsten ist es, die geschälte Knoblauchzehe wie einen Bonbon zu lutschen, bis der Geschmack verflogen ist. Dabei gelangen die Wirkstoffe über den Speichel in den Körper. Auch Knoblauchsaft ist hilfreich: Dazu hacken Sie 1 Zehe, mischen sie mit je 1 TL Zitronensaft und Zucker, fangen den Saft auf und nehmen jeweils einen Teelöffel davon ein.

Nicht ganz so bekannt, aber ebenso effektiv ist die Knoblauchsocke: Geben Sie am Abend eine kleingehackte Knoblauchzehe in Baumwoll- oder Wollsocken, die Sie sich dann anziehen. Über Nacht nehmen so Ihre Füße über die Fußhaut Sulfide und ätherische Öle auf, die die Erkältung lindern können. Wahlweise kann dies auch mit einer Zwiebel gemacht werden.

Sperma gegen Erkältung

Sperma hilft bei Entzündungen

Sperma hilft bei Entzündungen

Hausmittel werden ja längst nicht mehr nur im Gespräch mit der Großmutter weitergegeben, sondern auch übers Internet – und dort kursiert in einigen Foren das Gerücht, Sperma helfe bei Erkältungen. Nach Angaben des schwedischen Wissenschaftlers Malte Björnsen soll sich Sperma bei einer Entzündung des Halses schützend über die betroffene Schleimhaut legen, antibiotisch wirken und den Heilungsprozess beschleunigen. Doch sind diese Wirkungen nicht eindeutig bewiesen und dementsprechend umstritten. Von den praktischen Fragen der gezielten Applikation einmal ganz abgesehen.

Heiße Zitrone gegen Erkältung

Frischer Zitronensaft, verdünnt mit heißem Wasser und mit Honig gesüßt, galt lange als das beste Heißgetränk bei Erkältungen: Das darin enthaltene Vitamin C soll nämlich das Immunsystem stärken. Doch Omas einstige Wunderwaffe ist aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdig: Zum einen hat Zitrone bei weitem nicht so viel Vitamin C wie einige andere Früchte, darunter Kiwi, Guave oder Sanddorn. Zum anderen zerstört das Aufgießen mit kochendem Wasser einen Großteil des Vitamins.

Trotz allem ist dieses Getränk schmackhaft und verbreitet Wohlbefinden, so dass Sie nicht darauf verzichten müssen. Um jedoch möglichst viele Inhaltsstoffe sowohl der Zitrone als auch des Honigs zu erhalten, empfiehlt es sich, das Wasser nicht über 40 Grad zu erhitzen.

Propolis gegen Erkältung

Propolis, auch Bienenharz oder Bienenleim genannt, ist eine von Bienen hergestellte Masse. Sie dient den Insekten zum einen zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen. Propolis ist zum anderen auch ein von den Bienen eingesetzter Heilwirkstoff, da die Enge des Stocks ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten bietet und somit ‚Bienenmedizin‘ erfordert. Dünne Propolisschichten an den Fluglöchern oder den Wabenwänden hemmen oder töten im Bienenstock vorhandene oder eingeschleppte Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen.

Aufgrund dieser starken antibiotischen und antiviralen Wirkung kann Propolis auch bei der Heilung von Erkältungen eingesetzt werden. Propolis gibt es in verschiedenen Darreichungsformen wie Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten, Nasensprays und Kapseln, die Sie in Apotheken, Drogerien oder Reformhäusern erhalten.

Innerlich wird Propolis vor allem zur Stärkung des Immunsystems verwendet, denn es führt zu einer vermehrten Produktion von Abwehrzellen. Zur Vorbeugung von Erkältungen empfiehlt sich deshalb täglich ein Glas Wasser mit Propolis-Tropfen. Erwachsene nehmen dabei 1 Tropfen je kg Körpergewicht und verteilen die Menge auf 3 bis 4 Portionen pro Tag.

Äußerlich angewendet lindern Nasensprays, Mundwasser zum Gurgeln und Lutschpastillen mit Propolis die Schleimhautentzündung im Mund- und Rachenraum, wenn die Erkältung bereits ausgebrochen ist.

Vorsicht: Allergische Reaktionen auf Propolis sind relativ häufig zu beobachten! Asthmatiker haben dabei ein erhöhtes Risiko. Die allergischen Reaktionen treten nicht sofort ein. Bitte beachten Sie deshalb die richtige Dosierung und konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker.

Grog gegen Erkältung

Gerade Männer neigen dazu, eine Erkältung mit alkoholischen Heißgetränken wie beispielsweise einem Grog, zu bekämpfen. Klassischerweise werden dabei 1-2 Teelöffel Rum in eine Tasse heißen Tee gerührt. Das subjektive Wohlgefühl nach einem heißen Grog erklärt sich durch die gefäßerweiternde und damit wärmende Wirkung des Alkohols. Zudem macht Alkohol oft leicht müde und das wird gerade dabei eine Erkältung, wo Schnupfennase und Kratzhals das Einschlafen erschweren, als angenehm empfunden. Sowohl die wärmende wie auch die einschlaffördernde Wirkung lässt sich jedoch auch mit anderen Heißgetränken erreichen – ohne schädliche Nebenwirkungen.

Wer auf seinen traditionellen Grog bei einer leichten Erkältung partout nicht verzichten mag, wird davon nicht umkommen – doch besser ist es, wenn es wirklich bei *einem* Grog bleibt. Bei Fieber jedoch ist Alkohol und damit auch der Grog tabu!

Kräuter gegen Erkältung

Ein Griff ins wohlsortierte Gewürzregal ist nicht nur beim Kochen, sondern auch bei Erkältungen empfehlenswert. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Gegen viele Beschwerden ist ein Kraut gewachsen. Denn diverse Pflanzen, die gemeinhin zum Würzen von Speisen oder für Tees verwendet werden, helfen auch bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber. Hier eine kleine Auswahl über die bekanntesten und wirkungsstärksten Heilkräuter bei Erkältungen:

Kräuter Wirkung Anwendung
Kamillegegen Erkältung entzündungshemmend, beruhigend, krampflösend, antibakteriell, schweißtreibend Tee, Dampfbad, Wickel, Gurgeln
Anisgegen Erkältung desinfizierend, auswurffördernd, beruhigend Tee, Dampfbad
Thymian fiebersenkend, beruhigend, krampfstillend, auswurffördernd, entzündungs- und keimhemmend Tee, Dampfbad, Bad, Einreibung mit Balsam, Wickel
Basilikum krampf- und schleimlösend, antibakteriell, beruhigend, schweißtreibend Tee, Gurgeln
Salbei keimhemmend, schweißtreibend, krampflösend, entzündungshemmend Tee, Dampfbad, Gurgeln
Lindenblüte schweißtreibend, reizlindernd, entzündungshemmend, beruhigend Tee, Bad
Fenchel krampflösend, antibakteriell Tee
Ingwer entzündungshemmend, antibakteriell Tee
Pfefferminze Krampflösend, entzündungshemmend, schmerzstillend, desinfizierend Tee, Dampfbad, Einreibung mit Minzöl

Teebaumöl

Teebaumöl, das aus den Blättern und Zweigen des Australischen Teebaums gewonnen wird, ist ein hochwirksames pflanzliches Heilmittel. Es enthält hauptsächlich Cineol und Terpine und wirkt entzündungshemmend. Bei Erkältungen kann es als Dampfbad und zum Einreiben genutzt werden. Wie bei allen ätherischen Ölen sind bei der Anwendung die üblichen Vorsichtsregeln zu beachten.

Kamillentee

Die echte Kamille, eine einheimische Pflanze, ist ein weiteres, klassisches Heilkraut. Sie besitzt ein vielfältiges Wirkungsspektrum und ist unter anderen schweißtreibend und entzündungshemmend. Die getrockneten Blüten, zerrieben im Teebeutel oder lose als ganze Blüten, können Sie zu einem Tee aufbrühen, der sich abgekühlt auch zum Gurgeln verwenden lässt. Da die Kamille zudem eine leicht austrocknende Wirkung hat, kann der Tee insbesondere in den letzten Schnupfentagen angenehm sein.

Pfefferminztee

Die Blätter der Pfefferminze (Mentha Piperita) enthalten Menthol, Menthon und Menthofuran – Wirkstoffe, die sich positiv bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Luftwege auszeichnen. Pfefferminztee können Sie aus frischen Blättern oder im Teebeutel zubereiten. Durch den Aufguss werden die ätherischen Öle der Pflanze freigesetzt. Der Tee lässt sich auch gut mit frischem Ingwer und einem Schuss Zitrone kombinieren und mit Honig süßen.

Rotwein

Rotwein wird eine präventive Wirkung vor Erkältungskrankheiten zugeschrieben. Langjährige Studien haben nachgewiesen, dass Menschen, die mehr als zwei Gläser Rotwein pro Tag trinken, zu 44 Prozent seltener an Erkältungen erkranken als Nicht-Weintrinker. Zudem soll Wein einen Großteil der Bakterien und Viren abtöten. Jedoch gilt wie bei allen alkoholischen Getränken: Genießen Sie sie lieber in Maßen. Außerdem ist bei Fieber Alkohol und somit auch Rotwein tabu!

Chili

Es ist umstritten ob Chili aktiv gegen Erkältungserreger wirkt

Es ist umstritten ob Chili aktiv gegen Erkältungserreger wirkt

Chili, die kleine Schote mit Biss, enthält Capsaicin, ein Stoff, der die Rezeptoren des Temperaturregulationssystems reizt. Die so ausgelöste höhere Durchblutung erklärt, weshalb sich in Ihnen wohlige Wärme ausbreitet, wenn Sie auf eine Chilischote beißen oder damit gewürzte Speisen zu sich genommen haben. Allerdings ist umstritten, ob diese Wärme aktiv gegen die Erkältungserreger wirkt, indem sie zu einem vermehrten Aufkommen von Immunzellen am Ort der Infektion.

Nichtsdestotrotz kann Chili die positive Wirkung einer Hühnerbrühe verstärken, die dann nicht nur besser schmeckt. Die Schärfe durchblutet die Schleimhäute der Nase und lässt Sie wieder tief durchatmen. Den Effekt kennt jeder, der schon einmal scharf gegessen hat – legen Sie also die Taschentücher bereit!

Thymian

Thymian ist weit mehr als nur ein Küchengewürz. Die Heilqualitäten dieser Pflanze sind nicht zu unterschätzen. Sie wirkt entzündungshemmend, fiebersenkend, beruhigend, krampfstillend und auswurffördernd – setzt also bei allen Symptomen einer Erkältung an. Thymian lässt sich vielfältig verwenden. Sie können ihn als Tee zubereiten, Inhalieren oder in die Badewanne für ein Erkältungsbad geben. Bei der Anwendung von Thymianöl sind die üblichen Vorsichtsregeln für alle ätherischen Öle zu beachten.

Natron gegen Erkältung

Natron ist den meisten nur als Backmittel für Kuchen, Gebäck und Brot bekannt. Früher jedoch wurde es aufgrund seiner reinigenden Eigenschaften vielfältig auch als Heil- und Kosmetikmittel eingesetzt, nicht nur zum Lindern von Sodbrennen, sondern auch als Deodorant.

Natriumbikarbonat, kurz Natron, wird aus einem natürlich vorkommenden Mineral gewonnen. Die Wirkung von Natron beruht auf seinem hohen pH-Wert, es ist rein basisch. Bei schlechter Gesundheit ist der Körper meist übersäuert, so dass die Einnahme von Natron die überschüssigen Säuren neutralisiert. Zur Unterstützung der Heilung wird daher täglich ein Löffel reines Natron (kein Backpulver!) in einem Glas Wasser aufgelöst und über den Tag verteilt getrunken. Dass Erkältungen so wirklich schneller abheilen, ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

Nahrungsergänzungsmittel gegen Erkältung

Ob Zink oder Vitamin C – Nahrungsergänzungsmittel gehören zwar nicht zu den klassischen Hausmitteln, können aber insbesondere zur Erkältungsprävention eingesetzt werden. Die Umfrage unter unseren Seitenbesuchern ergab, dass 12% der Befragten bei einer Erkältung auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Zink gegen Erkältung

Zink ist ein Spurenelement, das häufig als *das* immunstärkende Spurenelement überhaupt bezeichnet wird. Es hilft bei der Regulierung des Immunsystems, verbessert die Zellbildung der Schleimhäute und unterdrückt die Vermehrung von Viren.

Zink sollte bei den ersten Symptomen einer Erkältung eingenommen werden. Es wirkt dann präventiv und kann die Krankheit um bis zu einem Tag verkürzen. Zinkpräparate, vor allem in Form von Lutschtabletten, erhalten Sie in Apotheken und Drogerien. Beachten Sie aber in jedem Fall die Dosierungsempfehlungen, um mögliche Nebenwirkungen bei überhöhtem Zinkkonsum zu vermeiden.

Vitamin C gegen Erkältung

Vitamin C stärkt das Immunsystem

Vitamin C stärkt das Immunsystem

Ist unser Körper angegriffen, ist auch sein Vitamin-C-Bedarf höher als gewöhnlich, denn Vitamin C stärkt das Immunsystem. Dennoch ist die positive Wirkung von Vitamin C als Erkältungs-Therapeutikum umstritten. Einige Studien weisen darauf hin, dass eine verstärkte Vitamin-C-Zufuhr die Symptome lindert und die Infektdauer verkürzt, doch es gibt auch gegenteilige Befunde.

Wer es ausprobieren möchte, findet in jeder Drogerie und Apotheke entsprechende Vitamin-C-Ergänzungspräparate mit künstlich hergestellter Ascorbinsäure. Hierbei sollten Sie auf jeden Fall die Anleitung beachten und schädliche Überdosierungen vermeiden.

Definitiv auf der richtigen Seite sind sie mit natürlichem Vitamin C – Stichwort gesunde Ernährung! Für den normalen Tagesbedarf reichen dabei schon 2 Orangen. Auch Guave und Kiwi enthalten viel Vitamin C und sind in den Wintermonaten als frische Früchte erhältlich. Die absoluten Vitamin-C-Spitzenreiter dagegen – Sanddorn, Hagebutte, Acerolakirsche – sind nur in verarbeiteter Form, als Saft oder Marmelade, genießbar. Frisches Gemüse liefert ebenfalls reichlich Vitamin C, insofern dürfte es bei einer gesunden, abwechslungsreichen Kost kaum zu Mangelerscheinungen kommen.

Magnesium gegen Erkältung

Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung kann man den Krankheitsausbruch manchmal durch eine gezielte Mineralstoffzufuhr verhindern. Magnesium wird in dieser Frühphase eine positive Wirkung zugesprochen, das es das Immunsystem stärkt. Magnesium kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere in Nüssen, Samen wie Sonnenblumenkernen und Vollkornprodukten vor. In Drogerien und Apotheken erhalten Sie es auch als Nahrungsergänzungsmittel.

Medikamente gegen Erkältung

Medikamente sollten nur mit Rücksprache Ihres Arzt oder Apothekers eingenommen werden

Medikamente sollten nur mit Rücksprache Ihres Arzt oder Apothekers eingenommen werden

Wenn Kopf und Glieder schmerzen und das Fieber steigt, wird schnell einmal nach einer Tablette gegriffen. Die Ursache von Erkältungen kann bislang medizinisch nicht behandelt werden – die lästigen Symptome jedoch lassen sich medikamentös abmildern.

Das wissen auch unsere Umfrageteilnehmer: 56% der Befragten gaben an, bei einer Erkältung auf bewährte Medikamente zurückzugreifen.

Welche apothekenpflichtigen Medikamente helfen und welche nicht, wird hier kurz beleuchtet. Für alle Medikamente gilt: Bitte beachten Sie die Anwendungs- und Dosierungshinweise, um Risiken und Nebenwirkungen vorzubeugen! Ihr Apotheker berät Sie sicher gern!

Ibuprofen gegen Erkältung

Ibuprofen ist ein entzündungshemmendes (antiinflammatorisch), fiebersenkendes (antiphlogistisch) und schmerzstillendes (analgetisch) Medikament. Seit kurzem gibt es Hinweise, dass ein Einsatz bei Erkältungen nicht optimal ist, denn: Ibuprofen kann den Verlauf einer Erkältung verlängern.

Es wird vermutet, dass durch die starke entzündungshemmende Wirkung von Ibuprofen die nützlichen Eigenschaften einer Entzündung verloren gehen. Anders als Paracetamol scheint der Wirkstoff Ibuprofen diese Abwehrreaktion zu behindern bzw. zu verlangsamen.

Paracetamol gegen Erkältung

Paracetamol wird vor allem eingenommen, wenn die Erkältung mit Fieber einhergeht. Die fiebersenkende und schmerzstillende Wirkung dieses Medikaments ist belegt. Allerdings ist es ein Mythos, dass Paracetamol bei Fieber besser hilft als Aspirin.

Paracetamol wird in Tabletten- oder Zäpfchenform angeboten. Aufgrund seiner schnellen Linderung von Schmerzen und Fieber ist es auch in den meisten Kombimitteln gegen Erkältungen enthalten.

Aspirin (Plus C)

Der Wirkstoff von Aspirin ist die Acetylsalicylsäure (ASS) genannt. „Aspirin“ war ursprünglich ein Markenname der Firma Bayer AG und ist mittlerweile aber zu einem Gattungsnamen für diesen Wirkstoff geworden.

Bei der Behandlung von Erkältungen kommen – wie beim Paracetamol – die fiebersenkenden und schmerzstillenden Eigenschaften des Aspirins zur Geltung. Aspirin gibt es als reines Medikament in Tabletten-, Zäpfchen- oder Pulverform zum Auflösen in Wasser oder in Kombination mit Vitamin C, was dann zumeist als „PLUS C“ gekennzeichnet wird.

Antibiotika

Die Einnahme von Antibiotika ist bei einer normalen Erkältung nicht sinnvoll, da die Infektionen der oberen Atemwege üblicherweise von Viren verursacht werden. Antibiotika dagegen wirken gegen bakterielle Infektionen – ob eine solche Infektion vorliegt (der erkältungsgeschwächte Körper ist natürlich anfälliger als ein gesunder), muss ein Arzt abklären, um ggf. ein rezeptpflichtiges Antibiotikum zu verschreiben.

Cortison gegen Erkältung

Cortison ist ein Hormon, das in der Nebenniere des Menschen vorkommt. Cortison selbst ist kein Erkältungsmittel – es wird aber von unserem Organismus in Cortisol umgewandelt, welches das Immunsystem stark dämpft und sowohl lokal als auch im ganzen Körper Entzündungen unterdrückt. Der Einsatz von Cortison-Sprays zur Entspannung der Bronchialmuskulatur und Abschwellen der Schleimhaut ist für gewöhnliche Erkältungsinfekte normalerweise nicht erforderlich. Eine kurzzeitige Anwendung ist möglich, wenn auch nicht prinzipiell empfehlenswert ist. Eine ärztliche Konsultation wird angeraten.

Cetirizin gegen Erkältung

Cetirizin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Antihistaminika und wird zur Linderung allergischer Reaktionen eingesetzt. Cetirizin ist nicht zur Behandlung einer Erkältung geeignet: Auch wenn die Symptome einer Allergie, speziell des Heuschnupfens, denen einer Erkältung ähneln, ist der Auslöser ein anderer (Allergien werden durch den Botenstoff Histamin ausgelöst, Erkältungen dagegen durch Viren).

Homöopathie gegen Erkältung

Die wachsende Beliebtheit homöopathischer Behandlungsmethoden spiegelt sich auch in unserer Umfrage wider: 30% der Befragten gaben an, ihre Erkältung mit Homöopathie zu bekämpfen.

Heilpraktikerin Dagmar Hemm

Experten-Tipp: Dr. phil. Dagmar Hemm (Heilpraktikerin)

Homöopathische Globuli sind zur Vorbeugung von Infekten weniger wirksam, man nimmt sie am besten beim ersten Auftreten von Krankheitssymptomen. Mit japanischem Heilöl kann man schon im Herbst zu Gurgeln beginnen oder auch Mundspülungen machen, dadurch wird die Abwehr angeregt und Keime auf der Mundschleimhaut verringert – am besten 3 Tropfen auf ein kleines Glas warmes Wasser morgens und abends.

Zur Vorbeugung von Erkältungen empfehle ich gerne eine Kur mit Schüssler Salze zum Aufbau des Immunsystems: Nehmen Sie von den Nummern 3, 8, 10 und 21 jeweils 6 Tabletten über den Tag verteilt ein. Beginnen Sie wenn das Wetter kühler wird und ziehen Sie die Kur bis ins Frühjahr durch, dann sollten Sie von schlimmen Erkältungen verschont bleiben.

Schüssler-Salze (Heiße Sieben)

Schüssler-Salze sind Mineralsalzpräparate, die vom homöopathischen Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler (1821–1898) entwickelt wurden. Sie basieren auf der Annahme, dass Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushalts in den Körperzellen entstehen und durch die Gaben von Mineralien in Tablettenform geheilt werden können.
Bei Erkältungen werden je nach Krankheitsphase unterschiedliche Schüssler-Salze empfohlen:

  • bei den ersten Krankheitszeichen Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12
  • bei Erkältung mit Fieber über 39 Grad Nr. 5 Kalium phosphoricum D6
  • bei Erkältung mit Fließschnupfen r. 8 Natrium chloratum D6
  • bei hartnäckig andauernden Beschwerden Nr. 6 Kalium sulfuricum D6

Ergänzend zu diesen allgemeinen Empfehlungen erkundigen Sie sich bitte genau bei Ihrem Heilpraktiker oder Apotheker, welches Salz und in welcher Dosierung Sie einnehmen sollten!

Am bekanntesten ist die sogenannte Heiße Sieben, also das Schüssler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum, das in heißem Wasser eingenommen wird. Allerdings ist es nur bedingt bei Erkältungen einsetzbar ist, denn es lindert in erster Linie Schmerzen, Krämpfe und wirkt gegen die innerliche Anspannung und Schlafmangel. In Kombination mit anderen Schüssler-Salzen kann die Heiße Sieben jedoch unterstützend eingenommen werden.

Globuli

Globuli als homöopathische Arzneimittel bei Erkältung

Globuli als homöopathische Arzneimittel bei Erkältung

Globuli sind homöopathische Arzneimittel, die nach dem Prinzip „Similia similibus curentur“ („Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“) funktionieren. Denn der deutsche Arzt Samuel Hahnemann hat Ende des 18. Jahrhunderts festgestellt, dass diejenige Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorruft, diese Symptome bei einem kranken Menschen heilen kann.

Bei Erkältung haben sich vor allem Wirkstoffe wie Aconitinum, Atropinum sulfuricum, Mercurius cyanatus, Belladonna oder Nux vomica bewährt.
Diese homöopathischen Stoffe werden in kleine, weiße Kügelchen verarbeitet, die den Globuli ihren Namen gaben. Je nach Dosierungsempfehlung werden mehrere Kügelchen unter die Zunge gelegt, bis sie sich dort auflösen. Auch gibt es in der Apotheke spezielle Komplexmittel, die verschiedene Substanzen kombinieren und so ein breites Wirkspektrum in jeder Phase der Erkältung abdecken. Allerdings sind Komplexmittel bei Homöopathen umstritten.

Japanisches Heilpflanzenöl

Japanisches Heilpflanzenöl enthält gereinigtes, natürliches Minzöl, das schleimlösend wirkt und zum Abschwellen der Schleimhäute führt. Es wird deshalb gern bei Erkältungen zum Einreiben von Brust, Rücken und Stirn oder zum Inhalieren genutzt. In geringer Menge angewendet, kann es auch als Badezusatz dienen, was jedoch aufgrund der kühlenden Wirkung des Öls bei Frösteln nicht empfehlenswert ist.

Erkältungsmittel

Erkältungsbad: Baden bei Erkältung

Baden wirkt wohltuend bei einer Erkältung

Baden wirkt wohltuend bei einer Erkältung

Eine warme Badewanne kann eine echte Wohltat bei Erkältung sein. Das Frösteln lässt nach, die aufsteigenden Dämpfe befeuchten die Schleimhäute, das Atmen wird wieder leichter. Dieser wunderbar lindernde Effekt kann mit bewährten Erkältungs-Badezusätzen wie Eukalyptus, Pfefferminze, Thymian, Fichtennadel oder Latschenkiefer verstärkt werden. Entspannen Sie und atmen Sie tief durch, um den bestmöglichsten Effekt zu erreichen. Allerdings sollten Sie nur heiß baden, wenn Sie kein Fieber haben!

Richtig baden, gewusst wie: Die normale Badetemperatur zwischen 37-40°C liegen. Idealerweise sind Sie rund 20 Minuten im Wasser. Bitte seien Sie vorsichtig, wenn Sie die Wanne verlassen: Gerade bei Erkältungen kann es sein, dass Ihr Kreislauf ‚absackt‘. Richten Sie sich langsam auf und halten Sie sich vorsorglich fest oder bitten Sie Angehörige, bei Ihnen zu sein. Um den Kreislauf nach dem Bad zu beruhigen, ist es empfehlenswert, sich anschließend mindestens eine halbe Stunde ins Bett zu legen.

Gerade im Anfangsstadium einer Erkältung können Sie auch gezielt ein Schwitzbad machen. Durch das Bad wird Ihre Körpertemperatur erhöht, so dass Sie anschließend stark schwitzen und ihren Körper so entgiften und das Immunsystem stärken. Deshalb sollte die Badetemperatur zwischen 39-40°C liegen und die Umgebung warm sein. Bereiten Sie vor dem Bad Ihr Bett vorsorglich mit einem frischen Laken und warmen Decken vor. Dann trocknen Sie sich nach dem Bad schnellstmöglich ab und wickeln sich in Laken und Decken. Ruhen Sie so mindestens eine halbe Stunde. Anschließend ziehen Sie wieder trockene Laken auf, machen sich ggf. kurz frisch und ziehen ein frisches Nachtgewand an.

Bei Fieber dagegen kann ein absteigendes Bad wohltuend und fiebersenkend sein. Hierbei erfolgt durch das Zulassen von kaltem Wasser eine Absenkung der Badewassertemperatur. Diese Methode ist allerdings nur für kreislaufstabile Menschen geeignet. Die Ausgangstemperatur des Badewassers sollte dabei 1 Grad kälter sein als die gemessene Körpertemperatur. Lassen Sie nun im Laufe von 10 Minuten langsam kaltes Wasser hinzu, bis die Wassertemperatur 32 Grad erreicht hat. Sollten Sie Unbehagen spüren oder Gänsehaut bekommen, brechen Sie das Bad bitte ab. Anschließend trocknen Sie sich gut ab und legen sich, wenn möglich, in ein vorgewärmtes Bett. Wenn ein Vollbad als unangenehm empfunden wird, sind absteigende Bäder auch als Fuß- oder Wadenbad möglich.

Fußbad

Eine Alternative zum Wannenbad ist ein warmes Fußbad, das gern auch bis zu den Waden reichen darf. Eine große Schüssel oder ein Plastikeimer werden mit 38-40°C warmem Wasser und – wenn Sie mögen – einem erkältungslindernden Badezusatz – gefüllt. Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und tauchen Sie die Füße für ca. 10 Minuten ins Wasser. Anschließend gut abtrocknen.

Bei Fieber können Sie die Wassertemperatur durch Zugießen von kaltem Wasser auch langsam auf bis zu 32°C senken. Doch achten Sie dabei auf Ihren Kreislauf und Ihr Wohlbefinden und brechen das Fußbad sofort ab, wenn Ihnen kalt oder schwindlig werden sollte.

Inhalieren gegen Erkältung

Als Inhalieren bezeichnet man das Einatmen von heißen Dämpfen durch die Nase und den Mund. So lindern Sie hartnäckige Verstopfungen der Nase und Atembeschwerden und beugen einer Ausweitung auf die Neben- und Stirnhöhlen vor. Inhalieren können Sie über einem Dampfbad oder mit einem Inhaliergerät. Empfehlenswert sind 2-3x täglich gut 10 Minuten. Halten Sie auf jeden Fall ausreichend Taschentücher.

  • Für ein Dampfbad geben Sie heißes Wasser in eine große Schüssel und fügen nach Wunsch Zusätze wie Salbei, Thymian, Minzöl in geringer Dosierung, Kamillenblüten, Kochsalz oder ätherische Öle hinzu. Bedecken Sie dann Kopf und Schultern mit einem großen Handtuch und atmen Sie über der Schüssel den heißen Dampf ein. Sollte der Dampf zu heiß sein, lüften Sie ein wenig das Handtuch. Ist er später abgekühlt, können Sie sich tiefer zur Schüssel beugen. Atmen Sie tief und ruhig vor allem durch die Nase. Der Dampf wirkt äußerlich auf Ihren gesamten Gesichtsbereich, also auch auf Nasenneben-, Kiefer- und Stirnhöhlen.
  • Eine Alternative zum Dampfbad ist ein Inhaliergerät, das in Apotheken und Drogerien erhältlich ist. Bei einem Inhaliergerät wird das Wasser – ggf. auch mit Zusätzen – in einem kleinen Vernebler erhitzt und dann über einen Schlauch in die Maske geleitet, die Sie sich über Mund und Nase halten. Dieses Gerät ist vor allem für Kinder und Menschen geeignet, denen der Dampf im Gesicht unangenehm ist.

Rotlicht

Als Rotlicht wird umgangsprachlich die Behandlung mit wärmender Infrarotstrahlung bezeichnet. Rotlicht soll vor allem bei Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen sowie Halsschmerzen erleichternd wirken. Vorsicht ist bei Ohrenschmerzen geboten, da Wärme eine Mittelohrentzündung verstärken kann.

Das wärmende Licht wird dabei auf die schmerzenden Stellen gerichtet. Die Bestrahlung sollte nicht länger als 15 Minuten dauern. Achtung: Augen schließen und einen Mindestabstand von 50 cm zur Lampe einhalten!

Früher gehörte ein Rotlicht so gut wie in jeden Haushalt und wurde bei Erkältungen sofort hervorgeholt, auch Arztpraxen setzen die Rotlichtlampe gerne ein. Heute ist die heilende Wirkung umstritten. Konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker.

Nasendusche gegen Erkältung

Eine Nasendusche wird vor allem zur Erleichterung des mit einer Erkältung einhergehenden, hartnäckigen Schnupfens eingesetzt. Die Spülung der Nase hilft, den Nasenschleim zu lösen und zu entfernen. So wird die Nase von Keimen befreit und das Atmen fällt leichter.

Füllen Sie die Nasendusche, die Sie in Apotheken und Drogerien erhalten, mit einer lauwarmen Kochsalzlösung, die dem natürlichen Salzgehalt des Körpers entspricht. Auf pures Wasser und Kräuterzusätze oder gar ätherische Öle sollte dagegen verzichtet werden, da sie im direkten Kontakt mit der Nase die Schleimhaut zu stark reizen. Über dem Waschbecken spülen Sie dann zunächst ein, dann das andere Nasenloch. Wichtig ist, den Mund dabei weit zu öffnen, damit das Wasser nicht in den Rachen gelangen kann.

Eis

Bei manchen Hausmitteln, wie einem heißen Wannenbad, einer Massage oder eben dem Eisessen, ist es sehr individuell, wie die Wirkung empfunden wird. Während für den einen die Kälte in Hals und Rachen angenehm ist und Halsschmerzen und Husten lindert, empfinden andere sie als Reiz auf den entzündeten Schleimhäuten.

Die Kälte des Eises zieht die Zellen der Atemschleimhäute zusammen, lässt sie abschwellen und hat zudem eine leicht betäubende Wirkung. Milcheis fördert zudem wie viele Milchprodukte die Schleimproduktion, was bei trockenem Husten angenehm sein kann. Doch sind diese Effekte nur vorübergehend und nicht zur Heilung geeignet!

frische Luft gegen Erkältung

Zu trockene und abgestandene Luft reizt die Schleimhäute – und die sind bei einer Erkältung ja ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogen. Frische, wenn möglich auch feuchte Luft, lindert dagegen nicht nur die Beschwerden, sondern verringert auch die Dichte der Viruspartikel.

Daher empfiehlt sich regelmäßiges Stoßlüften: Öffnen Sie alle 1-2 Stunden für 2-3 Minuten weit die Fenster, um einen guten Luftaustausch zu gewährleisten. Oder machen Sie, wenn Sie kein Fieber haben, warm angezogen einen kleinen, gemächlichen Spaziergang ums Haus. Ihr Kreislauf und Ihre Atemwege werden es Ihnen danken.

Massage gegen Erkältung

Eine Massage stärkt das Immunsystem

Eine Massage stärkt das Immunsystem

Eine Massage wirkt auf Haut und Muskulatur und verbessert die Durchblutung, was allgemein das Immunsystem stärkt. Allerdings hat eine Massage keine direkte Auswirkung auf die Heilung einer Erkältung. Sie kann aber bei Gliederschmerzen als angenehm empfunden werden.

Bei manchen Patienten ist die Haut bei einer Erkältung jedoch sehr berührungsempfindlich, so dass diese eine Massage wiederum als unangenehm empfinden. Probieren Sie es also am besten selbst aus.

Wie einer Erkältung vorbeugen?

Impfen gegen Erkältung

Es gibt keinen Impfschutz gegen Erkältungen

Es gibt keinen Impfschutz gegen Erkältungen

Die harte Wahrheit gleich vorweg: Einen Impfschutz gegen Erkältungen gibt es nicht und wird es wohl auch in naher Zukunft nicht geben. Grund hierfür ist, dass Erkältungen durch Rhino- und Adenoviren ausgelöst werden, von denen es 200-300 Arten gibt, die alle unterschiedlich aufgebaut sind. Zudem sind Viren sehr variabel und verändern sich ständig durch Mutationen. Insofern ist es bislang unmöglich, einen Impfstoff zu finden, der gegen alle Erreger wirksam ist.

Bei der echten Grippe (Influenza) dagegen gibt es pro Jahr nur 2-3 Typen, die uns gefährlich werden. Diese können von den Medizinern isoliert werden, um so einen geeigneten Impfstoff zu entwickeln.

Vorbeugungsmaßnahmen gegen Erkältung

Es gibt keine Maßnahme und auch kein Maßnahmenpaket, mit dem sich eine Erkältung mit hundertprozentiger Sicherheit vermeiden ließe. Allerdings gibt es einige Verhaltensregeln, mit denen man das Infektionsrisiko zumindest erheblich senken kann.

1. Stärken Sie Ihr Immunsystem bzw. erschweren Sie ihm nicht unnötig die Arbeit:

  • ausgewogene, vitaminreiche Ernährung: Wenn Sie Ihrem Körper alle nötigen Mineralien, Spurenelemente und Vitamine zu führen, kann auch die Immunabwehr ihre Aufgaben bestens erfüllen.
  • regelmäßige Saunabesuche: Die Saunawärme führt zu einer verstärkten Durchblutung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum und fördert so die Bildung von Abwehrzellen. Das anschließende Abduschen bzw. Tauchbad gewöhnt den Körper an den Kältereiz. Der Wechsel von Hitze und Kälte verbessert die Thermoregulation, so dass anschließend auch ein kaltnasser Wintertag besser zu bewältigen ist, weil der Körper weniger Wärme verliert und nicht so schnell auskühlt.
  • flotte Spaziergänge an der frischen Luft, auch bei Schlechtwetter: Wer täglich im Freien unterwegs ist, gibt seinem Körper die Möglichkeit, sich auf die zunehmende Kälte in Herbst und Winter einzustellen.
  • witterungsangemessene Kleidung: Gerade in der nasskalten Jahreszeit sollten Sie darauf achten, dass Schuhe und Oberbekleidung angenehm trocken und warm halten. Die alte Weisheit, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gebe, kommt nicht von ungefähr!
  • Sport treiben: Wer regelmäßig Sport treibt, trainiert sein Herz-Kreislauf-System, baut Stress ab und erhöht sein subjektives Wohlbefinden. Das alles stärkt die Immunabwehr!
  • genügend Schlaf: Im Schlaf kann sich unser Körper regenerieren und auch das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. Zudem haben wissenschaftliche Studien erwiesen, dass sich die Anfälligkeit für Erkältungsviren erhöht, wenn die Testpersonen nicht ausreichend (weniger als 7 Stunden) oder nicht erholsam (mit häufigen Unterbrechungen) geschlafen haben.
  • Wohnräume angemessen heizen und regelmäßig lüften: Als empfohlene Temperatur für das Wohnzimmer gelten 20-22°C, im Schlafzimmer 16-18°C. Wer dabei fröstelt, sollte es zunächst mit einer Strickjacke oder einem dickeren Pullover versuchen, bevor er das Thermostat hochdreht: Ein Überheizen der Wohnung geht nicht nur ins Geld, sondern verursacht auch die vielzitierte „trockene Heizungsluft“, die die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum austrocknen und somit anfälliger für Infektionen machen kann. Zudem sollten alle Wohnräume mehrmals täglich gelüftet werden – kurzes Stoßlüften für 2-3 Minuten mit weit geöffneten Fenstern ist dabei am effizientesten.

2. Halten Sie Erkältungsviren bestmöglich von sich fern:

  • Abstand halten: Wenn man unter Menschen geht, sollte man gerade in der Erkältungssaison nicht zu sehr auf Tuchfühlung gehen. In der Atemluft wie auch in den winzigen Tröpfchen, die ein erkrankter Mensch beim Husten und Niesen versprüht, befinden sich Viren, denen Sie nach Möglichkeit aus dem Weg gehen sollten.
  • verbesserte Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen ist gerade in der feuchtkalten Erkältungssaison Pflicht! Dies gilt insbesondere dann, wenn sie mit erkrankten Personen Kontakt hatten oder von draußen in ihre Wohnung oder das Büro kommen. Türgriffe, Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln und ähnliche ‚viel berührte‘ Orte sind wahre Virenschleudern. Also: Hände unter dem Wasserhahn befeuchten, gründlich einseifen – auch zwischen den Fingern und unter den Nägeln, abspülen. Zudem sollten sie nach Möglichkeit vermeiden, mit ungewaschenen Händen Nase oder Mund zu berühren.
  • vorbeugende Nasenspülungen: In der Erkältungssaison können Sie mit einer allabendlichen Nasenspülung die von trockener Heizungsluft geplagten Schleimhäute befeuchten (Stichwort: trockene Heizungsluft), die Nase reinigen und Krankheitserreger ausspülen.
Heilpraktiker Sebastian Vigl

Experten-Tipp: Sebastian Vigl (Heilpraktiker) – sebastianvigl.de

Wenn ich die Wahl zwischen Schüßler-Salzen, homöopathische Globuli und japanischem Heilpflanzenöl habe, würde ich in erster Linie die Schüßler-Salze empfehlen. Homöopathie und das japanische Heilpflanzenöl machen Sinn, sobald sich erste Erkältungssymptome zeigen. Meiner Erfahrung nach haben sich die Schüßler-Salze Nr.3, Ferrum phosphoricum, Nr. 9, Natrium phosphoricum und Nr 11, Silicea, zur Vorbeugung bewährt. Alle drei können als Kur über mehrere Wochen eingenommen werden.

Ernährung bei Erkältung

Was (nicht) essen bei Erkältung?

Gesund ernähren sollte man sich ohnehin: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten versorgt den Körper mit allen nötigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Wenn das Immunsystem des Körpers mit der Abwehr von Krankheitserregern beschäftigt ist, ist dies natürlich besonders wichtig.

Machen Sie es Ihrem erkältungsgeplagten Körper zudem nicht unnötig schwer: Leicht bekömmliche Speisen sättigen, ohne zu belasten – auf schwer verdauliches und fettreiches Essen dagegen sollten sie lieber verzichten. Nicht umsonst ist eine selbst gekochte, ebenso wohlschmeckende wie bekömmliche Hühnersuppe ein Klassiker bei Erkältungen!

Obst

Frisches Obst, das möglichst reif geerntet und sachgerecht gelagert wird, ist ein zuverlässiger Lieferant von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Wer sichergehen möchte, dass die gesamte Palette – von Vitamin A bis Z wie Zink abgedeckt ist, braucht jedoch keine Listen mit den Inhaltsstoffen der einzelnen Obstsorten zu studieren: Ein bunter, aus verschiedenen Früchten zusammengestellter Obstteller dürfte das gesamte Spektrum abdecken. Knabbern Sie die Früchte einzeln, schnippeln Sie sie zu einem leckeren Obstsalat zusammen oder geben Sie sie in den Mixer, um einen Smoothie daraus zu machen!

Milchprodukte

Milchprodukte sind nicht immer ideal bei einer Erkältung

Milchprodukte sind nicht immer ideal bei einer Erkältung

Vielfach wird empfohlen, während einer Erkältung auf Milchprodukte zu verzichten, da diese zu einer verstärkten Verschleimung der Atemwege führen. Insbesondere Joghurt gilt in dieser Beziehung als schädlich. Wissenschaftlich belegbar und allgemeingültig ist dieser Zusammenhang jedoch nicht.

Bei empfindlichen Menschen kann es durchaus zu einer unangenehmen Zunahme der Verschleimung im Rachenbereich kommen. Machen Sie also am besten selbst den Test: Wenn Sie nach einem warmen Glas Milch das Gefühl haben, dass es bei Ihnen so ist und die Milch Ihnen nicht guttut, wechseln Sie lieber zu anderen Heißgetränken.

In anderen Fällen kann eine vermehrte Schleimbildung sogar förderlich sein – nämlich bei einer Austrocknung der Schleimhäute im Rachenbereich. In diesem Fall empfehlen HNO-Ärzte sogar ein Glas warme Milch, um den fehlenden Schleim zu ersetzen. Auch dies funktioniert wie gesagt nicht bei jedem – probieren Sie es ruhig aus und vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl!

Was (nicht) trinken bei Erkältung?

Alkohol

Alkohol ist zwar ein Genussmittel, aber eben auch ein Zell- und Nervengift, dass nach dem Konsum in Magen und Leber abgebaut werden muss. Zudem beeinträchtigt regelmäßiger Alkoholgenuss auch die Funktion der Monozyten, die sich bei Bedarf in so genannte Fresszellen verwandeln und Krankheitserreger „auffressen“ können. Auch die Produktion bestimmter Botenstoffe, die eine wichtige Rolle in der Immunabwehr spielen, wie bspw. Interferon, wird durch Alkohol gestört.

Kurzum: Alkoholkonsum ist eine zusätzliche Belastung für den Körper, die man bei einer Erkältung tunlichst vermeiden sollte. Bei Fieber ist Alkohol absolut tabu!

Dennoch versuchen viele Menschen, gerade Männer, mit Grog, Glühwein oder Kräuterschnaps gegen ihre Erkältung anzukämpfen. Die wärmende und einschläfernde Wirkung lässt sich jedoch auch mit alkoholfreien Heißgetränken wie bspw. einem heißen Holundergetränk, Ingwertee oder Kräutertee erreichen – genauso effektiv und ohne Belastung der Leber.

Wer auf Alkohol absolut nicht verzichten mag, sollte zumindest die Menge weit möglichst reduzieren und von hochprozentigen Getränken absehen. Als leicht alkoholisches Betthupferl mit positiven Nebenwirkungen ist am ehesten ein kleines warmes Bier zu empfehlen.

Kaffee

Wer gern Kaffee trinkt, muss auch bei einer Erkältung nicht darauf verzichten. Heißgetränke haben eine positive Wirkung – so auch der Kaffee, wenn er denn in Maßen genossen wird. Die durch das Koffein begründete anregende Wirkung des Kaffees kann gerade bei der Mattigkeit, die eine Erkältung häufig begleitet. als angenehm empfunden werden.

Die harntreibende (diuretische) und damit entwässernde (dehydrierende) Wirkung des Koffeins wurde früher oft überschätzt und ist bei normalem Konsum von 3-5 Tassen pro Tag vernachlässigbar.

Milch

Für die Milch gilt im Grunde dasselbe wie für Milchprodukte: Ein allgemeingültiger, wissenschaftlich belastbarer Beleg für den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und verstärkter Verschleimung des Rachens wurde bislang nicht erbracht. Ein präventiver Verzicht schadet bei einem erkältete, ansonsten aber gesunden Erwachsenen ebenso wenig wie der Selbstversuch mit einem heißen Glas Milch.

Spezielle Tipps bei Erkältung

Sportmediziner Volker Lasch

Experten-Tipp: Dr. med. Volker Lasch (Sportmediziner) – www.maxineum-orthopaedie.de

Kommt es zu einer Erkältung oder einem grippalen Infekt, sollten Sportler unbedingt vermehrt auf die Anzeichen ihres Körpers achten. Anzeichen wie Halskratzen, Schnupfen, Husten, Atembeschwerden, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber können in unterschiedlicher Stärke auftreten und dauern oft 7-10 Tage.

In dieser Zeit muss der Sportler die Intensität seines Trainings verringern, da der Körper durch den Infekt in der Immunabwehr geschwächt und somit anfälliger gegenüber negativen äußeren Einflüssen ist. Absolute Pause ist erforderlich bei auftretendem Fieber und bei Einnahme von Medikamenten, die die Symptome abschwächen und eine subjektive Verbesserung des Gesundheitszustandes suggerieren.

Vielmehr ist Schonung, Ruhe, Wärme, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Geduld angesagt. Zuerst Spaziergänge an frischer Luft und dann bei Verbesserung des Allgemeinzustandes ein zeitlich deutlich verringertes Laufen im Vergleich zum normalen Training können dann wieder ein Einstieg in den Alltag sein. Eine Überforderung des Körpers in der Phase der Erkältung können chronische Infekte zum Beispiel des Herzmuskels hervorrufen. Hören Sie auf Ihren Körper!

Sport bei Erkältung?

Yoga

Yoga stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungen vor

Yoga stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungen vor

Dass Yoga eine uralte, einzigartige Technik ist, die Körper und Geist kräftigt, hat sich mittlerweile auch bei Sportmuffeln rumgesprochen. Vor allem in der kalten Jahreszeit können Sie Yoga präventiv einsetzen. Denn es stärkt das Immunsystem und beugt so Erkältungen vor. Doch gibt es auch sanfte Yogaübungen, die Erkältungsbeschwerden lindern.

  • Leichte Entspannungs- und Dehnübungen wie Vorwärts- oder Seitwärtsbeugen helfen bei Gliederschmerzen.
  • Atemübungen wie die Wechselatmung werden von einigen Yogalehrern empfohlen, um Nase und Nebenhöhlen zu befreien. Andere raten davon strikt ab!
  • Umkehrübungen, bei denen das Herz über dem Kopf ist (Schulter- oder Kopfstand sowie nach unten schauender Hund u.ä.) sollten dagegen vermieden werden. Doch auch hier gehen die Meinungen auseinander.

Natürlich sollten Sie in erster Linie ruhen, wenn Sie stark erschöpft oder fiebrig sind. Aber wenn es Ihnen schon wieder bessergeht, probieren Sie am besten selbst aus, was Ihnen guttut. Auch eine Meditation, die Sie zur Ruhe bringt, kann helfen.

Joggen bzw. Laufen

Zu viel Bewegung bei Erkältungen und Infekten kann dem Körper schaden. Denn Sport kann die Viren im Körper zum Wandern bringen, was sich letztendlich aufs Herz schlagen kann. Doch hören Sie auf Ihren Körper und schätzen Sie selbst ein:

  • Wer Fieber hat, gehört ins Bett! Nach fiebrigen Infekten sollten Sie mindestens eine Woche pausieren, bevor Sie wieder trainieren.
  • Bei einem schwachen Schnupfen, können Sie moderat weiter joggen gehen, solange Sie sich fit fühlen.
  • Waren Sie leicht erkältet, können Sie nach Abklingen der Symptome wieder joggen gehen.

Langsame und leichte Spaziergänge an der frischen Luft können bei Erkältungen dagegen guttun. Aber auch diese sind bei Fieber zu vermeiden.

Krafttraining

Was für das Joggen gilt, gilt auch für Krafttraining: Sport beansprucht auch das Immunsystem und dieses ist bei Erkältungen gerade mit der Virenabwehr beschäftigt. So entsteht Stress im Körper, der dann nicht genügend Reserven für die Heilung zur Verfügung hat. Deshalb gilt bei starken Erkältungen: Hände weg von Fitnessgeräten! Im eigenen Interesse, aber auch aus Respekt vor Ihren Mittrainierenden im Fitnessstudio, die Sie sonst anstecken könnten.

Sauna bei Erkältung

Saunabesuche sind eine wunderbare Möglichkeit, das Immunsystem zu stärken: Die wechselnden Hitze- und Kältereize wirken wie ein Training für Herz und Gefäße. Zudem unterstützt die wärmebedingte stärkere Durchblutung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum die Immunabwehr.

Wenn jedoch schon eine Erkältung vorliegt, sollte man auf den Saunabesuch verzichten – nicht nur im Interesse seiner Mitmenschen, denen er damit das Ansteckungsrisiko erspart, sondern auch im Interesse seiner eigenen Gesundheit:

  • die heiße trockene Luft in einer Finnischen Sauna strapaziert die entzündeten Atemwege
  • die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems ist für einen geschwächten Organismus zusätzlicher Stress und sollte vermieden werden

Für geübte Saunagänger kann ein Saunabesuch im frühen Anfangsstadium einer Erkältung wohltuend und hilfreich sein, wenn sich der Infekt mit einem leichten Kribbeln in Hals und Nase ankündigt. Auch dann sollte man jedoch die Belastung geringhalten und lieber in eine Bio- oder Dampfsauna gehen als in eine trockene Sauna. Zudem sollte man auf die abschließende kalte Dusche verzichten und stattdessen eine ausgedehnte Ruhephase einlegen – dann wirkt die Sauna ähnlich wie ein heißes Vollbad zuhause.

Bei erhöhter Temperatur und Fieber ist die Sauna allerdings tabu!

Dampfbad bei Erkältung

Im Gegensatz zur klassischen („finnischen“) Trockensauna, herrscht im Dampfbad deutlich höhere Luftfeuchtigkeit bei niedrigeren Temperaturen (50°C im Dampfbad statt 70-80°C wie in der Sauna). In der feuchtigkeitsübersättigten Luft bilden sich winzige Tröpfchen, die den namensgebenden Dampf erzeugen.

Trotz der niedrigeren Temperaturen bedeutet auch ein Dampfbad-Besuch eine zusätzliche Belastung für den Körper und sollte daher bei Erkältungen vermieden werden. Dies ist auch ein Gebot der Höflichkeit gegenüber den anderen Gästen – Sie wollen ja schließlich niemanden anstecken.

Erfahrene Saunagänger können bei den ersten Anzeichen einer Erkältung ggf. noch das Dampfbad aufsuchen: Wenn sie es entspannt angehen und lange Ruhephasen einlegen, kann sich ein Dampfbad-Besuch positiv auswirken.

Infrarotkabinen sind eine Alternative zur Sauna. Sie wärmen den Körper mit Rotlicht. Wenn Ihnen die Wärme angenehm ist, spricht bei einer leichten Erkältung nichts gegen die Nutzung einer Infrarotkabine. Doch sollten Sie vorher von Ihrem Arzt abklären lassen, ob es sich um eine Erkältung, einen grippalen Infekt oder eine Grippe handelt. Denn vor allem bei Grippe ist auf jeden Fall Vorsicht geboten! Bei erhöhter Temperatur und Fieber ist die Infrarotkabine tabu!

Solarium bei Erkältung

UV-Licht, wie es auch im natürlichen Sonnenlicht enthalten ist, hilft bei der Produktion von Vitamin D. Bei Vitamin-D-Mangel, der in europäischen Breiten vor allem im Winter auftreten kann, erhöht sich die Infektanfälligkeit. Regelmäßige Spaziergänge im Freien dienen daher der Erkältungsprävention.

Die Wirkung künstlicher UV-Strahlung in Solarien auf Erkältungskrankheiten ist jedoch bislang nicht abschließend geklärt. Die Strahlen haben vermutlich sogar eine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem. Zudem wirkt die Wärme einer Solariumskabine fast wie ein Saunabesuch und ist daher bei erhöhter Temperatur und Fieber Tabu.

Bitte berücksichtigen Sie auch, dass die warmen Temperaturen der meisten Solarien gute Bedingungen für Krankheitserreger bieten und somit die Ansteckungsgefahr erhöhen.

Rauchen bei Erkältung

Legen Sie während der Erkältung eine Raucherpause ein

Legen Sie während der Erkältung eine Raucherpause ein

Rauchen schädigt die Schleimhäute, die bei Erkältungen ohnehin schon gereizt sind. Es empfiehlt sich somit dringend, während der Erkältung eine Rauchpause einzulegen, um die Genesung zu fördern. Helfen Sie sich notfalls mit Nikotinpflastern, wenn der Verzicht zu groß ist.

Für manch einen Raucher ist die Rauchpause während einer Erkältung sogar ein willkommener Anlass, zukünftig ganz auf die Zigarette zu verzichten.

Auch Passivrauch sollte während eines Schnupfens weitmöglich vermieden werden.

Kiffen bei Erkältung

Das beim Kiffen konsumierte Cannabis wirkt auf das zentrale Nervensystem. In der Medizin wird es deshalb zur Therapie von chronischen Schmerzen und Tumorschmerzen eingesetzt.

Dass Cannabis auch bei Erkältungen hilft, ist jedoch ein Mythos: Es liegen keine nachweisbaren Aussagen zur Linderung oder Heilung von Erkältungen durch Cannabis vor. Das Rauchen von Joints reizt, ebenso wie das normale Rauchen, reizt zudem die erkältungsgeschädigten Schleimhäute und sollte auch aus diesem Grund vermieden werden.

Fliegen bei Erkältung

Ob Sie sich ins Flugzeug setzen sollten, sollten Sie je nach Schwere Ihrer Erkältung genau prüfen:

  • Bei Fieber sollten Sie in jedem Fall zu Hause bleiben.
  • Bei leichtem Husten und Schnupfen spricht prinzipiell wenig gegen einen Flug. Doch beachten Sie, dass der Druckausgleich mit angeschwollenen Schleimhäuten fast unmöglich ist und Sie deshalb starke Ohren- und Kopfschmerzen bekommen können. In manchen Fällen kann sogar das Trommelfell reißen.

Für Flugreisen bei Erkältung empfehlen sich deshalb abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen, die oft auch an Bord vorhanden sind, und ausreichendes Trinken!

OP trotz Erkältung

Eine Erkältung ist heutzutage kein Grund mehr, eine kleine OP abzusagen. Bei größeren Eingriffen, vor allem mit Vollnarkose, kann es jedoch wichtig sein, dass Ihre Atemwege frei sind. Dann sollte die OP um einige Tage verschoben werden.

Bei Fieber muss eine OP, wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, verschoben werden, damit Ihrem Körper nicht zu viel zugemutet wird. Konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren behandelnden Arzt und Anästhesisten.

Vollnarkose

Dr. med. Michael Granitzka

Experten-Tipp: Dr. med. Michael Granitzka (Facharzt für Anästhesiologie) – St. Franziskus-Hospital Köln

Heftige Erkältungen mit viel gelben oder grünen Sekret sind ungünstig für eine Vollnarkose, da die Atemwege blockiert werden können. Grundsätzlich stören insbesondere fieberhafte Infekte das Immunsystem, sodass der Heilprozess nach einer Operation gefährdet sein kann.

Prinzipiell gilt: Wer mit seiner Erkältung nicht zum Schwimmen oder Sport gehen würde, sollte sich auch keiner Operation unterziehen.

Bei Operationen unter Vollnarkose werden die Patienten künstlich beatmet. Dafür ist es wichtig, dass die Atemwege komplett frei sind: Schließlich merkt der Patient nicht, wenn sie während der OP mit Schleim verstopfen. Er kann nicht abhusten oder schnauben und im schlimmsten Fall ersticken. Deshalb sollten OPs, die keine Notfalloperationen sind, besser um einige Tage verschoben werden. Ihr Anästhesist wird Ihren Allgemeinzustand vor der OP auf jeden Fall überprüfen und die entsprechende Entscheidung treffen.

Duschen

Bei Fieber sollte man auf das Duschen verzichten

Bei Fieber sollte man auf das Duschen verzichten

Bei einer Erkältung sollten Sie das Duschen davon abhängig machen, ob Sie Fieber haben oder nicht:

  • Bei einer leichten Erkältung ohne Fieber spricht nichts gegen eine warme Dusche. Hören Sie dabei auf Ihren Körper und finden Sie eine geeignete Temperatur. Zu heiße Duschen können den Körper unnötig belasten.
  • Wer Fieber hat, sollte lieber nicht duschen! Ein fiebernder Körper kann die Körpertemperatur nicht wie gewohnt regulieren, was schnell zu Kreislaufproblemen führen kann. Das erhöht die Gefahr des Ausrutschens in der Duschkabine bzw. Badewanne. Warten Sie also lieber, bis das Fieber abgeklungen ist!

Auf Wechselduschen mit abwechselnd kaltem und warmem Wasser sollten Sie bei einer Erkältung jedoch verzichten: Die Temperaturschwankungen sind Stress für den Körper, der ohnehin mit der Abwehr der Krankheit beschäftigt ist. Dieser Stress kann das Immunsystem weiter schwächen und den Krankheitsverlauf verschlimmern.

Arbeiten

Fast die Hälfte der Berufstätigen schleppt sich häufig auch trotz Husten und Schnupfen auf Arbeit – man will ja nicht als Blaumacher gelten!

Das bestätigt auch unsere Umfrage: 37% der Befragten gaben an, sich wegen einer Erkältung nie krankschreiben zu lassen, weitere 40% nur selten – also wahrscheinlich in besonders schweren Fällen.

Beim Arbeiten trotz Erkältung sollten Sie jedoch zwei Faktoren beachten:

  • Ihren eigenen Gesundheitszustand: Sind Sie fieberfrei und haben nur einen leichten Schnupfen und Husten, können Sie leichten Arbeiten auch nachgehen. Auf schwere körperliche Arbeit sollten Sie dagegen verzichten.
  • Ihr Arbeitsumfeld: Arbeiten Sie auf engem Raum mit vielen Kollegen zusammen, haben Sie häufig wechselnde Gesprächspartner oder Kundenkontakt? Dann sollten Sie besser Abstand oder noch besser zu Hause bleiben, um niemanden anzustecken.

Schwimmen

Ein Besuch im Hallenbad ist bei Erkältung tabu! Zum einen sollten Sie bei Erkältungen generell auf anstrengende Tätigkeiten und Sport verzichten.

Zum anderen kann es in Schwimmhallen leicht zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien oder anderen Krankheitserregern kommen. Substanzen wie Chlor können Haut und Schleimhäute reizen und damit die natürliche Barriere für Krankheitserreger abschwächen. Ihr durch die Erkältung ohnehin geschwächtes Immunsystem kann dem dann keine ausreichende Abwehr entgegensetzen.

Bei einer leichten Sommererkältung sollten Sie auch das Schwimmen im See entweder ganz vermeiden oder auf eine kleine Runde beschränken. Schwimmen Sie gemächlich und nur, wenn Sie die Wassertemperatur als angenehm empfinden, keine Kreislaufprobleme haben und körperlich nicht zu ermattet sind.

Küssen

Küssen stärkt das Immunsystem

Küssen stärkt das Immunsystem

Küssen macht nicht nur Spaß, sondern stärkt auch das Immunsystem – damit ist es eine prima Erkältungsprävention! Denn wenn der Puls schneller wird und das Blut zirkuliert, kommt Schwung in Stoffwechsel und Kreislauf. Ganz zu schweigen vom ausgeschütteten Adrenalin und den Glückshormonen, die sich positiv auf die körpereigene Abwehr auswirken.

Auch wenn Sie bereits erkältet sind, herrscht nicht unbedingt Kussverbot: Wussten Sie, dass Erkältungen eher durch einen Händedruck als durch Küssen übertragen werden? Eine Ansteckung durchs Küssen ist äußerst selten vor, dass haben wissenschaftliche Studien erwiesen.

Der Grund hierfür liegt vermutlich darin, dass die Viren beim Küssen mit dem Speichel in den Magen wandern, wo ihnen die Magensäure den Garaus macht. Beim Händeschütteln dagegen können die Viren mehrere Stunden auf der Hautoberfläche überleben. Wenn man sich in dieser Zeitspanne die Augen reibt oder an Mund und Nase fasst, können die Viren auf die Schleimhäute überspringen und eine Erkältung auslösen. Deshalb sollten Sie sich nach einem Kontakt mit Erkälteten die Hände waschen!

Fasten

Sie kennen das – kaum hat die Erkältung Sie im Griff, verlieren Sie den Appetit und essen kaum noch. Es schmeckt ja ohnehin nicht besonders gut. Die Appetitlosigkeit hat durchaus einen Sinn: Der Körper spart sich damit die Energie, die er zum Verdauen benötigt, und unterstützt damit sein Immunsystem. Zwingen Sie sich also nicht, so viel zu essen wie sonst. Ein wenig leichte Speisen, Obst und Hühnerbrühe genügen.

Eine Fastenkur, also den kompletten Verzicht auf feste Nahrung, sollten Sie bei einer starken Erkältung jedoch nicht durchführen. Das Fasten stellt eine Belastung für den Körper dar und kann somit den Genesungsprozess verzögern.

Einige Naturheilkundler dagegen betonen die heilsame Wirkung des Fastens. Sie berichten häufig, dass sich erkältete Menschen mit einer Fastenkur schneller erholen. Fragen Sie also im Zweifel den Arzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens und folgen Sie Ihrem Bauchgefühl!

Übrigens: Muslime dürfen das Fasten im Ramadan aufgrund einer Erkrankung unterbrechen und die versäumten Tage später nachholen. Es gibt natürlich unterschiedliche Auffassungen darüber, was als Krankheit definiert ist, doch eine schwere Erkältung ist – auch wenn sie von selbst wieder abheilt – keine Lappalie.

Blutspenden

Blutspendedienste bitten ausdrücklich darum, bei Erkältung vom Spenden abzusehen! Grund: Eine Erkältung wird durch Viren verursacht, die sich über die Blutbahn von den Atemwegen weiter durch den ganzen Körper ausbreiten können.

Therme

Thermalbäder haben, ebenso wie Dampfbad und Sauna, einen festen Platz in der Erkältungsprävention.

Wenn Sie jedoch bereits erkrankt sind, ist das Immunsystem mit der Bekämpfung der Viren beschäftigt. Dann stellt sowohl die Wärme in Thermalbädern wie auch das Wasser selbst (siehe: Schwimmen) eine zusätzliche Belastung für den Körper dar. Dadurch kann sich die Erkältung verschlimmern und weitere Infektionen nach sich ziehen. Bei erhöhter Temperatur und Fieber ist ein Besuch der Therme tabu!

Darmspiegelung

Eine Darmspiegelung ist ein Eingriff in den Körper, der ihn belastet. Ähnlich wie bei einer OP gilt – die Spiegelung ist auch bei einer Erkältung prinzipiell möglich, sollte bei Fieber jedoch verschoben werden. Beraten Sie sich diesbezüglich vor Ort mit Ihrem Arzt.

Magenspiegelung

Auch eine Magenspiegelung kann bei einer leichten Erkältung durchgeführt werden. Da das Gastroskop durch die Speiseröhre in den Magen geschoben wird, kann es bei starkem Schnupfen jedoch zu Atembeschwerden kommen. Deshalb sollte der Eingriff bei starken Atembeschwerden und auch bei Fieber verschoben werden.

Welche Symptome treten bei Erkältungen auf?

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – mit diesem typischen Dreiklang werden die Erkältungssymptome häufig zusammengefasst und das ist auch gar nicht so falsch. Wir Menschen sind jedoch Individuen und so sind auch die Erkältungssymptome und das subjektive Leidensempfinden individuell: Der eine leidet vielleicht am meisten unter der ständig tropfenden Nase, der andere niest zwar gelegentlich, kommt aber aus dem Husten nicht mehr heraus.

Nicht jeder Erkältungspatient wird also alle, hier von A bis Z aufgeführten Symptome zeigen – und auch die auftretenden Symptome werden unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Atembeschwerden bzw. Atemnot bei Erkältung

Wenn die Schleimhäute von Nase und Rachen entzündet sind, schwellen sie an. Dadurch wird das Atemholen erschwert und man hat das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können. Häufig wird das Ein- und Ausatmen auch von einem Pfeifen Geräusch begleitet.

Eine leichte Atemnot ist ein typisches Erkältungssymptom und muss Ihnen keine Sorgen machen. Wenn jedoch jeder Atemzug zu Schwerstarbeit wird, der Patient über bedrohliche Luftknappheit klagt und Erstickungsangst leidet, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Augen

Erkältungspatienten leiden häufig auch unter geröteten Augen. Die Rötung geht dabei zumeist mit einem Jucken und Brennen einher, manchmal auch mit dem Gefühl, einen kleinen Fremdkörper im Auge zu haben. Ursache hierfür ist eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis), die dadurch ausgelöst wird, dass sich die Erkältungsviren aus dem Nasen-Rachen-Raum auch über die Tränenwege ausbreiten.

tränende Augen bei Erkältung

Augen bei ErkältungDie von unseren Tränendrüsen produzierte Flüssigkeit dient der Reinigung, Befeuchtung und Ernährung des Auges. Normalerweise fließt diese Tränenflüssigkeit über Tränenkanäle in die Nase ab. Das erkältungsbedingte Anschwellen der Schleimhäute verengt jedoch diese Kanäle und so kommt es zum ‚Überfließen‘: Den Tränen bleibt nur der Weg über das Unterlid, sprich: die Augen tränen.

verklebte Augen bei Erkältung

Bei einer Erkältung kommen neben Rötung oder Tränen häufig auch verklebte Augenlider hinzu – insbesondere morgens oder auch tagsüber, nach einer längeren Schlafphase. Zum einen handelt es sich dabei um eingetrocknete Tränenflüssigkeit (die ja nicht richtig abfließen kann, siehe tränende Augen). Zum anderen sind in diesem Fall neben Erkältungsviren häufig auch Bakterien mit im Spiel.

Ausschlag bei Erkältung

Eines der nicht so verbreiteten Erkältungssymptome ist der Hautausschlag. Zu beobachten ist dabei eine Rötung der Haut, teilweise auch verbunden mit dem Auftreten von Quaddeln und Juckreiz. Verursacht wird dieser Ausschlag durch die natürliche Immunabwehr des Körpers: Bei der Bekämpfung der Erkältungsviren wird u.a. der Botenstoff Histamin freigesetzt. Das Histamin führt zu:

  • einer gesteigerten Durchblutung und Weitung der Gefäße => Hautrötung
  • einer gesteigerten Gefäßdurchlässigkeit, was eine Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen bedingt => Quaddelbildung
  • einer Stimulierung der Nervenenden => Juckreiz

belegte Zunge und geröteter Rachen bei Erkältung

„Und jetzt sagen Sie mal schön A!“ – bei diesem Satz spüren Sie im Geiste doch sofort den Druck des Holzspatels auf der Zunge, nicht wahr? Wenn der Arzt das Lämpchen anknipst, um uns in Mund und Rachen zu schauen, achtet er vor allem auf Beläge und Rötungen. Eine weiß belegte Zunge und ein geröteter Rachen sind klassische Anzeichen für eine Rachenentzündung (Pharyngitis) – also klassische Erkältungssymptome.

Durchfall

Der Durchfall gehört ebenfalls zu den möglichen Symptomen bzw. Begleiterscheinungen einer Erkältung. Er ist bei Erwachsenen weniger häufig, aber relativ typisch für Säuglinge. Von Durchfall (Diarrhoe) spricht man, wenn der Patient mehr als drei Mal am Tag Stuhlgang hat und die Konsistenz des Stuhls breiig-wässrig ist.

Bei einer gewöhnlichen Erkältung ist der Durchfall nicht so heftig und klingt auch schneller wieder ab, als bei einer Infektion des Magen-Darm-Traktes.

erhöhte Temperatur und Fieber (ohne Erkältung)

Fieber (Pyrexie) ist Teil der natürlichen Abwehrreaktion des Immunsystems und zeigt an, dass der Körper die Krankheitserreger aktiv bekämpft. Wenn sich die Haut heiß anfühlt, der Puls erhöht ist und der Kopf rot glüht, wird es Zeit, das Thermometer aus dem Schrank zu holen!

  • Die normale Körpertemperatur bei gesunden Erwachsenen liegt bei 36,3 – 37,4 °C.
  • Ab 37,5°C spricht man von einer erhöhten Temperatur
  • Ab 38,6°C spricht man vom Fieber.

Einen Arzt aufsuchen sollten Sie, wenn:

  • das Fieber länger bei 39°C und höher liegt
  • das Fieber rapide steigt und auf 41°C zugeht.

Hohes Fieber ist häufig ein Anzeichen für eine echte Grippe.

Achtung bei Säuglingen und Kleinkindern: Hier gelten andere Richtwerte -> Link!

Wenn sich die Haut rötet und verstärktes Schwitzen einsetzt, ist dies übrigens bereits ein Zeichen dafür, dass der Körper die Wärmeabgabe erhöht, um die Temperatur herunter zu regeln: Das Fieber ist also bereits am Abklingen.

Exkurs: Richtig Fiebermessen!

So misst man richtig Fieber

So misst man richtig Fieber

Beim Fiebermessen wird mit einem Thermometer die Körpertemperatur überprüft. Die früher verwendeten Glasthermometer sind heute kaum noch in Gebrauch, am häufigsten werden digitale Thermometer (die eine Batterie erfordern) und Infrarotmessgeräte.

Die Temperaturmessung kann dabei an verschiedenen Orten erfolgen:

  • im Po (rektal) – die klassische, vermutlich unbeliebteste, aber nachweislich genaueste Methode: der Patient liegt dabei auf der Seite oder auf dem Bauch, die Thermometerspitze wird mit etwas Vaseline eingefettet, ca. 1,5cm in die Afteröffnung eingeführt und (je nach Thermometer) 1-5 min gemessen. Die Verletzungsgefahr wird durch Thermometer mit flexibler Spitze weitestgehend minimiert.
  • unter der Zunge (sublingual) – hier wird das Thermometer möglichst weit unter die Zunge geschoben, dann werden die Lippen geschlossen und 3-4 min gemessen. Diese Methode ist – nach der rektalen Messung – die verlässlichste. Um Fehlmessungen zu vermeiden, dürfen 30 min vor dem Messen keine heißen/kalten Getränke oder Speisen konsumiert werden. Ungeeignet ist die sublinguale Messung bei Husten und verstopfter Nase (Atemprobleme bei geschlossenem Mund). Eine Variante für Kleinkinder bieten hier Schnullerthermometer.
  • in der Achselhöhle – ebenfalls ein Klassiker, aber recht ungenau und aufgrund der notwendigen langen Messzeit (5-8 min) auch schnell unbequem
  • im Ohr – ein spezielles Ohrthermometer misst die Infrarotstrahlung im Gehörgang bzw. am Trommelfell und bestimmt auf dieser Grundlage die Temperatur im Körperinnern. Vorteilhaft ist die kurze Messzeit (wenige Sekunden), nachteilig ist die Notwendigkeit zur genauen Platzierung des Thermometers. Zudem kommt es bei einer Mittelohrentzündung zu Meßfehlern. Achtung: Die Messung im Ohr darf nur mit speziellen Ohrthermometern erfolgen! Herkömmliche, stabförmige Glas- oder Digitalthermometer dürfen nicht in den Gehörgang eingeführt werden, da sonst Verletzungsgefahr droht!
  • auf der Hautoberfläche – moderne Sensorthermometer werden über die Haut an Stirn oder Schläfe gerollt, um die Körpertemperatur zu ermitteln – allerdings sind die Messwerte häufig ungenau.

Was beim Fiebermessen noch zu beachten ist:

  • Ruhe vor + während dem Messen: Die Körpertemperatur erhöht sich auch durch körperliche Anstrengung. Deshalb sollten
  • Pause nach dem Essen bzw. Trinken: Heiße bzw. kalte Getränke und Speisen können zu Messfehlern führen. Wenn der Erkältungspatient also eine Tasse heißen Tee getrunken hat, sollten Sie mit der Messung warten – insbesondere wenn sublingual gemessen wird.
  • Regelmäßige Kontrolle bei hohem Fieber: Bei Fieberwerten von 39°C sollte die Temperatur regelmäßig, alle 2-3 Stunden kontrolliert werden. Nehmen Sie am besten einen Zettel und legen Sie eine Liste an, in der Sie jeweils Uhrzeit und Messwert erfassen.

Achtung: Bei Säuglingen und Kleinkindern empfiehlt es sich, die geeignetste altersgerechte Messmethode mit Ihrem Kinderarzt abzusprechen!

Frieren bzw. Schüttelfrost

Frieren und Schüttelfrost sind typische Begleiterscheinungen von entzündlichen Erkrankungen, die Fieber nach sich ziehen und somit ein klassisches Erkältungssymptom. Wer erkältet ist, hat oft ein gesteigertes Kälteempfinden und friert auch in Räumen, die andere Menschen als angenehm empfinden. Beim Schüttelfrost kommt zusätzlich ein unwillkürliches Zittern hinzu, vor allem an Rücken, Oberschenkeln und – daher das typische Zähneklappern – Kaumuskulatur. Die Muskelkontraktionen dienen, wie beim normalen Frieren, der Wärmeerzeugung, sprich einem Anstieg der Körpertemperatur. Diese Fieberreaktion ist ein Teil der natürlichen Abwehrreaktion des Körpers.

Frieren und Schüttelfrost können auch Begleiterscheinungen einer erkältungsbedingten Untertemperatur sein.

Heiserkeit

Die Heiserkeit (Dysphonie) gehört ja – neben Husten und Schnupfen – zum klassischen Dreiklang der Erkältungssymptome. Dabei wird die Stimme leiser als gewöhnlich, klingt rau, kratzig, belegt oder krächzend – und manchmal bleibt sie auch ganz weg. Die Ursache hierfür sind, wieder einmal, die Erkältungsviren, die von der bereits entzündeten Rachenschleimhaut zu den Stimmlippen wandern.

Am wichtigsten ist es in diesem Fall, die Stimme zu schonen, also so wenig wie möglich zu sprechen, und viel zu trinken.

Hoher Puls

Ein erhöhter Puls ist eine typische Begleiterscheinung von Erkältungen

Ein erhöhter Puls ist eine typische Begleiterscheinung bei Erkältungen

Ein erhöhter Pulsschlag zeigt an, dass das Herz schneller schlägt als gewöhnlich und somit das Blut schneller durch den Körper pumpt. Dabei fühlt man sich häufig unwohl – irgendwie unruhig und zugleich schwach. Eine solche Erhöhung der Herzfrequenz (Tachykardie) ist eine typische Begleiterscheinung von Erkältungen, insbesondere bei abklingendem Fieber. Dabei bemüht sich der Körper, durch Gefäßweitung und Schwitzen Wärme abzugeben und die Körpertemperatur wieder auf Normalwert abzusenken:

  • Zum einen ist aufgrund der geweiteten Gefäße mehr Druck erforderlich, um das Blut hindurch zu pumpen.
  • Zum anderen muss der Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen durch einen verstärkten Flüssigkeitstransport über die Blutbahn ausgeglichen werden.

Wer sich während einer Erkältung nicht schont, sondern weiterhin geistig oder körperlich anstrengt, verursacht seinem Körper zudem zusätzlichen Stress, was ebenfalls zu einer gesteigerten Pulsfrequenz führen kann.

Husten

Der Husten (Tussis) ist – neben Schnupfen und Heiserkeit – eines der drei vielzitierten, klassischen Erkältungssymptome. Man unterscheidet Husten mit Auswurf sowie trockenem Reizhusten.

Husten bei ErkältungDas Husten ist eine Reflexhandlung, die der Reinigung der Atemwege dient und von einem Nervenreiz ausgelöst wird: rasches Einatmen –> Kehlkopfverschluss –> Kontraktion der Atemmuskeln (was einen Druck auf Bronchien und Kehlkopf erzeugt) –> Kehlkopföffnung –> abruptes Ausstoßen der Luft. Unterstützt wird das Husten vom Zwerchfell sowie den Bauch- und Rückenmuskeln.

Husten mit Auswurf

Der Auswurf (Sputum), den der Husten hervorbringt, besteht vor allem aus den Absonderungen der Atemwegsschleimhaut und enthält zudem abgestorbene Zellen, Krankheitserreger und Staubteilchen. Bei einer Erkältung ist der Auswurf gewöhnlich weiß, eine gelb-grüne Färbung kann auf akute bakterielle Infektionen mit Eiterbildung hinweisen. Gelegentlich zeigt der Auswurf auch eine rostbraune Färbung oder geringfügige Bluteinsprengsel.

Wenn man einmal alle ästhetischen Befindlichkeiten beiseite nimmt, muss man der Natur zugestehen, dass der Hustenmechanismus eine geniale Selbstreinigungsfunktion unseres Hals-Rachen-Raumes darstellt! Insofern sollte man das Abhusten nicht medikamentös unterdrücken (gewöhnlich nur zur Nacht, um besser schlafen zu können), sondern eher durch schleimlösende Präparate unterstützen.

Bluthusten bei Erkältung

Wenn man davon spricht, dass jemand ‚Blut hustet‘, meint man normalerweise nicht das Aushusten großer Blutmengen (ein absoluter Notfall, der sofortige Behandlung erfordert), sondern das Auftreten von Blutbeimischungen im Hustensekret (Hämoptyse) bzw. eine rostbraune Färbung des Sekrets.

Grund hierfür sind Verletzungen im Hals-Rachen-Bereich: Bei starkem Husten kann die ohnehin durch die Entzündung geschwächte Bronchialschleimhaut winzige Risse erleiden, durch die dann kleine Blutfäden austreten und mit dem Sputum hinausbefördert werden.

Reizhusten bei Erkältung

Der Reizhusten ist ein ‚trockener‘ Husten, bei dem kein Auswurf aus dem Hals-Rachen-Raum nach draußen befördert wird. Der Reizhusten verursacht ein lautes, geradezu bellendes Geräusch.

Zu Beginn einer Erkältung versucht der Körper damit, die eindringenden Viren oder Bakterien abzuwehren – noch bevor die Schleimhäute die Sekretproduktion gesteigert haben. In der Regel setzt die vermehrte Schleimproduktion jedoch nach 1-2 Tagen ein, worauf der bislang ‚unproduktive‘ trockene Husten in einen ‚produktiven‘ Husten mit Auswurf übergeht.

Trockener Husten (nach Erkältung)

Häufig kommt es vor, dass auch nach dem Ausheilen der Erkältung und dem Abklingen der übrigen Symptome ein hartnäckiger trockener Husten bestehen bleibt. Der Grund hierfür ist die Überreizung der Schleimhaut durch die soeben durchlebte Erkrankung.

kein Geschmack / Geschmacksverlust

Wer erkältet ist, hat oft nicht einmal am Essen Spaß: Was man auch probiert, es schmeckt nach nichts! Schuld an dieser Verringerung bzw. an dem vollständigen Verlust des Geschmackssinns ist nicht etwa der häufig auftretende weißliche Belag auf der Zunge (über die Zunge nehmen wir ohnehin nur fünf Geschmacksrichtungen war), sondern vielmehr die Nase!

In der Nasenschleimhaut befinden sich Riechepithel, die mit Rezeptoren für chemische Geruchs- und Geschmacksstoffe ausgestattet sind. Diese können bis zu 400 verschiedene Aromen wahrnehmen und signalisieren dann dem Gehirn bspw.: „Mhm, lecker Erdbeere in Schokolade!“ Bei einer entzündeten und zugeschwollenen Schnupfennase ist diese Funktion eingeschränkt und so führt die Einschränkung des Geruchssinns (Hyposmie) letztlich dazu, dass man nichts mehr schmeckt.

Lymphknoten

Schmerzende und vergrößerte Lymphknoten sind ein klassisches Erkältungssymptom. Sie finden sich vor allem:

  • vor und hinter den Ohren,
  • unter dem Unterkiefer,
  • seitlich am Hals und
  • über dem Schlüsselbein.
Vergrößerte Lymphknoten sind ein Erkältungssymptom

Vergrößerte Lymphknoten sind ein Erkältungssymptom

Die Lymphknoten bilden quasi die Filterstationen innerhalb des Lymphgefäßsystems, das ein wichtiger Baustein der körpereigenen Immunabwehr ist. Sie sind in die Lymphgefäße integriert und filtern die darin fließende Lymphflüssigkeit. Lymphknoten sind kugelförmige Gebilde mit einer Größe von 5-10 mm, im Halsbereich auch bis zu 20 mm. Bei einem gesunden Menschen sind sie damit kaum wahrnehmbar und lassen sich höchstens an der Leiste als kleine Knötchen ertasten.

Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, vermehren sich die in den Lymphknoten befindlichen weißen Blutzellen (Lymphozyten) und greifen die Eindringlinge an. Diese Abwehrreaktion ist so intensiv, dass es zum Anschwellen der Lymphknoten auf 1-1,5 cm Größe kommt (Lymphadenopathie). Sie lassen sich somit leicht durch die Haut ertasten und reagieren schmerzhaft auf Berührungen.

Nachtschweiß bei Erkältung

Wenn bei einer Erkältung Fieber auftritt, ist das Schwitzen eine typische Begleiterscheinung. Häufig kommen die Schwitzattacken auch nachts, wenn die Immunabwehr auf vollen Touren arbeitet.

Daher ist es bei einer Erkältung besonders wichtig, für ein gesundes Schlafklima zu sorgen:

  • Für frische Luft sorgen – am besten vor dem Schlafengehen einige Minuten Stoßlüften.
  • Schlafräume nicht überheizen – ideal sind Temperaturen von 16-18°C.
  • Keine zu dicken Decken – ein Erkältungspatient braucht eine ausreichend, aber nicht übermäßig warme Bettdecke.
  • Geeignete Bettwäsche aufziehen – auch hier sind natürliche Materialien oder Mischgewebe besser geeignet als reine Synthetik-Stoffe.
  • Geeignete Nachtwäsche tragen – vorteilhaft sind Baumwolle, Baumwoll-Mischgewebe oder Mikrofaser, die den Schweiß aufnehmen.
  • Das Bett nach dem Aufstehen gründlich lüften – das Kissen aufschütteln und die Bettdecke zurückschlagen (wer ein Bettgestell mit hohem Fußende hat, kann die Decke dort aufhängen – ansonsten auch über einen Wäscheständer breiten), damit auch Laken und Matratze trocknen und auslüften können.
  • Nacht- und Bettwäsche regelmäßig wechseln und waschen, bei starkem Schwitzen u.U. auch täglich.

Nase

Die Nase bzw. die Nasenschleimhäute sind bei einer Erkältung in der Regel mitbetroffen. Die Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) führt zum Anschwellen der Schleimhäute sowie zur verstärkten Produktion von Nasensekret. Wenn dieses nicht abfließen kann, kommt es zu einer ‚verstopften Nase‘. Daneben können folgende Symptome auftreten:

Niesen bei Erkältung

Ha-ha-haptschi! Das Niesen gehört zu den klassischen Schnupfensymptomen. Dabei löst die Entzündung der Nasenschleimhaut einen Niesreiz aus. Dieser führt dazu, dass unwillkürlich und explosionsartig Luft durch Nase und Mund ausgestoßen wird. Zusammen mit der Luft wird auch Nasensekret einschließlich der darin befindlichen Erreger ausgestoßen – Stichwort: Tröpfcheninfektion.

Nasenbluten bei Erkältung

Eine Erkältung erhöht das Risiko für kleine Gefäßrisse in der Nase

Eine Erkältung erhöht das Risiko für kleine Gefäßrisse in der Nase

Nasenbluten (Epistaxis) tritt auf, wenn eines der unzähligen kleinen Blutgefäße im Naseninneren platzt. Die entzündlichen Prozesse bei einer Erkältung lassen die Nasenschleimhaut anschwellen und erhöhen somit das Risiko für kleine Gefäßrisse – da reicht mitunter heftiges Naseschnäuzen, um einen Blutstrom auszulösen.

Das Nasenbluten-Risiko steigt auch, wenn die Nasenschleimhaut austrocknet und dadurch leichter kleine Risse bekommt. Ursache hierfür ist zum einen zu trockene Raumluft (gerade im Winter durch verstärktes Heizen), zum anderen aber auch die übermäßige Verwendung abschwellender Nasensprays.

Auch wer unter einer verstopften Nase leidet, diese beim Schnäuzen nicht freizubekommen meint und daher – pardon, aber so etwas soll es ja geben! – mit dem Finger nachbohrt, um eingetrocknetes Nasensekret zu lösen, kann dadurch schnell die empfindlichen Naseninnenwände verletzen und Nasenbluten auslösen. Insofern sei vom ‚Nasebohren‘ nicht nur aus ästhetischer, sondern auch aus medizinischer Sicht dringendst abgeraten.

Aus der Nase quellendes Blut sieht zwar erst einmal bedrohlich aus, ist aber in den meisten Fällen harmlos und klingt von selbst wieder ab. Was Sie bei Nasenbluten tun sollten:

  • aufrecht hinsetzen,
  • den Kopf nach vorne beugen, damit das Blut abfließen kann (nicht nach hinten neigen, wie es früher oft hieß!),
  • einige Minuten mit Daumen und Finger den betroffenen Nasenflügel (bzw. beide) fest zudrücken,
  • mit einer Kompresse oder einem mit Kaltwasser befeuchteten Handtuch kühlen,
  • ruhig atmen – bald ist es vorbei.

Gelber Schleim bei Erkältung

Natürlich gehört es nicht zum guten Ton, sich in ein Taschentuch zu schnäuzen und das Ergebnis in aller Öffentlichkeit zu bewundern. Im heimischen Kämmerlein kann man dies jedoch durchaus tun – so viel wissenschaftliche Neugier sei gestattet, und sei es nur, um bei einem Arztbesuch bei Bedarf konkret Auskunft geben zu können!

Sneezing.

Schauen Sie bei Gelegenheit in Ihr Taschentuch

Wer den Blick ins Taschentuch wagt, wird feststellen, dass sich Farbe und Konsistenz des Nasensekret im Laufe der Erkältung verändern: Häufig ist es zu Beginn sehr dünnflüssig und klar, später dann zähflüssiger und weißlich, gelblich oder grünlich. Verursacht wird das Farbspiel durch die sich verändernde Zusammensetzung des Nasensekrets – ähnlich wie bei dem Auswurf, der häufig beim Husten emporgebracht wird.

Eine häufige Faustregel besagt, dass gelber oder grüner Nasenschleim auf eine eitrige, durch Bakterien ausgelöste Entzündung und damit auf eine evt. notwendige Behandlung mit Antibiotika hinweist. Zwar finden sich in gelb- oder grüngefärbtem Nasensekret tatsächlich häufiger Bakterien als im klaren Sekret – jedoch bei weitem nicht immer. Insofern ist gelber Schleim ein mögliches Indiz, aber noch lange kein zweifelsfreier Hinweis auf eine Bakterieninfektion.

Grüner Schleim bei Erkältung

Für den grünen Nasenschleim gilt dasselbe wie für sein gelbes Pendant: Er kann mit einiger, aber nicht abschließender Wahrscheinlichkeit auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

wunde Nasenflügel bei Erkältung

Die entzündlichen Prozesse im Inneren der Nase wie auch die wiederholte mechanische Reizung der Nasenflügel durch das häufige Naseputzen führen häufig zu einer wunden, geröteten Nase. Das sieht zum einen nicht schön aus und ist zum anderen auch recht schmerzhaft.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich daher Taschentücher mit glatter Oberfläche zu verwenden (statt ersatzweise zu Küchenrolle, Serviette o.ä. zu greifen), ggf. auch Taschentücher mit zusätzlichen Pflege-Bestandteilen wie bspw. Aloe Vera.

Zum anderen helfen Heilsalben – sowohl präventiv wie auch zur Förderung eines schnellen Abheilens der wunden Nase.

Erkältung ohne Schnupfen?

Obwohl der Schnupfen ein klassischer Bestandteil der Erkältung ist, muss er jedoch nicht zwingend auftreten. Es ist durchaus möglich, dass sich die Erkältungssymptome auf den Rachenraum (Husten, Halsschmerzen), generelle Mattigkeit und ggf. Fieber beschränken.

Zudem ist es nicht selten, dass hinter einer vermeintlichen ‚Erkältung ohne Schnupfen‘ eine handfeste Grippe steckt: Wenn sich der Allgemeinzustand also schnell verschlechtert, man plötzlich heftige Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber bekommt, sollte man dies in jedem Fall mit dem Arzt abklären!

Ohren

Häufig werden die Ohren bei einer Erkältung in Mitleidenschaft gezogen

Häufig werden die Ohren bei einer Erkältung in Mitleidenschaft gezogen

Obwohl es sich bei einer Erkältung vor allem um eine Funktion der oberen Atemwege handelt, werden häufig auch die Ohren in Mitleidenschaft gezogen. Verursacht wird dies dadurch, dass der Nasenrachenraum (Nasopharynx) über die Eustachi’sche Röhre (auch: Ohrtrompete) mit dem Mittelohr verbunden ist. Der Nutzen dieser Verbindung liegt darin, dass sie einen Druckausgleich ermöglicht – so kann man den beim Start eines Flugzeugs auftretenden, unangenehmen Unterdruck in den Ohren durch eine Schluckbewegung beseitigen. Andererseits ist diese Verbindung ursächlich dafür, dass Erkältungssymptome auch die Ohren betreffen und auch Krankheitserreger in die Ohren wandern können (wo sie gerade bei Kindern häufig eine Mittelohrentzündung auslösen). Neben den im folgenden genannten Symptomen können auch Ohrenschmerzen auftreten!

„Ohren zu“ bzw. Druck auf den Ohren bei Erkältung

Bei Erkältungen verspürt man manchmal das merkwürdige Gefühl, dass die Ohren irgendwie ‚zu‘ sind. In medizinischer Hinsicht handelt es sich dabei um eine Störung des Druckausgleichs zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum. Ausgelöst wird dieser durch:

  • eine Verengung bzw. den Verschluss des im Nasenrachenraum gelegenen Eingangs der Eustachi’schen Röhre, verursacht durch die entzündungsbedingte Schwellung der Rachenschleimhaut,
  • erkältungsbedingt verstopfte Nasennebenhöhlen und/oder
  • erkältungsbedingt gestörte Nasenatmung.

Achtung: Bei Erkältung lieber nicht ‚Ohren durchpusten‘! Wenn die Ohren zu sind, wird sonst häufig empfohlen, die Nase zuzuhalten, den Mund zu schließen und Druck aufzubauen, so dass man – mangels anderer Öffnungen – quasi ‚durch die Ohren‘ pustet (auch als Valsava-Methode bekannt). Bei einer Erkältung besteht dabei jedoch eine erhöhte Gefahr, Krankheitserreger vom schon infizierten Nasenrachenraum in das Mittelohr zu befördern und dort eine Mittelohrentzündung auszulösen!

Besser ist es daher, einen Druckausgleich durch Gähnen oder Schlucken herbeizuführen. Auch die kombinierten Kau- und Schluckbewegungen beim Kaugummi-Kauen können Linderung verschaffen.

Knacken im Ohr bei Erkältung

Ein Knacken im Ohr ist normalerweise eine Begleiterscheinung des Druckausgleichs, aber auch ein mögliches, wenn auch eher untypisches Erkältungssymptom. Es kann ein mögliches Anzeichen einer beginnenden Mittelohrentzündung sein.

Ohrensausen bzw. Rauschen im Ohr bei Erkältung

Störende Ohrgeräusche, also Geräusche die nicht von außen in das Ohr dringen, sondern im Ohr selbst erzeugt werden, bezeichnet man als Tinnitus. Niederfrequente Geräusche (also in einer ‚tiefen‘ Stimmlage) werden häufig als Ohrensausen, Rauschen, Rattern oder Motorgeräusch beschrieben. Auch Tinnitus kann durch eine Störung des Druckausgleichs über die Eustachi’sche Röhre verursacht werden.

Tinnitus bzw. Pfeifen und Piepen im Ohr bei Erkältung

Pfeif- oder Piepgeräusche in mittleren und hohen Frequenzbereichen, die ständig andauern oder wiederholt auftreten, sind eine weitere Variante des Tinnitus.

Schmerzen

Augenschmerzen bei Erkältung

Augenschmerzen können bei Erkältungen auftreten, wenn:

  • die Nasennebenhöhlen entzündet sind, was häufig mit Schmerzen und Druckgefühl (das sich beim Bücken verstärkt) im Gesicht einhergeht – auch zwischen und um die Augen, oder
  • die Entzündung über die Tränenkanäle nach oben gewandert ist und eine leichte Bindehautentzündung ausgelöst hat. In diesem Fall sind die Augen gerötet, sie jucken und brennen.

Brustschmerzen bei Erkältung

Schmerzen in der Brust können schnell Angst machen – schließlich sitzt dort ja das Herz! Auch bei einer harmlosen Erkältung kann es gelegentlich zu einem Ziehen, Stechen, Brennen oder Druckgefühl in der Brust kommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Erkältungspatient über einen längeren Zeitraum heftig husten muss und damit die Atemmuskeln in Zwerchfell und Brustkorb stark beansprucht. Dies kann zu Verspannungen und Schmerzen im Brustbereich (und auch im Rücken) führen.

Treten die Schmerzen jedoch vor allem beim Einatmen auf, kann dies auf eine Ausweitung der Infektion auf Luftröhre, Bronchien oder sogar Lunge hindeuten – ein Arztbesuch ist in diesem Fall dringend anzuraten!

Gelenkschmerzen bei Erkältung

Gelenkschmerzen (Arthralgien) werden – zusammen mit Muskelschmerzen (Myalgien) und Knochenschmerzen (Ostalgien) – häufig unter dem Begriff der Gliederschmerzen zusammengefasst. Verursacht werden sie durch die Ausschüttung von Botenstoffen im Immunabwehrprozess, die als Schmerzverstärker fungieren.

Gliederschmerzen bei Erkältung

Gliederschmerzen bei ErkältungObwohl es sich bei einer Erkältung um eine Erkrankung der oberen Atemwege handelt, können dabei auch Gliederschmerzen auftreten. Mit diesem Begriff beschreibt man eine Mischung von Schmerzen in den Muskeln, Gelenken und Knochen von Armen und/oder Beinen, die von einem leichten Ziehen bis zu starkem Schmerz reichen können.

Die Ursache ist die Immunabwehr, die auf Hochtouren läuft. Dabei werden u.a. Prostaglandine ausgeschüttet. Diese Botenstoffe erhöhen zum einen die Körpertemperatur, um den Heilungsprozess anzukurbeln (-> Fieber), erhöhen aber gleichzeitig die Schmerzempfindlichkeit des Körpers.

Halsschmerzen bei Erkältung

Wer kennt es nicht – dieses verdächtige Kratzen im Hals, das schon ahnen lässt, dass es demnächst in satte Halsschmerzen übergehen wird. Verursacht werden die Schmerzen durch die Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis).

Wer einmal bei guter Beleuchtung mit geöffnetem Mund in den Spiegel schaut, kann die entzündungsbedingte Rötung des Rachens deutlich sehen.

Vorsicht jedoch bei Schluckbeschwerden: In diesem Fall sollte ein Arzt abprüfen, ob eine Mandelentzündung (Tonsillitis) vorliegt.

Kieferschmerzen bei Erkältung

Wenn bei einer Erkältung Kieferschmerzen auftreten, steckt meistens eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, insbesondere der Kieferköhlen (Sinus maxillaris) dahinter. Diese Hohlräume liegen direkt über Zähnen und Kiefer, so dass schmerzhafte entzündliche Prozesse dort häufig als Schmerzen im Zahn- und Kieferbereich wahrgenommen werden.

Kopfschmerzen bei Erkältung

Kopfschmerzen sind eine typische Begleiterscheinung bei Erkältungen. Ausgelöst werden können sie durch verschiedene Prozesse:

  • Die Entzündung der Nasenschleimhäute verhindert, dass das Nasensekret abfließt – die Nase ist, wie man so schön sagt, verstopft! Die verstopfte Nase führt zu einer Druckveränderung und diese wiederum zu Kopfschmerzen. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Entzündung auch auf die Nasennebenhöhlen ausbreitet und sich dort Verstopfungen bilden.
  • Zudem können auch Zytokine, d.h. im Zuge der Immunabwehr freigesetzte Eiweiße, Kopfschmerzen auslösen.

Nierenschmerzen bei Erkältung

Nierenschmerzen gehören nicht zu den klassischen Erkältungssymptomen. Ist tatsächlich die Niere der Schmerzauslöser, so kann dies ein Warnzeichen für eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder eine Nierenkolik sein. Kommen Fieber und Schmerzen beim Wasserlassen dazu, sollte dies durch einen Arzt abgeprüft werden.

Bei einer Erkältung ist der vermeintliche Nierenschmerz jedoch häufig tatsächlich ein Muskelschmerz -> siehe Rückenschmerzen.

Ohrenschmerzen bei Erkältung

Aufgrund der bestehenden Verbindung zwischen Ohren und Nasen-Rachen-Raum kommt es bei einer Erkältung manchmal auch zu Ohrenschmerzen, häufig in Verbindung mit einem unangenehmen Druckgefühl und/oder Ohrensausen. Länger anhaltende Schmerzen können ein Anzeichen einer Mittelohrentzündung sein.

Rückenschmerzen bei Erkältung

Rückenschmerzen gehören nicht zu den klassischen Erkältungssymptomen, können aber als unspezifische Begleiterscheinung einer Erkältung auftreten. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Überstrapazierung der Rückenmuskeln durch länger anhaltenden Husten: Am stärksten betroffen ist hiervon in der Regel der sog. Hustenmuskel (Musculus latissimus dorsi), der beidseits vom Schulterblatt zum oberen Beckenrand verläuft.
  • muskuläre Verspannungen aufgrund des erkältungsbedingt schlechteren Nachtschlafes
  • muskuläre Verspannungen aufgrund von krankheitsbedingten Schonhaltungen

Zahnschmerzen bei Erkältung

Bei einer Erkältung, insbesondere bei einer Sinusitis, können gelegentlich auch Zahnschmerzen auftreten. Aufgrund der unmittelbaren Nähe von Kieferhöhle und Zahnleisten strahlen die entzündungsbedingten Schmerzen auch in den Kiefer- und Zahnbereich aus. Zudem können die Schwellungen in den Kieferhöhlen auch direkten, schmerzhaften Druck auf die Zahnwurzeln des Oberkiefers ausüben.

Zahnarzt Dr. Jan Linneweber

Experten-Tipp: Dr. Jan Linneweber (Zahnarzt Bremerhaven)

Bei einem Virusinfekt der oberen Atemwege können auch Erkältungszahnschmerzen die Folge sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich die Rhinitis zur Sinusitis ausweitet, d.h. wenn die Infektion von den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraums auf die Nasennebenhöhlen übergreift.

Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um ein verzweigtes System von knöchernen Hohlräumen im Gesichtsbereich, die u.a. an den Oberkieferknochen angrenzen. Die Spitzen der im Oberkiefer verankerten Zahnwurzeln reichen bis an bzw. in diese Hohlräume. Auch bei einer Mittelohrentzündung (Otisis media) kann es zu einem Übergreifen der Krankheitserreger auf die Nasennebenhöhlen und damit zur Entstehung einer Sinusitis kommen.

Bei einer Sinusitis kommt es zum Anschwellen der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen und zur verstärkten Sekretbildung. Dies führt nicht nur zu Druckgefühlen im Gesichtsbereich, sondern auch zu spürbarem Druckschmerz im Bereich der Zahnwurzeln. Häufig verstärkt sich dieser Erkältungszahnschmerz durch körperliche Aktivität, insbesondere beim Vorwärtsbeugen. Körperliche Schonung, möglichst Bettruhe und die Anwendung von Hausmitteln oder Erkältungsmedikamenten können diese Symptome spürbar lindern.

Sollte der Erkältungszahnschmerz nach dem Abklingen der übrigen Erkältungssymptome bzw. der Ohrenschmerzen weiter bestehen, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Zum einen kann die Entzündung der Schleimhäute im Bereich der Nasennebenhöhlen auf das Knochengewebe des Oberkiefers übergreifen. Zum anderen schwächen entzündliche Prozesse des Nasen-Rachenraums das Immunsystem und können so der Entstehung und Ausweitung von Entzündungen im Zahn- und Kieferbereich Vorschub leisten.

Hier finden Sie noch mehr Informationen über Zahnschmerzen bei Erkältung.

Schwitzen bei Erkältung

Das Schwitzen geht in der Regel mit Fieber einher und ist somit ein natürliches Element der körpereigenen Immunabwehr. Wenn der Körper nach einem Fieberschub seine Temperatur wieder nach unten regulieren will, aktiviert er die Schweißdrüsen. Das von diesen produzierte klare, wässrige Sekret bildet Schweißtropfen bzw. einen Schweißfilm auf der Haut. Der frische Schweiß ist übrigens völlig geruchsfrei – vor allem aber gibt er beim Trocknen Körperwärme an die Umgebung ab und hilft so, die Körpertemperatur abzusenken.

  • Wie funktioniert das Schwitzen? Dahinter steckt der physikalische Prozess der Verdunstung. Durch den Übergang der Wassertröpfchen vom flüssigen in den gasförmigen Zustand entsteht Verdunstungskühle. Je höher die Temperatur und je geringer die Luftfeuchtigkeit, desto schneller läuft dieser Prozess ab – d.h. desto schneller trocknen die Schweißtröpfchen auf der Haut und geben dabei Körperwärme an die Umgebung ab.

Untertemperatur bei Erkältung

Die normale Körpertemperatur eines gesunden Erwachsenen liegt bei 36,3 – 37,4 °C. Wenn die gemessene Temperatur (-> Richtig Fiebermessen) darunter sinkt und 35°C unterschreitet, spricht man von einer Untertemperatur. Wenn dies der Fall ist, leidet der Erkältungspatient zumeist auch über Schüttelfrost und Kopfschmerzen.

Gerade zu Beginn einer Erkältung tritt gelegentlich eine Untertemperatur auf. Begründet wird dies durch die Immunabwehr des Körpers: Während bestimmte Botenstoffe bereits versuchen, die Körpertemperatur zur besseren Bekämpfung der Erreger hochzuregeln, bemühen sich andere Instanzen noch, den Sollwert zu halten. Sie verengen die Gefäße, insbesondere in den Extremitäten, und erreichen damit eine verminderte Durchblutung und eine Abkühlung der Haut.

Auch nach dem Abklingen eines Fiebers oder einem Fieberschub mit starkem Schwitzen kann es kurzfristig zu einer Untertemperatur kommen, die sich jedoch normalerweise bald wieder auf Normalniveau einpendelt.

Übelkeit bei Erkältung

Übelkeit kann eine Begleiterscheinung einer Erkältung sein

Übelkeit kann eine Begleiterscheinung einer Erkältung sein

Eine leichte Übelkeit (Nausea) kann durchaus eine Begleiterscheinung einer Erkältung sein.

Länger anhaltende Übelkeit kann jedoch auch auf Erkrankungen hinweisen, die Sie unbedingt ärztlich abklären sollten:

  • Übelkeit in Verbindung mit Erbrechen und Durchfall => möglicherweise eine Infektion des Magen-Darm-Traktes, wie sie bei einem erkältungsgeschwächten Immunsystem häufig auftritt
  • Übelkeit in Verbindung mit Schwindel und Ohrenschmerzen => möglicherweise eine Mittelohrentzündung

Hinweise für besondere Lebensabschnitte: Schwangere, Stillende und Kinder

Was sollten Sie bei einer Erkältung in der (Früh-)Schwangerschaft beachten?

Keine Panik bei einer Erkältung in der Schwangerschaft

Keine Panik bei einer Erkältung in der Schwangerschaft

Gerade Mütter, die ihr erstes Kind bekommen, erschrecken häufig schnell, wenn sie krank werden: Schadet das etwa dem Kind? Daher sei hier gleich vorweggesagt: Wenn Sie schwanger sind und plötzlich husten und niesen müssen, ist das kein Grund zur Panik!

Erkältungen treten während der Schwangerschaft häufiger als normal auf. Ihr Körper muss ja nicht nur Sie, sondern auch das Kind schützen. Das beansprucht das Immunsystem, so dass für Viren und Bakterien einfacher bis zu Ihnen durchzudringen können.

Jedoch ist eine Erkältung in der Schwangerschaft besonders unangenehm und belastend. Werdende Mütter sind ja nicht nur starken körperlichen und hormonellen Veränderungen ausgesetzt, sondern durchleben auch intensive seelische Prozesse. Da kann selbst leichter Husten und Schnupfen schon aufs Gemüt schlagen. Da tut es gut zu wissen, dass eine Erkältung Ihrem Kind nicht schadet!

Hier eine kleine Übersicht, welche Auswirkungen eine Erkältung auf Ihr Kind haben kann:

  • Die Erkältungsviren befallen lediglich die oberen Atemwege der Mutter – ihr Kind kann sich im Mutterleib nicht erkälten! Das Immunsystem der Mutter läuft auf Hochtouren und produziert in der Regel genügend Abwehrstoffe. Diese kommen Ihrem Kind auch nach der Geburt, über den sogenannten Nestschutz, zugute.
  • Erkältungen in der Frühschwangerschaft (1.-3. Monat) sollte besonders schonend behandelt werden. Diese Phase ist sehr kritisch für die kindliche Entwicklung. In dieser Zeit bilden sich so gut wie alle wichtigen Organe und Strukturen aus. Lassen Sie sich deshalb von Ihrem Arzt beraten, welche Mittel Sie einnehmen und welche schädlich für die kindliche Entwicklung sein können.
  • Normales Niesen und Husten erzeugt zwar Druck auf den Bauch, doch die Gebärmutter funktioniert wie ein Airbag. Das Baby spürt dabei also nur Schaukelwellen im Fruchtwasser.
  • Starker Husten dagegen senkt erheblich das Wohlbefinden der Schwangeren. Das kann im schlimmsten Fall frühzeitige Wehen auslösen oder gar eine Frühgeburt einleiten. Deshalb sind bei starkem Husten Ruhe und ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich!
  • Leichtes Fieber ist zwar unangenehm für die Schwangere, schadet dem Baby aber nicht.
  • Hartnäckiges oder hohes Fieber birgt die Gefahr von frühzeitigen Wehen oder einer Frühgeburt. Kommen zum Fieber Bauchschmerzen hinzu, kann es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen. Hohes und anhaltendes Fieber sollte daher spätestens nach zwei Tagen von einem Arzt behandelt werden!

So gelten in der Schwangerschaft ähnliche Verhaltensmaßregeln wie sonst:

  • Gönnen Sie sich so viel Ruhe wie nur möglich!
  • Trinken Sie zudem mindestens zwei Liter am Tag und nehmen zusätzlich Vitamin C, Zink und Selen zu sich.
  • Ergreifen Sie möglichst schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung Maßnahmen zur Heilung: Auch wenn eine leichte Erkältung kein Problem in der Schwangerschaft darstellt, sollten Folgeinfektionen oder eine schwere Erkältung mit hohem Fieber nicht unterschätzt werden!

Es gibt jedoch auch Erkältungsmittel, die für Schwangere nicht geeignet sind:

  • Verzichten Sie möglichst auf Medikamente und ersetzen diese durch sanfte Hausmittel. Es heißt nicht umsonst: Das Kind isst, was Sie essen. Nach Aussage einiger Ärzte ist Paracetamol in geringer Dosis während der Schwangerschaft nicht schädlich und kann bei stärkeren Schmerzen eingesetzt werden.
  • Verzichten Sie auf heiße Erkältungsbäder oder Schwitzkuren! Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft kann die Hitze den Kreislauf zu stark belasten und vorzeitige Wehen auslösen.
  • Verzichten Sie auf ätherische Öle und Heilpflanzen, die Wehen fördern oder Früh- oder Fehlgeburten auslösen können. Dazu gehören: Salbei, Süßholzwurzel, Ginseng, Rosmarin, Thymian und Pfefferminze.

Erkundigen Sie sich vorab über Medikamente und Hausmittel bei Ihrer Hebamme, Ihrem Frauenarzt oder Heilpraktiker. Anregungen, womit Sie Medikamente ersetzen und auf welche Hausmittel Sie zurückgreifen können, sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.

Beschwerden herkömmliche Medikation Alternative für Schwangere
verstopfte Nase abschwellende Nasensprays Nasenspray auf Meerwasserbasis, Inhalieren mit Kamille, Nasenspülungen mit Kochsalzlösung, Kopf hoch lagern
Husten alkoholhaltige Hustentropfen, hustenlösende Präparate Hustensäfte auf pflanzlicher Basis mit Efeu oder Isländisch Moos, Zwiebelsaft, Kopf hoch lagern
Halsschmerzen Halsschmerztabletten mit leichter, örtlicher Betäubung Kartoffelwickel aus warmen Pellkartoffeln, Gurgeln mit Kamillentee
Ohrenschmerzen Ohrentropfen Säckchen mit kleingehackter, in der Pfanne ohne Butter erwärmter Zwiebel aufs Ohr legen
Kopfschmerzen Paracetamol, Aspirin Feuchter, kalter Lappen auf der Stirn, Zitronenwickel (in Zitronensaft getränktes Tuch) um den Kopf
Fieber Paracetamol, Aspirin Bettruhe, kühle Wadenwickel

Was ist in der Stillzeit zu beachten?

Das Kind kann beim Stillen nicht angesteckt werden

Das Kind kann beim Stillen nicht angesteckt werden

Leider sind auch stillende Frauen nicht vor Erkältungen gefeit. Häufig kommt dann die Frage auf, ob sie das Kind beim Stillen anstecken und das Stillen in dieser Zeit unterbrechen sollten. Insofern sei gleich gesagt:

Viren und Bakterien gelangen nicht über die Muttermilch zum Kind. Ganz im Gegenteil – das Baby bekommt mit der Muttermilch Antikörper. Die Milch enthält zahlreiche antimikrobielle, entzündungshemmende und immunstärkenden Stoffe, die den Säugling auf vielfache Weise vor Infektionskrankheiten schützen. Er profitiert in den ersten Monaten zudem vom sogenannten Nestschutz, einer Art Abwehrschild gegen Infektionen, das Sie ihm mitgegeben haben.

Auch für die Mutter ist das Stillen während einer Erkältung nicht schädlich. Sie benötigen jedoch viel Ruhe und sollten sich gut pflegen. Dabei gilt für Medikamente und Hausmittel das Gleiche beim Stillen wie während der Schwangerschaft. Im Zweifel sollten Sie stets Ihre Hebamme, Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren!

Worauf Sie noch achten sollten, wenn Sie Ihr Kind stillen und eine Erkältung bekommen:

  • Achten Sie auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung! Über die Milch liefern Sie Ihrem Kind alle nötigen Nährstoffe. Ihr Körper ist nun zusätzlich mit der Abwehr der Erkältung beschäftigt. Mit einer gesunden, vitaminreichen Kost unterstützen Sie ihn bestmöglich, damit er nicht auch noch auf Reserven zum Stillen zurückgreifen muss.
  • Trinken Sie zudem ausreichend, mindestens jedoch zwei Liter am Tag. Und kochen Sie sich eine leckere Hühnerbrühe.
  • Sogenannte warme Gewürze wie Ingwer, Koriander, Nelke, Basilikum und Rosmarin kräftigen zudem Ihren Körper und unterstützen die Milchbildung.
  • Auf Salbei sollte Sie jedoch unbedingt verzichten! Er kann zur Hemmung der Milchbildung führen.

Die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Ansteckung gelten bei Ihrem Kind ganz besonders. Auch wenn sich Ihr Kind nicht über die Muttermilch bei Ihnen anstecken kann, ist es dennoch möglich, dass die Erkältungsviren per Tröpfcheninfektion von der Mutter zum Kind übertragen werden. Also:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände.
  • Wenden Sie sich ab, wenn Sie husten oder niesen müssen.
  • Bei einer starken Erkältung können Sie beim Stillen auch eine Maske vor Mund und Nase tragen, die Sie in der Apotheke erhalten.

Wenn sich Ihr Baby trotzdem angesteckt hat:

  • Stillen Sie es normal weiter. Das beste Medikament für Ihr Kind ist nämlich Ihre Muttermilch.
  • Wenn Ihr Baby beim Trinken schnauft und Schwierigkeiten hat zu atmen, weil die Nase verstopft ist, halten Sie seinen Oberkörper aufrecht. So bekommt es besser Luft. Das geht am besten, wenn Sie sitzend stillen oder in der Seitenlage das Kind an die obere Brust nehmen.
  • Einige Hausmittel helfen auch Ihrem Kind, die lästigen Symptome einer Erkältung zu lindern. Diese werden im nächsten Abschnitt beschrieben.

Was ist bei Babys und Säuglingen bei einer Erkältung zu beachten?

Säuglinge sind besonders anfällig für Erkältungen

Säuglinge sind besonders anfällig für Erkältungen

Das Immunsystem eines Kindes muss sich nach der Geburt erst noch vollständig entwickeln. Es hat bei einem Baby zunächst nur 60% seiner späteren Gesamtstärke. Babys sind deshalb für Erkältungen besonders anfällig. Die meisten Kinder erwischt es zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat zum ersten Mal. Vorher sorgt der sogenannte Nestschutz, den die Mutter den Kleinsten mitgibt, noch für ausreichend Abwehr.

Am häufigsten tritt bei Babys und Säuglingen ein Schnupfen auf. Aber auch Husten, Halsweh und Fieber können hinzukommen. Dabei gilt bei Neugeborenen schon eine Temperatur ab 37,8°C bei rektaler Messung als Fieber. Jedoch hat eine Erkältung durchaus auch etwas Positives und gehört zum Großwerden dazu gehört – sie stärkt nämlich die Abwehrkräfte. Trotzdem sind die Symptome gleichermaßen belastend für Kind und Eltern.

Bei Kleinstkindern ist auch ein Schnupfen eine ernst zu nehmende Krankheit. Sie wird Schnupfenkrankheit genannt. Die Kleinsten leiden besonders unter verstopften Nasen. Ihre Nasenhöhlen sind noch sehr fein und eng. Zudem atmen Babys fast ausschließlich durch die Nase. Luftholen und das Saugen und Trinken an Brust oder Flasche kostet somit viel Kraft. Bei manchen Babys kann das sogar dazu führen, dass sie das Trinken verweigern und sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert. Lagern Sie das Kind dann zum Stillen hoch und sorgen Sie mit sanften Hausmitteln für eine Linderung der Symptome. Hier einige Tipps, die den kleinen Patienten helfen:

  • Kuscheln, Liebe und Zuwendung – vor allem, wenn das Kind schreit – beruhigt und hilft dem Kind, die Unannehmlichkeiten leichter zu ertragen.
  • Frische Luft – vorausgesetzt, Ihr Kind hat kein Fieber und ist warm eingepackt – befreit die Atemwege und bringt Ihnen selbst Abwechslung und einen klaren Kopf.
  • Eine freie Nase schaffen:
    • Zwiebeldämpfe – schneiden Sie eine Zwiebel auf und legen Sie sie neben das Bett. Oder hacken Sie sie in kleine Würfel, füllen diese in eine Socke und hängen sie über die Wiege.
    • Muttermilch – ein alter Trick der Hebammen. Einige Tropfen Muttermilch in jedes Nasenloch geträufelt hilft beim Abschwellen der Schleimhäute.
    • Nasentropfen aus Kochsalzlösung spülen den Schleim heraus. Das Sekret kann auch mit speziellen Nasensaugern aus Apotheken entfernt werden.
    • Vaseline hilft gegen eine wunde, kleine Nase vom vielen Putzen.
  • Bei Husten:
    • Viel Flüssigkeit und frische Luft tun den Atemwegen gut.
    • Erhöhen Sie die Raumfeuchtigkeit, indem Sie Schalen mit Wasser auf die Fensterbretter über den Heizungen stellen oder feuchte Tücher auf die Heizung legen. Auch der Wäscheständer kann ruhig zum Trocknen ins Krankenzimmer.
    • Kühle Luft lindert akute Hustenanfälle. Setzen Sie sich mit dem kuschelig warm eingepackten Kind ans offene Fenster oder im Sommer auch für einige Minuten vor den geöffneten Kühlschrank.
  • Einen Arzt sollten Sie in folgenden Fällen aufsuchen:
    • Bei Babys unter 3 Monaten sollten Sie prinzipiell Ihre Hebamme oder Ihren Arzt konsultieren.
    • Bei starkem Husten, Fieber über 38,5 °C, Trinkverweigerung, Schreien, extremer Schlappheit, starken Atemproblemen und Dauerhusten gehen Sie bitte unbedingt und schnellstmöglich zum Kinderarzt!
    • Abschwellende Nasentropfen und andere Medikamente wie Hustensäfte oder fiebersenkende Mittel dürfen nur in Absprache mit dem Arzt und nie länger als drei Tage angewandt werden.
  • Vorsicht ist geboten mit Honig und ätherischen Ölen – diese Hausmittel sollten bei Babys nicht angewendet werden!

Auch für Sie als Eltern ist es anstrengend, wenn das Baby erkältet ist: Wenn Ihr Baby mit verstopfter Nase nicht schlafen kann, viel weint und quenglig ist, nutzen auch Sie jeden Moment, um sich auszuruhen. Legen Sie ein Nickerchen ein, wenn das Kleine schläft. Lassen Sie Hausarbeiten ruhig einmal liegen und nehmen Sie die Hilfe von Nachbarn, Freunden oder Angehörigen an, wenn diese auf die größeren Geschwister aufpassen können. Wenn möglich teilen Sie sich alle Arbeiten mit Partner oder Partnerin und sorgen Sie mit gesunder Ernährung und einem Spaziergang an frischer Luft auch gut für sich – Ihr Kind wird es Ihnen danken.

Kleinkinder und Erkältungen – was ist zu beachten?

Acht bis zwölf Erkältungen pro Jahr sind normal beim Kind

Acht bis zwölf Erkältungen pro Jahr sind normal beim Kind

Erkältungen sind lästig – und trotzdem gehören sie zum Kind sein dazu. Dabei sind acht bis zwölf Erkältungen pro Jahr bis zum Schulalter durchaus normal. Vor allem an manchen zwei- bis vierjährigen Kindern scheint keine Erkältung vorüber zu gehen. Der Grund dafür ist, dass Erkältungen von vielen verschiedenen Viren verursacht werden. Das Immunsystem der Kinder, das noch im Aufbau ist, muss dagegen erst noch Abwehrstoffe bilden.

Die meisten Kleinkinder gehen in Kindergärten oder zu Tagesmüttern und haben dort engen körperlichen Kontakt zu ihren Spielfreunden. Vor allem in geschlossenen Räumen ist dann die Ansteckungsgefahr groß. Da jeder Infekt gut zwei Wochen bis zur Abheilung braucht, entsteht schnell der Eindruck, die Kinder seien pausenlos oder gar chronisch krank, denn oft reihen sich gerade im Winter die Erkältungen lückenlos aneinander.

Die ersten Krankheitssymptome treten ein bis zwei Tage nach der Ansteckung auf: Ihr Kind niest, hustet und wird vor allem nachts unruhig. Es wirkt ermattet, trinkt oder isst schlecht. Es mag manchmal nicht einmal mehr spielen, sondern legt sich häufig aufs Sofa oder auf den Boden. Größere Kinder klagen über Halsschmerzen, ihnen tut der Kopf oder auch der ganze Körper weh. Auch Bauchschmerzen gehören dazu.

Behandeln Sie erste Erkältungsanzeichen möglichst frühzeitig. Sie helfen damit nicht nur Ihrem Kind. Auch für Sie ist ein krankes Kind immer eine Belastung. Und aus Rücksicht auf die Kindergartenfreunde sollten Sie Ihren Kleinen zu Hause behalten, damit nicht noch mehr angesteckt werden. Allerdings vertreten einige Eltern auch die gegenteilige Meinung – lieber gleich anstecken und so Abwehkräfte entwickeln.

Auch zunächst harmlose Erkältungen können sich schnell auf andere Organe ausdehnen und schwerwiegendere Folgen haben. So kommt es im Kindesalter häufig zu Mittelohrentzündungen nach Erkältungen oder Bronchitis mit starkem Husten.

Als Verhaltensmaßregeln für erkältete Kinder gilt:

  • Häufig möchten Kinder mit fiebrigen Erkältungen im Bett liegen. Bücher, kleine Hörspiele und ab und zu auch mal Fernsehen erleichtern die Langeweile beim Ruhen.
  • Einige Kinder sind trotz Erkältung munter und möchten spielen. Achten Sie dann am besten darauf, dass es nicht in Toben ausartet, sondern es ruhige Spiele sind (Eisenbahn spielen, Puppen bekochen, ein Puzzle machen, malen u.ä.).
  • Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken. So bleiben die Schleimhäute feucht und der Schleim kann sich besser lösen. Lauwarmes Wasser, Kräutertees und Säfte eignen sich besonders gut.
  • Bei Fieber ist regelmäßiges Trinken besonders wichtig! Die Flüssigkeit beugt dem Austrocknen des Körpers vor.
  • Frische Luft macht die Atemwege frei. Lüften Sie deshalb häufiger, aber achten Sie darauf, dass Ihr Kind gut zugedeckt oder vorübergehend in einem anderen Raum ist.
  • Wenn Ihr Kind kein Fieber hat, kann es warm angezogen auch für eine halbe Stunde im Freien spielen. Auch hier gilt jedoch: Es darf nicht getobt werden!

Die verstopfte Nase, Husten, Halsweh, Gliederschmerzen und Fieber können Sie mit den bewährten Hausmitteln lindern, die auch für Säuglinge empfohlen werden. Zu jeglichen anderen Hausmitteln und Medikamenten fragen Sie bitte Ihren Kinderarzt!

Bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes, bei hohem Fieber oder anderen Symptomen wie bspw. Ohrenschmerzen suchen Sie bitte sofort den Kinderarzt auf!

Erkältung bei Tieren

Erkältungen sind keine reine ‚Menschensache‘, auch Tiere sind nicht vor Virusinfektionen gefeit: So können bei unseren vierbeinigen Freunden Atemwegsinfektionen auftreten, die recht ähnliche Symptome aufweisen wie eine menschliche Erkältung. Diese Infektionen treten in der kalten Jahreszeit vermehrt auf und können auch durch Zugluft in der Wohnung begünstigt werden.

Dass Tier und Mensch sich gegenseitig anstecken ist zwar durchaus möglich, aber doch recht unwahrscheinlich – deutlich häufiger ist jedoch die Übertragung von Viren über Artgenossen.

Hund

Die Erkältungsanzeichen beim Hund sind ähnlich wie beim Menschen

Die Erkältungsanzeichen beim Hund sind ähnlich wie beim Menschen

Ein Schnupfen beim Hund zeigt fast dieselben Symptome wie beim Menschen: laufende Nase, Niesen, Husten, tränende Augen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit, bei schweren Infekten auch Fieber. Dementsprechend gelten auch fast dieselben Ratschläge wie für Menschen:

  • Schonung – Gehen Sie kurze Gassirunden ohne Wartepause (vor dem Supermarkt, vor der Post…), ohne Stöckchenwerfen, ohne Wettlaufspiele mit Artgenossen. Auch zuhause sollte sich der kranke Hund erholen und viel schlafen können – in einem ruhigen Zimmer ohne laute Musik, ohne Familienfeiern, ohne Kindergetobe.
  • Trockenhalten – Die Gassirunde sollten Sie nach Möglichkeit nicht im Regen absolvieren. Wenn der Hunde beim Spazierengehen nass geworden ist, sollten Sie ihn gründlich abtrocknen. Auf das Baden sollten Sie verzichten.
  • Wärme – Der Hund sollte sich in einem gut geheizten Raum erholen dürfen. Legen Sie gern auch eine extra Decke ins Körbchen und vermeiden Sie Zugluft in der Wohnung.
  • viel Flüssigkeit – Der Trinknapf sollte immer gefüllt sein und auch das Futter kann mit Wasser angereichert werden, um die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Auch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch ein feuchtes Handtuch auf der Heizung kann dem Hund guttun.

Ebenso wie beim Menschen heilt eine gewöhnliche Erkältung auch bei Hunden in der Regel von selbst wieder ab. Wenn sich die Symptome jedoch auch nach einer Woche nicht geben sondern evt. sogar verstärken, ist ein Besuch beim Tierarzt anzuraten.

Auch beim Hund können auf den ersten Blick scheinbar harmlose Schnupfensymptome auch Anzeichen für schwerwiegendere Erkrankungen sein. Das Problem ist dabei vor allem, dass die vierbeinigen Patienten nicht sprechen können, um zu erklären, wie sehr es weh tut – oder ob hinter dem Niesen nicht vielleicht ein in die Nase geratener Fremdkörper steckt. Insofern gilt es, den vierbeinigen Hausgenossen aufmerksam zu beobachten und im Zweifel fachlichen Rat einzuholen.

Katze

Auch Katzen sind vor Erkältungen nicht gefeit und leiden unter recht ähnlichen Symptomen wie wir Menschen: tränende Augen, auffallend nasse und laufende Nase, wiederholtes Niesen. Gelegentlich kommt es auch zu einer erschwerten und damit geräuschvolleren Atmung und Husten.

Auch bei erkälteten Samtpfoten gilt: Ruhe, Wärme und viel Flüssigkeit sind die beste Medizin.

Bei Katzen ist ein Erkältungsschnupfen jedoch wesentlich seltener als beim Menschen. Die typischen Schnupfensymptome können daher auf eine deutlich gefährlichere Erkrankung hinweisen – nämlich auf den so genannten Katzenschnupfen, der unbedingt von einem Tierarzt behandelt werden sollte!

  • Der Katzenschnupfen wird als Komplexerkrankung beteiligt, da zumeist mehrere Erreger – Viren, Bakterien sowie Zwischenformen – die Auslöser sind.
  • Die Symptome sind heftiger als bei einer normalen Erkältung. Häufig kommen auch große Mattigkeit, Futterverweigerung und krankhafter Speichelfluss hinzu.
  • Dieser Katzenschnupfen ist nicht auf den Menschen übertragbar, für andere Katzen aber sehr ansteckend. Daher sollte das kranke Tier ggf. von anderen Katzen getrennt werden!

Erkältungsmythen

  • Erkältung kommt von Kälte?
    FALSCH! Die Erkältung ist eine Virusinfektion – Kälte kann aber durchaus die Anfälligkeit für eine solche erhöhen!
  • 3 Tage kommt sie, 3 Tage bleibt sie, 3 Tage geht sie?
    STIMMT! Statistisch gesehen ist die Hälfte aller Erkältungen nach 10 Tagen ausgestanden – insofern liegt die alte Volksweisheit ziemlich nah an der Wahrheit.
  • Ohne Arzt dauert sie 7 Tage, mit Arzt eine Woche?
    JEIN! Mit einer normalen Erkältung muss man nicht zum Arzt, denn auch der kann sie nicht heilen – man kann hauptsächlich die Symptome lindern. Die genannte Erkrankungsdauer dagegen stimmt nur annähernd – man sollte mit 1-2 Wochen rechnen, in 50% der Fälle sind es wie gesagt 10 Tage.
  • Eine Erkältung sollte man am besten ausschwitzen?
    JEIN! Grundsätzlich ist Wärme bei einer Erkältung wohltuend und heilungsfördernd. Auf radikale Schwitzkuren in Sauna, Dampfbad oder Therme sollte man jedoch verzichten. Besser ist eine mäßige Wärmezufuhr durch Fuß- oder Vollbäder, Heißgetränke, Inhalieren oder Rotlicht.
  • Eine Erkältung ist die Vorstufe einer Grippe?
    FALSCH! Eine Grippe ist keine „Steigerung“ der Erkältung, sondern eine separate Erkrankung, die durch Influenza-Viren verursacht wird. Allerdings ist bei einem erkältungsgeschwächtes Immunsystem das Risiko für eine Grippeinfektion höher als beim gesunden Menschen.
  • Mit Antibiotika hat man eine Erkältung schnell im Griff?
    FALSCH! Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen – eine Erkältung dagegen ist eine Virusinfektion.
  • Hühnersuppe ist die Wunderwaffe gegen Erkältungen?
    STIMMT! Die Suppe wärmt, befeuchtet die Schleimhäute, enthält entzündungslindernde Wirkstoffe und sättigt, ohne den Organismus zu belasten – sie ist also eine perfekte Erkältungsmahlzeit. Ebenso wie andere Hausmittel oder Medikamente kann sie jedoch nur die Erkältungssymptome lindern, nicht aber die Virusinfektion an sich beseitigen.
  • Grippeimpfung schützt vor Erkältung?
    FALSCH! Der Grippeimpfstoff wird jährlich angepasst und wirkt gegen die aggressivsten Stämme von Influenza-Viren der Saison. Die Erkältung dagegen wird von über 200 verschiedenen „Erkältungsviren“ (Rhinoviren u.a.) ausgelöst, so dass eine effektive Schutzimpfung nicht möglich ist.
  • Heiße Zitrone ist das Beste gegen Erkältung?
    FALSCH! Heißgetränke sind zwar prinzipiell wohltuend und so kann auch eine heiße Zitrone nicht schaden. Allerdings ist da gar nicht so viel Vitamin C drin, wie sie glauben: Das wird nämlich beim Aufgießen mit Heißwasser größtenteils zerstört! Also genießen Sie das Zitronengetränk lieber bei Körpertemperatur (max. 40°C). Zudem wird die erkältungshemmende Wirkung von Vitamin C ohnehin oft überbewertet: Es kann die Immunabwehr zwar unterstützen, ist beileibe aber kein Wundermittel.
  • Wer erkältet ist, gehört ins Bett?
    JEIN! Wer erkältet ist, sollte sich grundsätzlich schonen – ob nun im Bett oder auf der Couch ist dabei unerheblich. Solange man jedoch kein Fieber hat, darf man ruhig leichte Tätigkeiten verrichten und auch mal eine kurze Runde ums Haus gehen – frische Luft ist gut für die Schleimhäute & Tageslicht fördert die Vitamin-D-Produktion! Natürlich sollten Sie sich dabei ausreichend warm anziehen!
  • Benutzte Taschentücher sind ansteckend?
    JEIN! Wer eine Erkältung überstanden hat, ist für die nächsten 6 Wochen gegen diesen spezifischen Erkältungsvirus immun – am eigenen Taschentuch wird man sich also nicht anstecken. Für andere Menschen sind die im Taschentuch enthaltenen Viren dagegen ansteckend: Lassen Sie sie also nicht herumliegen (auch aus ästhetischen Gründen!), sondern entsorgen Sie sie im geschlossenen Mülleimer.
  • Nase hochziehen ist besser als schnäuzen?
    STIMMT! Das Nasehochziehen ist vor allem ein ästhetisches Problem und wird von vielen Mitmenschen als störend empfunden. Faktisch befördert es jedoch das Nasensekret über den Rachen in den Magen, wo die Magensäure sämtlichen Viren den Garaus macht. Beim (insbesondere falschen!) Schnäuzen dagegen wird viel Druck aufgebaut, der die Viren in die Nasennebenhöhlen drücken und auch dort eine Entzündung auslösen kann. Schnäuzen Sie also jedes Nasenloch einzeln (das andere derweil zuhalten) und mit wenig Druck, festsitzenden Schleim lösen Sie besser mit Nasenduschen oder Inhalation.

Wissenschaftliche Quellen:

Medizinische Grundlagenwerke

  • Hans Behrbohm et. al.: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Georg Thieme Verlag, 2009.
  • Thomas Lenarz, Hans-Georg Boenninghaus: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Springer Verlag, 14. Auflage, 2012.
  • Gustav-Adolf von Harnack, Berthold Koletzko: Kinder- und Jugendmedizin. 13. Auflage, Springer-Medizin-Verlag, Heidelberg 2007, S.406-414 (Atemwegsinfekte, Ohre/Nase/Rachen)
  • Walter Dorsch: Naturheilverfahren in der Kinderheilkunde, 2. Aufl., Hippokrates-Verlag, Stuttgart 2003, S.91-97 (Rhinitis/Atemwegsinfektionen).
  • Dingermann u.a.: Kompendium Phytopharmaka. Qualitätskriterien und Verordnungsbeispiele. Stuttgart 2015, S. 117.
  • Isolde Richter: Lehrbuch für Heilpraktiker. Medizinische und juristische Fakten, 6. Aufl., Elsevier, Urban & Fischer, München 2007, S.459 ff. (Erkrankungen des Atemsystems
  • Werner Lange: Influenza : Virologie, Epidemiologie, Klinik, Therapie und Prophylaxe. Blackwell-Wiss.-Verl., 1999, ISBN 389412427X
  • Gina Kolata: Influenza : die Jagd nach dem Virus. Fischer, 2001, ISBN 3100383206
  • Hans Haas: Arzneipflanzenkunde für Studenten der Medizin, Pharmazie und Biologie sowie für Ärzte und Apotheker. BI-Wiss.-Verlag, 1991, ISBN 3411147016
  • R.F. Weiss: Lehrbuch der Phytotherapie. Hippokrates-Verlag, 1991, ISBN 37777309338
  • Udo Meller: Homöopathie im Sport. Meyer & Meyer, 2012, ISBN 3898997308
  • Kurt Langbein: Bittere Pillen : Nutzen und Risiken der Arzneimittel; ein kritischer Ratgeber. Kipenheuer & Witsch, 2008, ISBN 9783462040043
  • Susanne Andreae: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme, 2008, ISBN 3131429623
  • Heinz-Josef Schmitt: Antibiotika und Infektionskrankheiten in der Pädiatrie. G. Fischer, 1993, ISBN 3437114476
  • Ruth jahn: Rezeptfrei gesund mit Schweizer Hausmittel. Beobachter-Edition, 2012, ISBN 9783855695850
  • Volker Renz: Gesundheits- und Krankheitslehre, Pflege : Ein Ausbildungs- und Praxisbuch für die Heilerziehungspflege. Kohlhammer Verlag, 2012, ISBN 9783170264557

Aufsätze zu Einzelthemen

  1. Eccles: Acute cooling of the body surface and the common cold. In: Rhinology. Band 40, Nummer 3, September 2002, ISSN 0300-0729, S. 109–114.,PMID 12357708. (Review).
  2. Eccles: An explanation for the seasonality of acute upper respiratory tract viral infections. In: Acta oto-laryngologica. Band 122, Nummer 2, März 2002, ISSN 0001-6489, S. 183–191, PMID 11936911 (Review).
  3. Johnson, R. Eccles: Acute cooling of the feet and the onset of common cold symptoms. In: Family practice. Band 22, Nummer 6, Dezember 2005, ISSN 0263-2136, S. 608–613, doi:10.1093/fampra/cmi072, PMID 16286463.
  4. Cohen, W. J. Doyle u. a.: Sleep habits and susceptibility to the common cold. In: Archives of internal medicine. Band 169, Nummer 1, Januar 2009,ISSN 1538-3679, S. 62–67, doi:10.1001/archinternmed.2008.505, PMID 19139325, PMC 2629403 (freier Volltext).
  5. Sheldon Cohen u. a.: Psychological Stress and Susceptibility to the Common Cold. In: New England Journal of Medicine. Bd. 325, August 1991, S. 606–612, doi:10.1056/NEJM199108293250903.
  6. M. Douglas, E. B. Chalker, B. Treacy: Vitamin C for preventing and treating the common cold. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. 2000, Nr. 2, Art. Nr.: CD000980, PMID 10796569.
  7. Thomas Chalmers, Hemilä H.: Vitamin C and the common cold. J R Soc Med. 2016 Feb;109(2):46. doi: 10.1177/0141076815606279. PMID: 26880652
  8. Wagner L, Cramer H, Klose P, Lauche R, Gass F, Dobos G, Langhorst J.: Herbal Medicine for Cough: a Systematic Review and Meta-Analysis. Forsch Komplementmed. 2015;22(6):359-68. doi: 10.1159/000442111. Epub 2015 Dec 14. -> online verfügbar

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