Fenchel – die gesunde Powerknolle Grundlage für einen gesunden Körper ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Diese beinhaltet nicht nur die Vermeidung von Mangelzuständen, sondern insbesondere die volle Deckung des Vitamin- und Mineralstoffbedarfs. Gemüse und Obst liefern hier einen essenziellen Beitrag – als kraftvolle Powerknolle für die Gesundheit hat sich insbesondere der Fenchel (lateinisch: Foeniculum vulgare) einen Namen gemacht. Grund genug, den Fenchel, der nicht nur in der gesunden Küche, sondern auch als Heilpflanze und Hausmittel beliebt ist,als einmal aus der Nähe zu betrachten!

Fenchel

Grün, rund, würzig – und voller Kraft: der Fenchel

Obwohl Fenchel in unseren Breitengraden mittlerweile das ganze Jahr über erhältlich ist, stammt die grüne Powerknolle ursprünglich aus der Mittelmeerregion. Im mediterranen Klima mit sonnigen, warmen Sommermonaten und milden Wintern gedeiht der Fenchel besonders gut. Allerdings erreichten schon im Mittelalter die ersten Fenchelknollen die Schweiz: Benediktinermönchen gelang auch nördlich der Alpen der erfolgreiche Anbau – und der Eroberungsfeldzug durch das restliche Europa war nicht mehr aufzuhalten.

Was macht den Fenchel so wertvoll?

Ob getrocknet als Heilpflanze oder frisch als Gemüse oder Salat: Fenchel überzeugt auf ganzer Linie. Dafür sorgt vor allem das beeindruckende Nährstoffprofil:

100 Gramm frischer Fenchel
Kalorien 19 Kilokalorien
Cholesterin 0
Kohlenhydrate 3 Gramm
Kalium 395 Milligramm
Kalzium 40 Milligramm
Beta-Carotin 140 Mikrogramm
Folsäure 35 Mikrogramm
Vitamin E 6 Milligramm
Vitamin C 9 Milligramm
Eisen 2,7 Milligramm

Fenchel ist kalorienarm und versorgt den Körper mit einer ganzen Reihe an wichtigen Inhaltsstoffen. Er enthält wesentlich mehr Vitamin C als Orangen und andere Zitrusfrüchte. Problematisch ist allerdings, dass die wertvollen Inhaltsstoffe durch langes Garen und Kochen deutlich reduziert werden. Empfehlenswert ist daher die Zubereitung in Form von Rohkost – nur so ist das volle Nährstoffprofil garantiert.

Natürlich enthält Fenchel daneben auch noch andere äußerst förderliche Inhaltsstoffe und Substanzen. Besonders interessant ist dabei die große Menge an Ballaststoffen, die dafür gesorgt hat, dass Fenchel auch als Heilpflanze einen breiten Einsatzbereich findet.

Fenchel im Einsatz als Gewürz

Fenchel wird als Gewürz vor allem dann genutzt, wenn Speisen und Gerichte eine ganz besondere Note erhalten sollen. So werden Fenchelsamen im Orient zum Beispiel als Brotgewürz genutzt – sie verleihen Baguettes und anderen Backerzeugnissen einen unnachahmlichen Geschmack. Auch Fleisch und Fisch profitieren von den aromatischen Fenchelsamen und dem frischen Fenchelkraut. Positiver Nebeneffekt: Fenchel sorgt mit seinen ätherischen Ölen für eine verbesserte Bekömmlichkeit und wertet so Lebensmittel und kulinarische Kreationen fast automatisch auch in Punkto Gesundheit auf.

Zu schade als Beilage: Fenchel im Einsatz als Gemüse

Insbesondere aus der Mittelmeerküche bekannt ist die Verwendung der Fenchelknolle als Gemüse. Dabei beschränkt sich die Zubereitung nicht nur auf Beilagen und Salate, sondern erstreckt sich auch auf den Rohkost-Bereich. Salate lassen sich ganz wunderbar mit Fenchel variieren – und sorgen für weniger Magen-Darm-Beschwerden im Nachgang.

Nicht nur lecker, sondern auch gesund: Fenchel als Heilpflanze

Sowohl in der Schulmedizin als auch in der Naturheilkunde und in der Homöopathie ist der gezielte Einsatz von Fenchel in verschiedenen Formen bei einer Vielzahl an Beschwerdebildern indiziert. Die Wirksamkeit von Fenchel war bereits den Menschen im Mittelalter bekannt, wenngleich sie nicht in der Lage waren, sie wissenschaftlich zu erklären. Oft wurde Fenchel daher auch mystisch verklärt – oder als Zauberpflanze verehrt.

Heute weiß man, dass die Heilkraft des Fenchels auf dem Zusammenspiel von vielen Substanzen und Inhaltsstoffen beruht.

Inhaltsstoffe von Fenchel und deren Wirkung auf den menschlichen Stoffwechsel

Im Folgenden wollen wir Ihnen die wichtigsten Inhaltsstoffe vorstellen.

Wenn der Bauch zwickt und schmerzt: krampflösende Wirkung von Fenchel

Der typische Geruch und Geschmack von Fenchel beruht vor allem auf den enthaltenen ätherischen Ölen Anethol, Menthol und Fenchon. Ihr Anteil am frischen Fenchel ist im Vergleich zu anderen Gewächsen außerordentlich hoch und maßgeblich für die beruhigende Wirkung auf die Magen-Darm-Region zuständig.

Ein häufiges Beschwerdebild, das sich mit Fenchel effektiv behandeln lässt, sind Blähungen (lateinisch: Flatulenzen) und Krampfbeschwerden. Schon bei Säuglingen und Kleinkindern kann Fenchel hier als Fencheltee für das Baby eine deutliche Besserung der akuten Beschwerden bewirken und stellt in den meisten Fällen als natürliche Medizin die bevorzugte Alternativbehandlung dar.

Übrigens ist Fenchel als Spasmolytikum nicht nur durch die Aufnahme als Gemüse, Tee oder Salat wirksam – auch in der äußerlichen Anwendung (zum Beispiel durch Massage) und in Form von Fenchelöl hat sich die grüne Knolle als enorm potent erwiesen.

Mit Fenchel gegen hormonbedingte Depressionen und Stimmungsschwankungen

Eine gerade erst veröffentlichte Studie der Mashhad University of Medical Science (Iran) legt eine Behandlungsmöglichkeit von postmonopausalen Depressionen mit Fenchel nahe. Diese beruhen üblicherweise auf dem Hormonchaos, das durch die Wechseljahre vielen Frauen zu schaffen macht. Hier fehlen allerdings noch weitere Untersuchungen und Forschungen – nichtsdestominder ist die Studie vielversprechend und lässt auf neue und hormonfreie Behandlungsalternativen hoffen.

Aktiv gegen den Krebs: Fenchel zur Unterstützung von Anti-Krebs-Therapien

Fenchel hat sich als überaus reich an Antioxidantien wie Vitamin C erwiesen. Diese sorgen dafür, dass sogenannte freie Radikale deutlich weniger Zellschäden verursachen als sonst üblich. Freie Radikale sind nicht nur verantwortlich für vorzeitige Alterserscheinungen – ihnen wird auch die Entstehung diverser Krebsarten zugeschrieben. Daher erstaunt es nicht, dass sich Fenchel im Laborversuch auch im Rahmen von Anti-Krebs-Therapien als äußerst effektiv herausgestellt hat. Eine Studie der Quaid-i-Azam University in Islamabad (Pakistan) hat in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass Fenchel nicht nur in der Lage ist, multiresistente Erreger wie Staphylococcus aureus (auch bekannt als MRSA oder „Krankenhauskeim“) erfolgreich zu bekämpfen. Fenchel hat darüber hinaus auch enorme Wirkkraft gezeigt, wenn es darum ging, die Ausbreitung von Krebszellen zu verhindern.

Fencheltee und Fenchelhonig gegen Erkältungssymptome und Erkältungsbeschwerden

In der Behandlung diverser Symptome rund um Erkältungen und grippale Infekte hat sich Fenchel in Form von Honig und Tee ebenfalls seit Jahrhunderten bewährt. Bereits in der Antike nutzten die Menschen den Fenchel, um die genannten Beschwerden zu therapieren – auch hier sorgen die ätherischen Öle für den gewünschten Erfolg.

Besonders das im Fenchel enthaltene Fenchon hat enorme antiseptische Wirkkräfte. Diese sorgen beim Einsatz gegen Erkältungsbeschwerden für eine deutliche Linderung der Gesamtsituation, denn Entzündungsprozesse werden hierdurch effektiv bekämpft.

Mit der Kraft der Fenchel Pflanze gegen Entzündungen

Wie bereits angedeutet, hat Fenchel auch in der äußeren Anwendung nachweislich positive Effekte. Bei der Behandlung von Wunden und äußeren Infektionen ist der Einsatz daher indiziert – auch hier zeigen aktuelle Studien, dass Fenchel einen positiven Beitrag leisten kann.

Wie lässt sich Fenchel zubereiten?

Der frische Fenchel kann auf die oben genannten Arten zubereitet und verzehrt werden. Wer möglichst umfassend von den Inhaltsstoffen des Fenchels profitieren möchte, sollte die Fenchel Zubereitung möglichst schnell angehen, denn: Je mehr Zeit von der Ernte bis zum Verzehr vergeht, desto mehr wertvolle Vitamine und Mineralstoffe gehen durch den natürlichen Zerfall verloren.

Beim Einsatz als Naturheilmittel lassen sich die gewünschten Hausmittel mit etwas Geschick auch in der heimischen Küche herstellen. Gerade der Fencheltee erfährt durch die Variation als einfacher Aufguss des frischen Produkts eine einfache Handhabung zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerdebilder. Wer Fencheltee aus den Fenchelsamen herstellen möchte, kann dafür ein bis zwei Teelöffel Fenchelsamen mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen – nach zehn Minuten ist der Fencheltee fertig.

Nebenwirkungen und unerwünschte Effekte des Fenchels

Aufgrund der enormen Potenz des Fenchels ist sein Einsatz als hoch konzentriertes Fenchelöl und als Inhaltsstoff von Medikamenten bzw. Arzneimitteln nicht uneingeschränkt angedacht. Das gilt insbesondere bei:

  • Überempfindlichkeit und Unverträglichkeit gegenüber Fenchel oder Anethol
  • Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern (es kann zu einer Kreuzreaktion kommen)
  • einer parallel geführten Hormontherapie oder bei hormoneller Verhütung (es kann zu Wechselwirkungen kommen)
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Säuglingen, Kleinkindern und Kindern.

Wer Fenchel als Hausmittel einsetzen möchte, kann mit ruhigem Gewissen zu den Produkten greifen, die in Apotheken rezeptfrei angeboten werden – ob Fenchelöl oder Fencheltee fürs Baby: Die Dosierung und Konzentration ist hier jeweils so gewählt, dass die oben erwähnten Nebenwirkungen vermieden werden.

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