Was ist die Pappelpollen-Allergie?

Pappelallergie und Pappelpollenallergie sind wohl die gebräuchlichsten Bezeichnungen. Allerdings wird die Überempfindlichkeit gegen Pollen im Allgemeinen auch als Pollinosis, Heuschnupfen oder saisonal-allergische Rhinokonjunktivitis beziehungsweise Rhinitis bezeichnet.

Wie die Allergie gegen die Pappel auch genannt wird, aufgrund der Beschaffenheit der Pollen kann sie teilweise sehr schwere Symptome hervorrufen und zudem ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben.

Pollenflugzeit der Pappel

Die Pappelpollen können bereits in Januar und Februar oder sogar noch eher durch die Lüfte fliegen. Vor allem nach milden Wintern ist das häufig der Fall. Für gewöhnlich ist die Pollendichte in der Luft jedoch erst zwischen März und April besonders hoch.

Tipp: Die sogenannte Pappelwolle verteilt sich als watteartiger Belag besonders schnell und umfassend auf Häusern, Autos und der Straße – ist aber keine Gefahr für Pappelallergiker. Hierbei handelt es sich um Teile der Espe beziehungsweise sogenannten Zitterpappel, die an sich harmlos sind und keine Allergene enthalten.

Betroffene Regionen der Pappelpollen

Die Pappel kommt vor allem in Mischwäldern und an den Ufern von Gewässern vor, werden aufgrund ihres sehr schnellen Wachstums aber auch als Heckenpflanzen, Schattenspender und Blickschutz im Garten, in Parks und entlang von Alleen verwendet. Zudem können die winzigen Pollen über den Wind extrem weit verteilt werden. Selbst in Städten mit wenig Grün sind Allergiker daher nicht vor der Belastung gefeit.

Wie sehen die Pollen der Pappel aus?

Die Pollen der Pappel haben eine grundsätzlich runde Form, wirkliche Kugeln sind sie aber nicht. Einkerbungen und Ecken verleihen den Pappelpollen eine unregelmäßige Form. Mit bloßem Auge zu erkennen sind diese allerdings nicht.

Welche Kreuzallergene gibt es?

Besteht eine Pappelpollenallergie, kommt es auch häufig zu Überempfindlichkeiten gegenüber anderen potenziellen Allergenen. Vor allem Kreuzallergien zur verwandten Weide sind möglich. Aber auch gegenüber Lebensmitteln können sich Allergien entwickeln. Typischerweise sind dies:

  • Stein- und Kernobst, wie Paflaumen, Kirschen und Äpfel
  • Nüssen und Kernen, vor allem Mandeln, Haselnüssen, Walnüssen und Cashew
  • Obst und Gemüse, wie Karotten, Sellerie und Kiwi

Welche Kreuzreaktionen gibt es?

Die Kreuzreaktionen gegenüber Weidenpollen fallen nicht anders als die Symptome der Pappelallergie selbst aus. Bei Kreuzreaktionen gegenüber Lebensmitteln sind hingegen die folgenden Anzeichen und Beschwerden möglich:

  • Juckreiz an den Kontaktstellen, wie Lippen, Zunge, Mundschleimhaut, Rachen
  • Rötungen und Reizungen
  • Schwellungen der Zunge, Mundschleimhaut und sogar der Luftröhre
  • Hautausschlag
  • Verdauungsbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall

Was gibt es bei der Pappelpollen-Allergie zu beachten?

Tritt eine Allergie gegen Pappelpollen auf, kann sich diese während der Pollenflugzeit stark beschränkend auf den Alltag auswirken. Bereits die Einnahme von Antihistaminika und die Reduzierung des Kontakts zu den Pollen bringen jedoch oftmals eine deutliche Linderung der Symptome.

Aus Angst vor möglichen Kreuzallergien muss jedoch keinesfalls auf Lebensmittel verzichtet werden. Erst wenn hier tatsächlich Symptome auffallen, sollten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Welche Symptome treten bei der Pappelpollen-Allergie?

Bei den Symptomen unterscheidet sich die Allergie gegen Pappeln nicht von anderen Pollenallergien. Typische Anzeichen sind:

  • Augen: Sie tränen, röten sich und jucken – auch ein Anschwellen ist möglich.
  • Nase: Geschwollene Schleimhäute, übermäßige Produktion von Sekret, Niesen, Rötungen und Juckreiz macht sich bemerkbar.
  • Reizungen: Husten, Niesen, Schwellungen und Rötungen erinnern in ihrer Gesamtheit oftmals an die Beschwerden einer Erkältung.
  • Allgemeinbefinden: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafprobleme und ein Nachlassen der allgemeinen Leistungsfähigkeit sind häufige Resultate der Pollenallergie.

Was hilft gegen die Pappelpollen-Allergie?

Obwohl die Allergie gegen die Pappel sehr belastend sein kann, stehen Ihnen zahlreiche Mittel und Maßnahmen zur Behandlung zur Verfügung. Allerdings ist bei deren Anwendung etwas Geduld gefragt. Nicht jeder Wirkstoff und jedes Vorgehen hilft in den individuellen Fällen gleichermaßen. Probieren Sie also ruhig mehrere der vorgeschlagenen Präparate und Vorgehen aus.

Hausmittel

Wenn Sie unter einer Pappelallergie leiden, können Hausmittel für Linderung sorgen. Bewährt haben sich:

  • Nasenspülungen mit einer Nasendusche oder das Inhalieren von Salzwasser: Dies wirkt zugleich pollenreduzierend, befeuchtend und abschwellend.
  • Teemischungen: Schafgarbe, Salbei und Brennnessel sind ebenso hilfreich wie Mariendistel. Vor allem in der Apotheke angefertigte Kombinationen daraus, können für Linderung sorgen.
  • Hygiene: Waschen Sie Gesicht und Hände nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich oder gehen Sie am besten direkt duschen.

Medikamente

Antiallergische Medikamente beziehungsweise Antihistaminika wie Cetirizin und Loratadin sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten. Darunter Pillen und Tabletten, Augentropfen und Nasensprays.

Die Medikamente bringen schnelle Linderung der Symptome und können aufgrund der verschiedenen Verabreichungsformen gezielt da eingesetzt werden, wo die Beschwerden am schlimmsten sind.

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen therapieren nicht die Symptome allein, sondern schwächen die Allergie gegen die Pappel insgesamt ab. Dies kann durch eine Regulierung des Immunsystems oder der Darmgesundheit erreicht werden.

  • Homöopathie: Homöopathische Mittel behandeln ganzheitlich und können die körpereigene Abwehr regulieren, wodurch die Neigung zu Allergien insgesamt reduziert wird. Nötig ist hierfür allerdings eine fachkundige Anamnese und Beratung, denn das eine Mittel gegen die Allergie gibt es in der Homöopathie nicht.
  • Schüssler Salze und Bachblüten: Ebenso wie bei der Homöopathie ist auch bei den Schüssler Salzen und der Bachblüten Therapie eine individuelle Anamnese entscheidend. Dann allerdings ist eine deutliche Abschwächung der Allergie möglich.
  • Ernährung: Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe sind entscheidend für die gesamte Gesundheit und das Immunsystem. Eine ausgewogene Ernährung kann diese sicherstellen, möglich ist aber auch der Zusatz durch Nahrungsergänzungsmittel.
  • Aloe Vera, Manuka Honig und Propolis: Sie stärken, regulieren und desinfizieren während sie Entzündungen hemmen. Eine tägliche Aufnahme ist vor allem während der stärksten Pollenflugzeit empfehlenswert.

Immunisierung

Eine tatsächliche Impfung gegen Allergien gibt es zwar nicht, der Körper kann allerdings durchaus an die Allergene der Pappel gewöhnt werden. Hierzu werden die Allergene injiziert oder in Form von Tabletten beziehungsweise Tropfen aufgenommen. Über einen längeren Zeitraum hinweg, soll der Organismus gezielt „umerzogen“ werden, also nicht mehr allergisch auf die Pollen der Pappel reagieren. Dieses Vorgehen erfordert etwas Geduld, ist aber oftmals von überzeugenden Resultaten gekrönt.

Entspannungstechniken

Obwohl die sogenannte Pappelwolle keinerlei Allergene enthält und auch Fotos von Pappeln keine Symptome auslösen können, macht sich die Pappelpollenallergie nicht selten genau bei deren Anblick bemerkbar. Die Psyche spielt aber nicht nur hier herein, sie kann Symptome auch anderweitig verschlimmern.

Stress, Belastungen oder anderweitig emotionale Reaktionen lösen dann die Allergie aus oder verschlimmern sie. Sinnvolles Gegenmittel sind hiergegen Entspannungstechniken, wie autogenes Training, Meditation und Yoga.

Pollenreduktion

Wer die Kleidung direkt beim Betreten der Wohnung ablegt und luftdicht verstaut, täglich mit einem HEPA-Filter-Staubsauger und feuchtem Wischer den Boden reinigt und zudem auf Pollenschutzgitter setzt, kann die Pollen zumindest in den eigenen vier Wänden merklich reduzieren und Symptome damit lindern.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie haben?

Eine eindeutige Diagnose ist nur durch den Arzt möglich. Hierfür werden – bei Bedarf – mehrere Allergietests durchgeführt. In der Regel gehen diese schnell von statten.

Hinweis: Nehmen Sie vor den Tests keine Allergiemedikamente ein. Diese würden das Resultat der Untersuchung verfälschen.

Quellen

  • Pflanzliche Alternative bei Heuschnupfen. In „Ärzte-Zeitung“, (2014), 46, ISSN 0175-5811
  • Heinz Butin: Krankheiten der Wald- und Parkbäume : Diagnose, Biologie, Bekämpfung. Thieme, 1989, ISBN 3136390024
  • Steroidstart vor Pollensaison hat Vorteil. In „Ärzte-Zeitung“, (2008), 70, ISSN 0175-5811
  • Moses Julius Gutmann: Die Pollenallergie : Heuschnupfen, Heufieber, Heuasthma. Verlag der Ärztlichen Rundschau, 1929, ASIN B0155QA1Q6
  • Allergie: Ganzjährige SIT hilft besser als Kurzzeittherapie. In „Ärzte-Zeitung“, (2013), 111 ISSN 0175-5811
  • Pollenflug: Nicht nur eine Frage der Jahreszeit. In „Deutsches Ärzteblatt“, 107(2010), 17, ISSN 0012-1207
  • Werner Heppt: Praktische Allergologie : 133 Tabellen. Thieme, 2011, ISBN 3131068124