Neuraltherapie – Ein regulatives Naturheilverfahren Lernen Sie eines der bekanntesten und bewährtesten Verfahren aus der Naturheilkunde kennen!

Neuraltherapie

In meiner Praxis begegnen mir immer wieder Schmerzpatienten, die nicht von ihren Schmerzen befreit werden konnten, da sie auf keine der durchgeführten medizinischen Behandlungen ansprachen. Das Röntgenbild zeigte zwar die Folgekrankheit (zum Beispiel den Bandscheibenvorfall), welcher die Symptome erklärte, aber die wahre Ursache war nicht erkennbar. Mit den normalen medizinischen Verfahren wurden die Beschwerden zwar immer wieder gelindert, aber nie geheilt und flammten bald wieder auf.

Die Neuraltherapie erlaubt mittels vorangehender Ursachen-Suche genau solche Beschwerden zu heilen. Denn mit ihr wird die Ursache der Störung behoben. Wie das genau geschieht, möchte ich Ihnen in diesem Artikel erklären.

Fallbeispiel zur Neuraltherapie

Eine meiner ersten Patientinnen, die ich mit Akupunktur behandelte, hatte behandlungsresistente Schulter-Arm-Schmerzen rechts. Die orthopädische Behandlung hatte nichts gebracht. Ich behandelte sie also mit Akupunktur und nach einigen Sitzungen wurden ihre Schmerzen besser – aber nie länger als 5 Tage.

Nach der 12. Behandlung hörte ich nichts mehr von ihr und rief sie im Rahmen der Qualitätssicherung nach 3 Monaten wieder an. Erfreut hörte ich, dass sie schmerzfrei sei. Nach der 12. Akupunktur habe ein Backenzahn rechts geschmerzt, sei geschwollen gewesen und der Zahnarzt habe den Zahn ziehen müssen. Als sie die Zahnarztpraxis verlassen hätte, sei die rechte Schulter und der rechte Arm schmerzfrei gewesen und es bis jetzt geblieben – ein typisches sogenanntes „Sekundenphänomen“. Durch den Reiz der Akupunktur hatte ich also die chronische Entzündung im Kiefer aktiviert und über eine akute Phase mit Hilfe des Zahnarztes zur Heilung gebracht. Für mich war dieser Fall, Anlass, mich mit der Neuraltherapie eingehender zu befassen, um solche „Störfelder“ systematisch zu suchen und auszuschalten.

Die Geschichte der Neuraltherapie

Bereits 1925 entdeckte der Arzt Ferdinand Huneke gemeinsam mit seinem Bruder Walter, dass die Injektion eines Lokalanästhetikums (wie in der Zahnmedizin üblich) nicht nur ein begrenztes Gewebegebiet örtlich betäuben, sondern chronische Schmerzen sogar anhaltend heilen kann. Bei ihren folgenden Studien konnten die beiden Wissenschaftler beobachteten, dass die schmerzlindernde Wirkung des Mittels nicht wie erwartet über den Blutweg, sondern über das viel schneller leitende vegetative Nervensystem erfolgte. Bis heute kann die Neuraltherapie, die sich grob in Segmenttherapie, Ganglienbehandlung und rückenmarksnahe Injektionen sowie Störfeldtherapie einteilen lässt, auf enorme Erfolge in der Medizin zurückblicken.

Entspannende und entzündungshemmende Wirkung der Neuraltherapie

Die kleine Neuraltherapie: die Segmentbehandlung, die Ganglienbehandlung und die rückenmarksnahen Injektionen sind unter der Bezeichnung TLA (Therapeutische Lokalanästhesie) schulmedizinischer Standard in allen orthopädischen und schmerztherapeutischen Praxen. Die Segmenttherapie ist die Behandlung im gestörten Bereich, wobei mit feinster Nadel Procain oder andere Lokalanästhetika in die Haut, ins Unterhautgewebe, in verspannte Muskeln, an die Knochenhaut, an Muskelansätze, Nerven oder vegetative Nervengeflechte gespritzt werden. Dort wirken sie schmerzlindernd, entzündungshemmend und Muskel entspannend – sie bringen sozusagen „elektrische Ruhe“ in den Problembereich, damit er heilen kann. So kann zum Beispiel bei Rückenschmerzen neben Hautquaddeln und Behandlung der Muskulatur auch eine Injektion an Bandscheibenvorfälle, teils mit Kortisonzusatz und unter Computertomographie-Kontrolle durchgeführt werden.

Heilung von chronischen Schmerzen durch Neuraltherapie

In der großen Neuraltherapie, Störfeldtherapie genannt, sucht der Arzt nach Ursachen der Beschwerden, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind (wie in unserem Fallbeispiel oben). „Störfelder“ können Erkrankungen und Schmerzen an anderen Stellen des Körpers auslösen und unterhalten. „Störfelder“ werden häufig durch Entzündungen ausgelöst, wie Mandel-, Nebenhöhlen- oder Zahnwurzel- Entzündungen.

Bei 30 bis 40 % aller chronischer Schmerzen spielen Störfelder als „Störsender“, die elektrochemische Störimpulse in das vegetative Nervensystem abgeben, eine Rolle. Man kann das vergleichen mit der Nutzung eines Handys in einem modernen Jet, bei der jede nur mögliche Funktionsstörung in der Flugzeugelektronik bis zum Totalausfall auftreten kann. So kann zum Beispiel ein vereiterter Zahn einen Bandscheibenvorfall verursachen. Durch die von einem Störfeld ausgelöste permanente Reizung entsteht für den Körper ein Dauerstress, der seine eigenen Regulationsmechanismen stört. Dabei kann jede krankhaft veränderte Stelle des Körpers und jedes krankhaft veränderte Organ zum Störfeld werden.

Zwischen der Entstehung eines Störfelds und der Entstehung dadurch bedingter Beschwerden können Jahre vergehen, was eine besonders genaue Befunderhebung nötig macht. Die Neuraltherapie kann sowohl therapeutisch zur Behandlung als auch diagnostisch zur Störfeldsuche eingesetzt werden.

Neuraltherapie: Ganzheitliche Erfolge nicht nur in der Schmerztherapie

Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert, da die Neuraltherapie als modernes Regulationsverfahren alle Regelkreise des Organismus beeinflusst. Also auch die Nerven, Hormone, Muskeln, Kreislauf und die Lymphen. Es wirkt positiv auf das Skelett, die Verdauungs- und Ausscheidungsorgane. Neuraltherapie ist weit mehr als nur Betäubung. Durch ihre entspannende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde und Blockierungen aufhebende Wirkung setzt sie nachhaltig Heilungsprozesse in Gang – nicht nur bei akuten Beschwerden, sondern gerade auch bei chronischen Krankheitsbildern.

Die Neuraltherapie ist nicht nur eines der bekanntesten Naturheilverfahren, sondern unter der Bezeichnung TLA (Therapeutische Lokalanästhesie) auch Teil der Schulmedizin in der Orthopädie und der Schmerztherapie. Die Neuraltherapie wirkt ähnlich ganzheitlich wie die traditionelle chinesische Medizin; das am meisten verbreitete Medikament der Neuraltherapie, Procain, hat darüber hinaus aber sogar Krebs vorbeugende Wirkungen am Erbgut.

Erfolgreich behandelt werden können u.a.:

  • Chronische Schmerzen (Migräne, Gelenk-, Rheuma-, Rückenschmerzen aller Art, bis hin zum Bandscheibenvorfall)
  • Akute Erkrankungen des Bewegungsapparates, Sportverletzungen
  • Innere Erkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis, Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Magen- und Darmleiden, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasen-Erkrankungen
  • Gynäkologische Erkrankungen (z.B. Wechseljahrsbeschwerden, Zyklusstörungen, Unterbauchschmerzen, hormonelle Störungen)
  • Psychosomatische Erkrankungen: Schlafstörungen, Unruhe, Ängste, Herzrasen
  • Überlastungszustände durch chronischen Stress (Burnout)
  • Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen (Nebenhöhlen-, und Mandelentzündungen)
  • und vieles mehr.

Die Neuraltherapie gehört zur regulativen Medizin, ist eines der bekanntesten Naturheilverfahren und hat kaum Nebenwirkungen. Auch Allergien auf Lokalanästhetika sind extrem selten. Die beste Vorrausetzung für eine komplikationsfreie Behandlung ist jedoch ein gut ausgebildeter Arzt mit viel Erfahrung im Umgang mit der Methode. Um Informationen über sachkundige Ärzte in Ihrer Nähe zu erhalten, nutzen Sie gerne die Internetseite www.ignh.de der „Ärztegesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke – Regulationstherapie e.V.“, Am Promenadenplatz 1, 72250 Freudenstadt oder rufen Sie die Geschäftsstelle unter 07441-91 858-0 an.

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