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Uzara

Die Heilpflanze Uzara

  • stammt aus Südafrika.
  • hilft bei akutem Durchfall.
  • ist der Markenname eines pflanzlichen Arzneimittels, das bereits seit über 100 Jahren auf dem deutschen Markt bewährt ist.

Uzara

Uzara Beschreibung

Uzara (Xysmalobium undulatum) ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Ihre Heimat befindet sich im südlichen Afrika. Die grünlichen, runden, weiß behaarten Stängel der Heilpflanze können bis zu einem Meter hoch werden. Wird der Stängel verletzt, tritt eine milchige Flüssigkeit aus, die der Pflanze den Beinamen „Milchbusch“ einbrachte. Die großen Uzara-Blätter sind von gelblich-grüner Farbe, behaart, gegenständig angeordnet und lanzettlich geformt. Sie werden 7 bis 15 Zentimeter lang, ihr Rand ist glatt. Im späten Frühjahr zeigt die Uzara gelbgrüne bis rotbraune, zumeist fünfzählige Blüten, die in zwölfblütigen Dolden angeordnet sind, sowie eine fleischige Nebenkrone. Nach dem Verblühen entwickeln sich Balgfrüchte, die mit hunderten dunkelbraunen Samen gefüllt sind. Dank ihres Flugapparates aus vielen feinen weißen Härchen werden die Samen vom Wind verteilt. Von medizinischem Interesse ist die knollen- bis rübenförmige Wurzel der Uzara-Pflanze (Uzarae radix): Sie wird 10 bis 30 Zentimeter groß und verfügt über mehrere Nebenwurzeln. Das Abschlussgewebe (Periderm) der Uzarawurzel ist braun, der Querschnitt jedoch hellgrau. Ihr Geruch ist schwach, der Geschmack allerdings bitter bis brennend.

Uzara Inhaltsstoffe

Uzarawurzel enthält verschiedene Glykoside mit Cardenolidgrundgerüst wie Uzarin, Allouzarin, Alloxysmalorin und Xysmalogenin. Diese Herzglykoside vom Cardenolidtyp findet man beispielsweise auch im roten Fingerhut (Digitalis). Des Weiteren stecken Gerbstoffe, Phytosterine und Flavonoide in der Knolle.

Uzara Wirkung

Uzarawurzel besitzt beruhigende, krampflösende, adstringierende (zusammenziehende) und motilitätshemmende (bewegungshemmender Effekt auf den Darm) Eigenschaften. Zudem wird dieser Heilpflanze antiemetische (brechreizlindernde), entspannende, wundheilende und spasmolytische (muskelentkrampfende) Wirkung zugeschrieben. Das enthaltene Glykosid Uzarin hemmt die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes und reduziert dadurch die bei Durchfallerkrankungen erhöhte Darmtätigkeit. Die Folgen sind Krampflösung und Linderung der Beschwerden. Die Darmflora wird geschont, die körpereigenen Mechanismen werden unterstützt, Wasser- und Mineralverlust verhindert. Dabei wirkt die Uzarawurzel nicht nur örtlich im Darm, sondern leitet über einen Gehirnnerv (Vagusnerv) Reize an den Magen-Darm-Trakt weiter. Dadurch wird die Empfindlichkeit mancher Nervenendigungen erhöht, was zu einer Verminderung der Darmbewegung und der Flüssigkeitsabgabe führt. Zudem werden die Blutgefäße in den Zellzwischenräumen verengt. Dies alles unterscheidet die Uzarawurzel von anderen Durchfallmedikamenten wie etwa Opiaten, welche die Darmfunktion vorübergehend komplett lahmlegen. Dies hindert den Körper jedoch daran, Gifte auszuscheiden. In hoher Dosierung können die Glykoside der Uzarawurzel auch dabei helfen, die Kontraktionsfähigkeit des Herzens zu stärken.

Uzara Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Da die Uzarawurzel Glykoside enthält, sollte sie nicht gemeinsam mit anderen Herzglykosiden eingenommen werden, da es zu einer unerwünschten Wirkungsverstärkung kommen könnte. Patienten, die auf Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Chinidin) oder Medikamente zur Steigerung der Salzausscheidung (Saluretika) angewiesen sind, sollten auf Präparate mit Uzarawurzel verzichten. Davon abgesehen ist die Uzarawurzel bei bestimmungsgemäßer Dosierung eine gut verträgliche Heilpflanze, die auch bei Kindern ab 2 Jahren und älteren Menschen problemlos angewendet werden kann. Für Kinder sind alkoholfreie Präparate erhältlich.

Uzara Anwendungsgebiete

Uzara Anwendungsgebiete in der Phytotherapie

In der Pflanzenheilkunde setzt man  Uzara in erster Linie gegen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts ein, beispielsweise Durchfall, Brechdurchfall, Bauchkrämpfe, Reisekrankheit, Verdauungsprobleme und Erbrechen. Die Wirkung setzt relativ rasch ein, dadurch verhindert die Heilpflanze, dass der Körper zu viele Elektrolyte ausscheidet. Dies ist besonders wichtig, da viele Probleme in Zusammenhang mit Durchfallerkrankungen erst durch den Elektrolytmangel entstehen. Uzara hat sich aus pflanzliches Medikament für die Reiseapotheke bewährt, da die hygienischen Bedingungen in machen Urlaubsländern sowie die ungewohnten Nahrungsmittel bei empfindlichen Touristen Durchfallerkrankungen auslösen können.

Uzara Anwendungsgebiete in der Volksmedizin

Verschiedene südafrikanische Völker wie die Xhosa oder die Zulu nutzen Uzara seit Jahrhunderten als traditionelles Heilmittel. Neben Darmerkrankungen werden mit der Pflanze auch Menstruationsbeschwerden, Abszesse, Erkältungen, Kopfschmerzen, Migräne, Nachwehen, Ödeme und schlecht heilende Wunden behandelt. Zudem werden Zubereitungen aus der Uzarawurzel als stärkendes Tonikum und leichtes Antidepressivum verabreicht. Man nimmt an, dass die Inhaltsstoffe der Uzarawurzel genau wie chemische Antidepressiva den Serotoninspiegel erhöhen können. Die Xhosa glauben außerdem, dass die Uzarawurzel durch ihre beruhigenden Eigenschaften Träume positiv beeinflussen kann. Meist wird die Wurzel als Infusion eingenommen, üblich sind aber auch Pulver, die äußerlich angewendet oder geschnupft werden. Die aus der Uzarawurzel gewonnenen Heilmittel sind bei den Xhosa als „Uzara-Medizin“ bekannt.

Anwendungsgebiete von Uzara Medikamenten

Präparate mit Auszügen aus der Uzarawurzel erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Beliebte Darreichungsformen sind Säfte, Tropfen, Dragees, Lösungen und Tabletten. Uzara-Präparate wie die der Firma Hemopharm lindern unspezifische akute Durchfallerkrankungen und helfen dabei, die Darmmotorik schnell zu beruhigen und zu normalisieren. Dadurch werden auch schmerzhafte Nebenwirkungen wie Krämpfe gemildert.

Uzara Anwendung

Bis in die 50er-Jahre wurde die Uzarawurzel nördlich von Pretoria in Transvaal gesammelt und zur Weiterverarbeitung nach Deutschland geschickt. Als die Wildbestände nicht mehr ausreichten, um den Bedarf zu decken, begann man, Uzara auf Farmen zu kultivieren. Die Aussaat erfolgt im südafrikanischen Frühjahr, also im Oktober und November. Ende Mai des nächsten Jahres blüht die Pflanze erstmals. Während der Trockenperioden wird die Uzara mittels Sprinkleranlagen bewässert. Ein halbes Jahr später werden die Samen eingesammelt und für die nächste Aussaat aufbewahrt. Die oberirdischen Teile werden abgemäht. Daraufhin beginnt die Heilpflanze, erneut auszutreiben. Ab einem Alter von zwei Jahren können die Wurzeln manuell geerntet werden. Dabei werden sie in 2 bis 3 Zentimeter große Stücke geschnitten und an der Luft getrocknet. Anschließend wird die Uzarawurzel pulverisiert und zu Trockenextrakten und Wasser-Alkohol-Extrakten verarbeitet, aus denen dann Fertigpräparate wie Tabletten und Lösungen hergestellt werden. Eine örtliche Qualitätskontrolle sichert die gleichbleibend hohe Qualität der Rohstoffe.

Uzara Dosierung

Die Anfangsdosierung liegt bei einem Gramm der Droge, also etwa 75 Milligramm Gesamtglykoside. Diese sollte in 3 bis 6 Portionen über den Tag verteilt eingenommen werden. Anschließend liegt die mittlere Tagesdosis bei 45 bis 90 Milligramm Gesamtglykoside, die ebenfalls in 3 bis 6 Portionen über den Tag verteilt eingenommen werden sollten. Die Maximalangaben des Herstellers sollten dabei nicht überschritten werden. Bei Kindern ab 2 Jahren liegt die Tagesdosis bei 15 bis 30 Milligramm Gesamtglykoside. Die Dauer der Anwendung sollte 3 bis 4 Wochen nicht überschreiten. Bei Durchfällen, die länger als zwei Tage andauern oder bei denen Blut im Stuhl ist, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Uzara Zubereitung

Uzara-Tee

Unbearbeitete Uzarawurzeln sind schwer zu bekommen. Außerdem sind die Inhaltsstoffe der Heilpflanze bereits in sehr niedrigen Dosierungen überaus wirksam. Deshalb sind Teezubereitungen mit Uzara eher unüblich. Stattdessen wird die Einnahme von Fertigpräparaten empfohlen.

Uzara-Auflage

Traditionell wird die pulverisierte Uzarawurzel in Südafrika auf Wunden und Abszesse gestreut. Bei uns ist diese Art der Anwendung allerdings unüblich. In Laborversuchen konnte bisher keine antimikrobielle Wirkung der Pflanze festgestellt werden. Man vermutet jedoch, dass die enthaltenen Herzglykoside wie die chemisch ähnlich aufgebauten Saponine die Biomembranen von schädlichen Keimen zerstören können.

Uzara Geschichte

Uzara wird seit Jahrhunderten von den Ureinwohnern Südafrika als Heilpflanze gegen Durchfall und Bauchkrämpfe genutzt. Im Jahr 1891 wurde die Heilwirkung vom deutschen Forschungsreisenden H.W.A. Hopf aus Melsungen entdeckt: Er litt unter bakteriell bedingtem Durchfall und wurde von einem einheimischen Medizinmann der Khoikhoi mit der Wurzel behandelt. Nachdem Hopf einige Tage lang die Wurzel gekaut hatte, war er wieder gesund. Aufgrund seiner schnellen Genesung war der Forscher so begeistert von der Uzarawurzel, dass er sie mit nach Deutschland nahm, um sie genauer zu untersuchen. 1911 wurde der pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoff Uzarin an der Universität Marburg identifiziert. Der Name „Uzara“ taucht zu dieser Zeit zum ersten Mal in europäischen Schriften auf – teils wird auch vom „Milk Bush“ oder „Melkbos“ gesprochen wegen der milchsaftführenden Blätter und Stängel der Pflanze. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit der Baumwolle ist die Uzara auch als „Wild Cotton“ bekannt. 1911 brachte die Uzara-Gesellschaft Melsungen erstmals Präparate mit Uzara auf den Markt. Seither wird die Uzarawurzel erfolgreich in Deutschland therapeutisch genutzt.

Uzara Kombination mit anderen Heilpflanzen

Uzara ist in der Regel als Monopräparat erhältlich. Tees oder Teemischungen sind unüblich. Ergänzend zur Therapie mit Uzarawurzel kann aber bei Durchfallerkrankungen zum Beispiel Kamillentee getrunken werden. Er beruhigt den Darm und gleicht den Flüssigkeitsverlust aus. Um den Darminhalt zu festigen, kann Apfelschale gegessen werden. Der enthaltene Ballaststoff Pektin quillt im Darm auf und bindet überschüssiges Wasser. Darüber hinaus wirken die Gerbstoffe des Apfels zusammenziehend und seine Nährstoffe vitalisierend. Bei leichtem Durchfall werden deshalb 1 bis 2 Äpfel pro Tag empfohlen, die am besten gerieben und als Brei verzehrt werden sollten.

Uzara in der Homöopathie

Auch in der Homöopathie wird Uzara eingesetzt: Erhältlich sind Globuli, Tropfen, Tabletten und Zäpfchen der Potenzen D1 bis D30. Eingesetzt werden die homöopathischen Arzneimittel gegen Durchfall und Menstruationsbeschwerden.

Uzara in der Tiermedizin

Für Hunde und Katzen gibt es ebenfalls Durchfallmedikamente mit Uzara: DiaDog´N Cat des Herstellers Animedica enthält beispielsweise neben der Uzarawurzel Flohsamenschalen und Eichenrinde zur Linderung akuter Resorptionsstörungen des Darms. Das Medikament wirkt der Sekretion von Wasser in das Darmlumen entgegen, lindert Übelkeit und Krämpfe. Das Eindringen von Keimen und Giftstoffen in die Darmschleimhaut wird erschwert. Überschüssige Flüssigkeit wird aufgenommen und der Darm des Tieres positiv beeinflusst.

Uzara Studien zur Wirksamkeit

Die Kommission E bestätigt die Wirkung der Uzarawurzel bei akuten und unspezifischen Durchfallerkrankungen. Man geht davon aus, dass sie auch Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen und Übelkeit lindert. Reguläre, placebokontrollierte Studien fehlen allerdings bisher. Trotzdem werden Uzarapräparate als sinnvolle Ergänzung für die Reiseapotheke empfohlen sowie für Menschen, die von künstlich gesüßten Diätlebensmitteln Durchfall bekommen.

Uzara Anbau

Alle Versuche, Uzara in Deutschland anzubauen, scheiterten bisher. Die klimatischen Bedingungen mit Bodenfrost, hohen Niederschlägen und wenig Sonneneinstrahlung werden von der Pflanze nicht vertragen. Die therapeutisch verwendeten Uzarawurzeln stammen deshalb ausschließlich aus der Wildsammlung bzw. aus den Kulturen in Südafrika.

Uzara Arten

Es gibt etwa 40 Arten der Gattung Xysmalobium, 18 davon finden sich im östlichen Südafrika. Bisher wird davon nur die Uzarawurzel (Xysmalobium undulatum) kommerziell für therapeutische Zwecke eingesetzt. Das südafrikanische Volk der Xhosa verwendet Uzara allerdings nicht nur als Heilpflanze: Mit den Haaren der Samen werden Kissen gefüllt. Der bitter schmeckende Saft wird genutzt, um Hunde von Lebensmitteln oder Fellen fernzuhalten. Und die Blätter der Uzara können wie Spinat gekocht und gegessen werden.

Quellen

  • Neu auf dem Markt Präparate Praxis Produkte. In “Ärzte-Zeitung”, 1998, 129, ISSN 0175-5811
  • Wurzelextrakt bei Durchfall bewährt sich in der Praxis. In “Ärzte-Zeitung”, 2002, 63, ISSN 0175-5811
  • Mit Uzarawurzel gegen Diarrhoe – was ist dabei zu beachten?. In “Ärzte-Zeitung”, 2011, 225, ISSN 0175-5811
  • Rudolf Hänsel: Phytopharmaka : Grundlagen und Praxis. Springer, 1991, ISBN 3540509534
  • Uzarawurzel gegen Durchfall. In “Ärzte-Zeitung”, 2006, 145, ISSN 0175-5811
  • Hildebert Wagner: Drogenanalyse : dünnschichtchromatographische Analyse von Arzneidrogen. Springer, 1983, ISBN 0387118675
  • Jörg D Schulzke: Anti-diarrheal mechanism of the traditional remedy Uzara via reduction of active chloride secretion. ISSN 1932-6203
  • Max Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka : ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage. Wissenschaftl. Verl.-Ges. 2009, ISBN 9783804723696
  • Rudolf Tschesche: Über pflanzliche Herzgifte, XIX. Mitteil.: Die Glykoside der Uzara-Wurze. In “Chemische Berichte”, 85, 1952, ISSN 0009-2940
  • W. Hennig: Ueber die chemischen Bestandteile der Uzara-Wurzel. In “Arch. Pharm. Pharm. Med. Chem.”, 255, 1917, ISSN 0365-6233
  • Fritz Küster: Behandlung dyspeptischer Störungen im Säuglingsalter mit Uzara. In “Z. Kinder-Heilk.”. ISSN 0340-6199
  • Guido F. Pauli: Chiral key positions in Uzara steroids. In “Phytochem. Anal.”, 11, 2000, ISSN 0958-0344
  • Uzara hilft bei akuten Diarrhöen. In “Ärzte-Zeitung”, 2002, 10, ISSN 0175-5811
  • Axel Helmstädter: (Uzara) research– how everything began. In “Journal of Ethnopharmacology”, 164, 2014, ISSN 0378-8741

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Wirkstoff: Uzarawurzel-Trockenextrakt. Unspezifische akute Durchfallerkrankungen. Bei Durchfällen, die länger als 2 Tage andauern oder mit Blutbeimengungen oder Temperaturerhöhungen einhergehen, ist die Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Bei Durchfallerkrankungen muss auf Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten als wichtigste therapeutische Maßnahme geachtet werden. Enthält Glucose, Macrogolglycerolhydroxystearat u. Propylenglycol.

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