Zahnpasta selber machen – natürlich & wirksam Tolle Zahnpasta Rezepte für eine gesunde Zahnpflege

Selbstgemachte Zahnpasta

Viele Inhaltsstoffe herkömmlicher Zahncremes dienen mehr der Zahncreme selbst als der Zahn- und Mundgesundheit. Für eine strahlend weiße oder bunt gestreifte Zusammensetzung benötigt sie u. a. Feuchthaltemittel; Bindemittel für ihre Konsistenz; Farbstoffe; außerdem Tenside für die Schaumbildung; Konservierungsmittel und, nicht zu vergessen, Aromen für die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen.

Wer beim Zähneputzen auf die zusätzliche Chemie verzichten und eine, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Zahncreme benutzen möchte, der kann sich diese recht einfach selbst herstellen. Alle benötigen Zutaten sind preiswert über die Apotheke zu beziehen.

Die Bedeutung der Mundflora

Mundflora bezeichnet die Gesamtheit der Mikroorganismen, die die Mundhöhle besiedeln. Hauptsächlich sind es Bakterien − vermutlich über 500 verschiedene Arten − Pilze und Protozoen, die miteinander in einem Gleichgewicht stehen. Diese Mundflora, als Teil unserer Abwehrkräfte und der Verdauung, sorgt damit für die Gesundheit.

Viele Zahncremes beinhalten antimikrobielle Wirkstoffe, die zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien nicht unterscheiden. Dies führt dann zu einer Störung der natürlichen, fein abgestimmten Balance der Mundflora.

Vorteile einer selbst gemachten Zahnpasta

Die Vorteile einer selbst gemachten Zahncreme liegen auf der Hand: Die verwendeten, sehr hochwertigen Zutaten aus der Apotheke dienen allesamt ausschließlich der Zahn- und Mundgesundheit. So besteht die Möglichkeit, komplett auf chemische Zusätze zu verzichten, ebenso auf Pfefferminze für Personen, die homöopathisch behandelt werden, als auch auf ätherische Öle, insbesondere für Allergiker. Jedermann kann das Produkt auf seine individuellen Bedürfnisse speziell abstimmen.

Was macht eine gute Zahnpasta aus?

Die wichtigste Eigenschaft  einer Zahncreme besteht natürlich in einer schonenden Reinigung der Zähne. In einer selbst gemachten Zahncreme fungieren dabei Natron, Schlämmkreide, Aktivkohle oder Heilerde als Putzkörper. Des Weiteren eignen sich Kokosöl und Xylit besonders gut zur Zahnfleischpflege und Kariesvorbeugung. Zu guter Letzt sollte eine Zahncreme auch angenehm schmecken. Xylit sorgt für eine ausgewogene Süße, ätherische Öle und Tinkturen bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten für frischen Geschmack.

Die fertige Zahncreme lässt sich gut in eine sogenannte Unguator Kruke aus der Apotheke füllen. Diese besitzt einen großen Deckel zum Einfüllen und eine kleine verschließbare Öffnung, durch die die Zahncreme dann, durch Hochdrücken des Kruken-Bodens gut portioniert werden kann. Alternativen stellen aber auch in der Apotheke erhältliche Leertuben oder kleine Schraubgläser dar.

Basisrezepte und Anleitung zur Herstellung der eigenen Zahnpasta

Zahnpasta selber machen mit Kokosöl

Kokosöl hat eine natürliche, antibakterielle Wirkung, wie eine Studie des Athlone Institute of Technology beweist. Naturbelassenes, kaltgepresstes Kokosöl ist besonders wirkungsvoll gegen die Karies verursachenden Bakterien (Streptokokkus mutans) und Pilze, wie Candida albicans, die zu Zahnfleischentzündungen führen.

Dr. Damien Brady, Leiter des Forschungsteams des Athlone Institute of Technology, sagte: „Kokosöl kann in der Mundhygiene eine sehr wirksame Alternative zu chemischen Zusätzen sein, besonders, weil es schon in sehr geringen Dosen wirksam ist.“

Natron, ein natürliches, sehr mildes Schleifmittel dient zur Entfernung von Nahrungsresten und bleicht die Zähne ein wenig. Mit seinen alkalischen Eigenschaften neutralisiert es schädliche Säure, die durch Bakterien produziert werden und den Zahnschmelz angreifen.

Xylit lässt sich in seinem Geschmack von herkömmlichem Zucker kaum unterscheiden. Doch im Gegensatz zu ihm hemmt Xylit die Entstehung von Karies. Weiterführende Informationen zur Wirkung von Xylit gegen Karies finden Sie in dem Artikel „Zähne putzen mit Xylit“.

Meersalz enthält Mineralien, die die Zähne stärken und hilft dabei, Zahnfleischentzündungen zu lindern.

Zutaten

  • 1 EL Kokosöl
  • ½ TL Natron
  • ½ TL Xylit/Birkenzucker
  • 15 Tropfen Öl/Tinktur, je nach Geschmack oder Bedarf
  • 1 Prise feines, unbehandeltes Meersalz ergibt ca. 30 ml Zahnpasta

Zubereitung: Das Kokosöl leicht erhitzen, bis es geschmolzen ist. Danach Xylit und Natron und eine Prise Salz dazu geben und unter Rühren abkühlen lassen, bis eine cremige Paste entsteht. Zum Schluss, je nach Geschmack und Bedarf, ein paar Tropfen Öl beimengen.

Schlämmkreide-Zahnpasta selber machen

Schlämmkreide (Calcium Carbonat) oder auch Rügener Heilkreide besteht aus einem feinen Pulver mikrokristallinen Sedimentgesteins. Das Schlämmen beseitigt Verunreinigungen wie Sand, Steine und Kalkschalen von Muscheln und Meeresurtierchen. Zur Zahnpflege sollte man allerdings gefällte Kreide nutzen – Calcium carb. Praecipitatum – da diese, im Gegensatz zu naturbelassender Kreide, keine scharfen Kanten mehr aufweist, die im Zahnschmelz Kratzer hinterlassen können. Kreide dient auch in manchen herkömmlichen Zahnpasten als Putzkörper und ist auch ohne weiteres als Zahnputzpulver verwendbar. Um daraus eine Zahnpasta herzustellen, benötigt man folgende

Zutaten

  • 2 EL Schlämmkreide (Calcium carbonat praep.)
  • 1 EL Kieselsäure
  • 3 EL Glycerin
  • 2 EL Xylit
  • einige Tropfen Pfefferminzöl, je nach Geschmack

Zubereitung: Alles mit etwas Wasser bis zur gewünschten Konsistenz verrühren; zum Schluss ein paar Tropfen Öl oder Tinktur hinzufügen.

Kokosöl-Schlämmkreide-Zahnpasta selber machen

  • 2 EL Kokosöl
  • 1 EL Schlämmkreide
  • ½ EL Xylit
  • bei Bedarf Öl/Tinktur

Zubereitung: Das Kokosöl erwärmen und die anderen beiden Zutaten untermengen. Bei Bedarf können auch hier 15 – 20 Tropfen Öl zugegeben werden.

Kohle Zahnpasta selber machen

Feinkörniges Aktivkohlepulver besitzt eine sehr poröse Struktur, ähnlich wie bei einem Schwamm. Dadurch können beim Putzen der Zähne mit Kohle Bakterien und auch Gerbstoffe aus, zum Beispiel Kaffee, Tee und Wein, gebunden und so die Zähne von Verfärbungen befreit werden.

Die höchste Qualitätsstufe besitzt dabei die White Charcoal – also weiße Kohle, die nach dem Auskühlen erst einmal mit einer weißen Schicht ummantelt ist. In den Handel gelangt das Pulver dann aber auch in schwarz. Man kann direkt mit Aktivkohle als Zahnputzpulver die Zähne putzen oder es weiter zu einer Zahnpasta verarbeiten.

Zutaten

  • 2 Kapseln/Tabletten Aktivkohle
  • 2 EL Kreidepulver
  • 1 EL Kokosöl
  • 1 TL Xylit
  • 2 EL Wasser (abgekocht)
  • 10 – 15 Tropfen Öl

Zubereitung: Die Aktivkohle-Kapsel wird geöffnet bzw. die Tablette fein gemörsert. Das Kokosöl leicht erwärmen, dann Kreide, Aktivkohle und Xylit zugeben. Wasser unterrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist und zum Schluss, bei Bedarf, ein Öl untermischen.

Kinderzahnpasta selber machen – mit Schokoladengeschmack!

Selbst Kakao hat Karies hemmende Wirkung, wie der amerikanische Zahnmediziner Vicent J. Paolino 1978 in einem Vortrag vor der International Association for Dental Research darlegte. Kakaobohnen enthalten viele Mineralstoffe (unter anderem auch Fluor), Gerbstoffe, sogenannte Tannine, und Oxalsäure. Tannine verhindern die Entstehung von Plaque, da sie ein Enzym hemmen, das die Bakterien für ihre Entwicklung benötigen. Die Oxalsäure senkt die Bildung zahnschädlicher Säuren im Speichel.

Fluoride sind zwar umstritten, härten aber den Zahnschmelz. Fluoridzusätze in Zahnpasten sind mit ein Grund dafür, dass Karies bei Kindern und Jugendlichen abnimmt. Ein Zahnarzt kann den Zustand des Zahnschmelzes und eine eventuellen Bedarf an fluoridhaltiger Zahnpasta eines Kindes beurteilen.

Wird der Kakao zu Schokolade weiterverarbeitet überwiegen leider wieder die Karies fördernden Eigenschaften des Zuckers. Der verwendete Kakao sollte daher reines Kakaopulver sein und kein Pulver zur Zubereitung einer Trinkschokolade!

Zutaten

  • 2 EL Kokosöl
  • 2 Msp. Natron
  • 1 TL Xylit
  • 1 EL Kakao

Zubereitung: Das Kokosöl wird leicht erwärmt, und danach die beiden anderen Zutaten darin gelöst.

Zahnpasta für weiße Zähne selber machen

Kurkuma ist eine indische Heilpflanze und enthält viele wichtige Vitalstoffe. Kurkuma färbt alles – außer den Zähnen – intensiv gelb, also auch die Borsten der Zahnbürste und, falls man sich bekleckern sollte, auch die Kleidung.

Vor allem als Inhaltsstoff vieler Currymischungen ist Kurkuma bekannt. Es findet aber auch zunehmend Einzug in die Zahn- und Mundhygiene. Eine indische Studie, die 2012 im Journal of Indian Society of Periodontology veröffentlicht  wurde, bescheinigt Kurkuma eine ähnliche Wirkung gegen Zahnfleischentzündungen und Plaque wie Chlorhexidin.

Zutaten

  • 1EL Kokosöl
  • 1TL Kurkumapulver
  • 1TL Xylit
  • 1Msp Natron
  • 5 Tropfen eines ätherischen Öls nach Geschmack

Zubereitung: In dem erwärmten Kokosöl die festen Zutaten lösen und zum Schluss mit einem Öl oder einer Tinktur nach Geschmack abrunden.

Als Zahnputz-Pulver kann man einfach ein bisschen Kurkumapulver auf die Zahnbürste geben und damit die Zähne putzen.

Sole Zahncreme selber machen

Als Sole bezeichnet man eine wässrige Lösungen aus Salzen, der seit je her heilsame Wirkungen zugeschrieben werden. Die Sole in der Zahncreme dient zum einen als Putzkörper, neutralisiert aber auch schädliche Säuren und beugt so der Entstehung von Zahnstein und Karies vor. Die Salze regen außerdem den Speichelfluss an und unterstützen so die Selbstreinigung der Zähne.

Um eine Sole herzustellen über gießt man das Salz, am besten ein Natursalz oder Himalayasalz, mit so viel Wasser, bis sich kein Salz mehr löst. Natursalze sind, anders als reines Kochsalz, reich an Mineralien und Spurenelementen.

Man kann direkt mit der Sole die Zähne putzen oder

  • 50 ml Sole
  • it ein wenig Xanthan eindicken um eine Zahncreme zu erhalten
  • 5 Tropfen ätherisches Öl bei Bedarf

Propolis Zahncreme selber machen

Propolis ist eine von Bienen hergestellte Kittsubstanz, daher auch der Name Bienenkitt oder Bienenharz, um Löcher und Spalten im Bienenstock abzudichten. Außerdem wirkt Propolis antibakteriell, antiviral und auch gegen Pilze (anitmykotisch) um den Bienenstock vor der Ausbreitung von Krankheiten zu schützen.

Polnische Wissenschaftler der Schlesischen Universität von Kattowitz um Prof. Dariusz Skaba konnten in ihren Studien zeigen, dass Propolis sowohl gegen Plaque wirksam ist, als auch zur Gesunderhaltung des Zahnfleisches beiträgt. Und auch bei Parodontitis kann Propolis unterstützend helfen ebenso wie gegen Zahnfleischbluten.

Da Propolis ist recht klebrig und harzig ist  und sehr hartnäckige Flecken hinterlässt, empfiehlt sich für die Herstellung der Zahncreme eine fertige Tinktur zu benutzen.

Zutaten

  • 1 EL Kokosöl
    ½ TL Natron
  • ½ TL Xylit/Birkenzucker
  • 15 – 20 Tropfen Propolis Tinktur
  • 1 Prise feines, unbehandeltes Meersalz

Zahnpasta selber machen mit Heilerde

Heilerde ist naturreiner Löss und enthält viele Mineralien, vor allem Calcium. Durch die feine Vermahlung ist Heilerde entsteht eine große Oberfläche, die in der Lage ist  Bakterien und deren Toxine (Giftstoffe) zu binden.

Zutaten

  • 1 EL feine Heilerde
  • 1 TL Xylit
  • 1 Messerspitze Meersalz / Himalayasalz
  • Etwas abgekochtes Wasser
  • 4-5 Tropfen ätherisches Öl

Zubereitung: Heilerde, Xylit und Salz miteinander vermischen und so viel Wasser zugeben bis die Zahnpasta die gewünschte Konsistenz hat. Zum Schluss nach Geschmack noch ein ätherisches Öl zugeben.

Bio Zahnpasta selber machen (vegan)

Eine vegane Bio Zahnpasta lässt sich aus allen oben aufgeführten Rezepten leicht selbst mischen. Alle aufgeführten Zutaten sind in der Apotheke in Bioqualität erhältlich. Mit Ausnahme von Propolis, was  vegetarisch ist, sind zudem alle Inhaltsstoffe vegan.

Wer auch auf eine natürliche Zahnbürste wert legt, kann zu einer Bürste aus Bambus greifen.

Atherische Öle und Tinkturen für die eigene Herstellung von Zahnpasta

Ätherische Öle und Tinkturen weisen sowohl einen therapeutischen also auch einen geschmacklichen Wert auf. Die Auswahl erfolgt daher nach persönlichen Bedürfnissen. Wichtig zu wissen, die verwendeten Öle und Tinkturen, die verwendet werden sollten unbedingt auch zum Verzehr geeignet sein!

  • Pfefferminze wirkt antibakteriell, antiseptisch und schmerzlindernd und sorgt für einen frischen Atem.
  • Salbei ist ein natürlicher Weißmacher für die Zähne und kräftigt das Zahnfleisch.
  • Teebaumöl leistet gute Arbeit gegen Plaque, Zahnfleischerkrankungen und orale Candida (Hefe-Infektion).
  • Fenchelöl ist kühlend, beruhigend, süß und erfrischend.
  • Zitronenöl bleicht ein wenig die Zähne und stärkt das Zahnfleisch.
  • Zimtöl hat eine reinigende Wirkung.
  • Kamille weist wundheilende, entzündungshemmende und antiseptische Eigenschaften auf.
  • Myrrheöl bekämpft den oralen Pilzbefall.
  • Nelkenöl eignet sich gut gegen Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen.

Zahnpasta Zutaten Tabelle

Unguator Kruke (20 – 50 ml) Behaältnis zur Aufbewahrung
Xylitol Pulver Für süßen Geschmack, Karies hemmend
Natron Mildes Schleifmittel, neutralisiert Säure
Kohle Tabletten Reinigt die Zähne und befreit von Verfärbungen
Kokosöl Bio Antibakteriell gegen Karies und auch gegen orale Pilzinfektionen wirksam
Schlämmkreide Als Putzkörper
Kurkuma Pulver Hellt die Zähne auf, wirksam gegen Plaque und Zahnfleischentzündungen
Xanthan Dient zum Eindicken
Himalaya Salz Neutralisiert Säuren, schützt vor Entstehung von Zahnstein und Karies
Propolis Tinktur
Gegen Plaque, für gesundes Zahnfleisch
Heilerde ultrafein Bindet Bakterien und deren Toxine
Japanisches Heilöl Pfefferminz Antibakteriell, sorgt für frischen Atem
Kamillen Konzentrat Wundheilend, entzündungshemmend
Myrrhentinktur Hofmann’s Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
Teebaumöl Gegen Zahnfleischerkrankungen und Plaque
Zimtöl Reinigend, für besonderen Geschmack

Diese Zahnpasten enthalten keine Konservierungsstoffe und sind daher nur begrenzt haltbar. Bereiten Sie deshalb nur kleine Mengen zu. Die Herstellung ist einfach und unkompliziert und die Pasten können, dank Xylit, auch auf kinderfreundlichen Geschmack abgestimmt werden.

Bild: © puhhha – Fotolia.com