18 Hausmittel gegen Scheidenpilz Diese Mittel helfen wirklich

Wenn es im Schritt brennt und juckt – Was tun bei Scheidenpilz?

Scheidenpilz tritt häufig auf und ist dennoch ein – gelinde gesagt – peinliches Thema für viele Betroffene. Zumindest wird damit nicht ganz so offen umgegangen wie mit einem Schnupfen.

Allerdings gibt es auch gegen diese Infektion zahlreiche Hausmittel, die den Pilz wirksam und dennoch schonend bekämpfen können. Bevor wir Ihnen diese aber vorstellen, gibt es zunächst alles Wissenswerte rund um die Pilzinfektion im Intimbereich.

Was ist Scheidenpilz?

Bei Scheidenpilz handelt es sich um eine Pilzinfektion der Schleimhaut in Vulva und Vagina. Vergleichbar ist der Pilzbefall der Eichel und Vorhaut beim Mann.

Als häufigster Erreger findet sich Candida albicans, eine Pilzart, die auf Haut und Schleimhaut in jedem Fall vorhanden ist und nur bei einem geschwächten Immunsystem oder vorhandenen Verletzungen zum Auslöser für eine Infektion wird.

Unter diesen Umständen können sich die Pilze in großem Maße vermehren und die empfindliche Flora stören. Dieser Zustand äußert sich in gleich mehreren Symptomen.

Die Symptome des Scheidenpilzes

Zu den unangenehmen Anzeichen des Scheidenpilzes gehören:

  • Ausfluss: Ausfluss ist zwar an sich normal, er verändert sich durch eine Pilzinfektion jedoch. Typisch während einer Infektion sind eine trockene bis talgige, bröckelige Konsistenz und eine übermäßige Produktion. Der Ausfluss kann auch eher cremig sein, ist in jedem Fall aber hell weißlich bis gelblich.
  • Ausschlag: Bläschen und Pusteln müssen nicht, können aber auftreten und sowohl auf der umliegenden Haut als auch auf der Schleimhaut sichtbar sein.
  • Brennen: Die Reizung und Entzündung der Haut und Schleimhaut ist auf Schäden zurückzuführen, die durch die Pilze verursacht werden. Diese können sich wiederum in Brennen und Schmerzen äußern.
  • Geruch: Ein gesunder weiblicher Intimbereich hat einen sehr dezenten, leicht säuerlichen Geruch. Während einer Scheidenpilzinfektion kann sich dieser aber erheblich ändern und unangenehm werden. Charakteristisch ist – dafür gibt es einfach keine bessere oder nettere Umschreibung: fischig. Dieses Aroma kann auch auf eine bakterielle Infektion der Scheide hinweisen, tritt aber ebenso bei Pilzinfektionen auf.
  • Juckreiz: Wohl eines der peinlichsten und peinigendsten Symptome überhaupt, ist der beständige Juckreiz. In der Öffentlichkeit kann dieser nicht gelindert werden und selbst wenn Sie der Verlockung zum Kratzen einmal nachgeben (können), ist höchstens ein noch stärkeres Brennen das Resultat.
  • Schmerzen: Risse, Schäden auf der Schleimhaut und anhaltendes Brennen fallen bereits am Beginn der Pilzinfektion auf. Auch drückende Schmerzen können dazu gehören. Zudem wird Geschlechtsverkehr schmerzhaft.
  • Risse: Auch als Rhagaden bezeichnet, sind die mit einem Scheidenpilz einhergehenden Risse das schmerzhafteste Symptom der Infektion.
  • Rötungen: Diese sind zwar nur bei genauerer Betrachtung sichtbar, Rötungen auf der Schleimhaut sind bei einer Pilzinfektion aber vorprogrammiert.
  • Schwellungen: Diese müssen nicht auftreten, können aufgrund der allgemeinen Reizung aber durch den Scheidenpilz bedingt sein.

Ursachen für den Scheidenpilz

Obwohl sich viele für die Pilzinfektion schämen und unzureichende Hygiene für den Auslöser halten, ist oftmals das Gegenteil der Fall. Hinzu kommt, dass die Infektion durch gänzlich ungeahnte Substanzen und Umstände ausgelöst werden können. Darunter:

  • Geschwächtes Immunsystem: Ob Sie unter einer Erkältung leiden, eine chronische Erkrankung haben oder die körpereigene Abwehr durch eine einseitige, unzureichende Ernährung geschwächt ist – funktioniert das Immunsystem nicht richtig, können sich die Hefepilze übermäßig ausbreiten.
  • Hormonelle Veränderungen: Während der Schwangerschaft ist das Auftreten von Scheidenpilzinfektionen wahrscheinlicher. Aber auch hormonelle Schwankungen durch Pubertät, Menopause, Schilddrüse oder die Einnahme hormonspiegelverändernder Verhütungsmittel kann zu einer erhöhten Neigung für Pilzinfektionen führen.
  • Medikamente: Allen voran Antibiotika können das Gleichgewicht der vaginalen Flora stören. Dazu aber auch eine ganze Reihe anderer Medikamente.
  • Parfum und Schadstoffe: Parfümierte Tampons, Slipeinlagen oder Binden, Intimspray und gechlortes Wasser im Swimming Pool können die Schleimhäute des Intimbereichs schwer belasten und sogar schädigen. Eine mögliche Folge davon sind Infektionen.
  • Übertriebene Hygiene: Aggressive Duschgels, parfümiertes feuchtes Toilettenpapier bei jeder „Sitzung“, heiße Bäder und ständige Intimspülungen oder -duschen können das empfindliche Gleichgewicht erheblich stören. Auch bloßes, zu häufiges Waschen stört die Flora.
  • Ungünstiges Klima: Zu enge Unterwäsche und Textilien, die nicht atmungsaktiv sind, können zu einem Aufweichen der Haut und zu einem insgesamt ungünstigen Klima im Intimbereich Klima führen.
  • Verletzungen: Kleine Risse in der Vaginalschleimhaut können als Eintrittspforten für Keime dienen aber auch auf eine zu geringe Feuchtigkeitsversorgung hinweisen. Beides erhöht die Anfälligkeit für Infektionen.

Können Sie Scheidenpilz vorbeugen?

Ja, die Scheidenpilzinfektion kann in vielen Fällen durchaus vermieden werden – wenn Sie die folgenden Tipps befolgen:

  • Bauen Sie die Scheidenflora auf! Vor allem während der Einnahme von Antibiotika oder sonstigen Medikamenten, die sich negativ auf die gesunde Besiedlung mit Bakterien auswirken, können entsprechende Vaginaltabletten und -zäpfchen einen wichtigen Schutz bieten und Scheidenpilz verhindern.
  • Behandeln Sie Diabetes gründlich! Ein hoher Zuckerwert kann die Ausbreitung des Scheidenpilzes begünstigen.
  • Betreiben Sie gesunde Hygiene! Waschen Sie lediglich den äußeren Bereich, also die Vulva und auch das nur mit sehr sanften Reinigungsmitteln und Wasser. Verzichten Sie auf aggressive Duschgels und das Spülen der Vagina.
  • Essen Sie gesund und zuckerarm! Das stärkt zum einen die körpereigenen Abwehrkräfte, zum anderen entzieht es Candida albicans die Ernährungsgrundlage.
  • Tragen Sie atmungsaktive und bequeme Unterwäsche, am besten aus Baumwolle. Diese kann die Feuchtigkeit aufnehmen und somit die Entstehung eines zu feuchten Klimas verhindern. Zudem erlauben sie eine ungehinderte Blutzirkulation.
  • Verwenden Sie Gleitgel! Bei unzureichender Produktion von Vaginalsekret kann es zu winzigen Verletzungen auf der Schleimhaut kommen, Gleitgel befeuchtet und beugt damit den Rissen vor.Verzichten Sie auf Parfums! Tampons, Slipeinlagen und Binden sollten nicht parfümiert sein. Auch Intimsprays sollten Sie lieber weglassen und schon gar kein Deo oder dergleichen im Intimbereich verwenden.
  • Wechseln Sie Hygieneprodukte regelmäßig und oft! Hierdurch werden Schweiß, Hautschüppchen, Sekrete und Keime entfernt. Verwenden Sie zudem möglichst wenige Tampons. Diese können die Scheide austrocknen und verhindern einen zügigen Abfluss von Blut, Schleimhaut und Sekreten. Besser sind Vorlagen, die den Ausfluss außerhalb des Körper auffangen aber ebenfalls aller paar Stunden gewechselt werden.

Achten Sie bei Scheidenpilz darauf, dass dieser ansteckend ist und Sie sich auch an sich selbst wieder infizieren können. Während einer Pilzinfektion sollten Sie daher:

  • Ihre Unterwäsche und alle Textilien mit Hautkontakt so heiß wie möglich und mit Hygienespüler waschen.
  • keine textilen Waschlappen verwenden, sondern besser Varianten aus Zellstoff.
  • Textilien nicht mit anderen teilen.
  • häufig die Unterwäsche und Kleidung wechseln, um die Anzahl an Keimen zu reduzieren.

Hausmittel gegen Scheidenpilz

Hausmittel gegen Scheidenpilz können die Beschwerden lindern und die Heilung beschleunigen. Allerdings eignet sich nicht jedes vermeintlich bewährte Hausmittel bei einer Pilzinfektion im empfindlichen Intimbereich.

Für Sie haben wir daher nicht nur alle Rezepte zusammengestellt, sondern sind den verschiedenen Mitteln und Maßnahmen auf den Grund gegangen.

Aloe Vera gegen Scheidenpilz

Aloe Vera eignet sich aufgrund seiner positiven Eigenschaften bestens für die Behandlung von Scheidenpilz. Die Pflanze enthält Enzyme, Vitamine und Aminosäuren, die gegen die Pilze wirken, die Schleimhäute pflegen und den natürlichen Hautschutz stärken. Zudem kann Aloe Vera auch das gesamte Immunsystem kräftigen. Angewendet wird die Heilpflanze wie folgt:

  • Nutzen Sie puren Aloe Vera Saft oder Aloe Vera Gel ohne Zusätze und tragen Sie dieses zwei bis drei Mal täglich in der Scheide und auf der Vulva auf. Achten Sie darauf, entweder saubere Einmal-Handschuhe zu verwenden oder sich zuvor und im Anschluss sehr gründlich die Hände mit desinfizierender Seife zu waschen.
  • Setzen Sie alternativ auf das frische Aloe Vera Gel direkt aus der Pflanze. Schneiden Sie dazu ein Blatt ab, waschen Sie es gründlich ab und schneiden Sie es der Länge nach auf. Kratzen Sie den fleischigen Blattinhalt heraus und drücken Sie diesen mit einer Gabel zu einem gleichmäßigen Brei oder pürieren Sie ihn.
  • Bringen Sie Aloe Vera auf Ihren täglichen Speiseplan. Zwei Esslöffel des Blattinhalts oder Aloe Vera Saft nach Angabe des Herstellers bringen das Immunsystem wieder in Schwung und stärken die Abwehrkräfte von innen heraus.

Cranberry Saft gegen Scheidenpilz

Cranberrys enthalten ein hohes Maß an Antioxidantien und Substanzen, die die körpereigene Abwehr steigern und dem Organismus im Kampf gegen den Scheidenpilz helfen.

Dadurch ist es zwar nicht als alleiniges Hausmittel gegen die Infektion mit Candida albicans geeignet, ist aber ideal zur Vorbeugung und als Unterstützung bei der Behandlung des Scheidenpilzes. Einen komplizierten Behandlungsplan benötigen Sie dafür nicht, es reicht aus:

  • täglich ein Glas (300 ml) puren Cranberry Saft ohne Zuckerzusatz zu trinken.
  • oder Cranberry Extrakt in Form von Tabletten zu nehmen.

Diese „Behandlung“ hilft übrigens nicht nur gegen Scheidenpilz, sie kann auch bei einer Blasenentzündung empfehlenswert sein und wirkt generell positiv auf Infektionen. Gerade Frauen und Menschen mit einer Neigung zu Entzündungen, schlecht heilenden Wunden und Erkältungen sollten das Trinken von Cranberry Saft also zur Gewohnheit werden lassen.

Essen gegen Scheidenpilz

Richtig gelesen, Essen kann gegen eine Scheidenpilzinfektion helfen – wenn Sie die richtigen Nahrungsmittel auf den Speiseplan setzen. Die Hauptkomponente sollte Gemüse sein. Vollkorngetreide, Kräuter, Nüsse und Kerne, Hülsenfrüchte, Fisch, Meeresfrüchte und wenig Obst sollten ebenso dazu gehören, wie gesunde pflanzliche Fette beziehungsweise Öle. Fleisch, Wurst und Milchprodukte sind nur in Maßen zu genießen.

Während einer Pilzinfektion sollten Sie zudem gänzlich auf Zucker und Produkte mit kurzkettigen Kohlenhydraten verzichten. Daher ist Obst auch nur in geringem Maß zu genießen, ebenso wie Süßigkeiten, Getränke mit Zuckerzusatz und Weißmehlprodukte. Überkommt Sie der Heißhunger auf etwas Süßes, greifen Sie zu Bitterschokolade, trinken Sie einen ungesüßten Saft, Kokosnussmilch oder Birkenwasser.

Essigspülungen gegen Scheidenpilz

Essigspülungen werden immer wieder als Hausmittel gegen Scheidenpilz oder Pilzinfektionen angepriesen. Der Essig soll den pH-Wert senken und es somit „ungemütlich“ für die Pilze werden lassen. Zudem bekämpft er Candida albicans direkt und soll ihn förmlich aus der Vagina herausspülen. In der Theorie scheinen Spülungen mit Essig also ein wunderbares Mittel gegen die Pilzinfektion zu sein.

In der Praxis verhält es sich allerdings etwas anders. Während einer Scheidenpilzinfektion ist die Schleimhaut sehr empfindlich, kann Risse aufweisen und brennt ohnehin schon – Essig kann diese Beschwerden noch deutlich verschlimmern und ist insgesamt oftmals zu aggressiv. Hinzu kommt, dass selbst durchgeführte Spülungen die Erreger noch tiefer in die Vagina einbringen können, anstatt herausgewaschen zu werden.

Lassen Sie von Spülungen also in jedem Fall die Finger. Dennoch kann Ihnen Essig im Kampf gegen die unerwünschten Pilze behilflich sein:

  • Trinken Sie täglich eine Mischung aus zwei Esslöffeln Bio-Apfelessig und einem Glas Wasser. Hierdurch wird der Säuren-Basen-Haushalt des Körper positiv beeinflusst.
  • Geben Sie etwa eine Tasse Apfelessig auf ein Vollbad. Das pflegt die Haut und hilft den Abwehrkräften im Kampf gegen Candida albicans.

Hinweis: Wählen Sie einen hochwertigen Apfelessig in Bio-Qualität, der nur wenig Zucker enthält.

Honig gegen Scheidenpilz

Erst heißt es Finger weg vom Zucker, dann soll Honig gegen die Pilzinfektion helfen? So paradox es klingt, das kann die Bienenware tatsächlich. Echter Bienenhonig wirkt antiseptisch und auch gegen Pilze, versorgt Schleimhäute mit Feuchtigkeit und beschleunigt die Heilung. Hierdurch eignet er sich also wunderbar für die Behandlung eines Scheidenpilzes.

Als alleiniges Hausmittel sollten Sie den Honig aber nicht nutzen. Kombinieren Sie diesen lieber mit dem folgenden Hausmittel.

Extra-Tipp: Verwenden Sie Manuka-Honig. Dieser ist zwar teurer, dafür aber auch deutlich wirksamer.

Joghurt gegen Scheidenpilz

In der langen Liste der Hausmittel gegen Scheidenpilzinfektionen steht Joghurt ganz oben. Und tatsächlich zeigen Studien, dass die darin enthaltene Milchsäure die Scheidenflora wieder ins Gleichgewicht bringen kann. Dabei kommt es aber auf die Wahl des richtigen Joghurts und die passende Anwendung an:

1. Wählen Sie einen Naturjoghurt ohne den Zusatz von Zucker oder Früchten. Am besten ein Produkt in hochwertiger Bio-Qualität.

2. Reiben Sie einen Tampon mit etwa einem Esslöffel des Naturjoghurts ein und führen Sie diesen wie gewohnt ein.

3. Cremen Sie den äußeren Genitalbereich leicht mit dem Joghurt ein. Schützen Sie die Unterwäsche durch ein saugfähiges Tuch oder eine unparfümierte und atmungsaktive Slipeinlage.

4. Entfernen Sie den Tampon und waschen Sie alle Rückstände nach spätestens zwei Stunden gründlich mit lauwarmem Wasser und wiederholen Sie die Anwendung zwei bis drei Mal täglich.

Für eine noch effizientere Wirkung können Sie auch einen Teil Naturjoghurt mit einem Teil (Manuka-)Honig vermischen und diese Kombination wie obig beschrieben einsetzen. Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigt, dass diese Mischung besonders wirksam ist.

Hinweis: Entfernen Sie alle Joghurt-Reste gründlich aber schonend indem Sie sie mit reichlich lauwarmem Wasser abwaschen. Verzichten Sie auf Waschzusätze und Vaginal-Spülungen und achten Sie darauf, den Intimbereich im Anschluss vollständig zu trocknen.

Knoblauch gegen Scheidenpilz

Knoblauch ist ein bekanntes Hausmittel bei einer Vielzahl von Beschwerden. Erkältungen, Halsschmerzen und zahlreiche andere Infektionen lassen sich damit ebenso bekämpfen wie Zahnschmerzen. Verantwortlich dafür sind die Substanzen, die dem Knoblauch auch seinen charakteristischen Geruch verleihen.

Bei der Behandlung von Scheidenpilzinfektionen ist er daher ebenfalls ein wunderbares Hausmittel. Setzen Sie ihn dafür wie folgt ein:

  • Setzen Sie ein bis drei Zehen auf den täglichen Speiseplan. Angst vor dem anschließenden Geruch? Mischen Sie gehackten Knoblauch mit fein geschnittener Petersilie und Olivenöl. Das verhindert anschließenden Knoblauchgeruch aus jeder Pore.
  • Schälen Sie eine Knoblauchzehe und schneiden Sie sie der Länge nach auf. Wickeln Sie die Hälften in ein Stück sterile Gaze, drehen Sie die Enden zusammen und führen Sie den Wickel vaginal ein. Belassen Sie ihn für maximal eine halbe Stunde an Ort und Stelle und entfernen Sie ihn dann wieder.
  • Pressen Sie eine Knoblauchzehe, pürieren oder hacken Sie diese sehr fein und vermengen Sie das Püree mit etwas hautfreundlichem Öl. Tragen Sie die daraus entstehende Paste auf die Schleimhäute des äußeren Genitalbereichs auf. Entfernen Sie sie wiederum nach spätestens einer halben Stunde.

Kokosöl gegen Scheidenpilz

Kokosöl wirkt bei Haarausfall, Kopfschuppen, Hautirritationen und einer ganzen Reihe anderer Beschwerden. So auch bei Scheidenpilz.

Diese Wirkung ist sogar in Studien nachgewiesen wurden. Dazu ist die äußerliche wie die innerliche Anwendung sehr einfach:

  • Nehmen Sie anfangs einen Teelöffel Kokosöl direkt ein und steigern Sie die Dosis auf drei Teelöffel täglich. Die gesunden Fette sind eine wunderbare Bereicherung für den Speiseplan und stärken damit die gesamte Abwehr.
  • Lassen Sie einen Esslöffel Kokosöl schmelzen und tragen Sie das Fett auf die Vulva Schleimhaut auf. Wiederholen Sie die Anwendung zwei bis drei Mal täglich.
  • Tragen Sie etwa einen Esslöffel Kokosöl auf einen Tampon auf und führen Sie diesen vaginal ein. Belassen Sie ihn für etwa zwei Stunden hier und entfernen Sie ihn danach oder wechseln Sie ihn gegen eine frische Runde Kokosöl aus. Eine Abspülen der Rückstände ist nicht bei jedem Wechsel nötig.

Kräuterbäder gegen Scheidenpilz

Salbei, Kamille, Ringelblume oder Zinnkraut sind tatsächlich entspannende und reizlindernde Badezusätze. Allerdings wirken sie nicht ursächlich gegen die Pilzinfektion in der Scheide und sind daher bestenfalls kurzfristige Behandlungshelfer.

Sie können also durchaus Teeaufguss, Tinktur oder ein entsprechendes ätherisches Öl verwenden – versprechen Sie sich davon aber nicht mehr als eine leichte und kurzzeitige Linderung der Beschwerden. Übertreiben Sie es zudem nicht bei der Dosierung. Weniger ist hier mehr.

Kurkuma gegen Scheidenpilz

Würzen Sie Speisen damit, geben sie ein bis drei Esslöffel ins Badewasser oder mischen Sie einen Teelöffel mit einer Tasse Wasser und tränken Sie ein Tuch damit. Verwenden Sie dieses als Auflage auf der Vulva und lassen Sie es für 15 bis 30 Minuten einwirken.

Natron gegen Scheidenpilz

Natron kann dabei helfen, dass Säuren-Basen-Gleichgewicht zu regulieren und somit sogar Scheidenpilz vorbeugen. Auch das wirksame Pulver ist aber nur eine unterstützende Maßnahme, die jedoch nicht unterschätzt werden sollte.

Verwenden Sie es dafür wie folgt:

  • Geben Sie etwa 250 Gramm Natron auf ein Vollbad und lassen Sie dieses für etwa eine Viertelstunde wirken.
  • Trinken Sie täglich eine Lösung aus einem halben Teelöffel Natron und einem Glas Wasser.

Olivenblattextrakt gegen Scheidenpilz

Die Wirkung von Olivenblattextrakt und Olivenblattextrakt-Tee ist bei Scheidenpilz nachweislich positiv und effizient. Nehmen Sie es das Extrakt als Nahrungsergänzungsmittel ein oder trinken Sie zwei bis drei Tassen Olivenblättertee täglich.

Beide Varianten beeinflussen das Immunsystem und wirken so indirekt gegen die Pilzinfektion.

Oregano Öl gegen Scheidenpilz

Das Öl von wildem Oregano hat sich in Studien als wirksam gegen Pilzinfektionen erwiesen – und bietet zwei Varianten der Anwendung:

    • Innerlich: Nehmen Sie täglich Oregano Öl Kapseln nach Angaben des Herstellers ein.
    • Äußerlich: Vermischen Sie einen Teil Oregano Öl mit einem Teil hautfreundlichem Trägeröl, wie Olive, Mandel oder Jojoba. Tragen Sie die Mischung zwei bis drei Mal täglich auf den äußeren Genitalbereich auf.

Ruhe gegen Scheidenpilz

Auch wenn es sich „nur“ um eine begrenzte Infektion handelt, sollten Sie die Auswirkungen eines Scheidenpilzes nicht unterschätzen. Er hat eine Auswirkung auf den gesamten Organismus und beeinträchtigt das allgemeine Wohlbefinden.

Gönnen Sie sich also Ruhe und Entspannung, um die Heilung voranzutreiben.

Sitzbäder mit Kamillentee gegen Scheidenpilz

Kamillentee kann lindernd und beruhigend auf die Symptome eines Scheidenpilzes wirken – die Ursache aber nicht bekämpfen. Sie können also durchaus ein Sitzbad mit Kamillentee als Zusatz durchführen, sollten sich davon aber keine Wunderwirkung versprechen.

Spülungen gegen Scheidenpilz

Wie bereits erwähnt, sind vaginale Spülungen zwar in der Theorie hilfreich, in der Praxis aber mit äußerster Vorsicht zu genießen. Zum einen können Keime damit noch tiefer in die Vagina gespült werden, die Infektion könnte sich also sogar verschlimmern. Zum anderen werden die Keime kaum entfernt – im Gegenteil. Die Schleimhaut kann zusätzlich gereizt werden, während die Pilze unbehelligt weiterhin auf dem Vormarsch sind.

Lassen Sie davon also die Finger.

Teebaumöl gegen Scheidenpilz

Teebaumöl erweist sich bei vielen Arten der Pilzinfektion als hilfreich. So auch beim Scheidenpilz. Zudem stehen Ihnen hierfür verschiedene Varianten der Anwendung zur Verfügung:

  • Geben Sie drei bis vier Tropfen Teebaumöl auf einen Tampon und führen Sie diesen ein. Lassen Sie ihn für zwei Stunden wirken, bevor Sie ihn entfernen. Bis zu drei Mal täglich können Sie dieses Hausmittel anwenden.
  • Mischen Sie einen Teil Teebaumöl mit einem Teil Trägeröl, beispielsweise aus Mandel, Olive oder Jojoba. Tragen Sie die Kombination auf die äußeren Schleimhäute des Genitalbereichs auf.
  • Vermischen Sie ein bis drei Teile Teebaumöl mit einem Teil Aloe Vera Saft oder Gel und tragen Sie die Kombination wiederum auf die äußeren Schleimhäute auf.

Umschläge gegen Scheidenpilz

Umschläge oder genauer gesagt Auflagen können eine positive Auswirkung auf eine Scheidenpilzinfektion haben. Geeignet hierfür sind:

  • Joghurt (mit Honig)
  • Teebaumöl
  • verdünnte Aromaöle und Tinkturen, beispielsweise von Kamille oder Salbei
  • Aloe Vera
  • Kurkuma-Aufguss
  • Oregano

Wenden Sie die Auflagen zumindest morgens und abends für je 15 bis 30 Minuten an und achten Sie im Anschluss darauf, die Haut gründlich trocken zu tupfen.

Verzicht auf Zucker

Klingt komisch, aber Candida albicans mag Zucker ebenso gerne wie Sie. Wie bereits erwähnt, sollten Sie daher auf süße Speisen gänzlich verzichten. Ebenso wie auf Weißmehlprodukte, zuckerhaltige Getränke und ein Übermaß an Obst.

Zucker dient den Hefepilzen als Nährboden und kann den Körper zudem leicht übersäuern, was wiederum das Risiko für eine Pilzinfektion erhöht.

Wann sollten Sie mit Scheidenpilz zum Arzt?

In jedem Fall. Hausmittel zeigen sich zwar bei leichten Formen des Scheidenpilzes wirksam und können auch die eigentliche Therapie unterstützen oder gar ersetzen – dafür muss aber zunächst die Diagnose gestellt werden. Denn eine Scheidenpilzinfektion kann auch mit einer bakteriellen Infektion verwechselt werden.

Zudem ist die Pilzinfektion durchaus nicht so harmlos, wie sie zunächst erscheint. Chronische Formen können ebenso auftreten, wie ein Aufsteigen des Scheidenpilzes möglich ist. Reagieren Sie daher frühzeitig und suchen Sie im Falle einer Schwangerschaft oder eines noch bestehenden Kinderwunsches umgehend einen Frauenarzt auf.

Konsultieren Sie diesen ebenfalls, wenn Pilzinfektionen häufiger auftreten oder Sie dieser vorbeugen möchten, da Sie öfter Antibiotika einnehmen müssen oder durch eine chronische Erkrankung unter einem geschwächten Immunsystem leiden.

Quellen

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  • Einmaltherapie genügt bei Vaginalmykose. In „Ärzte-Zeitung“, 93, 2001, ISSN 0175-5811
  • Detlev Schneider: FAKTEN. Arzneimittel 2010. Thieme, 2009, ISBN 3131405465
  • Marion Hofmann-Aßmus: Schnelle Hilfe bei Vaginalmykosen. In „gynäkologie + geburtshilfe“, 19, 2014, ISSN 1439-3557
  • W. Rösch: Pilze im Stuhl, Pilze im Darm – therapeutische Konsequenzen? In „Versicherungsmedizin“, 48, 1996, ISSN 0933-4548
  • Infos für Frauen zu Vaginalmykosen. In „Ärzte-Zeitung“, 213, 2007, ISSN 0175-5811
  • Henning Rohde: Candida-Besiedlung und Befall des Gastrointestinaltrakts. In „Deutsches Ärzteblatt“, 93, 1996, ISSN 0012-1207
  • Wenn die Abwehr aus dem Lot gerät. In „Ärzte-Zeitung“, 103, 2012, ISSN 0175-5811
  • Erstbesuch beim Frauenarzt Teenager-Mykose oft nur durch Genital-Reizung. In „Ärzte-Zeitung“, 18, 2000, ISSN 0175-5811
  • A. Huber: Vaginalmykosen bei Kindern und Jugendlichen. In „Mycoses“, 15, 2009, ISSN 0933-7407
  • Harnwegsinfekt: Natürliche Arznei wirkt unterstützend. In „Ärzte-Zeitung“, 72, 2016, ISSN 0175-5811
  • H. Spitzbart: Die Beweiskraft des bakterioskopischen Bildes bei der Vaginalmykose. In „Mycoses“, 11, 2009, ISSN 1439-0507

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