Was ist die Ulmenpollen-Allergie?

Die gebräuchlichsten Bezeichnungen für die Allergie gegen die Ulme ist Ulmen- oder Ulmenpollenallergie. Sie wird aber auch unter den Begriffen Pollinosis, Heuschnupfen, saisonal-allergische Rhinitis beziehungsweise saisonal-allergische Rhinokonjunktivitis mit anderen Pollenallergien zusammengefasst.

In jedem Fall handelt es sich bei der Ulmenallergie um eine Überreaktion des Immunsystems. Die körpereigene Abwehr erkennt in den an sich vollkommen ungefährlichen Pollen der Ulme eine vermeintliche Bedrohung und löst zur Bekämpfung verschiedene Prozesse aus. Hierdurch können durchaus bedrohliche Zustände entstehen. Auch kann sich in der Folge aus der Ulmenpollenallergie allergisches Asthma entwickeln.

Pollenflugzeit der Ulme

Wer von einer Ulmenallergie geplagt ist, kann vergleichsweise schnell wieder befreit aufatmen. Die Pollenflugzeit beschränkt sich in der Regel auf März bis April.

Allerdings kann es nach milden Wintern bereits zeitiger im Jahr zu Beschwerden kommen. Zudem ist der Pollenflug von der Region abhängig. So blüht die Ulme in südlicheren Gebieten oftmals etwas früher, also beispielsweise bereits im Februar. In nördlichen und hohen Lagen kann sich der Pollenflug hingegen verzögern und erst im Mai oder Juni seinen Höhepunkt erreichen.

Betroffene Regionen der Ulmenpollen

Die Ulme stellt besonders beständiges Holz zur Verfügung und wird daher forstwirtschaftlich angebaut. Allerdings zeigt sich der Laubbaum auch sehr anfällig gegenüber bestimmten Krankheiten. Ulmen finden sich aus diesem Grund nicht allzu oft, dafür jedoch nahezu gleichmäßig über ganz Europa verteilt.

Obwohl die Anzahl der Ulmen im Vergleich gering ist, verteilen sich die Pollen des Baums über Kilometer hinweg. Verbreitet werden sie durch die Luft, wodurch gerade an windigen Tagen im Frühjahr auch in Großstädten mit schweren Symptomen zu rechnen ist.

Wie sehen die Ulmenpollen aus?

Mit bloßem Auge sind die Pollen der Ulme kaum zu erkennen. Erst unter dem Mikroskop zeigen sie ihre grundlegend runde bis sechseckige Körperform. Aufgrund ihrer sehr geringen Größe von gerade einmal 28-38 µm sind sie ohne Mikroskop nicht von anderen Pollen oder auch Verschmutzungen zu unterscheiden.

Welche Kreuzallergene gibt es bei der Ulmenpollen-Allergie?

Bei Pollenallergien sind Reaktionen auf sogenannte Kreuzallergene keine Seltenheit. Da die Allergene der Ulme aber zum einen eine andere Struktur als viele Pollen aufweisen und zum anderen nur eine geringe allergische Potenz haben, sind Kreuzallergien kaum bekannt. Kreuzallergene bei Lebensmitteln scheint es gar nicht zu geben. Möglich sind aber parallele Überempfindlichkeiten gegen andere Baumpollen.

Lösen auch andere Baumpollen, beispielsweise Birke und Weide, allergische Reaktionen aus, unterscheiden sich diese nicht von den Anzeichen der Ulmenallergie.

Welche Kreuzreaktionen gibt es bei der Ulmenpollen-Allergie?

Besteht neben der Ulmenallergie noch eine Überempfindlichkeit gegen weitere Baumpollen, sind die folgenden Symptome typisch:

  • Gereizte Schleimhäute
  • Übermäßige Sekretbildung
  • Hustenreiz und Niesen
  • Schwellungen der oberen Atemwege

Diese unterscheiden sich allerdings nicht von den eigentlichen Symptomen der Ulmenallergie.

Was gibt es bei der Allergie gegen die Ulme zu beachten?

Obwohl die Pollen der Ulme nur eine geringe allergische Potenz haben – in der Regel also keine schweren Symptome auslösen – kann sich eine unbehandelte Allergie durchaus als problematisch bis hin zu lebensgefährlich erweisen. Der Grund hierfür ist allergisches Asthma, das sich aus dem Heuschnupfen entwickeln kann.

Bei einer Ulmenallergie sollten daher die Allergene so gut wie möglich gemieden werden. Zudem sollte die Überempfindlichkeit entsprechend therapiert werden.

Welche Symptome treten bei der Ulmenpollen-Allergie auf?

Typische Symptome einer Ulmenpollen-Allergie sind:

  • Augen: Die Allergene reizen die Schleimhäute der Augen, wodurch diese tränen, jucken sowie anschwellen können und sich röten.
  • Nase: Auch die Schleimhäute der Nase sind gereizt, wenn Allergene auf sie treffen. Häufiges Niesen, Schwellungen und dadurch bedingte Atembeschwerden können auftreten. Dazu läuft die Nase auffällig. Im Gegensatz zu dem Schnupfen einer Erkältung bleibt das Sekret allerdings klar und meist wässrig bis dünnflüssig.
  • Reizungen: Geschwollene Lymphknoten, Husten, Niesen und sogar Ausschläge auf der Haut sind möglich. Dazu fühlen sich die Schleimhäute der oberen Atemwege nicht selten wund an oder kribbeln.
  • Allgemeinbefinden: Die Nase ist dicht, die Augen jucken, es kribbelt im Hals – Schlafprobleme, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind dadurch nicht weit entfernt. Das gesamte Allgemeinbefinden leidet. Die Leistungsfähigkeit lässt nach und sogar Fieber ist möglich.

Zumindest anfangs ist es oftmals schwierig, die Ulmenpollenallergie von einer Erkältung abzugrenzen. Achten Sie darauf, ob sich die Symptome im Freien verschlimmern und das Nasensekret klar bleibt. Auch wenn die Symptome über Wochen hinweg anhalten, ist das ein Hinweis auf die Allergie.

Was hilft gegen die Ulmenpollen-Allergie?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Allergie gegen die Pollen der Ulme zu lindern. Dazu gehören:

Hausmittel gegen die Ulmenpollen-Allergie

  • Salzwasser: Als Nasendusche oder Inhalationslösung hat Salzwasser gleich mehrere Vorteile. Es reduziert die Pollenanzahl, wirkt abschwellend und reizlindernd auf die Schleimhäute.
  • Tee: Mischungen aus Salbei, Brennnessel, Schafgarbe und Mariendistel können Linderung bei allergischen Symptomen bringen.
  • Hygiene: Während der Pollenflugzeit legen sich die Allergene bei jedem Aufenthalt im Freien auf Kleidung und Haut. Beim Betreten der Wohnung sollten daher ein vollständiger Kleidungswechsel sowie zumindest das Waschen von Händen und Gesicht zur Routine gehören.

Medikamente

Sogenannte Antihistamine, wie Cetirizin und Loratadin, wirken den Allergenen entgegen und können daher eine schnelle Linderung der Symptome erreichen. Wählen Sie Darreichungsformen, die zu Ihren Symptomen passen. Sind beispielsweise Augen und Nase besonders gereizt, empfehlen sich Augentropfen und Nasenspray. Leidet vor allem das Allgemeinbefinden, sind hingegen Tabletten oder Pillen die bessere Wahl.

Selbstverständlich sind auch Kombinationen möglich. Speziell hierfür finden sich auch Sets in der Apotheke.

Natürliche Mittel und alternative Behandlungsformen gegen die Ulmenpollen-Allergie

  • Homöopathie, Bachblüten und Schüssler Salze: Die natürlichen Mittel therapieren nicht die Symptome, sondern sollen den ganzen Organismus positiv beeinflussen und dadurch die Allergieneigung verringern. Das funktioniert allerdings nicht, wenn Sie die Globuli oder Tropfen nehmen, die der besten Freundin oder dem Nachbarn so gut geholfen haben. Stattdessen ist eine individuell abgestimmte und fachkundige Anamnese durch einen Heilpraktiker oder einen zusätzlich homöopathisch ausgebildeten Arzt notwendig.
  • Ernährung: Mangelzustände aber auch Zusatzstoffe sowie Störungen des Darms können die Allergie verschlimmern. Achten Sie daher auf eine ausgewogene Ernährung und vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen.
  • Propolis, Aloe Vera, Manuka Honig: Eine tägliche Einnahme und Kur mit den genannten Mitteln, zumindest während der Pollenflugzeit, kann den Körper stärken und das Immunsystem regulieren.

Immunisierung gegen Ulmenpollen

Eine wirkliche Impfung gegen Allergien gibt es nicht, wohl aber die sogenannte Hyposensibilisierung. Bei dieser Therapie wird der Körper immer wieder kontrolliert mit den Allergenen der Ulme konfrontiert und soll sich dadurch an den Reiz gewöhnen.

Aufgrund der vergleichsweise geringen allergischen Potenz der Ulmenpollen ist diese ärztlich durchgeführte Behandlung überaus erfolgsversprechend, erfordert aber etwas Geduld.

Entspannungstechniken praktizieren

Meditation, autogenes Training und Yoga helfen nicht nur dabei Stress zu reduzieren, sondern auch allergische Symptome zu verringern. Dafür sollten sie allerdings regelmäßig praktiziert werden.

Pollen reduzieren

Keine Allergene, keine Symptome. Im Freien ist das kaum möglich, in den eigenen vier Wänden kann die Pollenmenge immerhin stark reduziert werden. Hierfür empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Kleidung: Direkt nach dem Aufenthalt im Freien Kleidung wechseln, luftdicht verpacken und häufig waschen.
  • Duschen: Waschen Sie Hände und Gesicht sofort beim Nachhause Kommen. Verwenden sie zudem eine Nasendusche und duschen sie vor dem Zubettgehen.
  • Fenster: Bei jedem Lüften gelangen während der Pollenflugzeit erneut Allergene in die Wohnung. Durch Pollenschutzgitter können Sie das verhindern.
  • Haushalt: Staubsauger und Luftfilter mit HEPA-Filter entfernen nicht nur die Pollen der Ulme aus der Raumluft und vom Boden. Zusätzlich kann häufiges, feuchtes Wischen und eine Reduzierung der Wohntextilien die Pollenanzahl reduziere.

Woher wissen Sie, dass Sie die Allergie gegen die Ulme haben?

Ein eindeutiger Beweis ist nur der ärztlich durchgeführte Allergietest. Auch hier können aber mehrere verschiedene Verfahren nötig sein, bis die Diagnose gestellt werden kann.

Hinweis: Vor dem Allergietest sollten Sie zumindest 24 Stunden lang auf die Einnahme von Antihistaminen verzichten. Diese Wirkstoffe verfälschen das Ergebnis.

Quellen

  • Allergene machen nicht nur Lunge und Haut krank – auch die Speiseröhre kann betroffen sein. In „Ärzte-Zeitung“, (2004), 67, ISSN 0175-5811
  • Rainer Matyssek: Biologie der Bäume : von der Zelle zur globalen Ebene; 32 Tabellen. Ulmer, 2010, ISBN 3800128403
  • Stefan Silbernagl: Taschenatlas Physiologie. Thieme, 2007, ISBN 3135677079
  • Rudolf Hänsel: Pharmakognosie – Phytopharmazie : mit … 191 Tabellen. Springer, 2007, ISBN 3540342567
  • Claus Schulte-Uebbing: Umweltbedingte Kinderkrankheiten : moderne Diagnostik – bewährte Naturheilweisen; 28 Tab.. Sonntag, 1999, ISBN 3877581099
  • Rudolf Klußmann: Psychosomatische Medizin : ein Kompendium für alle medizinischen Teilbereiche. Springer, 1998, ISBN 3540637893
  • Christian Dick: Schützen Impfungen vor der Entstehung von Allergien? Hochschulschrift. Leipzig, Dissertation, 2012, urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-105865