Herzrasen (Tachykardie) Stress, Aufregung oder einfach pure Freude – viele Situationen des täglichen Lebens können dazu führen, dass Ihr Herz schneller schlägt. Während der normale Herzschlag eines Menschen in der Ruhe bei etwa 60 bis 100 Schlägen pro Minute liegt, spricht man bei einem darüber liegenden Puls, bereits von Herzrasen (Tachykardie).

Herzrasen (Tachykardie)

Die Tachykardie ist per Definition zunächst eine Beschleunigung des Herzschlags und ist bei körperlicher Anstrengung als völlig normal einzustufen. Im Ruhezustand allerdings zählt sie wie Herzstolpern oder Vorhofflimmern zur Gruppe der Herzrhythmusstörungen. Auch eine Erkrankung kann dem sogenannten Herzrasen zugrunde liegen.

Auf welche möglichen harmlosen oder auch krankhaften Ursachen das Herzrasen zurückzuführen ist, möchten wir Ihnen in dem folgenden Text näher erläutern.

Was versteht man unter Herzrasen?

Sie kennen das wahrscheinlich: In bestimmten Situationen schlägt Ihr Herz auf einmal schneller und Sie spüren den Herzschlag am ganzen Körper, sogar am Hals bis hin zu den Schläfen. Dieses plötzlich auftretende Herzrasen muss allerdings kein Grund zur Sorge sein, denn in der Regelhandelt es sich dabei um eine völlig normale Reaktion des Körpers auf Freude, Anstrengung oder Stress.

Warum aber reagiert unser Körper so? Egal ob Stress im Alltag oder Aufregung vor der nächsten Klausur – all das kostet Energie – und die benötigt unser Körper dann besonders rasch. Dadurch steigt der Puls, so dass das Herz schneller schlägt und es das Blut zügig in unsere Organe pumpen kann. Auf diese Weise erhalten die Organe mehr Sauerstoff, mit dessen Hilfe unsere Muskulatur aus den beiden Nährstoffen Zucker und Fett die benötigte Energie gewinnen kann.

In folgenden Situationen kann eine Tachykardie auftreten:

  • in Ruhesituationen
  • zeitverzögert nach dem Sport
  • plötzlich und unvermittelt und dies unabhängig von Stress oder Anstrengung

In der Regel fährt Ihr Puls, so unerwartet wie er beschleunigt hat, auch wieder herunter und ein gesundes Herz steckt diese kurzen Situationen, in denen das Herz rast, problemlos weg. Sollten sich allerdings Schwindel oder Übelkeit als Symptome dazu gesellen, dann heißt es für Sie, achtsam zu sein. Hier könnte unter Umständen auch ein ernsthaftes Herzproblem die Ursache sein. In diesem Fall raten wir Ihnen, umgehend einen Arzt aufzusuchen.

Sofern Ihr Puls in Ruhe auf über 120 Schläge pro Minute ansteigt, dann sollten sie ebenfalls wachsam sein, denn dieser Wert gilt medizinisch betrachtet bereits als bedrohlich. Und schlägt Ihr Herz mit mehr als 150 Schlägen pro Minute, dann spricht der Mediziner von einer ausgeprägten Tachykardie, die unbedingt ärztlich abzuklären ist.

Welche Typen werden bei Tachykardie unterschieden?

Herzrasen kann vereinzelt akut oder auch mehrfach und gehäuft bis hin zu chronisch auftreten. Zumeist beginnt es ohne Vorankündigung und endet ebenso abrupt wieder.

Grundsätzlich wird Herzrasen (Tachykardie) in zwei Kategorien eingeteilt:

  1. Die supraventrikuläre Tachykardie: Diese Form von Herzrasen hat ihren Ursprung außerhalb der Herzkammern (Ventrikel).
  2. Die ventrikuläre Tachykardie: Hierbei handelt es sich um die gefährliche Variante, deren Ursprungsort direkt in der Herzkammer liegt. Diese Form von Herzrasen kann auch in lebensbedrohliches Kammerflimmern münden.

Ein gesundes Herz kann plötzlich auftretendes Herzrasen sehr gut verkraften ‒ kein Grund zur Sorge also. Sollten Sie sich allerdings unsicher sein, welche Form von Herzrasen bei Ihnen vorliegt, oder gar häufiger und nachhaltig darunter leiden, dann empfehlen wir Ihnen, zur genaueren Abklärung einen Arzt zu konsultieren.

Ventrikuläre Tachykardie

Eine andere Bezeichnung für Herzkammer ist Ventrikel, von dem die Bezeichnung ventrikuläre Tachykardie abgeleitet ist. Diese Art Herzrasen entsteht direkt in der Herzkammer und zwar immer dann, wenn die sogenannte Erregungsbildung (Erregungsleitung) in der Kammer gestört ist.

Auf diese Weise können im geschädigten Herzmuskelgewebe eine Vielzahl unvorhersehbarer und irregulärer elektrischer Impulse entstehen, die das Herz in den Zustand ständiger Unruhe versetzen. Vorstellen kann man sich dies wie eine Art immerwährenden Kurzschluss, der dem Herz keine Ruhe lässt.

Das Problem hierbei ist: Ein zu schnell schlagendes Herz kann nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen. In der Folge davon können die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Zudem kann die ventrikuläre Tachykardie dazu führen, dass der Herzrhythmus in lebensgefährliches Kammerflattern oder Kammerflimmern übergeht. Es kann also eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Hier ist schnelles Handel gefragt!

Ventrikuläre TachykardieEntstehungsort: Herzkammer

Pulsfrequenz: zwischen 100 und 250 Schlägen pro Minute

KammerflatternPulsfrequenz: 250 bis 320 Schläge pro Minute
KammerflimmernKeine Pulsfrequenz mehr messbar. Das Herz zuckt nur noch. Es wird kein Blut mehr durch den Körper gepumpt und es droht ein Herz-Kreislauf-Stillstand. Der Patient schwebt in Lebensgefahr.

Supraventrikuläre Tachykardie

Die supraventrikuläre Tachykardie wird durch elektrische Signale im Herzvorhof am Sinusknoten ausgelöst, der somit als Taktgeber der Herzfunktion fungiert. Das Herz pocht dabei mit etwa 150 bis 250 Schlägen pro Minute.

Wie die ventrikuläre Tachykardie ist auch die supraventrikuläre Tachykardie eine anfallartige (paroxysmale) Tachykardien, die spontan beginnt und genauso spontan auch wieder abbricht. Sie kann über wenige Sekunden bis hin zu mehreren Stunden andauern.

Zumeist sind sehr junge Menschen davon betroffen. Dabei kann die supraventrikuläre Tachykardie ein Leben lang immer wieder auftreten und ist für ein gesundes Herz harmlos. Die Lebensqualität wird dadurch allerdings stark beeinträchtigt, so dass die meisten Leidtragenden ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Bei Betroffenen, die bereits an einer Vorerkrankung des Herzens leiden, sollte die supraventrikuläre Tachykardie unbedingt behandelt werden. Bleibt eine Behandlung aus, kann sich daraus eine Angina Pectoris entwickeln.

Eine Sonderform der supraventrikulären Tachykardie ist die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT). Der AV-Knoten (Atrioventrikularknoten) besitzt dabei zwei erregungsleitende Bahnen, die elektrische Impulse unterschiedlich rasch übertragen.

Die AVNRT zählt zu den häufigsten Formen der paroxysmal auftretenden Herzrhythmusstörungen (etwa 60 bis 70 Prozent) und ist zudem die bei Erwachsenen am häufigsten vorkommende supraventrikuläre Tachykardie.

Herzrasen: Ursachen und typische Beschwerden

Die Ursachen für die Entstehung einer Tachykardie sind vielseitig. Zu ihnen zählen unter anderem Vorerkrankungen wie beispielsweise:

  • Eine vorhandene Herzschwäche.
  • Eine akute Herzmuskelentzündung.
  • Eine bereits bekannte Herzrhythmusstörung.
  • Eine Durchblutungsstörung des Herzens aufgrund einer koronaren Herzerkrankung, evtl. in Folge eines Herzinfarkts.
  • Hoher Blutdruck, der den Puls bis hin zu Herzrasen beschleunigen kann.
  • Vernarbungen am Herz, evtl. in Folge einer Herzmuskelentzündung.
  • Eine Überfunktion der Schilddrüse.
  • Hoher Blutverlust aufgrund einer Verletzung.
  • Eine Lungenembolie (Verschluss einer Lungenarterie). Hier reagiert der Körper häufig mit einer plötzlichen Pulsbeschleunigung.
  • Hormonelle Schwankungen, beispielsweise in den Wechseljahren oder während einer Schwangerschaft.
  • Eine koronare Herzerkrankung. Hierbei sind die Koronararterien (Herzkranzgefäße) verengt oder sogar verschlossen. Über diese Gefäße wird das Herz normalerweise mit Blut, Sauerstoff und Energie versorgt. Sind sie jedoch verengt oder verschlossen, dann ist eine ausreichende Versorgung des Herzens nicht mehr gewährleistet.
  • Eine angeborene Herzerkrankung, wie beispielsweise das sogenannte Wolff-Parkinson-White-Syndrom. Hier liegt eine zusätzliche Reizleitung zwischen Vorhof und Herzkammer vor, die einen plötzlich schneller werdenden Herzschlag bewirken kann. Im schlimmsten Fall werden Betroffene sogar ohnmächtig.
  • Körperlicher und seelischer Stress, z. B. Angst, Panik oder auch Fieber, können eine sogenannte Sinustachykardie auslösen. Dabei beschleunigt der Sinusknoten den Herzschlag auf mehr als 100 Schläge pro Minute. Der Sinusknoten liegt im rechten Vorhof. Als Teil des Erregungsbildungssystems des Herzens löst er jeden einzelnen Herzschlag aus und gibt auf diese Weise den Rhythmus für den Herzschlag vor.
  • Bei einer vorliegenden Blutarmut (Anämie) wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diesen Mangel versucht er durch schnelleren Herzschlag auszugleichen.

Aber auch äußere Faktoren können die Entstehung einer ventrikulären Tachykardie beeinflussen. Zu nennen sind hier beispielsweise:

  • Herzrasen aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente und deren Nebenwirkungen.
  • Mineralstoffmangel im Blut, insbesondere Kaliummangel, können zu Herzrasen führen.
  • Ein elektrischer Schlag kann Herzrasen auslösen.
  • Herzrasen nach erhöhtem Alkoholgenuss, nach dem Rauchen oder beim Konsum von Cannabis.
  • Herzrasen nach dem Essen.

Soweit ein kurzer Überblick über mögliche Ursachen von Herzrasen. Im Folgenden betrachten wir einige der häufiger auftretenden Ursachen der Tachykardie im Detail.

Herzrasen bedingt durch die Schilddrüse

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann gravierende Auswirkungen auf Ihren Körper haben. Bei einer Überfunktion schüttet die Schilddrüse zu viele Hormone aus. Diese Hormone sorgen für eine Beschleunigung der Stoffwechselvorgänge im Körper. Zudem wirken sie anregend auf das Herz-Kreislauf-System. In Folge davon steigt der Puls und das Herz rast.

Herzrasen hervorgerufen durch Alkohol

Wer Alkohol trinkt, der läuft in Gefahr, dass sein Herz aus dem Rhythmus kommt. Was aber passiert im Körper bei Alkoholgenuss? Um das herauszufinden, haben japanische Forscher in Europa und Nordamerika im Jahr 2011 eine Studie durchgeführt, die sehr anschaulichen Ergebnisse hervorbrachte.

Probanden mit hohem Alkoholkonsum wiesen im Laufe der Studie ein bis zu 51 Prozent höheres Risiko für Herzrasen und auch Vorhofflimmern auf, als Studienteilnehmer, die wenig bis gar keinen Alkohol tranken. Besonders deutlich wurde hier auch, dass sich das Risiko mit steigender Dosis deutlich erhöhte. Je mehr Alkohol also getrunken wird, desto höher ist auch das Risiko, an eine Tachykardie zu erkranken.

Herzrasen aufgrund von Stress

Bei Stress reagiert der Körper bzw. das vegetative Nervensystem (VNS) quasi selbstständig, denn es kann von uns nicht bewusst gesteuert werden. Das VNS schaltet bei Stress automatisch auf Energiezufuhr und gibt so dem Körper das Signal, dass der Stoffwechsel hochgefahren und mehr Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden muss.

Infolge davon beschleunigt der Puls, die Atmung wird schneller und das Herz rast. Dies ist zunächst eine völlig normale Reaktion. Problematisch wird es allerdings dann, wenn man dauerhaft unter Stress steht und dem Körper keine Ruhepause gegönnt wird.

Herzrasen durch den Konsum von Cannabis

Cannabis gewinnt allmählich in der Medizin eine gewisse Akzeptanz. Unter strengen Auflagen ist es inzwischen bei schweren Erkrankungen sogar auf Kassenrezept erhältlich. Doch Obacht: Cannabis wirkt gefäßerweiternd. Infolgedessen sinkt der Blutdruck und die Herzfrequenz steigt.

Zu viel Cannabis kann unter Umständen also auch dazu führen, dass der Blutdruck immer weiter sinkt und im ungünstigsten Fall der Kreislauf zusammenbricht. Deshalb empfehlen Mediziner auch nachdrücklich, Cannabis ausschließlich nur unter Aufsicht eines behandelnden Arztes zu konsumieren.

Herzrasen verursacht durch Lebensmittel

Wer zu Herzrasen neigt, sollte immer auch einen Blick auf seinen Speiseplan werfen, denn es gibt Lebensmittel, die bereits allein durch den Verzehr eine Tachykardie auslösen können. Zu diesen Lebensmitteln gehören:

  • koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energiedrinks
  • Alkohol, vor allem Hochprozentiges
  • zuckerhaltige Nahrungsmittel
  • fettige Speisen

Welche Symptome treten bei Herzrasen auf?

Nachdem wir bereits einiges über die verschiedenen Ursachen und Auslöser von Herzrasen erfahren haben, werfen wir nun einen Blick auf die Tachykardie und deren Symptome. Besonders hervorzuheben ist hier die Tatsache, dass die Symptome für Herzrasen nicht auf das Herz allein beschränkt sind. Sie betreffen in der Regel den gesamten Körper.

So treten in Zusammenhang mit Herzrasen unter anderem folgende Symptome häufiger auf:

  • Ihr Herz pocht vehement in der Brust.
  • Den erhöhten Puls spüren Sie deutlich bis zum Hals und an den Schläfen.
  • Sie schwitzen und Ihre Hände sind feucht.
  • Sie atmen schnell und bisweilen droht sogar Atemnot.
  • Ihre Hände und evtl. auch andere Gliedmaßen zittern.
  • Ihnen wird schlecht.
  • Sie spüren eine deutliche innere Unruhe.
  • Ihnen wird schwindelig.

Häufig treten Atemnot und Herzrasen, Übelkeit und Herzrasen oder auch Schwindel und Herzrasen gemeinsam auf. Daher gehen wir im nächsten Abschnitt etwas genauer auf diese Symptomkombinationen ein.

Schwindel durch Herzrasen

Schwindel ist in der Regel keine Folgeerscheinung eines erhöhten Pulses, sondern dessen Begleiterscheinung. Der Schwindel an sich basiert auf ähnlichen Ursachen wie das Herzrasen. So kann Schwindel beispielsweise ebenfalls durch andauernden Stress oder Angstzustände ausgelöst werden. Zudem ist Herzrasen häufig mit einem sinkenden Blutdruck verbunden. Sinkt dieser zu stark, dann reagiert der Körper mit Schwindel, der bis hin zur Bewusstlosigkeit führen kann.

Atemnot durch Herzrasen

Bei akutem Herzrasen kann der Körper nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden. Deshalb kommt es in Zusammenhang mit Herzrasen bisweilen zur Atemnot. Möglich Gründe für eine solche Sauerstoffunterversorgung können ein akuter Herzinfarkt oder eine andere Herzerkrankung sein.

Wenn bei Ihnen also Herzrasen und Atemnot gemeinsam auftreten, dann sollten Ihre Alarmglocken läuten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich hinter den beiden Symptomen eine schwerwiegende Erkrankung des Herzens verbirgt. Gehen Sie daher bitte umgehend zum Arzt.

Übelkeit durch Herzrasen

Übelkeit kann als Begleitsymptom von Herzrasen auftreten und sollte zunächst keinen Grund zur Sorge bieten. Zumeist liegt dies daran, dass das Herzrasen bei manchen Betroffenen allein dadurch Übelkeit auslöst, weil der Puls so deutlich am Hals zu spüren ist.

Betroffene bekommen dann Angst oder vielleicht sogar Panik und in Folge davon wird ihnen schlecht. Sollten Sie zudem auch noch unter Schwindel leiden, könnte die Übelkeit allerdings auch von daher rühren. In der Regel sind solche Attacken mit den aufgeführten Begleiterscheinungen harmlos.

ABER: Sollten Sie die Übelkeit in Zusammenhang mit Herzrasen als sehr stark empfinden oder steigt Ihr Puls in einer solchen Situation über den Wert von 150 Schlägen pro Minute, dann sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, um einen möglichen Herzinfarkt auszuschließen.

Wann tritt Herzrasen auf?

Wer bisweilen unter Herzrasen leidet, der weiß: Es tritt unter den unmöglichsten und ungewöhnlichsten Umständen auf. Betroffene erleben unter anderem folgende Situationen:

  • Plötzliches Herzrasen, das ganz unvermittelt einsetzt und ebenso abrupt auch wieder aufhört.
  • Plötzliches Herzrasen im Liegen, das im Ruhezustand eintritt, also vor allem auch nächtliches Herzrasen oder sogar Herzrasen im Schlaf.
  • Gelegentliches Herzrasen in den Wechseljahren.
  • Herzrasen in der Schwangerschaft.
  • Auch Herzrasen bei Kindern kommt zuweilen vor und ist keinesfalls ungewöhnlich.

Herzrasen im Ruhezustand

Tritt bei Ihnen Herzrasen in der Nacht oder im Ruhezustand auf, dann kann die Ursache auch psychische Natur sein. Gerade nachts, wenn Sie eigentlich zur Ruhe kommen möchten, läuft Ihre Denkmaschine auf Hochtouren. Sie grübeln über Probleme oder denken über demnächst anstehende Themen nach.

Dies kann zu Stress führen und Stress signalisiert dem Körper einen erhöhten Sauerstoff- und Energiebedarf. In Folge dessen kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung des körpereigenen Hormons Adrenalin, einer erhöhten Durchblutung und zur Steigerung des Herzschlags.

Auch nach erhöhtem Alkoholgenuss am Abend kann das Herz gelegentlich zu rasen beginnen. Dies stellt allerdings nur ein zeitlich kurzes und vorübergehendes Symptom dar, denn normalerweise klingt das Herzrasen wieder ab, sobald der Körper den Alkohol abgebaut hat.

Tritt das nächtliche Herzrasen allerdings häufiger auf und Sie haben zuvor keinen Alkohol getrunken, dann raten wir zur Abklärung der Symptome einen Arzt aufzusuchen.

Herzrasen in den Wechseljahren

Aufgrund hormoneller Umstellungen leiden Frauen in den Wechseljahren – im Alter zwischen 40 und 58 Jahren – unter diversen Beschwerden. In dieser Zeit geht die Östrogenproduktion in den Eierstöcken deutlich zurück. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt.

In Folge dieser hormonellen Umstellung kommt es zum sogenannten klimakterischen Syndrom. Hierzu zählen neben den bekannten Hitzewallungen auch Herzrasen, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen. Normalerweise sind dies Beschwerden zwar unangenehm, aber unbedenklich, und sie lassen gegen Ende der Wechseljahre wieder nach.

Herzrasen in der Schwangerschaft

Auch während der Schwangerschaft leiden zahlreiche Frauen unter Herzrasen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass für die ausreichende Versorgung des ungeborenen Kindes vom Körper der Mutter etwa 50 Prozent mehr an Blut gebildet werden muss. Um eine solch große Menge Blut durch den Körper zu pumpen, muss das Herz auch mehr arbeiten und somit schneller schlagen. Die Folge davon kann Herzrasen sein.

Zudem ist es je nach der Lage des Kindes im Mutterleib auch möglich, dass das ungeborene Kind auf die untere Hohlvene drückt. So kommt es zu einem verringerten Blutrückfluss in das Mutterherz, in dessen Folge dieses beginnt, verstärkt zu pumpen und der Puls somit steigt.

Herzrasen als Folge innerer Unruhe

Nicht nur physische auch psychosomatische Beschwerden können eine Tachykardie auslösen. Häufig hat hier der Betroffene einen inneren Konflikt auszufechten, den er nicht auf der Gefühlsebene ausleben kann und ihn deshalb auf irgendein Organ projiziert. Daraus resultieren körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Schwindel, Unruhe, Panikattacken, Übelkeit, Atemnot oder auch Herzrasen.

Sie sollten diese Symptome nicht verharmlosen, sondern lieber einen Arzt oder Psychologen aufsuchen, um mögliche psychische Probleme anzugehen. Dann kann auch das Herzrasen wieder abklingen.

Welche Folgen kann Herzrasen haben?

Herzrasen gilt in der Regel als unbedenklich – solange Ihr Herz gesund ist. Dennoch kann eine Tachykardie auch Folgeerscheinungen entwickeln, die ärztlich behandelt werden müssen. Deshalb gilt es, seinen Körper genau zu beobachten.

Am ehesten treten gesundheitliche Komplikationen auf, wenn die Tachykardie häufiger auftritt und Ihr Puls dabei nachhaltig über 150 Schlägen pro Minute liegt. Dann drohen Komplikationen wie Kammerflattern oder Kammerflimmern, die unbehandelt zum plötzlichen Herztod führen können.

Hier ist immer sofortiges und schnelles Handeln erforderlich! Eine über längere Zeit unbehandelte Tachykardie kann zudem zu einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) führen.

Was kann man bei Herzrasen tun?

Sie leiden gelegentlich unter einem erhöhten Puls, einfach so und ohne ersichtlichen Grund? Dann fragen Sie sich sicher, was Sie gegen das Herzrasen unternehmen können. Aus medizinischer Sicht gibt es unterschiedliche Formen der Tachykardie-Therapie.

Zum einen werden zur Behandlung von Herzrasen Herzmedikamente mit Erfolg eingesetzt. Zum anderen werden aber inzwischen auch Hausmittel aus der Naturmedizin zur Behandlung von Tachykardie angewendet. Diese natürlichen Heilmittel sprechen vor allem dann für einen Behandlungserfolg, wenn innere Unruhe der Hauptauslöser von Herzrasen ist.

Was gegen Herzrasen hilft, sprich, welche Medikamente und Hausmittel erfolgreich gegen Herzrasen eingesetzt werden, erläutern wir Ihnen in den nächsten beiden Absätzen.

Medikamente gegen Herzrasen

Sollte bei Ihnen die Notwendigkeit bestehen, Ihre Tachykardie medikamentös zu behandeln, dann stehen verschiedenen Präparate zur Auswahl. Mit Antiarrhythmika oder Betablockern kann der Herzschlag zunächst verlangsamt werden. Vor allem die sogenannte AV-Knoten-Reentry-Tachykardie spricht besonders gut auf Betablocker an.

Weitere häufig eingesetzte Präparate sind Tromcardin complex, Korodin Herz-Kreislauf-Tropfen sowie HerzASS-ratiopharm Ist Ihre Form von Herzrasen vor allem psychisch bedingt, also auf Stress-, Angst- oder Panikzustände zurückzuführen, dann sprechen bestimmte Beruhigungsmittel (unter anderem Benzodiazepine) für den angestrebten Behandlungserfolg.

Hausmittel gegen Herzrasen

Neben gezielt eingesetzten Medikamenten hat auch die Pflanzenmedizin einige hilfreiche Tipps und Kräuter gegen die Ursachen und Symptome einer Tachykardie zu bieten. Zu diesen altbekannten Hausmitteln gegen Herzrasen zählen unter anderem:

  • Baldrian – das Naturheilmittel gegen Schlafstörungen und innere Unruhe.
  • Hopfen – kann Magen und Nerven beruhigen.
  • Lavendel – ist in der Naturmedizin für seine angstlösenden Eigenschaften bekannt.
  • Melisse – wird in der Pflanzenmedizin zur Bekämpfung von Ängsten eingesetzt, kann aber zugleich auch Herzrhythmusstörungen lindern.
  • Passionsblume – ihr wird in der Pflanzenmedizin die Eigenschaft zugeschrieben, pflanzliche Hormone zu enthalten, die vor allem während der Wechseljahre innere Unruhe und andere nervlichen Probleme abschwächen können.
  • Johanniskraut – wird seit jeher als natürliches Heilmittel gegen depressive Verstimmungen und Angstzustände hochgepriesen.

Neben diesen pflanzlichen Heilmitteln aus der Kräuterapotheke können Sie mithilfe von Yoga oder Ausdauertraining dafür sorgen, dass Ihr persönlicher Stresspegel sinkt und damit auch das Risiko von Herzrasen.

Sollte Ihr Puls dann doch einmal in die Höhe schnellen, kann rasches Trinken von kaltem Mineralwasser mit Kohlensäure ein einfaches Hausmittel gegen Herzrasen sein. Das kalte, kohlensäurehaltige Wasser provoziert Aufstoßen und das Aufstoßen wiederum kann dafür sorgen, dass sich der Puls wieder verlangsamt.

Herzrasen: Wann sollten Sie zum Arzt?

Grundsätzlich gilt Herzrasen als unbedenklich. Sollte es bei Ihnen allerdings häufiger auftreten oder eine Frequenz von 120 Schlägen pro Minute überschreiten, dann raten wir Ihnen dringend einen Arzt aufzusuchen. Nur dieser kann sicher abklären, ob es sich bei Ihnen um unbedenkliches Herzrasen handelt oder ob eine Erkrankung des Herzens vorliegt.

Ein Arztbesuch ist vor allem dann ratsam, wenn:

  • Ihre Tachykardie nicht von allein wieder verschwindet.
  • Hausmittel gegen Herzrasen nichts ausrichten können.
  • Sie unter Atemnot oder starken Schmerzen in der Brust leiden.
  • Die Tachykardie von unerträglichen Angstgefühlen bis hin zu Panikattacken begleitet ist.
  • Das Herzrasen mit starken Kreislaufproblemen oder sogar einer Ohnmacht verbunden ist.

Quellen

 

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