8 Hausmittel gegen Rippenfellentzündung (Pleuritis) Was tun gegen Rippenfellentzündung? Hier finden Sie Mittel & Tipps gegen Rippenfellentzündung, die wirklich helfen! Damit können Sie die Rippenfellentzündung gezielt auf sanfte Weise behandeln.

Was ist eine Rippenfellentzündung?

Die sogenannte Pleura besteht aus zwei Gewebeschichten – dem Brustfell und dem Lungenfell. Das Lungenfell umgibt die Lunge von außen und das Brustfell kleidet den Brustkorb von innen aus.

Zwischen diesen beiden Hautschichten befindet sich ein kleiner Spalt, der mit geringen Mengen Flüssigkeit gefüllt ist – der sogenannte Pleuraspalt. Die Flüssigkeit im Pleuraspalt sorgt dafür, dass Lungen- und Rippenfell beim Atmen ungehindert aneinander vorbeigleiten können.

Wenn eine Rippenfellentzündung (med.: Pleuritis) vorliegt, kommt es zu einer Entzündung des Rippen- und des Brustfells, wodurch Schmerzen beim Atmen und beim Bewegen des Brustkorbs auftreten.

Je nach Beschwerden kann die Rippenfellentzündung in zwei verschiedene Formen unterteilt werden.

Die trockene- und die feuchte Rippenfellentzündung

Die trockene Rippenfellentzündung ist gekennzeichnet durch Beschwerden wie:

  • Starke Brustschmerzen beim Atmen
  • Trockenen Husten
  • Rasselnde Atemgeräusche (entstehen, wenn Rippen- und Brustfell aneinanderreiben)
  • Schonatmung und Schonhaltung zur Entlastung der entzündeten Seite (Rumpf wird meist zu betroffenen Seite geneigt)

Die trockene Rippenfellentzündung geht häufig in eine feuchte Rippenfellentzündung über und zeigt dann Beschwerden wie:

  • Fieber
  • Vermehrte Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleuraerguss)
  • Druck in der Brust
  • Atemnot
  • Schulterschmerzen (Pleuraerguss reizt den Zwerchfellnerv)

Durch die vermehrten Flüssigkeitsansammlungen zwischen Brust- und Rippenfell nehmen die starken Schmerzen im Brustkorb schnell ab, verwandeln sich jedoch in Atemnot und Druck in der Brust.

Wodurch entsteht eine Rippenfellentzündung?

Die Rippenfellentzündung ist nicht ansteckend und tritt in den meisten Fällen als Folge einer anderen Erkrankung auf.

Folgende Erkrankungen können eine Rippenfellentzündung auslösen:

  • Akute Bronchitis
  • Lungenentzündung (wenn Erreger von der Lunge auf die Pleura übergehen)
  • Lungenembolie
  • Tuberkulose
  • Lungenkrebs
  • Erkrankungen naheliegender Organe im Bauchraum oder im Becken (zum Beispiel Nierenbeckenentzündung)

Verschiedene Erreger, häufig Bakterien jedoch nur sehr selten Viren, können von weit entfernten Entzündungsherden auf die Pleura übertragen werden und eine Rippenfellentzündung hervorrufen.

Wie wird eine Rippenfellentzündung behandelt?

Da die Rippenfellentzündung immer durch eine andere Erkrankung ausgelöst wird, liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung.

Sowohl der Verlauf, als auch die Dauer und die Prognose einer Rippenfellentzündung hängen davon ab, welche Erkrankung der Rippenfellentzündung zugrunde liegt.

Wenn eine trockene Rippenfellentzündung vorliegt, sollte in jedem Fall eine begleitende Schmerztherapie erfolgen, um die Beschwerden für die Betroffenen so erträglich wie möglich zu machen.

Zudem ist auch eine regelmäßige Atemgymnastik sinnvoll, da die Atmung meist stark beeinträchtigt ist.

Hausmittel bieten Ihnen eine gute Möglichkeit, selbst etwas gegen Ihre Beschwerden zu unternehmen und diese etwas zu lindern.

Beachten Sie jedoch, dass Hausmittel niemals einen Arztbesuch ersetzen können und nur als begleitende Maßnahme angesehen werden sollten.

Behandlung einer fortgeschrittenen Rippenfellentzündung

Wird eine Rippenfellentzündung nicht früh genug erkannt und entsprechend behandelt, kann sich Eiter im Pleuraspalt bilden. Wenn sich noch nicht viel Eiter gebildet hat, kann dieser mittels einer Thoraxdrainage (abführender Schlauch) abtransportiert werden.

Haben sich bereits größere Mengen Eiter gebildet, wird zur vollständigen Entleerung des Pleuraspalts eine Operation notwendig. Daher ist es wichtig, bei den ersten Anzeichen einer Rippenfellentzündung umgehend einen Arzt aufzusuchen.

Frühzeitig behandelt heilt die Rippenfellentzündung meist völlig ohne Komplikationen ab.

Diese Hausmittel können gegen eine Rippenfellentzündung helfen

Wer unter einer Rippenfellentzündung leidet, kommt um einen Arztbesuch und eine entsprechende ärztliche Therapie leider nicht herum.

Es gibt jedoch einige Hausmittel, die zur unterstützenden Behandlung und zusätzlichen Linderung Ihrer Beschwerden hilfreich sein können.

Hierbei ist zu beachten, dass nicht jedes Hausmittel bei jedem Anwender gleich gut funktioniert. Probieren Sie selbst aus, welche Hausmittel Ihnen am meisten Linderung verschaffen.

Viel Ruhe bei einer Rippenfellentzündung

Bei einer Rippenfellentzündung sollte die ärztlich verordnete Bettruhe strikt eingehalten werden. Vor allem wenn eine feuchte Rippenfellentzündung vorliegt, die auch mit Fieber und Atemnot einhergeht, ist jeder Schritt eine enorme Belastung für den Organismus.

Dabei braucht Ihr Körper doch gerade jetzt all seine Reserven, um die Infektion aufzuhalten, die meist den Auslöser der Rippenfellentzündung darstellt.

Bettruhe ist das wichtigste Hausmittel gegen Rippenfellentzündungen und sollte in jedem Fall oberste Priorität haben.

Vitaminreiche Kost bei Rippenfellentzündung

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien kann bei vielen Erkrankungen ausschlaggebend für den Heilungsprozess sein. Dies trifft vor allem auf Erkrankungen zu, die mit einer hohen Belastung für den gesamten Organismus einhergehen, wie auch bei Rippenfellentzündung.

Achten Sie vor allem auf eine ausreichende Zufuhr an allen antioxidativen Mikronährstoffen (schützen vor oxidativem Stress) wie:

  • Vitamin A, C und E
  • sowie Kupfer
  • Zink
  • Selen
  • und die Omega-3-Fettsäuren

Dazu empfiehlt sich leichte Kost mit überwiegend grünem Gemüse und ausreichend Obst. Den Verzehr von fettigen oder stark gezuckerten Speisen sollten Sie während der Rippenfellentzündung vermeiden.

Viel Wasser trinken bei Rippenfellentzündung

Neben einer vitaminreichen Ernährung sollten Sie während der Rippenfellentzündung unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Durch genügend Wasser halten Sie Ihren Körper hydriert und können dazu beitragen, dass sowohl Ihr Kreislauf als auch Ihr Immunsystem richtig funktioniert.

Vor allem wenn Sie an einer feuchten Rippenfellentzündung leiden und diese mit Fieber einhergeht, haben Sie durch das vermehrte Schwitzen einen gesteigerten Flüssigkeitsbedarf und sollten dies durch ausreichend Wasser ausgleichen.

Je nach Größe und Körpergewicht ist es ratsam, pro Tag mindestens 2-3 Liter klares Wasser zu trinken.

JUVALIS-Tipp: Trinken Sie regelmäßig natürlichen Kräutertee. Dadurch gewährleisten Sie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und beruhigen zudem Ihren Hals- und Rachenraum, was zur Linderung des Hustenreizes beitragen kann.

Atemübung: Tiefes Durchatmen bei Rippenfellentzündung

Eine Rippenfellentzündung kann beim Atmen starke Schmerzen hervorrufen, weshalb die meisten Betroffenen eine Schonatmung und Schonhaltung entwickeln.

Das bedeutet, sie versuchen die Schmerzen so gering wie möglich zu halten, indem sie es vermeiden, den betroffenen Bereich durch die Atmung oder Bewegung zu dehnen.

Zwar halten sich die Schmerzen dadurch weitestgehend in Grenzen, jedoch kann die eingeschränkte Atmung und Bewegung ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Möglich sind Blockaden der Wirbelsäule sowie Intercostalneuralgien (Nervenschmerzen zwischen den Rippen). Durch die verringerte Belüftung der Bronchien kann es auch zu einer Lungenentzündung kommen.

Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass Rippen- und Lungenfell miteinander verwachsen, was eine dauerhafte Funktionsstörung der Atmung zur Folge hätte und nur durch eine entsprechende Operation behandelt werden kann.

Da sich eine gewisse Schonhaltung und -atmung während einer Rippenfellentzündung nicht vermeiden lässt, sollten Sie in regelmäßigen Abständen (etwa einmal pro Stunde) Atemübungen in Form von tiefen und bewussten Atemzügen machen, um die Lungen komplett zu belüften und den Brustkorb zu dehnen.

Warme Brustwickel bei Rippenfellentzündung

Der warme Brustwickel ist ein häufig angewandtes und bewährtes Hausmittel zur Behandlung von Rippenfellentzündungen.

Die wärmende Wirkung des Wickels fördert die Durchblutung und entspannt die Muskulatur. Dadurch wird die häufig verkrampfte Atemmuskulatur gelockert und der bei Rippenfellentzündung typischen Schonhaltung entgegengewirkt.

Sie benötigen dazu ein weiches Tuch aus Baumwolle oder Flanell, das groß genug ist, um zweimal um Ihren Brustkorb gewickelt zu werden. Zudem sollte es etwa von den Achselhöhlen bis zu den Rippenenden reichen.

Tränken Sie nun das Tuch in lauwarmes Wasser und wickeln es um Ihre Brust. Wickeln Sie ein zweites Tuch darum, um sich wieder in Ihr Bett legen zu können, ohne dass alles nass wird.

Beachten Sie jedoch, dass der Brustwickel nur solange sinnvoll ist, wie er auch warm ist. Sobald der Wickel kalt wird, fördert er die Entstehung einer Lungenentzündung und hat keinen positiven Effekt mehr auf Ihre Rippenfellentzündung.

Brustwickel zum Inhalieren bei Rippenfellentzündung

Eine Rippenfellentzündung geht meist mit verschleimten Bronchien einher, wobei das Abhusten des Schleims starke Schmerzen verursachen kann.

Brustwickel zum Inhalieren werden mit schleimlösenden Wirkstoffen versetzt, wie zum Beispiel:

  • Pfefferminzöl
  • Eucalyptusöl
  • Oregano-Öl
  • Latschenkiefer
  • Senfmehl oder Senföl

Geben Sie Ihren schleimlösenden Wirkstoff einfach auf ein heißes, angefeuchtetes Tuch und legen sie es auf Ihre Brust, sodass Sie den aufsteigenden Dampf inhalieren können.

Durch die schleimlösenden Wirkstoffe wird es Ihnen leichter fallen, festsitzendes Sekret abzuhusten. So können Sie die Beschwerden Ihrer Rippenfellentzündung so gering wie möglich halten.

Heublumen bei Rippenfellentzündung

Die Bezeichnung “Heublumen” kann irreführend sein, da es sich hierbei nicht etwa um ein eigenständiges Gewächs handelt, sondern um verschiedene Bestandteile von Wiesenpflanzen.

Vornehmlich bestehen Heublumen aus den Gräsern Quecke, Wiesen-Lolch, Trespe, Wiesenfuchsschwanz, Ruchgras, Knäuelgras und einigen anderen.

JUVALIS-Tipp: Die Zusammensetzung von Heublumen kann sehr unterschiedlich sein. Für eine möglichst sinnvolle Zusammensetzung ist es ratsam, die Heublumen in der Apotheke zu erwerben.

Neben ätherischen Ölen enthalten Heublumen auch Gerbstoffe, die einen entzündungshemmenden Effekt haben und gleichzeitig wirksam gegen Bakterien sein können.

Bei Rippenfellentzündung ist die Anwendung der Heublumen in einem Leinen- oder Baumwollsack sinnvoll. Der Sack sollte verschließbar sein und einen Durchmesser von etwa 30-40 cm haben.

Füllen Sie nun einen großen Kochtopf mit etwa einem halben Liter Wasser und setzen Sie einen Garaufsatz (z.B. Sieb) darauf. Auf diesen Garaufsatz legen Sie Ihren Heublumensack und bedecken das Ganze mit dem Topfdeckel.

Erwärmen Sie jetzt das Wasser im Topf auf etwa 80°C (das Wasser darf nicht kochen!), sodass der Wasserdampf Ihren Heublumensack erhitzt. Nach etwa 15-20 Minuten hat die Hitze alle Heublumen durchdrungen und die Wirkstoffe werden freigesetzt.

Entnehmen Sie den Heublumensack am besten mit einer Zange und lassen Sie ihn auf etwa 40°C abkühlen, damit es nicht zu Verbrennungen auf der Haut kommt.

Nun legen Sie das Säckchen auf den Bereich, der von der Rippenfellentzündung betroffen ist und lassen die Heublumen für circa 40 Minuten einwirken.

Zwiebeln bei Rippenfellentzündung

Die Zwiebel gehört wohl zu den ältesten und am häufigsten verwendeten Hausmitteln überhaupt und kann auch bei einer Rippenfellentzündung nützlich sein.

Zwar wirkt sich die Zwiebel nicht direkt auf die Rippenfellentzündung aus, ist jedoch durch die ätherischen Öle in der Lage, den Hustenreiz zu lindern, sodass Ihnen einiges an Schmerzen erspart bleibt.

  • Zwiebelsaft ist wohl die angenehmste Methode, um sich die Eigenschaften der Zwiebel zunutze zu machen. Dazu würfeln Sie eine herkömmliche Zwiebel und kochen diese mit Zucker bei schwacher Hitze auf. Sobald alles abgekühlt ist, sieben Sie die Flüssigkeit durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter. Den Zwiebelsaft können Sie mehrmals täglich teelöffelweise einnehmen, bis Ihre Beschwerden nachlassen.
  • Die reinen Zwiebeldämpfe reichen schon aus, um zur Linderung Ihres Hustenreizes beizutragen. Schneiden Sie dazu eine herkömmliche Zwiebel auf und platzieren Sie diese in der Nähe Ihres Bettes. Die ätherischen Öle der Zwiebel steigen in Form von Dampf auf und verschaffen Ihnen so etwas Linderung.

Helfen Hausmittel wirklich bei einer Rippenfellentzündung?

Eine Rippenfellentzündung sollten Sie niemals auf die leichte Schulter nehmen. Ein Arztbesuch ist in jedem Fall erforderlich, um die Ursache der Rippenfellentzündung zu bestimmen und entsprechend zu behandeln.

Auch die Rippenfellentzündung selbst sollte, je nach Schweregrad, durch eine ärztliche Therapie behandelt werden. In der Regel verordnet der Arzt bei einer Rippenfellentzündung Bettruhe, Antibiotika und Atemgymnastik.

Bei sehr starken Schmerzen (meist bei trockener Rippenfellentzündung) ist auch die Vergabe eines Schmerzmittels möglich.

Wer auf zusätzliche Arzneimittel verzichten möchte, ist mit Hausmitteln gegen Rippenfellentzündungen gut bedient. Zwar ersetzen diese keine ärztliche Therapie, jedoch sind sie durchaus in der Lage, die Beschwerden der Rippenfellentzündung zu lindern und den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen.

Wann sollten Sie bei einer Rippenfellentzündung zum Arzt gehen?

Je früher die Rippenfellentzündung erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Daher sollten Sie bereits bei den ersten Anzeichen einer Rippenfellentzündung Ihren Arzt aufsuchen.

Achten Sie vor allem auf atembedingte Brustschmerzen und rasselnde Atemgeräusche, da diese meist als erstes Symptom der Rippenfellentzündung auftreten.

Bitte beachten: Da eine Lungenentzündung ebenfalls mit Brustschmerzen einhergeht, kann diese die Beschwerden der Rippenfellentzündung überdecken.

Dadurch wird die Rippenfellentzündung häufig erst sehr spät wahrgenommen und hat sich meist schon zu einer feuchten Rippenfellentzündung weiterentwickelt.

Bei einer Lungenentzündung sollten Sie also besonders achtsam sein und lieber einmal öfter zum Arzt gehen.

Warnhinweis: Hausmittel können niemals eine ärztliche Therapie ersetzen und sollten bei einer Rippenfellentzündung nur als unterstützende Maßnahme angesehen werden.

Quellen

  • George Minot Garland: The Treatment of Pleurisy and Pneumonia, ISBN: 137562550
  • Jesse Russel, Ronald Chon: Pleurisy, Book and Demand, 2012, ISBN: 551112192
  • Jude C. Todd: Herbal Home Remedies, ISBN: 9780875428697
  • Rolf Stuhmer: The Big Book of Health, PSM Publishing House for Science and Medicine Limited, 2000, ISBN: 3908715083