Detox-Kur mit Saft Was bringen Entgiftungskuren mit Obst- und Gemüsesäften? Sind Saftkuren eine sinnvolle Detox Maßnahme?

Detox-Saft

Entschlacken, entgiften und neue Energie tanken – dazu schwören Hollywood-Stars schon lange auf sogenannte Detox-Kuren. Mittlerweile sind diese Entgiftungskuren auch bei uns angekommen. Ob reiner Verzicht auf einzelne Lebensmittelgruppen oder täglich ein Glas Zitronenwasser, die Programme sind vielfältig. Mehr und mehr Gesundheitsbewusste setzen jedoch auf Saft-Detox, auch Juice-Cleansing genannt. Und das hat seinen Grund: Die Saftkuren sorgen für ein starkes Immunsystem, kurbeln den Stoffwechsel an und unterstützen den Körper beim Abtransport von Giftstoffen. So ist der extra Energie-Kick garantiert. Positiver Nebeneffekt: ein paar überflüssige Pfunde purzeln meist auch.

Entlastung für den Körper durch Detox-Kuren

Seinen Ursprung hat der Detox-Trend in den USA. Was auch gleich die Erklärung für den Namen liefert: Das englische Wort „Detoxifikation“ steht für Entgiftung. Es geht also um die Reinigung des Körpers von Giftstoffen und Schlacken. Und dies mithilfe einer speziellen Diät. Also eigentlich nichts wirklich Neues. Schließlich setzten schon unsere Vorfahren auf die positive Wirkung des Heilfastens. Bereits Otto Buchinger und Herbert Krauß wussten Anfang des 20. Jahrhunderts um die positive Wirkung der „innerlichen“ Reinigung. Früher hauptsächlich in der alternativen Medizin oder im Ayurveda angesiedelt, sind die Fastenkuren mit hippen neuem Namen nun wieder in aller Munde.

Aber Entgiftung und Reinigung – ist das wirklich nötig? Im Grunde ist unser Körper in der Lage, Schadstoffe auszuscheiden und sich quasi selbst zu entgiften. Nehmen die alltäglichen kleinen Sünden wie Kaffee, Zigaretten oder Alkohol jedoch überhand, kann der Organismus mit all der „Arbeit“ schon mal überlastet sein. Ungesunde, fettige Ernährung, Stress und Bewegungsmangel tun noch ein Zusätzliches: Der Darm wird träge und Schadstoffe werden nicht komplett ausgeschieden. Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind die Folge. Hier kann eine Entgiftungskur wahre Wunder wirken und die Selbstreinigungskräfte des Körpers wieder aktivieren.

Besonders beliebt sind derzeit Entgiftungskuren mit Säften. Sie sind einfach umzusetzen und leicht in den Alltag zu integrieren. Bewusst wird dabei auf schädliche Nahrungsmittel verzichtet, feste Nahrung gilt dabei als tabu. Stattdessen gibt es frische Gemüse- und Obstsäfte und ab und zu mal eine Gemüsebrühe. Mitmachen kann dabei eigentlich jeder, nur gesund sollte man sein. Liegen gesundheitliche Beschwerden vor, einfach vor Beginn einen Arzt zurate ziehen. Auch Schwangere, Stillende und Kinder sollten besser auf das Diät-Programm verzichten.

Detox-Kuren: Auf die richtige Mischung kommt es an

Die Entgiftungskuren mit Säften sind meist auf 3 oder 5 Tage angelegt. Für „Anfänger“ empfiehlt es sich, mit der kürzeren Variante zu beginnen. Fastenprofis können den Verzicht auf feste Nahrung schon mal auf 7 oder gar 14 Tage ausweiten.

Auch beim Saft-Detox gilt: Vorbereitung ist die halbe Miete. Der Körper sollte daher schon ein paar Tage vor der Kur auf die Entgiftung eingestimmt werden. Der perfekte Zeitpunkt, um ungesunden Gewohnheiten den Rücken zu kehren. Dazu drei bis vier Tage vor Beginn der Kur auf tierisches Eiweiß − also auf Fleisch und Milchprodukte sowie Zucker und „Ernährungsgifte“ wie Alkohol, Koffein und Nikotin verzichten. Zusätzlich viel trinken: Mindestens 2 Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag werden empfohlen. Erfahrene Heilfaster schwören zusätzlich direkt am Tag vor der Kur auf eine Darmreinigung, zum Beispiel mit Bittersalz oder einem Darmeinlauf.

An den „Kur“-Tagen werden ausschließlich Frucht- und Gemüsesäfte aufgenommen, insgesamt 2,5 – 3,5 Liter pro Tag. Ob Spinat, Gurke, Fenchel oder Grapefruit- und Ananassaft, lecker abgeschmeckt mit feinen Kräutern und Gewürzen – erlaubt ist alles was schmeckt. Lediglich auf eine ausgewogene Mischung kommt es an. Die Vielfalt verschiedener Inhaltsstoffe sorgt dafür, dass der Körper ausreichend mit wichtigen Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen versorgt wird. Ab und zu darf es zur Abwechslung dann auch mal eine heiße Gemüsebrühe sein. Extra-Tipp: Massagen, Bäder oder Saunabesuche kurbeln den Stoffwechsel zusätzlich an und können den Körper während der Kur bei der Entgiftung unterstützen. Meditation oder Yoga fördern einen „reinen“ Geist.

In den ersten Tagen nach dem Cleanse-Programm empfiehlt sich eine schonende Ernährung aus Smoothies, gedünstetem Gemüse oder Rohkost. So hat der Körper die Möglichkeit, sich langsam wieder an eine normale Ernährung zu gewöhnen. Entgiftungskuren mit Säften können mehrmals im Jahr durchgeführt werden. Allerdings sollten jeweils mehrere Wochen Pause mit „normaler“, ausgewogener Ernährung dazwischenliegen.

Detox-Kuren können Giftstoffe gezielt reduzieren

Die Gemüse- und Fruchtsäfte der Detox-Kuren sind wahre Gesundheits-Cocktails. Vollgepackt mit Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen sorgen die Getränke für ein starkes Immunsystem. Die enthaltenen Enzyme kurbeln zusätzlich den Stoffwechsel an. Doch das ist noch längst nicht alles: Wie Wissenschaftler in verschiedenen Studien berichten, binden einige Inhaltsstoffe der Kur-Säfte tatsächlich chemische Schadstoffe in unserem Körper. Laut Aussage von Klein et al. schützt beispielsweise die Zitronensäure gegen Aluminiumablagerungen, Koriander kann Kadmium binden und Selen führt zu einer höheren Quecksilber-Ausscheidung. Ähnlich verhält es sich mit Nahrungsgiften wie Dioxinen oder Pestiziden. Die Schadstoffe werden von den natürlichen Saft-Inhaltsstoffen unschädlich gemacht und ausgeschieden. Der Verzicht auf feste Nahrung unterstützt diesen Vorgang zusätzlich. So wird der Stoffwechsel entlastet, der Organismus kann sich ganz auf seine „Reinigungsfunktion“ konzentrieren. Sind die Schlacken und Giftstoffe erst einmal entfernt, sprüht der Körper wieder voller neuer Energie.

Was bringen „schwarze Detox-Kuren“?

Vorsicht geboten ist allerdings bei dem neuen Trend der „schwarzen“ Detox-Kuren. Ihre Farbe erhalten die Säfte durch den Zusatz von Aktivkohle. Kohle wird im medizinischen Bereich schon seit vielen Jahren bei Vergiftungen eingesetzt. Die schwarzen Getränke entziehen dem Körper jedoch nicht nur Giftstoffe, sondern auch gesunde Substanzen. Vitamine, Spurenelemente und andere Nährstoffe werden gebunden und stehen nicht mehr zur Verfügung. Mangelerscheinungen drohen. Besser: Entgiftungskuren mit „normalen“ Obst- und Gemüsesäften durchführen und lediglich vereinzelt einen schwarzen Drink in den Ernährungsplan einbauen.

Kann man mit einer Detox-Kur auch abnehmen?

Ganz nebenbei sind Detox-Kuren mit Säften auch gut für die Waage. Wer sich nur von Obst- und Gemüsesäften ernährt, verliert meist ganz automatisch auch an Gewicht. Klar, denn Rote-Beete-Drink und Co. haben wesentlich weniger Kalorien als ein Schnitzel mit Pommes. Ein paar Pfunde weniger können es nach einer Detox-Diät daher schon sein. Doch Vorsicht, wird nach der Saft-Kur sofort wieder in das alte Ernährungsmuster verfallen, ist das Gewicht meist schnell wieder drauf.

Hilfreiche Tipps zur Umsetzung einer Detox-Kur

Gerade für Anfänger ist der Verzicht auf feste Nahrung zu Beginn oftmals eine Herausforderung. Doch mit ein paar kleinen Tipps, lassen sich diese Anlaufschwierigkeiten ganz einfach meistern:

  • So sollten „Detoxer“ immer daran denken genug zu trinken. Neben den Obst- und Gemüsesäften noch mindestens zwei Liter Wasser am Tag. Die Flüssigkeit sorgt dafür, dass Schlacken und Giftstoffe schneller abtransportiert werden. Hier am besten auf stilles Wasser zurückgreifen. Kohlensäure kann schon mal Blähungen verursachen.
  • Müde und schlapp? Keine Angst, dies ist an den ersten Tagen der Kur völlig normal. Der Körper arbeitet schließlich auf Hochtouren. Hier hilft eine Extra-Portion Ruhe. Aber auch ein Spaziergang an der frischen Luft oder Yoga können für mehr Energie sorgen. Durch leichte körperliche Betätigung wird der Stoffwechsel angeregt und die Energie kommt zurück.
  • Vor allem Kaffee-Trinker können zu Beginn der Kur unter Kopfschmerzen leiden. Einfach erklärt: Koffein gilt als eine „Droge“, unser Körper wird süchtig danach. Verzichtet man auf Kaffee, treten Entzugserscheinungen auf – Kopfschmerzen entstehen. Diese halten jedoch meist nur ein bis zwei Tage an. Auch hier können das Trinken von Wasser und Spaziergänge hilfreich sein.
  • Wie sieht es mit Hunger aus? Tatsächlich berichten nur wenige Heilfaster im Rahmen von Saft-Entgiftungskuren über Hunger. Durch die Getränke werden dem Körper ausreichend Nährstoffe zur Verfügung gestellt. Werden die Gemüse- und Obstsäfte ausgewogen gemischt, ist der Organismus bestens versorgt. Trotzdem gut zu wissen: je mehr Gemüse ein Detox-Drink enthält, umso sättigender ist er. Säfte mit hohem Obstanteil dagegen enthalten mehr Fruktose. Diese sorgt für den raschen Anstieg an Blutzucker, Hunger-Attacken werden begünstigt. Auch hier hilft es wieder, viel zu trinken. Wasser füllt den Magen und das Hungergefühl nimmt ab.
  • Nicht zuletzt zählt auch beim Entschlacken die Einstellung. Wer positiv denkt kommt leichter durch die Detox-Kur und wird sehen: der kurzzeitige Verzicht lohnt sich!

Kleiner Wegweiser durch den Detox-Angebotsdschungel

Mittlerweile gibt es hierzulande vielzählige Anbieter fertiger Detox Saftkuren (zum Beispiel Pressbar, Kale and Me oder Frank Juice). Der Vorteil: Die zur Verfügung gestellten Säfte sind perfekt aufeinander abgestimmt, eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist sichergestellt. Zusätzlich lässt sich eine Kur mit Fertigsäften sehr leicht in den Alltag integrieren. Einfach Kühlschrank auf und genießen. Langes Schnibbeln und Pürieren frischer Drinks entfällt. Die meisten Anbieter achten auf eine schonende Herstellung ohne Verwendung von Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärker oder Süßungsmittel. Hier lohnt sich vor dem Kauf ein Blick in die Zutatenliste. Allerdings haben die „Fertig-Getränke“ auch ihren Preis. Die 3-Tageskur gibt es für etwa 50 bis 150 Euro, je nach Anbieter.

Eine interessante Alternative bieten z. B. Schoenenberger Obst-, Gemüse- und Pflanzensäften aus der Apotheke, aus denen man sich selbst eine Detox-Kur zusammenstellen kann. Die Frischpflanzensäfte von Schoenenberger sind Natur in ursprünglichster Form. Die Heilkräuter werden in Bio-Kultur rund um das Werk angebaut und in kürzester Zeit allein durch Auspressen zu Saft verarbeitet, ohne Zusätze von Zucker, Alkohol oder Konservierungsstoffen. Es gibt eine Vielzahl toller außergewöhnlicher Sorten wie Manna-Feigen, Schwarzrettich oder die gerade äußerst angesagte Birke.

Ansonsten können die Detox-Säfte natürlich auch selbst hergestellt werden. Rezepte und ganze Kur-Pläne gibt es in Büchern oder im Internet reichlich. Hier empfiehlt es sich auf frisches Obst- und Gemüse zurückzugreifen. Auch sollten die Drinks immer frisch zubereitet und zügig verzehrt werden. Nur so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten und entfalten ihre volle Detox-Wirkung.

Detox Kuren: Unser Fazit

Unser derzeitiger Lebensstil, geprägt von Hektik, Stress, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel kann zu einer Überlastung des Körpers führen. Schlacken und Giftstoffe sammeln sich an und wir fühlen uns müde und schlapp. Eine Detox-Kur mit Säften kann helfen. Der Stoffwechsel wird wieder in Gang gebracht und der Organismus entgiftet – dies sorgt für neue Energie. Gerade fertige gemischte Saft-Kuren lassen sich einfach in den Alltag integrieren und machen die Durchführung der Diät kinderleicht. Wer lieber selber mixen und pürieren möchte, findet im Buchhandel und im Internet vielzählige Rezepte und Diätpläne.

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