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Kapland-Pelargonie

Die Heilpflanze Kapland-Pelargonie

  • stammt aus Südafrika.
  • dient zur Gewinnung von Pelargonienwurzelextrakt.
  • hilft bei akuter Bronchitis.
  • ist bekannt als Umckaloabo.

Kapland-Pelargonie

Kapland-Pelargonie Beschreibung

Die Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides) gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) und ist im südlichen Afrika zu finden. Dabei ist die Gattung der Pelargonien (Pelargonium) von der auch bei uns heimischen Gattung der Storchschnäbel bzw. Geranien (Geranium) zu unterscheiden. Trotzdem werden auch Pelargonien immer wieder umgangssprachlich als „Geranien“ bezeichnet. Doch anders als diese haben die Pelargonien zum Beispiel einen spiegelgleichen Blütenaufbau. Die Kapland-Pelargonie wächst als ausdauernde krautige Heilpflanze auf durchlässigem, sandigem Boden an sonnigen Standorten in Küstenregionen, Wüsten und in gebirgigen Gebieten in bis zu 2000 Metern Höhe in einem schmalen Landgürtel zwischen Südafrika und Lesotho. Sie besitzt drüsig behaarte, herzförmige, silbrig glänzende Blätter und zeigt von Juli bis September rot-violette Blüten in Scheindolden. Nach dem Verblühen entwickeln sich Spaltfrüchte mit fünf einsamigen Teilfrüchten. Das Überdauerungsorgan ist eine rötliche Wurzelknolle, welche der Pflanze das Überleben in Trockenperioden ermöglicht. Aufgrund ihrer besonderen Inhaltsstoffe ist die knollenförmige Wurzel der Kapland-Pelargonie von therapeutischer Bedeutung.

Kapland-Pelargonie Inhaltsstoffe

Die Wurzel der Kapland-Pelargonie enthält mehrfach substituierte Benzopyranonderivate wie Scopoletin und Umckalin sowie kondensierte Gerbstoffe wie beispielsweise Proanthocyanidine. Des Weiteren sind phenolische Verbindungen wie Gallussäure, Flavonoide und ätherisches Öl enthalten. Das Cumarin-Derivat Scopoletin hemmt das Pflanzenwachstum. Umckalin kommt nur in der Kapland-Pelargonie vor und dient dadurch zur Unterscheidung von verwandten Arten wie Pelargonium reniforme, welche ebenfalls für medizinische Zwecke genutzt werden kann.

Kapland-Pelargonie Wirkung

Auszüge aus der Wurzel der Kapland-Pelargonie wirken antibiotisch, schleimlösend, auswurffördernd und immunsystemstärkend. In in-vitro-Versuchen konnte gezeigt werden, dass die Inhaltsstoffe der Knolle das Wachstum verschiedener Krankheitserreger wie einiger Staphylokokken, Stäbchenbakterien und Viren hemmen kann. Zudem verhindern die Inhaltsstoffe der Kapland-Pelargonie, dass Bakterien und Viren in die Zellen der Atemwegsschleimhaut eindringen können. Durch die Erhöhung der Schlagfrequenz der Flimmerhärchen in den Bronchien kann anfallender Schleim besser abtransportiert werden. Daneben wird die Produktion von Makrophagen (Fresszellen) angeregt und dadurch die Immunabwehr gestärkt. Da alle diese Versuche jedoch außerhalb von lebenden Organismen (in vitro) stattfanden, ist strittig, ob sich die Ergebnisse ohne weiteres auf die Immunreaktion innerhalb des Körpers (in vivo) übertragen lassen. Wichtig: Die Kapland-Pelargonie hat immer nur unterstützende Wirkung bei der Therapie und sollte niemals anstelle der verordneten Antibiotika eingenommen werden.

Kapland-Pelargonie Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Da die Kapland-Pelargonie Cumarine enthält, die die Blutungsneigung erhöhen können, sollten deren Wurzelextrakte nicht von Personen angewendet werden, die blutverdünnende Mittel einnehmen. Bei Vorerkrankungen der Leber oder Niere wird ebenfalls von der Anwendung abgeraten. Es wird diskutiert, ob die Kapland-Pelargonie in sehr seltenen Fällen eine Leberentzündung (Hepatitis) auslösen kann.

Nebenwirkungen die häufiger eintreten

Zu den häufiger beobachteten Nebenwirkungen gehören Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge und Juckreiz bis hin zum anaphylaktischen Schock (eine Überreaktion des Immunsystems). Auch Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Durchfall, Sodbrennen und Magenschmerzen können in Zusammenhang mit der Einnahme der Kapland-Pelargonie auftreten. Zahnfleisch- und Nasenbluten wurden ebenfalls beschrieben. Grundsätzlich ist die Behandlung von Kindern ab einem Jahr möglich. Dies wird allerdings aufgrund des Alkoholgehalts einiger Fertigpräparate von vielen Experten kritisiert. Die Wirkung bei Schwangeren und Stillenden ist bisher nicht untersucht worden.

Kapland-Pelargonie Anwendungsgebiete in der Phytotherapie

In der Pflanzenheilkunde wird die Kapland-Pelargonie in erster Linie eingesetzt, um Atemwegserkrankungen und Erkältungssymptome wie Bronchitis, Schnupfen und Husten zu bekämpfen. Auch Begleiterscheinungen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Abwehrschwäche, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mandelentzündung (Tonsillitis) und Entzündungen der Nasen-Rachen-Schleimhaut (Rhinopharyngitis) können mit der Kapland-Pelargonie behandelt werden. Dabei ersetzen die Pelargoniumwurzelauszüge nicht die Standardtherapie, sondern sollen ergänzend dabei helfen, dass das Krankheitsbild insgesamt kürzer und/ oder schwächer verläuft. Kürzlich konnten Wissenschaftler des Münchener Helmholtz Zentrums außerdem in einem Laborversuch die antivirale Wirkung des Pelargoniumwurzelextrakts zeigen: Die enthaltenen Polyphenole können HI-Viren am Andocken an die Wirtszellen und somit am Eindringen hindern. Deshalb stellt die Kapland-Pelargonie für die Forscher eine ideale Ergänzung zu den bereits etablierten Anti-HIV-Therapien dar. Vor allem für Menschen in Regionen mit beschränktem Zugang zu Anti-HIV-Medikamenten könnte das Forschungsergebnis eine Chance im Kampf gegen die gefährliche Immunschwächekrankheit sein, da die Extrakte aus der Kapland-Pelargonie schnell, einfach und kostengünstig herzustellen und zudem lange haltbar sind.

Weitere Studien fehlen

Bis die Pflanze allerdings als wirksames HIV-Medikament eingesetzt werden kann, müssen weitere Studien die bisherigen Ergebnisse bestätigen.

Kapland-Pelargonie Anwendungsgebiete in der Volksmedizin

In der südafrikanischen Volksmedizin werden Auszüge aus der Pelargoniumwurzel auch bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und zur Vorbeugung von Magengeschwüren verabreicht. Darüber hinaus wird die Kapland-Pelargonie auch als traditionelles Mittel gegen Tuberkulose und Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Anwendungsgebiete von Kapland-Pelargonie Medikamenten

In Ihrer Apotheke sind verschiedene pflanzliche Medikamente mit Auszügen aus der Wurzel der Kapland-Pelargonie erhältlich, beispielsweise Umckaloabo (Dr. Willmar Schwabe GmbH), Kaloba, Xulux, Pelargonium-ratiopharm und Pelasya. Zu den typischen Darreichungsformen zählen Tabletten, Tropfen, Dragees, Kapseln und Sirups. Die Anwendungsgebiete dieser Arzneimittel umfassen in erster Linie akute Bronchitis mit Symptomen wie Husten, Verschleimung, Abgeschlagenheit, Schnupfen, Schluckbeschwerden und Halsschmerzen. Es wird dazu geraten, diese Medikamente zur Stärkung der Immunabwehr sofort bei den ersten Erkältungsanzeichen einzunehmen, um den Verlauf der Krankheit einzudämmen oder das Ausbrechen dieser ganz zu verhindern.

Kapland-Pelargonie Anwendung

Die medizinisch verwendeten Pelargoniumwurzeln stammen sowohl aus Wildsammlungen als auch aus dem Anbau in Südafrika. Die Wurzeln müssen mindestens drei Jahre alt sein und können das ganze Jahr über gesammelt werden. Die Knollen werden nach der Ernte nach Deutschland geschickt und hier durch Perkolation (Sickerlaugung) und/ oder Mazeration (einem physikalischen Verfahren, das dem Maischen ähnelt) zu ethanolischen Auszügen im Verhältnis 1:8 bis 1:10 verarbeitet. Aus diesen Spezialextrakten werden dann Fertigpräparate wie Tropfen, Sirups und Säfte hergestellt. Trockenextrakte aus der Kapland-Pelargonie werden zu Tabletten verarbeitet.

Kapland-Pelargonie Dosierung

Bei akuten Beschwerden nehmen Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren dreimal täglich 20 bis 30 Tropfen der Lösung ein. Vorbeugend können zur Stärkung der Immunabwehr dreimal täglich 10 bis 20 Tropfen eingenommen werden. Die Anwendung sollte sieben Tage lang erfolgen, auch wenn die Symptome innerhalb dieser Zeit bereits abgeklungen sein sollten. So wird ein Rückfall vermieden. Für Kinder ab 6 Jahren werden dreimal täglich 10 bis 20 Tropfen empfohlen, für Kinder ab 1 Jahr 5 bis 10 Tropfen. Aufgrund des Alkoholgehalts des Extrakts wird die Anwendung bei Kindern allerdings zum Teil kritisch gesehen. Inzwischen sind jedoch für jüngere Patienten alkoholfreie Medikamente mit Auszügen aus der Kapland-Pelargonie auf dem Markt.

Kapland-Pelargonie Zubereitung

Abkochungen und Aufgüsse aus der Wurzel der Kapland-Pelargonie sind heute nicht mehr üblich. Diese können Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen auslösen, welche man früher bereit war in Kauf zu nehmen, um schwere Erkrankungen wie Tuberkulose zu bekämpfen. Heute greift man auf die besser verträglichen Fertigpräparate aus der Apotheke zurück.

Kapland-Pelargonie Geschichte

Das Wort „Umckaloabo“, ein weiterer Name für die Kapland-Pelargonie sowie die Bezeichnung eines Fertigpräparates aus der Wurzel der Pflanze, stammt aus der Sprache der Zulu. Dieses südafrikanische Volk nutzt die Kapland-Pelargonie seit Langem zur Bekämpfung verschiedenere Krankheiten. Mit „Umckaloabo“, was übersetzt etwa „Symptome für Lungenkrankheiten“ oder „Brustschmerzen“ bedeutet, bezeichnete man ursprünglich weniger die Pflanze selbst, als den daraus gewonnenen Sud, der unter anderem gegen Tuberkulose eingesetzt wurde. Nach Europa gelangte die Kapland-Pelargonie Ende des 19. Jahrhunderts durch den englischen Major Charles Henry Stevens. Dieser reiste aufgrund des günstigen Klimas nach Lesotho, um sein Tuberkuloseleiden zu heilen. Dort behandelte ihn ein einheimischer Heilkundiger mit der Wurzel der Kapland-Pelargonie. Wieder genesen und zurück in der Heimat bewarb der Major das vermeintliche Wundermittel als „Stevens Consumption Cure“. Die Heilpflanze wurde schon bald vor allem von Missionsärzten gegen Tuberkulose eingesetzt, bis sie von wirksameren Mitteln verdrängt wurde. Daraufhin geriet die Kapland-Pelargonie eine Zeit lang in Vergessenheit, bis sie in den 70er-Jahren eine Renaissance als Erkältungsmittel feierte.

Kapland-Pelargonie Kombination mit anderen Heilpflanzen

Fertigpräparate mit Extrakten aus der Kapland-Pelargonie sind meist Monopräparate und enthalten keine weiteren Heilpflanzen-Auszüge. Auch Tees oder Teemischungen mit der getrockneten Wurzel sind unüblich. Da die Behandlung mit Kapland-Pelargonie bei leichten Atemwegsentzündungen immer nur unterstützend durchgeführt wird, können allerdings problemlos zeitgleich weitere pflanzliche Medikamente gegen Erkältungssymptome eingenommen werden. Gegen Husten helfen beispielsweise Säfte und Sirups mit Thymian. Wohltuend wirken auch Erkältungsbäder mit Eukalyptus, Kiefernnadeln und Kampfer. Ergänzend können Erkältungstees mit Salbei, Lindenblüten und Schlüsselblume getrunken werden.

Kapland-Pelargonie in der Homöopathie

Auch in der Homöopathie wird die Kapland-Pelargonie gelegentlich zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Erhältlich sind Globuli (Streukügelchen) und Dilutionen (Flüssigextrakte) der Potenzen D2 bis D60.

Kapland-Pelargonie Studien zur Wirksamkeit

Die Studienlage zur Wirksamkeit der Kapland-Pelargonie ist uneinheitlich. In einigen Untersuchungen finden sich Hinweise darauf, dass der Wurzelextrakt akute oder chronische Bronchitis lindern kann, andere sprechen dem pflanzlichen Medikament jede Wirksamkeit ab. Zwei systematische Übersichtarbeiten, denen im Wesentlichen die gleichen Einzelstudien zugrunde liegen, kommen zu folgendem Ergebnis: Es wurde unter Vorbehalt bei einzelnen Atemwegserkrankungen eine Linderung der Symptome festgestellt. Von 100 Erwachsenen mit akuter Bronchitis wiesen nach einer Woche noch 95 Krankheitssymptome auf. Nach der Behandlung mit Kapland-Pelargonie waren es hingegen nur noch 62, was einer Reduktion um etwa ein Drittel entspricht. Bei der Behandlung von Kindern zeigte sich ein ähnlicher Effekt, allerdings bei nur etwa einem Fünftel der Patienten. Diese Ergebnisse gelten allerdings nur für den Flüssigextrakt, Tabletten mit Trockenextrakten aus der Wurzelrinde zeigten keine Wirkung. Des Weiteren wurde die Wirksamkeit bei Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) untersucht: Im Durchschnitt zeigten nach 21 Tagen noch 90 von 100 Patienten Symptome, bei Behandlung mit Kapland-Pelargonie waren es nur noch 39. Um die Vertrauenswürdigkeit dieser Studien zu stärken, sind allerdings weitere klinische Untersuchungen notwendig.

Kapland-Pelargonie Anbau

Pelargonien sind wie ihre nahen Verwandten, die Geranien, beliebte Zierpflanzen. Die Kapland-Pelargonie eignet sich vor allem für die Aufzucht in Töpfen. Sie bevorzugt sandige Böden und sonnige Standorte. Frost und Staunässe verträgt diese Heilpflanze nicht. Zum Überwintern sollten die Töpfe in einen etwa 8°C kühlen, hellen Raum gestellt werden.

Kapland-Pelargonie Arten

Neben der Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides) wird auch die nahe verwandte Art Pelargonium reniforme für medizinische Zwecke genutzt. Insgesamt zählt die Gattung Pelargonium 220 bis 280 Arten. Ihren Namen verdankt die Pflanzengattung ihren storchenschnalbelartigen Früchten: Das griechische Wort „pélargos“ bedeutet Storch.

Quellen

  • Bäumler, Siegfried: Heilpflanzen Praxis heute Band 2 – Rezepturen und Anwendung (Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013)
  • Boomgarden, Heike: Altes Wissen aus dem Klostergarten – Bruder Hilarius und seine Pflanzengeheimnisse (BLV Buchverlag, 2014)
  • Bühring, Ursel: Heilpflanzen für Kinder – Gesundheit aus der Natur (Verlag Eugen Ulmer, 2015)
  • Grünwald, Jörg: Grüne Apotheke – Das Standardwerk zur Pflanzenheilkunde. Mit wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen (Gräfe und Unzer, 2015)
  • Karasek, Hellmuth: Pflanzen und Umwelt – 1000 Fragen und Antworten (wissen media, 2006)
  • Malm, Liesel: Die Kräuter-Liesel – 300 Heil- und Gewürzkräuter anbauen und anwenden (Bassermann Inspiration, 2013)
  • Marbach, Eva: Heilkräuter Hausapotheke – Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause (EvaMarbach Verlag, 2012)
  • Rehms, Waltraud: Asthma natürlich behandeln – Alle wichtigen ergänzenden Behandlungen. Das können Sie selbst tun (Schlütersche, 2014)
  • Schneider, Jürgen: Natürliche Antibiotika aus Wildpflanzen und Heilkräutern – Entzündungen stoppen und das Immunsystem stärken (Kneipp-Verlag, 2015)
  • Schönfelder, Ingrid und Peter: Der Kosmos-Heilpflanzenführer – Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas (Kosmos, 2015)
  • Siewert, Aruna M.: Pflanzliche Antibiotika – Geheimwaffen aus der Natur (Gräfe und Unzer, 2013)

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