Was ist die Rotbuchenpollen-Allergie?

Die Rotbuchenpollenallergie oder schlicht Rotbuchenallergie wird in der medizinischen Fachsprache auch als saisonal-allergische Rhinitis, saisonal-allergische Rhinokonjunktivitis, Heuschnupfen oder Pollinosis bezeichnet. Unter diesen Begriffen sind allerdings alle Pollenallergien zusammengefasst.

Die Pollen der Rotbuche haben ein mäßiges allergenes Potenzial. Das heißt, dass sie nicht allzu oft Allergien auslösen und auch dann meist keine schweren Symptome. Dennoch kann aus der Rotbuchenallergie allergisches Asthma entstehen, dass teilweise zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.

Pollenflugzeit der Rotbuche

Die Rotbuchen blühen in der Regel zwischen März und Mai. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede. So ist der Pollenflug in hohen Lagen und im Norden meist etwas später, ebenso wie nach harten Wintern. Fiel der Winter hingegen mild aus oder wächst die Rotbuche in südlichen Lagen, kann die Blütezeit und damit der Pollenflug bereits im Februar einsetzen.

Betroffene Regionen der Rotbuchenpollen

Die Rotbuche ist ein beliebtes Brennholz und auch in der Möbelindustrie hoch geschätzt. Sie wird daher in hohem Maß forstwirtschaftlich angebaut und ist der häufigste Baum in Mischwäldern. Durch ihre natürliche Verbreitung in nahezu ganz Europa und ihre Verwendung als „Hecken-Baum“, beispielsweise zur Begrenzung von Feldern, findet sie sich ebenso auf dem Land wie in der Stadt.

Zudem werden die Pollen der Rotbuche über den Wind verteilt und können sich daher über Kilometer hinweg verteilen. Sicher sind Allergiker vor den Rotbuchenpollen also selbst in Städten mit wenig Grün nicht.

Wie sehen die Rotbuchenpollen aus?

Die Pollen der Rotbuche bemessen im Einzelnen nur wenige Millimeterbruchteile, sie sind also mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Erst in größeren Mengen wird der Pollen als gelblicher Staub sichtbar. Unter dem Mikroskop offenbart der Rotbuchenpollen eine kugelrunde Form, die durch Einkerbungen und Ausstülpungen leichte Unregelmäßigkeiten aufweist.

Welche Kreuzallergene gibt es bei der Rotbuchenpollen-Allergie?

Eine Allergie gegen die Rotbuche allein besteht in der Regel nicht. Stattdessen reagiert das Immunsystem meist dann erst empfindlichen auf die Rotbuchenallergene, wenn bereits eine andere Pollenallergie vorliegt. Die häufigsten Kreuzallergene sind:

  • Birke
  • Buche und Hainbuche
  • Erle
  • Eiche
  • Hasel
  • Ulme

Welche Kreuzreaktionen gibt es bei der Rotbuchenpollen-Allergie?

Da es sich bei den Kreuzallergenen der Rotbuche ausschließlich um andere Baumpollen handelt, unterscheiden sich die Kreuzreaktionen nicht von den Anzeichen der Rotbuchenallergie. Betroffen sind also die Augen und die oberen Atemwege.

Besteht hingegen eine Kreuzallergie gegen beispielsweise Hainbuche oder Erle, können diese wiederum zu Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln führen. Vor allem Nüsse aber auch einige Obst- und Gemüsesorten lösen dann ebenfalls allergische Reaktionen aus.

Was gibt es bei der Allergie gegen die Rotbuche zu beachten?

Aufgrund des mäßig hohen allergenen Potenzials der Rotbuchenpollen fallen die Symptome meist vergleichsweise milde aus. Dennoch kann sich aus der Allergie allergisches Asthma entwickeln. Lassen Sie daher möglichst frühzeitig durch ärztliche Allergietestungen abklären, ob eine Rotbuchenpollenallergie und/oder weitere Allergien bestehen und finden Sie mit einem Allergologen die passende individuelle Therapie.

Welche Symptome treten bei der Rotbuchenpollen-Allergie auf?

Die Rotbuchenallergie löst die typischen Symptome einer Pollenallergie aus. Bei diesen handelt es sich um:

  • Augen: Die Pollen reizen die Augen, was wiederum zu geschwollenen, geröteten Augenlidern, Juckreiz, Brennen und einem gesteigerten Tränenfluss führt.
  • Nase: Niesen, geschwollene Schleimhäute und eine laufende Nase sind typisch für die Reizungen durch die Pollen.
  • Reizungen der oberen Atemwege: Husten, Kribbeln und Brennen, Juckreiz und Schwellungen führen zu einem erkältungs-ähnlichen Beschwerdebild.
  • Leistungsfähigkeit: Das Atmen fällt, zumindest durch die Nase und im Freien, schwer. Die ständig gereizten Schleimhäute erzeugen ein Krankheitsgefühl. Darunter leiden Allgemeinbefinden und Schlaf und schließlich auch die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Anfangs ist es oftmals schwierig, die Symptome der Allergie gegen eine Erkältung abzugrenzen. Hinweise sind allerdings, die zunehmende Symptomschwere im Freien, vor allem an windigen Tagen. Zudem bleibt das Nasensekret dünnflüssig und klar, wird also nicht wie einem Schnupfen trüb.

Was hilft gegen die Rotbuchenpollen-Allergie?

Die Rotbuchenallergie ist zwar belastend, kann aber auf vielfältige Weise recht wirksam behandelt werden.

Hausmittel gegen die Rotbuchenpollen-Allergie

  • Salzwasser und Kompressen: Nasenduschen und Dampfbäder mit Salzwasser aber auch kalte Güsse und Kompressen auf den Augen und der Nase helfen gegen die Schwellungen und Reizungen. Durch das Spülen werden zudem die Pollen entfernt, was die allergischen Symptome insgesamt lindert.
  • Tee: Spezielle Teemischungen aus Kräutern wie Salbei, Brennnessel, Mariendistel und Schafgarbe können in der Apotheke angefertigt und als Kur während der Pollenflugzeit getrunken werden. Sie wirken beruhigend.
  • Hygiene: Während des Pollenflugs legen sich die Allergene bei jedem Aufenthalt im Freien auf Kleidung, Haut und Haar. Hierdurch gelangen sie auch in Ihre vier Wände. Abhilfe schafft es, beim Betreten der Wohnung die Kleidung zu wechseln, sowie alle unbedeckten Hautstellen zu waschen.

Medikamente gegen die Rotbuchenpollen-Allergie

Bereits rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Antihistamine mit Wirkstoffen wie Cetirizin und Loratadin, können die Symptome der Allergie deutlich verbessern.

Gerade vor längeren Aufenthalten im Freien und bei einer hohen Pollendichte sollten die Medikamente eingenommen werden. Günstig ist es zudem, die verschiedenen Darreichungsformen – wie Augentropfen, Nasenspray und Tabletten – miteinander zu kombinieren.

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen gegen die Rotbuchenpollen-Allergie

  • Bachblüten, Homöopathie, Schüssler Salze und Traditionelle Chinesische Medizin: Die ganzheitlichen Behandlungsformen verringern die generelle Allergieneigung und verbessern das Allgemeinbefinden.
  • Ernährung: Vor allem Omega-3-Fettsäuren aber auch Antioxidantien, Spurenelemente und Mineralstoffe reduzieren die Entzündungsneigung und damit sowohl die Symptome als auch die Allergieneigung an sich.
  • Entspannungstechniken: Meditation, Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation helfen beim Stressabbau und wirken sich daher nicht nur auf die Allergie, sondern auf das gesamte Wohlbefinden aus.

Immunisierung gegen Rotbuchenpollen-Allergie

Der Körper wird gezielt und kontrolliert mit den Allergenen der Rotbuche konfrontiert. Dabei wird die Dosis allmählich gesteigert, das Immunsystem kann sich also langsam an die Reize gewöhnen, wodurch der Schweregrad der Symptome verringert wird oder sogar die Allergie geheilt werden kann.

Pollenkontakt reduzieren

Während der Pollenflugzeit wird der Körper mit Allergenen regelrecht überwältigt und überfordert. Den Pollenkontakt zu reduzieren, ist dann meist die einzige Möglichkeit die Symptome ohne Einnahme von Medikamenten nahezu vollständig zu lindern. Dafür sind allerdings die folgenden Maßnahmen erforderlich:

  • Kleidung, Böden, Wohntextilien: Die Rotbuchenpollen legen sich auf die Kleidung, auf Vorhänge, Polstermöbel und Teppiche. Wechseln Sie daher die Kleidung sofort nach dem Aufenthalt im Freien und waschen Sie diese häufig. Wohntextilien können Sie durch Staubsauger mit HEPA-Filter und Dampfsauger von den Allergenen befreien. Für Böden empfiehlt sich stattdessen tägliches Saugen und häufiges, feuchtes Wischen.
  • Körper: Abends duschen und Haare waschen, sowie die Nase auszuspülen entfernt die Pollen und begünstigt einen erholsamen, symptomfreien Schlaf.
  • Lüften: Bringen Sie an Fenstern und Türen Pollenschutzgitter an. Auf diese Weise gelangen beim Lüften keine weiteren Allergene in die Wohnung.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie gegen die Rotbuche haben?

Eindeutigen Aufschluss bringen ausschließlich Allergietestungen. Diese werden von einem Allergologen durchgeführt und können zugleich andere Allergien feststellen.

Hinweis: Verzichten Sie vor dem Allergietest auf die Einnahme von Antihistaminen. Die Wirkstoffe verfälschen das Untersuchungsergebnis.

Quellen

  • Hilfe bei Heuschnupfen. In „Allergo Journal“, 21(2012), 3, S. 220 – 220, ISSN 0941-8849
  • Andreas Roloff: Bäume : Phänomene der Anpassung und Optimierung = Trees. ecomed, 2004, ISBN 3609162627
  • Schützt Impfung Kinder vor Sensibilisierungen?. In „Ärzte-Zeitung“, (2007), 79, ISSN 0175-5811
  • Wolfram Sterry: Kurzlehrbuch Dermatologie : 94 Tabellen. Thieme, 2011, ISBN 313146271X
  • Heuschnupfen Kreuzallergie bei Vielgeplagten. In „VDI“ NR. 012 VOM 24.03.2000 SEITE 030, (2000), ISSN 0042-1758
  • Asthma nach Schnecken-Genuß. In „Ärzte-Zeitung“, (2011), 165, ISSN 0175-5811
  • Kurzes Aufkochen der Nahrung hilft Birkenpollen-Allergikern. In „Ärzte-Zeitung“, (2004), 83, ISSN 0175-5811