12 Hausmittel gegen Verbrennungen Was tun gegen Verbrennungen? Hier erfahren Sie, was bei einer Verbrennung genau passiert, welche unterschiedlichen Grade es gibt, und finden Mittel & Tipps gegen Verbrennungen, die wirklich helfen! Damit können Sie leichte Verbrennungen auf sanfte & natürliche Weise behandeln.

Was ist eine Verbrennung?

Bei Verbrennungen bzw. Verbrühungen kommt es durch Hitze (Temperaturen von mindestens 45°C) zu einer Schädigung des Gewebes. Der Schweregrad einer Verbrennung ist von der jeweiligen Temperatur und der Dauer abhängig, die auf das Gewebe eingewirkt wurde. Leichte Verbrennung treten allgemein sehr häufig auf – zum Beispiel, wenn die Haut über längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist (Sonnenbrand). Je nachdem, wie schwer eine Verbrennung ist, kann es zu Zellschädigungen oder gar zum Zelltod kommen.

Ursachen von Verbrennungen

Verbrennungen und Verbrühungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Allerdings spielt eine Hitzeeinwirkung auf Haut und Gewebe von mindestens 45°C in jedem Fall eine Rolle.

Statistisch gesehen ereignen sich etwa drei von vier Verbrennung im Haushalt oder während der Freizeit. Ungefähr jede vierte Verbrennung ist ein Arbeitsunfall.

Folgende Ursachen kommen für eine Verbrennung in Frage:

  • Verbrennung durch Flammeneinwirkung
  • Verbrühung durch heißes Wasser, Wasserdampf oder andere heiße Flüssigkeiten
  • Verbrennung durch Explosionen (z.B. Gas- oder Sprengstoffexplosionen)
  • Verbrennung durch Strahlung (Sonne, Solarium, Röntgenstrahlung)
  • Kontaktverbrennung (z.B. durch eine heiße Herdplatte)
  • Verbrennung durch elektrischen Strom (z.B. an Hochspannungsleitungen oder stromführenden Maschinen)

Was für Beschwerden verursacht eine Verbrennung?

Viele Beschwerden machen sich bei einer Verbrennung oder Verbrühung erst nach ein paar Stunden bemerkbar. Die genaue Symptomatik hängt vom Schweregrad der Verbrennung ab. Wichtig zu wissen ist, dass sich der Schweregrad einer Verbrennung innerhalb von drei Tagen erhöhen kann. Das heißt, die Beschwerden einer Verbrennung können noch weiter zunehmen. Dieser Prozess wird unter Medizinern auch als „Nachbrennen“ bezeichnet.

Verbrennungen – welche Schweregrade gibt es?

Der Schweregrad der jeweiligen Verbrennung entscheidet darüber, welche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden eingeleitet werden sollten. Verbrennungen werden nach folgenden Graden unterschieden:

  • Verbrennungen 1. Grades: Bei Verbrennungen ersten Grades ist die Haut meist gerötet, angeschwollen und schmerzhaft. Die oberste Hautschicht zeigt hier noch keine äußerlichen Veränderungen, wie zum Beispiel kleine Löcher in der Haut. In den meisten Fällen lassen sich Verbrennungen ersten Grades sehr gut selbst behandeln. Sollten jedoch größere Bereiche betroffen oder die Atmung beeinträchtigt sein, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Verätzungen sollten auch im ersten Schweregrad von einem Arzt behandelt werden.
  • Verbrennungen 2. Grades: Verbrennungen zweiten Grades betreffen sowohl die oberste Hautschicht (Epidermis), als auch die darunterliegende Lederhaut (Dermis). Die Haut verfärbt sich dabei stark rot, wird fleckig und kann kleine Bläschen bilden. Zudem kommt es meist zu sehr stark ausgeprägten Schwellungen und Schmerzen. Solange sich eine Verbrennung zweiten Grades auf einen Bereich beschränkt, der einen Durchmesser von weniger als 6-8 cm hat, kann sie wie eine Verbrennung ersten Grades behandelt werden. Wenn größere Bereiche betroffen sind, sollten Sie jedoch schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
  • Verbrennungen 3. Grades: Verbrennungen dritten Grades schädigen nicht nur die beiden obersten Hautschichten, sondern auch das darunterliegende subkutane Gewebe. Dabei kann es zu Schädigungen des Unterhautfettgewebes, der Blutgefäße, Nerven, Muskeln und sogar Knochen kommen. In den meisten Fällen zeigt eine Verbrennungen dritten Grades sowohl verkohlte, als auch schneeweiße Bereiche. Je nach Schädigung kann es zu sehr starken Schmerzen kommen. Wenn Nerven geschädigt wurden, kann es jedoch auch sein, dass die Schmerzen vollständig ausbleiben. Bei Verbrennungen dritten Grades sollten Sie umgehend einen Notarzt rufen.
  • Verbrennungen 4. Grades: Bei einer Verbrennung vierten Grades liegt eine Schädigung aller Strukturen vor, wobei die Haut weißlich oder schwarz verkohlt aussieht. Je nachdem, wie groß die geschädigte Fläche ist, kann akute Lebensgefahr bestehen. Nicht selten verlieren die Betroffenen das Bewusstsein. Hier muss sofort ein Notruf abgesetzt werden.

Verlauf einer Verbrennung

Der Verlauf einer Verbrennung richtet sich grundsätzlich nach zwei Faktoren:

  • Wie schwer ist das Gewebe geschädigt? (Schweregrad bestimmen)
  • Wie viel Haut bzw. Gewebe ist von der Verbrennung betroffen?

Darüber hinaus spielen auch eventuelle Vorerkrankungen sowie das Alter des Betroffenen eine Rolle.

Je schwerer die Schädigung und je mehr Haut betroffen ist, desto schwieriger ist der Verlauf der jeweiligen Verbrennung. Eine Verbrennung wird als lebensbedrohlich eingeschätzt, sobald bei Erwachsenen mehr als 15% der Hautoberfläche betroffen sind (bei Kindern 10%).

Wenn ein sogenanntes Inhalationstrauma hinzu kommt, halbiert sich diese Zahl. Davon ist die Rede, wenn durch die Atmung auch Hitze in die Atemwege gelangt ist und dort zu Verbrennungen geführt hat.

Erstgradige Verbrennungen heilen in der Regel innerhalb von wenigen Tagen alleine ab. Verbrennungen zweiten oder dritten Grades hingegen, können ein bis zwei Wochen benötigen, um vollständig auszuheilen. Bei Verbrennungen vierten Grades ist der Verlauf sehr stark vom Allgemeinzustand des Betroffenen und der Größe der geschädigten Hautfläche abhängig.

Wie werden Brandblasen behandelt?

Ab dem zweiten Schweregrad gehen Verbrennungen oft mit der Bildung von Brandblasen einher. Im Allgemeinen verheilen diese gut von alleine, jedoch besteht immer das Risiko einer Infektion, was unter keinen Umständen auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Viele Menschen denken bis heute, eine Brandblase müsste aufgestochen werden. Bei größeren und ungünstig gelegenen Brandblasen kann dies zwar notwendig sein, jedoch dürfen Sie diese unter keinen Umständen selber aufstechen. Dadurch würde die Infektionsgefahr enorm ansteigen. Die Punktierung einer Brandblase sollte ausschließlich durch einen Arzt erfolgen.

Decken Sie Ihre Brandblase stattdessen mit sterilem Verbandsmaterial ab, um das Infektionsrisiko zu senken. Sollte die Blase innerhalb von zwei Wochen nicht selbstständig abheilen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Ärztliche Diagnose einer Verbrennung

Um eine Diagnose für den Schweregrad einer Verbrennung zu stellen, wird der Arzt die Verbrennung zuerst unter Berücksichtigung der Vorgeschichte begutachten. Dadurch will der Arzt herausfinden, welche Art der Hitzeeinwirkung die Verbrennung verursacht hat (z.B. offenes Feuer, Kontaktverbrennung, heißer Dampf). Darüber hinaus ist das Befinden des Betroffenen, seine Bewusstseinslage und auch die Funktion von Atmung und Herz-Kreislauf entscheidend für die Diagnose des Arztes.

Durch eine umfangreiche körperliche Untersuchung kann der Arzt den Schweregrad und den Umfang einer Verbrennung bestimmen. Da Verbrennungen noch weiter voranschreiten können, lässt sich das volle Ausmaß der Schädigung meist erst nach zwei bis drei Tagen feststellen.

Falls der Verdacht besteht, dass der Betroffene heißen Dampf eingeatmet hat, kann der Arzt eine Röntgenaufnahme der Atemwege anfertigen, um festzustellen, ob ein sogenanntes Inhalationstrauma vorliegt.

Bei Verbrennungen im Gesicht wird außerdem häufig ein Augen- oder Ohrenarzt hinzugezogen.

Therapie einer Verbrennung

Die Therapie einer Verbrennung kann zwischen Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe), ärztlicher Therapie und der Behandlung mit Hausmitteln unterschieden werden.

Sofortmaßnahmen bei Verbrennungen

Bei Verbrennungen sollte eine schnelle und sachgemäße Erste Hilfe oberste Priorität haben. Die erste und wichtigste Maßnahme ist das Kühlen der Verbrennung, um die Schmerzen schnellstmöglich zu lindern und zu vermeiden, dass die Hitze tiefer in das Gewebe eindringt.

Dazu kann der betroffene Bereich unter kühles, fließendes Wasser gehalten werden. Eis oder Eiswasser sollte nicht zum Kühlen von Verbrennungen genutzt werden, da dies zu Erfrierungen auf der Haut führen kann. Besonders bei großflächigen Verbrennung kommt zu schnell zu Unterkühlungen, was unbedingt vermieden werden sollte. Die weiterführende Kühlung sollte daher nur erfolgen, wenn die Verbrennung weniger als 5% der Hautfläche einnimmt und der Betroffene wach ist. Eine Verbrennung sollte so lange gekühlt werden, bis die Beschwerden nachlassen, jedoch nicht länger als 20 Minuten.

Wichtig: Bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten. Hier sollte Kopf und Rumpf niemals gekühlt werden. Beidseitige Verbrennungen der Beine oder Arme dürfen nur im Wechsel gekühlt werden.

So sollten Sie sich als Ersthelfer bei Verbrennungen verhalten:

  1. Selbst ruhig bleiben und auch die betroffene Person beruhigen.
  2. Kleidung, soweit möglich, vorsichtig von den betroffenen Körperstellen entfernen. Festgebrannte Kleidung sollte vom Arzt entfernt werden.
  3. Kühlen bis die Schmerzen nachlassen (nur bei kleinen Verbrennungen unter 5% der Körperoberfläche). Nicht länger als 20 Minuten kühlen, um Erfrierungen zu vermeiden.
  4. Bei Bewusstlosigkeit nicht kühlen.
  5. Bei schweren Verbrühungen oder Verbrennungen Notruf absetzen. Bei Kindern bereits bei leichten Verbrennungen bzw. Verbrühungen.
  6. Bei schweren Verbrennungen keine Getränke oder Speisen verabreichen.
  7. Bei Wohnungsbränden kann es durch das Einatmen von Rauchgas zu Verwirrungen und Halluzinationen kommen, weshalb Betroffene oft nicht kooperativ sind und unangemessen auf Hilfe reagieren. Lassen Sie die Betroffen in diesem Fall unter keinen Umständen alleine.

Verbrennungen – ärztliche Therapie am Unfallort

Bei mittelschweren und schweren Verbrennungen ist immer eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich. In besonders schweren Fällen kann es sogar notwendig sein, den Betroffenen in eine auf Verbrennungen spezialisierte Klinik einzuweisen. Der Notarzt wird die Schwere und Größe der Verbrennung noch am Unfallort beurteilen und entsprechende Maßnahmen zur Behandlung einleiten.

Folgende Maßnahmen sind bereits am Unfallort möglich:

  • Elektrolytlösungen können eingesetzt werden, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen und Schädigungen der inneren Organe zu vermeiden.
  • Bei starkem Blutverlust kann eine Bluttransfusion verabreicht werden.
  • Da Verbrennung häufig starke Schmerzen verursachen, kann die Verabreichung von Schmerzmitteln notwendig sein.
  • Bei Schädigungen der Atemwege (z.B. durch heiße Dämpfe) kann die Verabreichung von Sauerstoff oder eine künstliche Beatmung erforderlich sein.

Verbrennungen – ärztliche Therapie im Krankenhaus

Nachdem Erste-Hilfe-Maßnahmen erfolgt sind und der Betroffene erfolgreich in ein Krankenhaus transportiert wurde, ist es sehr wichtig, einer möglichen Infektion entgegenzuwirken. Dazu wird der Arzt die Brandwunde gründlich säubern und gegebenenfalls von Haaren befreien. Darüber hinaus wird überprüft, ob eine Tetanusimpfung vorliegt. Gegebenenfalls kann diese aufgefrischt werden.

Außerdem kann der Arzt Wunden und offene Hautstellen mit antibakteriellen oder entzündungshemmenden Verbänden und Wundauflagen versorgen. Falls es bei einer Verbrennung zu Anzeichen einer Entzündung kommt, wird außerdem eine Behandlung mit Antibiotika eingeleitet.

Bei schweren und großflächigen Brandverletzungen ist zusätzlich eine Unterbringung in einem sterilen Bett notwendig.

Tiefe Brandwunden vom Schweregrad 3 oder 4 heilen in den meisten Fällen nicht spontan ab. In dieser Situation kann ein operativer Eingriff erforderlich sein, um das abgestorbene und verbrannte Gewebe vollständig aus der Wunde zu entfernen. Manchmal ist auch eine Hauttransplantation notwendig, um die Brandwunden vollständig zu verschließen und den Heilungsprozess zu ermöglichen.

Verbrennungen – Nachbehandlung

Bei schweren Verbrennungen ist die Haut nach der Therapie meist deutlich weniger elastisch, als vor der Verbrennung. Daher wird oftmals eine aufwendige Nachbehandlung notwendig. Dazu gehört eine möglichst frühzeitige Krankengymnastik sowie eine regelmäßige Narbenbehandlung, um diese weicher und geschmeidiger zu machen.

Hausmittel gegen leichte Verbrennungen

Verbrennungen ersten Grades sowie kleinflächige zweitgradige Verbrennungen sind kein Grund für einen Arztbesuch. Diese lassen sich meist mit einfachen Hausmitteln selbst behandeln.

Hausmittel wie Butter, Öl, fettige Salben oder Mehl sollten jedoch keinesfalls bei einer Verbrennung zum Einsatz kommen. Bei einer Verbrennung sind diese Mittel unwirksam und können sogar zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen. Zudem erschweren sie dem Arzt die Beurteilung der Brandwunde, falls Sie sich doch für eine medizinische Behandlung entscheiden.

Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass offene Wunden oder geplatzte Brandblasen nicht direkt mit verschiedenen Substanzen wie zum Beispiel Honig oder Essig behandelt werden. Diese eignen sich nur bei leichten Verbrennungen, bei denen die oberste Hautschicht noch intakt ist.

Hausmittel gegen Verbrennungen am Finger

Leichte Verbrennungen an den Fingern lassen sich meist gut selber behandeln. Um sich sofortige Linderung zu verschaffen, sollten Sie Ihren verbrannten Finger ohne Verzögerung unter kühles Wasser halten, bis die Schmerzen langsam nachlassen.

Im Anschluss bietet sich der Einsatz einer Wund- und Heilsalbe an. Hier sollten Sie jedoch darauf achten, dass diese kein Fett enthält, da dies die Beschwerden Ihrer Verbrennung verschlimmern könnte.

Kleine Verbrennungen an den Fingern lassen sich am besten behandeln, wenn Sie diese immer im Wechsel kühlen und danach eincremen. So verschaffen Sie sich regelmäßig etwas Linderung und tragen zum Heilungsprozess Ihrer Verbrennung bei. Ergänzend können Sie natürlich auf verschiedene Hausmittel zurückgreifen, um entzündlichen Prozessen sowie Infektionen entgegenzuwirken und Ihre verbrannte Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Hausmittel gegen Verbrennungen an der Hand

Auch bei Verbrennungen an der Hand stellt sofortiges Kühlen die wichtigste Maßnahme dar. Anschließend sollten Sie den Schweregrad Ihrer Verbrennung einschätzen. Heiße Herdplatten oder kochende Flüssigkeiten können schnell Verbrennungen zweiten Grades oder höher verursachen, was einen Arztbesuch notwendig macht. Sollte dies der Fall sein, suchen Sie umgehende einen Arzt auf. Falls es sich lediglich um eine Verbrennung ersten Grades handelt, gehen Sie so vor, wie bei der Behandlung eines einzelnen Fingers.

Viel Wasser trinken bei Verbrennungen

Grundsätzlich sollte jeder Mensch darauf achten, dass er seinem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführt. Bei Verbrennungen ist dies jedoch besonders wichtig, da diese Ihrem Körper Flüssigkeit entziehen. Je stärker die Verbrennung ausgeprägt ist, desto mehr Flüssigkeit verliert Ihr Körper.

Daher empfiehlt es sich bei allen Schweregraden einer Verbrennung, viel Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Eine Kompresse mit Quark gegen Verbrennungen

Die Quark-Kompresse kühlt angenehm und hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften. Mit Quark können Sie den Heilungsprozess Ihrer Verbrennung fördern und verhindern, dass sich diese entzündet.

Anwendung: Streichen Sie eine dünne Schicht Quark auf ein sauberes Tuch. Dieses legen Sie anschließend direkt auf den Bereich der Verbrennung und fixieren es mit Verbandsmaterial oder Frischhaltefolie. Nun lassen Sie den Quark auf der Haut einwirken, bis er seinen kühlenden Effekt verliert. Bei Bedarf kann diese Anwendung mehrmals täglich wiederholt werden.

Aloe Vera gegen Verbrennungen

Die Aloe Vera-Pflanze enthält unter anderem den Wirkstoff Acemannan, der antibakterielle und antivirale Eigenschaften aufweist. Dadurch kann der Saft der Aloe Vera-Pflanze einer möglichen Infektion der Brandwunde entgegenwirken und einen schnelleren Heilungsprozess begünstigen.

Anwendung: Dazu können Sie Aloe Vera-Gel aus der Apotheke oder dem Reformhaus nutzen und vorsichtig auf die betroffenen Stellen auftragen. Alternativ können Sie jedoch auch ein sauberes Leinentuch in Aloe Vera-Saft (dieser lässt sich einfach aus dem Blättern der Pflanze herauspressen) tränken und dieses anschließend direkt auf die verbrannte Haut legen.

Essig gegen Verbrennungen

Die kühlenden und entzündungshemmenden Eigenschaften von Apfelessig fördern den Heilungsprozess Ihrer Verbrennung. Zusätzlich werden Ihrer Haut durch den Essig wichtige Vitamine und Mineralstoffe zugeführt, die für Regenerationsprozesse benötigt werden.

Anwendung: Dazu können Sie ein sauberes Tuch in Apfelessig tränken und diesen vorsichtig auf die betroffenen Hautstellen auftragen, ohne ihn anschließend abzuspülen. Diesen Vorgang können Sie über ein bis zwei Stunde alle zehn Minuten wiederholen.

Tipp: Diese Methode eignet sich besonders gut für großflächigere Verbrennungen ersten Grades, wie zum Beispiel bei einem Sonnenbrand.

Kartoffeln gegen Verbrennungen

Die Inhaltsstoffe der Kartoffel wirken beruhigend und können zur Linderung Ihrer Schmerzen beitragen. Zusätzlich wird Ihre verbrannte Haut leicht gekühlt und mit Feuchtigkeit versorgt, was den Heilungsprozess Ihrer Verbrennungen begünstigen kann.

Anwendung: Pürieren Sie ein Stück rohe Kartoffel und pressen Sie den Saft durch ein dünnes Tuch. Den so gewonnenen Saft können Sie nun vorsichtig mit einem Sauberen Tuch auf die betroffenen Stellen tupfen. Bei kleinflächigen Verbrennungen können Sie auch eine Kartoffel in Scheiben schneiden und direkt auf die betroffenen Stellen legen.

Zwiebeln gegen Verbrennungen

Die Zwiebel hat bei Verbrennungen ähnlich positive Eigenschaften wie auch die Kartoffel, denn der Saft der Knolle besitzt einen desinfizierenden und entzündungshemmenden Effekt. Dadurch lässt sich eine mögliche Infektion kleinerer Brandwunden vermeiden und entzündlichen Prozessen kann entgegengewirkt werden. Zudem erreichen Sie durch den Zwiebelsaft einen leicht kühlenden Effekt.

Anwendung: Schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Würfel, geben Sie diese in einen Topf und erhitzen Sie sie, bis der Saft der Zwiebel freigesetzt wird. Den Saft können Sie nun vorsichtig mit einem Tuch auf die betroffenen Stellen tupfen. Bei kleineren Verbrennungen können Sie Ihre Zwiebel auch in Scheiben schneiden und diese direkt auf die betroffenen Stellen legen.

Kamille gegen Verbrennungen

Die Kamille gehört zur Gattung der Korbblütler und zählt zu den beliebtesten und am häufigsten genutzten Hausmitteln. Neben Beschwerden wie Stress, innerer Unruhe und Magen-Darm-Beschwerden kann die Kamille auch zur Behandlung von leichten Verbrennungen eingesetzt werden.

Kamille enthält besondere Schleimbestandteile (Saponine und Flavonoide), denen eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. Darüber hinaus sind die Inhaltsstoffe der Kamille in der Lage, das Wachstum von Bakterien und Pilzen zu beeinträchtigen und so Wundinfektionen zu vermeiden oder diesen entgegenzuwirken.

Tipp: Verwenden Sie Kamillenblüten aus der Apotheke. Kamillentee, wie wir ihn als Lebensmittel kennen, hat einen geringeren Anteil an wirksamen Inhaltsstoffen und eignet sich daher nur bedingt zur Anwendung als Hausmittel.

Anwendung: Kochen Sie einen Tee aus den Blüten der Kamille und lassen Sie diesen abkühlen. Nun tränken Sie ein sauberes Tuch in die Flüssigkeit und legen dieses direkt auf die betroffenen Hautstellen. Jetzt sollten die Wirkstoffe für 15-20 Minuten einwirken, bevor Sie die Kompresse wieder entfernen. Daher bietet es sich an, das Tuch mit Verbandsmaterial oder Frischhaltefolie zu fixieren.

Alternativ können Sie auch kamillehaltige Salben verwenden, wobei darauf zu achten ist, dass diese kein Fett enthalten.

Eiweiß gegen Verbrennungen

In rohem Eiweiß sind viele wichtige Aminosäuren enthalten, die Ihre geschädigte Haut beim Wiederaufbau unterstützen. Zudem kühlt das Eiweiß Ihre Verbrennung und wirkt nach dem Trocknen wie ein natürliches Pflaster, das Ihre Haut vor äußeren Einflüssen schützt und den Heilungsprozess unterstützt.

Anwendung: Reiben Sie eine dünne Schicht rohes Eiweiß direkt auf die betroffenen Hautstellen und lassen es trocknen.

Tipp: Das übrig gebliebene Eigelb muss nicht im Müll landen. Stattdessen können Sie eingefrorenes Eigelb sammeln und zum Backen verwenden. Alternativ gibt es in vielen Geschäften auch rohes Eiweiß in Kartons zu kaufen.

Kalte Teebeutel gegen Verbrennungen

Bei leichten Verbrennungen können Sie sich mit kalten Teebeuteln etwas Linderung verschaffen. Die Gerbsäure in schwarzem Tee kann den Schmerzen von Verbrennungen etwas entgegenwirken. Zudem kühlt der feuchte Teebeutel Ihre Haut und versorgt Sie mit Feuchtigkeit.

Anwendung: Sammeln Sie dazu am besten mehrere Teebeutel (3-4), befeuchten Sie diese mit etwas Wasser und lassen sie im Kühlschrank abkühlen. Nun können Sie immer jeweils einen Teebeutel als kühlende Kompresse verwenden und diesen sofort auswechseln, wenn er nicht mehr kalt genug ist.

Honig gegen Verbrennungen

Bei kleineren Verbrennungen wirkt Honig leicht desinfizierend und kann so den Heilungsprozess der Verbrennung fördern. Zusätzlich weist Honig auch leicht kühlende und schmerzlindernde Eigenschaften auf, die bei Verbrennungen sehr nützlich sein können.

Anwendung: Tupfen Sie einfach etwas Honig auf die rote, geschwollene Haut und lassen Sie diesen für etwa 30 Minuten einwirken. Anschließend sollte die Haut vorsichtig mit kühlem Wasser abgespült werden. Diese Anwendung können Sie mehrmals täglich wiederholen.

Weißkohl gegen Verbrennungen

Der in Weißkohl enthaltene Saft beruhigt die verbrannte Haut, versorgt diese mit Feuchtigkeit und hat außerdem entzündungshemmende Eigenschaften. So können Sie Ihre Beschwerden lindern und einer möglichen Entzündung entgegenwirken.

Anwendung: Die Weißkohlblätter sollten zunächst gründlich mit lauwarmem Wasser gewaschen und anschließend in ein angefeuchtetes Tuch gewickelt werden. Pressen Sie die Blätter nun mit einem Nudelholz oder ähnlichem flach, um diese aufzubrechen und den enthaltenen Saft freizusetzen. Legen Sie das Tuch auf den Bereich Ihrer Verbrennung und lassen es für etwa 20 Minuten einwirken.

Spitzwegerich gegen Verbrennungen

Der Spitzwegerich kann sowohl innerlich, als auch äußerlich eingesetzt werden und eignet sich als Hausmittel zur Behandlung von unterschiedlichen Beschwerden. Das Wegerichgewächs kommt nahezu überall vor und bietet sich vor allem an, wenn keine anderen Mittel zur Linderung Ihrer Beschwerden vorhanden sind. Dem Spitzwegerich werden schmerzlindernde, wundheilungsfördernde, entzündungshemmende und entkrampfende Eigenschaften nachgesagt.

Der Spitzwegerich lässt sich sehr leicht erkennen und vom weniger wirksamen Breitwegerich unterscheiden. Die Ähren des Spitzwegerich wachsen aus der Mitte der Blattrose bis zu 30 cm hoch. Im Gegensatz zu den ovalen Blättern des Breitwegerichs hat der Spitzwegerich lange, schmale Blätter. In Deutschland ist der Spitzwegerich vor allem an Weg- und Wiesenrändern zu finden.

Anwendung: Pflücken Sie ein frisches Blatt des Spitzwegerichs, säubern dieses kurz und zerreiben es zwischen Ihren Händen, bis der Saft freigesetzt wird. Nun legen Sie das zerriebene Blatt direkt auf Ihre Verbrennung und fixieren es mit einem Verband oder Baumwolltuch.

Alternativ können Sie auch Tee aus den Blättern des Spitzwegerich kochen und eine Kompresse in der Flüssigkeit tränken. Die Kompresse können Sie anschließend auf den betroffenen Bereich legen. Diese Methode eignet sich besonders gut bei großflächigen Verbrennungen, wie zum Beispiel einem Sonnenbrand.

Wann bei Verbrennungen zum Arzt?

Ob ein Notruf abgesetzt werden muss, um den Betroffenen ins Krankenhaus zu transportieren, oder ein Termin beim Hausarzt ausreicht, hängt vom Verbrennungsgrad und dem Allgemeinzustand des Betroffenen ab.

  • Verbrennungen ersten Grades sowie einzelne Brandblasen können meist problemlos zu Hause behandelt werden. Falls Sie sich jedoch nicht sicher sind, ob es sich wirklich um eine Verbrennung ersten Grades handelt oder diese das Gesicht oder die Genitalien betrifft, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Bei Verbrennungen zweiten Grades ist ein Arztbesuch erforderlich, wenn sich an mehreren Stellen Blasen bilden oder die Verbrennung mehr als 2-3% der Hautoberfläche betrifft. Durch eine ärztliche Behandlung können ästhetisch und funktionell ungünstige Narben meist vermieden werden.
  • Wenn mehr als 10% der Hautoberfläche betroffen sind, ist allgemein eine stationäre Behandlung erforderlich.
  • Alle Verbrennungen dritten Grades (wenn verbrannte Bereiche schwarz oder weiß und gefühllos sind) sollten umgehend von einem Arzt behandelt werden.
  • Wenn heißer Rauch oder Dampf inhaliert wurde, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Warnhinweis: Bedenken Sie, dass Hausmittel keinesfalls eine ärztliche Behandlung ersetzen können. Diese sollten nur bei leichten Verbrennungen (Verbrennungen ersten Grades oder kleinflächige Verbrennungen zweiten Grades) zum Einsatz kommen, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um eine Verbrennung ersten oder zweiten Grades handelt, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen.

Quellen:

  • Wilhelm Friedrich Hahn: Die äußerlichen Heilmittel, ihre Eigenschaften, Wirkungen auf den menschlichen Organismus und Anwendung, 1842, ISBN: 9781275903548
  • Marc G. Jeschke: Verbrennungen: Diagnose, Therapie und Rehabilitation des thermischen Traumas, 2009, ISBN:9783211798959
  • Samuel Billings: The Big Book of Home Remedies, 2013, ISBN: 1304741958
  • GJ van Niekerk: An Essential Collection of Home Remedies and Recipes, 2015, ISBN: 9781329060050
  • Todd C. Jude: Herbal Home Remedies, 1998, ISBN: 9781623158521
  • Varro E. Tyler: Hoosier Home Remedies, 1985, ISBN: 9780911198836