Schimmel entfernen Hier erfahren Sie, wie Sie Schimmel mit Hilfs- & Hausmitteln wie Alkohol, Spiritus oder Essig entfernen können, und finden Tipps gegen Schimmel in der Wohnung (Tapete, Bad etc.) und Kleidung.

Schimmel in der Wohnung

Wie entsteht Schimmel?

Optimale Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze sind

  • Feuchtigkeit
  • Fehlender Luftaustausch
  • Falsches oder zu weniges Lüften
  • Falsches Heizen
  • Schwache Wärmedämmung
  • Risse in der Hausfassade
  • Wasserrohrbruch
  • Schadhaftes Hausdach

Gesundheitsschäden durch Schimmel

Werden die Sporen von Schimmelpilzen eingeatmet, kann es zu einer allergischen Reaktion des Körpers kommen. Haben die Sporen des Schimmelpilzes direkten Hautkontakt, führt dies oft zu einer starken Reizung. Diese äußert sich durch eine rötliche Färbung der Haut sowie Juckreiz und dem Auftreten von Pickeln und Pusteln.

Schimmelpilzsporen schwächen außerdem das Immunsystem, demzufolge sind besonders bereits immungeschwächte Personen durch den Schimmelpilz gefährdet. Dazu zählen insbesondere Kinder und bereits erkrankte oder ältere Menschen.

Symptome einer möglichen allergischen Reaktion sind

  • Tränende und rötliche Augen
  • Asthma
  • Starker Husten
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Extreme Müdigkeit

Hinweis: Falls Sie den Verdacht haben, dass Sie durch den Schimmelbefall in Ihrer Wohnung bereits gesundheitliche Schäden davongetragen haben, suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt für eine Beratung auf.

Unterschiede schwarzer und weißer Schimmel

Schwarzer, wie auch weißer Schimmel sind gleichermaßen schädlich für die Gesundheit. In den meisten Fällen wird der weiße Schimmelbefall erst spät entdeckt. Grund dafür ist, dass die Wände der meisten Wohnungen weiß gestrichen sind und der Schimmelbefall erst dann auffällt, wenn er sich bereits dunkel bzw. schwarz verfärbt hat.

Wenn Schimmelpilzsporen in die Raumluft gelangen und eingeatmet werden oder mit der Haut in Kontakt kommen ist Schimmel gesundheitsgefährdend. Wenn Sie weißen oder schwarzen Schimmel in der Wohnung entdeckt haben, handeln Sie sofort und beseitigen Sie den Schimmel!
Geben Sie dem Schimmel keine Chance, sich weiter auszubreiten und vermeiden Sie dadurch weitere gesundheitliche Risiken oder Folgeschäden für sich und Ihre Familie.

Schwarzen Schimmel entfernen

Um schwarzen Schimmel zu entfernen, wählen Sie am besten Isopropylalkohol, Brennspiritus oder Wasserstoffperoxid. Das Mittel Ihrer Wahl geben Sie auf ein Putztuch und reiben damit die Fläche der betroffenen Stelle ein. Nach einer Einwirkzeit von circa zehn bis zwanzig Minuten reiben Sie die Fläche noch einmal gründlich ab. Die benutzten Utensilien entfernen Sie sofort aus dem Haus. Benutzen Sie dafür eine dicht verschlossene Tüte.

Denken Sie unbedingt daran, eine Schutzbrille, Handschuhe, sowie einen Mundschutz zu tragen. Öffnen Sie das Fenster während des Putzvorgangs und sorgen Sie für einen ausreichenden Luftaustausch innerhalb des Raumes. Größeren Schimmelbefall in der Wohnung sollten Sie unbedingt von einer professionellen Reinigungsfirma beseitigen lassen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, ab einer befallenen Fläche von 0,5 qm einen Profi einzuschalten.

Weißen Schimmel entfernen

Haben Sie weißen Schimmel in Ihrer Wohnung entdeckt, sollten Sie sofort handeln und den Schimmel umgehend entfernen. Schützen Sie sich durch Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz. Wählen Sie zur Beseitigung von weißem Schimmel Isopropylalkohol, Brennspiritus oder Wasserstoffperoxid. Benutzen Sie ein Tuch mit dem Sie die betroffene Stelle bearbeiten. Reiben Sie den Schimmel mit dem gewählten Mittel ein und wiederholen Sie den Vorgang zweimal.

Lassen Sie jeweils eine Einwirkzeit von zehn bis zwanzig Minuten vergehen. Achten Sie unbedingt auf ausreichend Luftaustausch bei geöffnetem Fenster. Schließen Sie die Tür des betroffenen Wohnraums während der Beseitigung. Bei größerem Schimmelbefall beauftragen Sie unbedingt eine professionelle Reinigungsfirma.

Entstehung von Schimmel vermeiden

Das Beste, was Sie gegen das Entstehen von Schimmelpilz tun können, ist Vorbeugung. In der kalten Jahreszeit sollten Sie mehrmals täglich Stoßlüften. Verzichten Sie jedoch im Sommer unbedingt auf das Lüften während der heißen Mittagszeit, so dass die schwüle Hitze nicht in die Wohnung gelangt. Große Möbelstücke nicht zu nah an die Wände stellen, da sonst die Luftzirkulation eingeschränkt wird.

Ebenso sollten Sie keine Wäsche in der Wohnung trocknen, da dies ebenfalls Feuchtigkeit bündelt. Im Winter sollten Sie jeden Raum ihrer Wohnung einzeln heizen. Versuchen Sie Ihr eigenes Wohlfühlklima zu finden, um anschließend diese Temperatur dauerhaft in der Wohnung beizubehalten. Vermeiden Sie ständiges Aufheizen der Wohnung. Dadurch können Sie zudem Ihren Energieverbrauch senken.

Eine weitere Ursache für Schimmelbildung sind Wärmebrücken, wie eine falsche Wärmedämmung oder Risse in der Außenfassade des Hauses. Die Überprüfung der richtigen Wärmedämmung ist Aufgabe des Vermieters. An kalten Wandoberflächen bildet sich oft Tauwasser. Sind gefährdete Bereiche aber entsprechend abgedichtet, findet an diesen Stellen auch keine Kondensierung mehr statt. Somit hat der Schimmel keine Chance.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Schimmelbeseitigung

Beachten Sie unbedingt folgende Maßnahmen, wenn Sie den Schimmel in Ihrer Wohnung beseitigen.

  • Tragen Sie Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Atemmaske
  • Tragen Sie einen Einwegoverall, der Ihre Kleidung schützt
  • Waschen Sie ihre Kleidung direkt nach der Schimmelbeseitigung
  • Entfernen und beseitigen Sie sofort alle benutzten Utensilien
  • Öffnen der Fenster während der Schimmelbeseitigung
  • Achten Sie auf ausreichende Frischluftzufuhr
  • Schließen Sie die Türen zu anderen Räumen Ihrer Wohnung

Vorgehensweise bei der Schimmelbeseitigung

Für die korrekte Vorgehensweise zur Beseitigung von Schimmel halten Sie sich an folgende Richtlinien. Zuerst sollten Sie den Ort des Befalls genau betrachten. Dies dient der Feststellung, wie weit sich der Schimmelpilz bereits ausgebreitet hat. Eine Schimmelentwicklung lässt sich oft durch einen muffigen Geruch feststellen. Dieser wird besonders beim Betreten der Wohnung wahrgenommen.

Gegebenenfalls muss zunächst ein Stück Tapete entfernt werden. Achten Sie dabei darauf, dass Sie keinen Staub oder Sporen aufwirbeln. Danach sollten Sie den Schimmel abtöten und entfernen. Am besten geben das Reinigungsmittel auf ein Tuch, tragen es damit auf die betroffene Stelle auf und lassen das Mittel circa zehn bis zwanzig Minuten einwirken. Diese Behandlung ist zweimal zu wiederholen.

Danach wischen Sie die Schimmelpilzreste von der betroffenen Stelle ab. Entfernen Sie gründlich mit dem Putztuch alle sichtbaren Schimmelspuren und entsorgen Sie das Tuch danach sofort und entfernen es aus dem Haus. Somit verhindern Sie, dass sich Sporen erneut verbreiten können.

Schimmel entfernen mit Hausmitteln

Schimmel entfernen mit Essig

Mit Essig oder Essigessenz kann fast jeder Schimmel entfernt werden. Dieses Hausmittel hat einen niedrigen pH-Wert. Der Schimmelpilz verträgt dieses Milieu nicht und somit eignet sich Essig sehr gut zu dessen Entfernung. Häufig wird Essig bei Schimmelbefall auf Keramikböden verwendet, beispielsweise zwischen den Fugen im Badezimmer. Ungeeignet ist Essig für die Entfernung von Schimmel auf kalkhaltigem Boden, da der Kalk den Essig neutralisiert und der Pilz somit nicht abgetötet wird.

Schimmel entfernen mit Alkohol

Isopropylalkohol (Alkohol 70 %) oder auch Isopropanol ist, wie jeder andere Alkohol auch, aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung zur Beseitigung von Schimmel gut geeignet. Bitte achten Sie beim Kauf darauf, dass der Alkoholgehalt über 50 Volumenprozent liegt, so dass eine vollständige Beseitigung des Schimmelpilzes gewährleistet ist.

Schimmel entfernen mit Spiritus

Brennspiritus (Ethylalkohol 70 %) hat ebenfalls desinfizierende Wirkung und eignet sich daher für die Beseitigung von Schimmel. Den Brennspiritus im Verhältnis 3:1 mit Wasser mischen und auf die befallene Stelle auftragen. Wie bei allen Alkoholen ist auch bei Brennspiritus besondere Vorsicht geboten, da alle Alkohole leicht brennbar und entzündlich sind.

Schimmel entfernen mit Wasserstoffperoxid

Wasserstoffperoxid bleicht die Schimmelflecken aus. Nach der Anwendung von Wasserstoffperoxid sollten Sie die Stelle noch einmal gründlich abreiben, weil sie sonst weiterhin ein gesundheitliches Risiko darstellt. Am besten eignet sich für die Entfernung eine dreiprozentige Lösung. Konzentrierte Lösungen von Wasserstoffperoxid hingegen können starke Hautreizungen verursachen.

Schimmel entfernen in den Wohnbereichen

Schimmel entfernen im Bad

Durch permanente Dampfentwicklung und eine damit einhergehende hohe Luftfeuchtigkeit ist das Badezimmer sehr häufig von Schimmel betroffen. Deshalb sollten Sie besonders im Bad darauf achten, dass Sie auf die Schimmelvorbeugung achten und entsprechende Gegenmaßnahmen durchführen. Besonders häufig von Schimmelbefall betroffen sind im Badezimmer die Tapete in den Raumecken, die Duschwände, Duschvorhänge, Armaturen und Duschköpfe, Flächen hinter Schränken sowie die Fugen zwischen den Fliesen.

Nach dem Duschen oder Baden sollte die Badezimmertür geschlossen bleiben, da sich sonst der Wasserdampf im gesamten Wohnbereich ausbreitet. Bei Bädern ohne Fenster sollten Sie die Schachtlüftung in regelmäßigen Abständen auf Tauglichkeit überprüfen. Bei Bädern mit Fenster ist das unmittelbare Lüften nach dem Duschen oder Baden angeraten. Sehr gut geeignet für die Schimmelbeseitigung im Badezimmer sind spezielle Fugenbürsten, da mit diesen die Reinigung erheblich erleichtert ist. Zur Entfernung des Schimmels zwischen den Fugen wird das Hausmittel Essig empfohlen.

Schimmel entfernen an der Wand

Sobald Sie Schimmel in Ihrer Wohnung bemerken, sollten Sie sich um dessen Beseitigung kümmern, da sonst die Gefahr besteht, dass sich der Pilz weiter ausbreitet und erste Gesundheitsrisiken entstehen können. Am besten geeignet für die Schimmelbeseitigung an Wänden sind Brennspiritus, Isopropylalkohol oder Wasserstoffperoxid. Stellen Sie den genauen Befallsort fest und tragen Sie mithilfe eines Putztuchs das Hausmittel Ihrer Wahl direkt auf die befallene Stelle auf.

Führen Sie die Behandlung zweimal inklusive einer Einwirkzeit von zehn bis zwanzig Minuten durch und vergessen Sie nicht, sich während der Beseitigung ausreichend zu schützen. Schützen Sie die direkte Bodenumgebung durch eine Folienauskleidung. Nach dem Putzen beachten Sie weiterhin die vorgestellten Tipps zur Vorbeugung von Schimmel, so dass Ihnen kein erneuter Schimmelbefall droht.

Schimmel entfernen an der Tapete

Für die Beseitigung des Schimmels von Tapeten sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie den genauen Ort des Befalls feststellen und inwieweit der Pilz sich bereits ausgebreitet hat. Bei der Entfernung von Schimmel von der Tapete ist die betroffene Stelle zweimal zu behandeln. Bei der Entfernung von Schimmelpilz auf Tapeten ist Isopropanol das Mittel der Wahl.

Tragen Sie den Isopropylalkohol großzügig mit einem Reinigungstuch auf die betroffenen Stellen auf, beachten eine Einwirkzeit von circa zehn bis zwanzig Minuten und wischen Sie die benetzt Stelle anschließend ab. Der Geruch des Alkohols verfliegt bei geöffnetem Fenster rasch.

Schimmel aus Kleidung entfernen

Kleidung sollte nach dem Waschen sofort aufgehängt und getrocknet werden. Denn Schimmel entsteht auch hier, wie in anderen Bereichen, durch Feuchtigkeit. Sportbekleidung, in der man geschwitzt hat, sollte zunächst ausgelüftet werden, bevor sie gewaschen wird. Um bestehenden Schimmel aus der Kleidung zu entfernen ist es ratsam, die Wäsche mit hoher Temperatur zu waschen (50 bis 60 Grad).

Da eine solche Temperatur jedoch nicht für alle Kleidungsstücke geeignet ist, lässt sich alternativ der Schimmelbefall in Kleidung auch mit Bleiche behandeln. Hierzu geben Sie ein geeignetes Bleichmittel dem Waschvorgang zu. Im Haushalt eingesetzt werden in der Regel sauerstoffbasierte Bleichmittel, vor allem Wasserstoffperoxid in flüssigen bzw. Natriumkarbonat in pulverförmigen. Dabei ist zu beachten, dass das betroffene Stück getrennt von anderen Kleidungsstücken gewaschen wird.

Eine weitere Möglichkeit zur Entfernung ist Backpulver. Die Zugabe von Backpulver ist für Ihre Kleidung die schonendste Methode. Dazu die Wäsche anfeuchten und das Pulver auf die betroffene Stelle streuen und kräftig einreiben. Anschließend auswaschen und diesen Vorgang mehrmals wiederholen. Hierbei können Sie per Handwäsche arbeiten. Wenn möglich, ist es dann im Folgenden vorteilhaft, die Kleidung in der Sonne trocknen zu lassen, da UV-Strahlen Schimmelsporen abtöten. Backpulver ist zudem ein geruchsneutrales Mittel zur Beseitigung von Schimmel.

Schimmel entfernen: Kosten

Mit welchen Kosten müssen Sie für die Schimmelbeseitigung rechnen? Ist eine fachgerechte Sanierung notwendig, ist abzuklären, ob die entstandenen Kosten vom Vermieter oder Hauseigentümer getragen werden. Eine professionelle Beseitigung ist unabdingbar, wenn der Schimmel in erheblichen Ausmaß bereits große Flächen der Wohnung befallen hat.

Eine Schimmelbeseitigung durch den Profi kann ab 1000 Euro kosten. Der Preis ist von der betroffenen Stelle und der Tiefe des Schimmelbefalls abhängig. Am besten fragen Sie direkt bei einer Fachfirma nach einem Kostenvoranschlag. Die Kosten, die durch die Beseitigung mithilfe von handelsüblichen Mitteln und den notwendigen Utensilien entstehen, sind demgegenüber wesentlich geringer und können im Drogeriemarkt oder in der Apotheke erworben werden.

Warnhinweis

Schimmel stellt immer ein gesundheitliches Risiko dar, denn eingeatmete Schimmelsporen können Krankheiten und Allergien auslösen. Ist der Schimmelbefall klein und oberflächlich, können Sie ihn als Verbraucher selbst bekämpfen. Bei großflächigem Befall aber sollte unbedingt eine professionelle Reinigung von einer Fachfirma vorgenommen werden.

Die Mitarbeiter sind dazu gesondert ausgebildet und können die genaue Ursache des Schimmels feststellen. Auskunft über Adressen spezialisierter Fachfirmen können Sie bei den Gesundheitsämtern erfahren. Das Umweltbundesamt empfiehlt eine professionelle Beratung ab einem Befall einer Fläche von 0,5 qm.

Quellen:

  • Aktueller UBA-Schimmelleitfaden, Umweltbundesamt, 2017
  • WHO-Leitlinien zur Innenraumluftqualität: Feuchtigkeit und Schimmel, WHO 2009

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